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NDS:Hannover/OEPNV-Kosten

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Berechnungsmodell FSloser ÖPNV für die Region Hannover

Was würde der fahrscheinlose ÖPNV in der Region Hannover bei gleichbleibendem Angebot kosten? Dieser Frage geht die nachfolgende Berechnung nach

Grundlage ist der Nahverkehrsplan 2014 http://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Mobilit%C3%A4t/Verkehrsplanung-entwicklung/Der-Nahverkehrsplan2

Laut Nahverkehrsplan 2014 deckt sich der ÖPNV in der Region Hannover zu 53% über den Verkauf von Fahrkarten.

Gleichzeitig wird der SPNV mit jährlich € 76,7 Mio und die ÜSTRA mit € 46,5 Mio bezuschusst. Zahlen für den Umlandbusverkehr werden nicht genannt. Allerdings findet sich im Beteiligungsbericht 2012, Seite 85, der Region Hannover ein Minus von rund € 422.000,- für den RVH.

Daraus ergibt sich für SPNV und üstra, dass von € 264,04 Mio, € 129,94 Mio. aus dem Verkauf von Fahrkarten gedeckt sind. RegioBus erwirtschaftete 2012 € 63,8 Mio. Der Rest wird schon jetzt über Steuergelder finanziert.

Die Region Hannover hat (2011) 1,136 Mio Einwohner. Damit entfielen jährlich für jeden Einwohner in der Region Hannover bei Einführung eines fahrscheinlosen ÖPNV in der Region unter Beibehaltung der staatlichen Teilfinanzierung Kosten in Höhe von € 172,30 oder ca. € 14,35 pro Monat.

Schon jetzt kostenlos fahren Kinder unter 6 Jahren: Deren Zahl beläuft sich für 2012 auf 57.600 http://www.staedtestatistik.de/fileadmin/kosis/sikurs/Veroeffentlichungen/band-112-Bevoelkerungsprognose_2012_bis_2025_gesamt.pdf S. 17, was zu einer Erhöhung des Monatspreises von ca. 10 Cent führt.

Ebenfalls kostenfrei werden Schwerbehinderte befördert http://www.gvh.de/fileadmin/gvh/downloads/Flyer_PDFe_2013/Schwerbehindertenhinweisblatt_2011-09_12_2011_%C3%9C_-_4-_.pdf.pdf.pdf Für Niedersachsen trifft dieses Kriterium für 8,5% der Bevölkerung zu. Hochgerechnet auf die Region Hannover betrifft es somit rd. 100.000, was zu einer weiteren Erhöhung des Monatspreises um ca. 20 Cent führt.

In der Region Hannover gibt es rd. 1.000 Haftplätze http://www.justizvollzugsanstalt-hannover.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=23381&article_id=82296&_psmand=168 Diese perse nicht den ÖPNV nutzen könnenden Personen fallen bei der Berechnung des Monatspreises nicht ins Gewicht. Noch geringer dürfte die Zahl von Komapatienten sein, die ebenso ausgenommen wären.

Andere Gruppen, die für weniger als € 15,- pro Monat das ganze GVH-Gebiet befahren können, gibt es nicht.

Anders sieht es aus, wenn die staatlichen Subventionen wegfallen. Daraus ergäbe sich ein Monatspreis von ca. € 28,80.

Bei diesem Preis wären potentielle Nutzer der U21-Card, ca. 210.000 (incl. der unter 6-jährigen), benachteiligt. Darin sind aber auch Teile der rund 19.000 Studenten an den Hochschulen Hannovers beinhaltet, deren SemesterCard zur Zeit auf ca. 200,-- € (für 6 Monate) kostet http://www.studentenwerk-hannover.de/semesterbeitrag.html . Da für die SemesterCard nicht bekannt ist, wie die Altersstruktur der Studenten aussieht, lässt sich allerdings nur schwer sagen, ob und wie viele Personen dieser Gruppe tatsächlich benachteiligt wären. Der Einfachheit halber gehe ich von der guten Hälfte aus, ca. 10.000. Zusammen mit den schon oben genannten Gruppen ergibt sich somit eine Zahl von rund 220.000, die mit einem im Umlageverfahren finanzierten OPNV schlechter gestellt wären, als im gegenwärtigen Zustand. Das wäre ca. ein Fünftel der Bevölkerung der Region. Dies ist aber gerade der Teil der Bevölkerung, der am ehesten zu den Nutzern des ÖPNV gehört.

Ziel muss also die Einführung eines umlagefinanzierten ÖPNV unter Beibehaltung der bisherigen öffentlichen Zuschüsse für einen Monatsbeitrag von ca. € 15,- sein, um möglichst keine Personengruppen zu benachteiligen, die bislang schon Fahrscheine kaufen.

Mögliche Einsparungen (Verwaltung, Automaten, Kontrolleure usw.) bleiben allerdings bislang ohne Brücksichtigung. Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass allein die Kosten des Ticketverkaufs 10% des Umsatzes betragen.

Weitere Einsparpotenziale ergeben sich aus einer Gästeabgabe, die über die Hotels eingezogen werden könnte um auch in Zukunft, wie es bis vor zwei Jahren noch mittels Kombitarif möglich war, auch Messe- aber insgesamt auch sonstigen Gästen eine Nutzung des ÖPNV ohne zusätzlichen Fahrscheinkauf zu ermöglichen.

Die Umsetzung könnte mittels einer allgemeinen Abgabe wie bei den Müllgebühren realisiert werden. Steuern scheiden aus, da diese per Defininition nicht zweckgebunden sind.