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RP:Kreisverband Rheinhessen/KPT 2013 3/SOA
Sonstige Anträge zum KPT 2013.3
SOA.01 Kommunalwahlprogramm
Antragsteller: guru für Rheinhessische AG Kommunalwahl
Status: eingereicht
Antrag: Kommunalwahlprogramm für die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms
Vorwort: Gemeinsam die Zukunft gestalten
Die Piratenpartei hat den Anspruch, sich auch auf kommunaler Ebene für mehr
Teilhabe, Mitbestimmung, Transparenz, Datenschutz, eine bessere
Bildungs-, Kultur- und Umweltpolitik, eine moderne Verkehrspolitik und
für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Dieses Programm stellt daher
unsere Verbesserungsvorschläge und Forderungen für die Region
Rheinhessen dar, mit der wir bei Bürgerinnen und Bürgern um
Unterstützung werben wollen. Gemeinsam mit ihnen wollen wir uns und
unser Programm weiterentwickeln, und rufen daher alle Einwohner zur
aktiven Beteiligung am politischen Geschehen auf.
Mehr Demokratie: Mitdenken, mitreden, mitentscheiden
Eine
lebendige Kommune lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die
Kommunalpolitik muss ihre Interessen und Wünsche ernst nehmen und als
Chance für die Gesellschaft begreifen und fördern. Die Mitbestimmung und
Teilhabe darf sich daher nicht auf die einmalige Stimmabgabe alle fünf
Jahre an der Wahlurne beschränken.Das bisherige Modell, bei dem
man nur die Wahl zwischen „kleineren Übeln“ hatte, wollen wir um
weitere Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung erweitern. Wir möchten
erreichen, dass jeder Einwohner an allen wesentlichen Entscheidungen für
die Kommune mitwirken kann. Möglichkeiten dazu sind z.B. der
Bürgerentscheid oder die Aufstellung eines Bürgerhaushaltes.Mehr
Bürgerbeteiligung verbessert die Akzeptanz von politischen
Entscheidungen und die Zufriedenheit mit ihnen. Die Kommunalpolitik muss
ihre Entscheidungen den Menschen besser erklären und nachvollziehbar
machen, um Zustimmung zu erhalten. Ausgehend von dem Gedanken, dass
Bürgerinnen und Bürger über ihre Angelegenheiten selbst mitreden und
mitbestimmen sollen, fordern wir mehr Transparenz bei allen Projekten
und Entscheidungen, um der Einwohnerschaft eine selbstbestimmte
Entscheidung überhaupt erst zu ermöglichen.
Bürgerentscheide vereinfachen
Die
rheinland-pfälzische Gemeindeordnung (GemO) sieht Einwohneranträge und
Bürgerentscheide in Städten und Gemeinden vor. Die Hürden hierfür sind
jedoch so hoch, dass dieses basisdemokratische Instrument selten von den
Menschen eingesetzt werden kann. Deshalb setzt sich die Piratenpartei
für eine deutliche Absenkung der diesbezüglichen Hürden ein.Jeder
Bürgerentscheid muss anschließend auch umgesetzt werden. Voraussetzung
ist, dass allen Einwohnern ausreichend Gelegenheit gegeben wurde, sich
zu informieren, zu beteiligen und selbst abzustimmen. Der Negativkatalog
von Themen, über die nicht abgestimmt werden darf, soll ebenfalls
abgeschafft werden. Wie bei Wahlen setzen wir uns auch bei
Bürgerbegehren für ein Mitbestimmungsrecht für alle Menschen ein.
Bürgerbeteiligung, vor allem bei größeren Projekten
Bei
langfristigen und aufwändigen Projekten ist es besonders wichtig, die
Bürger schon im Vorfeld zu beteiligen, um das Projekt so zu
legitimieren. Damit wird der weitere Projektverlauf deutlich erleichtert
und unnötige Kosten werden vermieden. Nach unserer Auffassung sollen
daher vor kommunalen Entscheidungen, die eine bestimmte Größe im
Haushalt überschreiten, generell Bürgerbeteiligungen durchgeführt
werden.
Kommunale Teilhabe für alle
Kein
Mensch soll von der politischen Willensbildung durch Wahlen
ausgeschlossen werden. Wir fordern kommunales Wahlrecht für alle in der
Region lebenden Menschen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit und
von ihrem Alter. Gerade Entscheidungen auf kommunaler Ebene betreffen in
hohem Maße auch Kinder und Jugendliche. Es ist wichtig, dass die
Prinzipien der Demokratie so früh wie möglich gelernt und auch gelebt
werden. Dazu ist es notwendig, dass man nicht nur mitreden, sondern auch
mitentscheiden darf. Ein Familienwahlrecht lehnen wir ab.
Jugendgemeinderäte
Um
Jugendlichen möglichst früh die Möglichkeit zur demokratischen
Mitbestimmung zu geben, fordern wir in allen Gemeinden die Einrichtung
von Jugendgemeinderäten mit eigenem Budget, falls noch nicht vorhanden.
Vertreter des Jugendgemeinderates sollen im Gemeinde- bzw. Stadtrat ein
Rede- und Antragsrecht erhalten. Zur Erhöhung der
Wahlbeteiligung, die bei Jugendgemeinderäten erfahrungsgemäß eher
niedrig ausfällt, können Maßnahmen wie etwa die Aufstellung der
Wahlurnen in Schulen zur Unterrichtszeit ergriffen werden. Außerdem soll
nach Möglichkeit der Wahlaufruf direkt mit konkreten Vorschlägen und
Projekten verbunden werden, an deren Umsetzung der zu wählende
Jugendgemeinderat dann u.a. arbeiten soll. Das heißt nicht, den
Jugendlichen vorzuschreiben, was sie machen dürfen, sondern dem Projekt
eine inhaltliche Starthilfe zu geben, um das Interesse zu wecken und
einen inhaltlichen Anker für die aktive Beteiligung anzubieten.
Mobile Wahllokale statt Briefwahl
Die
notwendige Freiheit der Wahl ist nicht mehr gegeben, wenn Druck auf
Personen ausgeübt werden kann, sich Briefwahlunterlagen zu bestellen und
diese gemäß Vorgabe von außen auszufüllen. Der eigentliche
Schutzmechanismus, dass nur eine Person in eine Wahlkabine darf, wird so
ausgehebelt. Die Briefwahl sollte durch mobile oder bereits im Vorfeld
geöffnete, stationäre Wahllokale/Wahlvorstände ersetzt werden, so dass
alle Menschen weiterhin an der Wahl teilnehmen können, aber gleichzeitig
Missbrauch wirksam ausgeschlossen wird. Dabei ist sicherzustellen, dass
die Urnen ständig vom Wahlvorstand beaufsichtigt bzw. so zu lagern
sind, dass nur der Wahlvorstand Zugang zu ihnen hat.
Gewinnung von mehr Wahlhelfern
Wir
appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, sich als Wahlhelfer zur
Verfügung zu stellen, damit die Wahl nicht unter Zeitdruck oder
vorwiegend von Amtspersonen durchgeführt und ausgezählt werden muss. So
können Fehler bei der Durchführung der Wahl und der Auszählung vermieden
werden.
Keine Wahlcomputer und keine nicht-nachprüfbare Auszählungssoftware
Wegen
ihrer Anfälligkeit für Manipulationen dürfen bei Wahlen und
Abstimmungen weder Wahlgeräte verwendet werden noch darf die Auszählung
unter Einbeziehung von Auszählungssoftware erfolgen, die nicht
überprüfbar ist. Eine beschleunigte Auszählung rechtfertigt keine
Einschränkungen bei der Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Korrektheit
ist hier wichtiger als Zeit.
Kommunale Finanzen
Schaffung finanziellen Spielraums
Ein
großer Teil der Kommunalfinanzen liegt heute nicht mehr in der
Eigenverwaltung der Kommunen. Bereiche wie Sozialleistungen oder das
Vorhalten von Kitaplätzen müssen von den Kommunen geleistet werden,
obwohl sie vom Bund bzw. den Bundesländern beschlossen wurden. Die
Piratenpartei setzt sich dafür ein, dass diese finanziellen Mittel gemäß
dem Verursacherprinzip den Kommunen von der EU, dem Bund bzw. dem Land
Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt werden.Kommunen brauchen
nur Ausgaben zu übernehmen, die in ihrem Verantwortungsbereich liegen,
und solche, über deren Gestaltung die sie selber frei entscheiden
können.
Bürgerhaushalt
Die
Piratenpartei setzt sich, soweit dieser noch nicht existiert, für einen
Bürgerhaushalt für die Landkreise und in den Kommunen ein. Wir fordern
ein zunächst jährliches Ansteigen des durch die Bürger direkt
verwalteten Etats. Kritiker erhalten so die Möglichkeit, den Erfolg der
direkten Demokratie zu erleben und sich langsam darauf einzustellen oder
aber ein Scheitern darzulegen und zu klassischen Haushaltsformen
zurückzukehren.Bei der Realisierung des Bürgerhaushalts sind
folgende Anforderungen einzuhalten bzw. bei bestehenden Bürgerhaushalten
ist dieser so umzugestalten, dass diese Anforderungen erfüllt werden:Verbindlichkeit:
Die Politik sollte nicht das letzte Wort über eingereichte Vorschläge
haben, sondern der Bürger sollte per Bürgerentscheid darüber entscheiden
können.Ein eventuell eingerichtetes Begleitgremium darf nicht
mit Funktionären aus den Reihen der Politik oder Verwaltung besetzt
werden.Der Erfolg darf nicht ausschließlich von der
Beteiligungsquote abhängig gemacht werden. Eine geringe Beteiligung darf
nicht pauschal als allgemeines Desinteresse gedeutet werden, sondern
die Ursachen für die geringe Beteiligung müssen erforscht werden, z.B.
zu geringe Bekanntmachung, zu hohe technische Hürden oder ähnliche.
Versäumnisse. Es muss zunächst immer von einem Interesse der Bürger an
Mitbestimmung ausgegangen werden.Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines
Bürgerhaushalts dürfen kein Argument für dessen Abschaffung sein.Es
dürfen nicht nur Sparvorschläge zugelassen werden, da dies jegliche
Kreativität der Bürger unnötig einschränkt. Die Budgetplanung muss so
vermittelt werden, dass der Bürgerhaushalt einfach verständlich ist und
jeder Eingaben machen kann.Die allgemeinen Wahlgrundsätze müssen unbedingt eingehalten
werden. Wir
bevorzugen eine hybride Mischung aus Onlinediskussion und
Offlineabstimmungsverfahren. Die Website sowie alle Dokumente müssen
möglichst einfach und leicht verständlich aufbereitet werden. Alle
Entscheidungen sollen barrierearm für jeden Bürger und Bürgerin
zugänglich sein.Der Bürgerhaushalt muss der breiten
Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und Aktionen zu dessen Verbreitung
müssen gefördert werden.Nach der Online-Phase müssen die
Vorschläge öffentlich diskutiert und per Bürgerentscheid abgestimmt
werden, anstatt nur von politischen Fachgremien diskutiert und
entschieden zu werden.
Überörtliche Kooperationen schaffen, wo sie sinnvoll sind
Die
Piratenpartei vertritt den Grundsatz, dass alle Aufgaben, die
Ortsgemeinden in Eigenverantwortlichkeit übernehmen möchten und können,
auch von diesen wahrgenommen werden sollen.Wir setzen uns
ebenfalls dafür ein, dass überörtliche Kooperationen, beispielsweise zu
Themen wie Seniorenbetreuung, Feuerwehr, Entwicklung des öffentlichen
Nahverkehrs, Schul- und Kinderbetreuung, Kommunikationsdienstleistungen
oder Kulturangeboten gebildet bzw. ausgeweitet werden. Dadurch werden
Vorteile erzielt und der Zusammenhalt der verschiedenen Gemeinden
untereinander gestärkt.
Zielgerichtete Verkehrsüberwachung
Die
Verkehrsüberwachung darf nicht zum Selbstzweck des Kassenfüllens
ausufern, sondern muss die Verkehrssicherheit an Unfallschwerpunkten
gewährleisten. In diesem Sinne sollen sämtliche Einnahmen aus
Bußgeldern dafür zweckgebunden verwendet werden. Die Kontrollen des
fließenden Verkehrs sollen wieder ausschließlich durch die Polizei
erfolgen. Gefährdungen durch schlechte Fahrbahnbeläge sind durch
schnellstmögliche Beseitigung des Mangels statt durch
Tempolimitierungen zu beheben. Den Straßenunterhaltungsträgern
(Landesbetrieb Mobilität, Gemeinden) sind entsprechende Budgets aus den
weit umfangreicheren Steuereinnahmen des Bundes und der Länder, aus der
Kfz- und Mineralölsteuer sowie der LKW-Maut zuzuteilen.
Kommunalstrukturreform
Eine
Neuordnung der kommunalen Kooperationsstrukturen soll neben reinen
Kostenaspekten auch Anpassungsstrategien zur Gestaltung des
demographischen Wandels berücksichtigen. Im ländlichen Raum ist dabei
jeweils das Zusammenwirken mehrerer benachbarter Gemeinden unter
Einbeziehung von Bürgern, Politik, Verwaltung und regionalem Gewerbe
anzustreben. Die Kooperationsverhandlungen sollen vom Land
Rheinland-Pfalz angeregt und unterstützt, aber nicht diktiert werden.
Bestehende kommunale Grenzen, speziell der Landkreise, sollten dabei
nicht einschränkend wirken, sondern flexibel an den Bedarf angepasst
werden können. Kooperationsräume, die zwischen ca. 15 000 und bis zu 75
000 Einwohnern umfassen, haben sich dabei bewährt. Es empfiehlt sich, in
eine Kooperation mindestens einen zentralen bzw. gut erreichbaren Ort
mit vorhandener Grundzentrumsfunktionalität einzubeziehen.
Transparente Politik: Öffentliche Daten nutzen, private Daten schützen
Öffentliche Daten nutzen
Transparente Verwaltung
Die
Piratenpartei will die Voraussetzungen schaffen, bisher nicht
zugängliche Behördenunterlagen zur Veröffentlichung freizugeben. Die
Aktenbestände sollen systematisch digitalisiert und veröffentlicht
werden, beginnend mit Vergabeunterlagen für öffentliche Aufträge.Alle
kommunalen Finanzdaten inkl. der Kontoführung sollen den Einwohnern
informationshalber und unentgeltlich zur Verfügung stehen, außer
solchen, die personenbezogene bzw. personenbeziehbare Daten enthalten.Auch
alle Einrichtungen, an denen die Kommunen beteiligt sind, unterliegen
einem besonderen Transparenzanspruch. Durch die Transparenz wollen wir
das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung und die öffentlichen
Betriebe stärken. Misswirtschaft in Verwaltung oder Einrichtungen kann
durch die verbesserte Transparenz schneller erkannt und behoben werden.
Ratsinformationsystem
Dokumente,
Protokolle, Aufzeichnungen und Termine der kommunalen Gremien sollen
den Einwohnern auf der kommunalen Webseite kurzfristig, dauerhaft,
öffentlich und unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.
Zugänglichkeit der Ratssitzungen
Räte
sind das wichtigste Gremium der Kommunalpolitik. Dort wird öffentlich
über die Zukunft der Kommune debattiert und abgestimmt. Wer keine
Möglichkeit hat, direkt an den öffentlichen Sitzungen teilzunehmen, kann
die Abläufe und Argumente der Diskussionen kaum nachvollziehen.Wir
wollen die Sitzungen daher per Video aufzeichnen und anschließend auf
der Webseite der Kommune gemeinfrei verfügbar machen. So kann sich
jeder Bürger unabhängig von Ort und Zeit über die öffentlichen
Sitzungen informieren.Der Inhalt von nichtöffentlichen
Sitzungen und Sitzungsteilen ist auf das notwendige Mindestmaß zu
begrenzen, z.B. wenn dort personenbezogene Fälle besprochen bzw.
entschieden werden. Die Tagesordnung nicht-öffentlicher Sitzungen ist
sowohl in der Einladung als auch im öffentlichen Protokoll so
detailliert bekanntzugeben, wie es die Datenschutzrichtlinien erlauben.
Einsatz von Open-Source-Software und offenen Standards in der Verwaltung
Die
Piratenpartei fordert und fördert den Einsatz von freier Software in
der Verwaltung, wo immer dies sinnvoll möglich ist. Hierzu zählt
insbesondere der Einsatz von freier Software wie dem Betriebssystem
Linux, der Büroanwendung OpenOffice oder dem Internetbrowser Mozilla
Firefox nach dem Vorbild der Stadtverwaltung München („LiMux“-Projekt).
Schnittstellen zur Öffentlichkeit wie die Einreichung von Anträgen oder
die Bereitstellung von Dokumenten sollen ausschließlich über offene,
barrierefreie Standards wie "odt" oder "pdf" realisiert werden, und
nicht über proprietäre Formate. Falls bei der Auszählung von
Stimmzetteln unterstützende Software eingesetzt werden sollte, ist aus
Gründen der Nachvollziehbarkeit ebenfalls OpenSource-Software zu
verwenden.
Transparenz bei Bauvorhaben
Die
Piratenpartei fordert die Nutzung von moderner Informationstechnologie,
um mehr Transparenz über bevorstehende und aktuell durchgeführte
öffentliche Baumaßnahmen zu erreichen. Diese sollen auf einer
Geoinformationssystem-gestützten Karte im Internet veröffentlicht
werden, so dass sich der Bürger in übersichtlicher Art und Weise über
alle in der Region anstehenden oder durchgeführten Baumaßnahmen
informieren kann. Diese kartographischen Informationen sollen bereits ab
dem Zeitpunkt angeboten werden, ab dem über das Bauvorhaben auf
politischer Ebene diskutiert wird.Die veröffentlichten Information sollen mindestens
enthalten:den exakten Ort der Maßnahmedas Ziel der Maßnahmedie geschätzte Dauer der
Maßnahmedie veranschlagten Kosten der Maßnahmedie durchführenden Unternehmeneinen Link zur
zugehörigen öffentlichen Ausschreibungeinen Ansprechpartner für Fragen zur MaßnahmeDie
Piratenpartei fordert weiterhin, dass Informationen über geplante
Maßnahmen, insbesondere im Straßen- und Tiefbau, zeitnah an
nicht-kommunale Infrastrukturanbieter weitergeleitet werden, um doppelte
Arbeiten zu vermeiden und Kosten zu reduzieren.
Öffentlich-private Partnerschaften transparent machen
Öffentlich-private
Partnerschaften müssen rechtzeitig vor dem Abschluss bekannt gegeben
werden. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich selbst ein Bild von den
Inhalten der zu treffenden Vereinbarungen machen können. Das wesentliche
Problem bei solchen Projekten sehen wir in der Kommerzialisierung
öffentlicher Aufgaben.
Private Daten schützen
Datenschutz in der Verwaltung und bei kommunalen Einrichtungen
Die
Erfassung von immer mehr Daten in fast allen Lebensbereichen führt zur
Einschränkung von Freiheit und politischer Selbstentfaltung.
Datenerfassung wird zu oft als punktuell und ungefährlich wahrgenommen.
Doch die Verknüpfung verschiedener Datenerhebungen führt zu umfassenden
Personenprofilen und unter Umständen zu falschen Verdächtigungen.
Kommunaler Datenschutzbeauftragter
Jede
Kommune, die personenbezogene Daten verarbeitet, hat einen (internen
oder externen) Datenschutzbeauftragten zu benennen, der sich sowohl um
den Datenschutz als auch um die Datensicherheit innerhalb der Kommune
kümmert und den Bürgern als Ansprechperson für entsprechende Anfragen
und Auskunftsersuchen zur Verfügung steht.
Volkszählungen/Mikrozensus nur auf freiwilliger Stichprobenbasis
Eine
zwangsweise Heranziehung zum Mikrozensus, zu noch umfassenderen
Volkszählungen oder auch zu Unternehmensstatistiken ist mit dem Recht
auf informationelle Selbstbestimmung unvereinbar und darf daher
zukünftig nicht mehr erfolgen. Stattdessen sollen per Stichprobe
ausgewählten Teilnehmer befragt werden. Verweigert ein Teilnehmer die
Auskunft, so ist solange ein anderer für die Stichprobe geeigneter
Kandidat zu suchen, bis sich genügend Personen zur Teilnahme bereit
erklärt haben.
Sichere Kommunikation mit den Bürgern
Eine
sichere Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden auch über das
Internet schützt davor, dass Daten missbraucht werden. Daher müssen
alle Kommunikationskanäle zu Behörden stets höchste
Sicherheitsstandards verwenden. Internetkommunikation soll
verschlüsselt stattfinden. E-Mail-Kontakte sollen stets auch mit
GPG-Verschlüsselung angeboten werden. Automatisierte Schnittstellen
bedürfen sehr hoher Sicherheitsanforderungen und sind möglichst sparsam
einzusetzen, es sei denn, sie bringen dem Bürger konkreten Nutzen
dadurch, dass sie dessen Aufwände bei Antragstellungen usw. erheblich
reduzieren.
Keine Weitergabe von Meldedaten
Meldedaten
sind ausschließlich zum Zweck der Durchführung des Meldewesens erhoben
worden und dürfen daher auch nicht für andere Zwecke verwendet oder gar
an Dritte (wie Adressbuchverlage, Rundfunkanstalten, Kirchen, Parteien,
Amtsträger oder Privatpersonen) weitergegeben oder gar verkauft werden.
Korruption verhindern und bekämpfen
Auch
in kommunalen Gremien besteht die Gefahr von Korruption. Hier hilft
ein hohes Maß an Transparenz, um Korruption im Vorfeld zu verhindern.
Die Piratenpartei fordert daher die Umsetzung der folgenden Maßnahmen:Schaffung
einer kommunalen Informationsfreiheitssatzung: Über diese können die
Bürger kostenlos auf die erfassten Daten einer Behörde zugreifen, sofern
diese nicht durch andere Gesetze geschützt sind, z.B. beim Datenschutz.
Dadurch ist nicht nur eine Entscheidung der Behörde öffentlich, sondern
auch, wie es zu dieser gekommen ist. Veröffentlichung
sämtlicher Posten und Funktionen von Ratsmitgliedern und Dezernenten.
Bei hauptamtlichen Funktionsträgern sind zusätzlich sämtliche
Nebeneinkünfte während der Dauer der Amtszeit offenzulegen.Veröffentlichung des
Abstimmungsverhaltens bei namentlichen öffentlichen Abstimmungen im Rat.Einführung
einer Selbstverpflichtung für Ratsmitglieder. Diese müssen sich integer
verhalten und die Ratsorgane alle Entscheidungen transparent und
nachvollziehbar machen. Diese Selbstverpflichtung soll das Thema
Korruption noch einmal deutlich in das Bewusstsein der Ratsmitglieder
und der Öffentlichkeit bringen. Sie könnte die folgenden Punkte
enthalten: Ein eindeutiges Bekenntnis der Ratsmitglieder gegen Korruption Falls
Interessenkonflikte bei einzelnen Anträgen vorhanden sind, sollten diese frühzeitig
veröffentlicht werden. Verstöße müssen sanktioniert werden.Schaffung eines Gremiums
("Ehrenrat"), welches die Einhaltung der Regeln zur Korruptionsprävention und -bekämpfung
kontrolliert.Schaffung
eines Vergaberegisters, mit dessen Hilfe früher gegen diese Richtlinien
verstoßende Unternehmen künftig befristet von der Vergabe öffentlicher
Aufträge ausgeschlossen werden können. Diese Informationen sollen nicht
nur Behörden zur Verfügung stehen, sondern auch der interessierten
Öffentlichkeit.
Soziale Verantwortung ernst nehmen
Bessere Betreuung in Kindertagesstätten
Wir
wollen eine optimale Förderung und Betreuung von Kindern. Die momentane
Gruppenstärke und die schwache personelle Ausstattung der
Kindertagesstätten lassen hierfür leider keinen Handlungsspielraum. Der
Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern liegt im Moment einzig und
allein in der Hand der jeweilig zuständigen Erzieher. Für eine
Aufarbeitung von Problemen im Team ist derzeit kein Platz in den
Dienstplänen der Kitas. Die Piratenpartei setzt sich für die
Verbesserung der Betreuungssituation in den Kindertagesstätten der
Kommune ein. Wir wollen den Betreuungsschlüssel pro Gruppe anheben. Die
Gruppenstärke soll reduziert werden. Die Erzieher in Kindertagesstätten
sollen mehr Möglichkeiten und Zeit dafür erhalten, sich fortzubilden.
Die Öffnungszeiten sollen den Erfordernissen der nutzenden Eltern
angepasst werden. Die Leitungsfreistellung ist weiterhin zu
gewährleisten.
Freies Bestattungswesen
Die
Bestattungskultur wird zunehmend von Feuerbestattung und dem Wunsch
nach einer flexibler Wahl des Bestattungsortes geprägt. Die
Piratenpartei will daher den derzeit bestehenden Friedhofszwang insoweit
aufzuheben, als dass Urnen gemäß dem Wunsch des Verstorbenen und seiner
Angehörigen beliebig aufbewahrt werden dürfen. Dazu gehören
beispielsweise Grabstätten auf Privatbesitz oder innerhalb von
Wohnungen. Lediglich bei Erdbestattungen ist aus hygienischen Gründen
der bestehende Friedhofszwang aufrecht zu erhalten.
Gemeindehäuser erhalten, zentrale Begegnungsstätten schaffen
Ohne
eine aktive, generationenübergreifende Bürgerbeteiligung können viele
gemeindliche Ziele nicht erreicht werden. Um den Zusammenhalt innerhalb
der Ortsgemeinden zu stärken, möchte die Piratenpartei ständige zentrale
Begegnungsstätten fördern. Sie können ggf. mit einem gastronomischen
Angebot, einer Einkaufsmöglichkeit oder Übernachtungsmöglichkeiten
kombiniert werden, sofern es derartige Angebote in der Gemeinde bislang
nicht gibt. Der Unterhalt eines bestehenden Gemeindehauses sowie die
Einrichtung einer ständigen generationenübergreifenden Begegnungsstätte
sichern dem Gemeinde- und Vereinsleben die Zukunft und können die
Landflucht abmildern. Nachwachsende Generationen bleiben ihrem Dorf eher
verbunden.
Zugang zum Internet verbessern
Die
Piratenpartei möchte den Zugang zum Internet für alle Menschen
verbessern. Dazu zählen sowohl die technische Weiterentwicklung als auch
die Vermittlung notwendiger Kompetenzen, um mit dem Medium Internet
umgehen zu können. Piraten sind gegen eine digitale Spaltung der
Gesellschaft und wollen soziale Ungleichheiten beseitigen, um eine
gesellschaftliche und politische Teilnahme der Bürger zu ermöglichen.
Breitbandausbau auf kommunaler Ebene vorantreiben
Wir
unterstützen Initiativen, mit denen der regionale und lokale
Breitbandausbau gefördert wird, ohne die interessierten Nutzer mit
Anschlusskosten zu belasten.
Freie Netze ausbauen
Wir
fördern Projekte, welche die freie Nutzung und den kostenlosen Zugang
zum Internet überall und jederzeit ermöglichen. Dazu zählen insbesondere
Freifunk-Netze, die den Aufbau einer autonomen, zensurresistenten und
anonym nutzbaren Infrastruktur als Ziel haben.
Internetzugang und Freifunk in öffentlich genutzten Gebäuden
Wir
streben an, öffentliche kommunale Einrichtungen mit dem Internet zu
verbinden und dort Freifunk-Knoten einzurichten. So soll zum einen der
Ausbau freier Netze vorangetrieben, zum anderen aber auch der Zugang
zum Internet allen Bürgerinnen und Bürgern in den Räumlichkeiten
ermöglicht werden. Durch die Verfügbarkeit digitaler Informationen
erwarten wir auch finanzielle und ökologische Verbesserungen.
Medienkompetenz stärken und digitale Kultur fördern
Die
Piratenpartei setzt sich für die Förderung der Medienkompetenz in der
Bevölkerung ein. Der Umgang mit dem Internet ist eine
Schlüsselkompetenz zur gesellschaftlichen Teilhabe. Gut informierte
Bürger sind die Basis für Demokratie und Freiheit. Genau das muss auf
digitale Medien weiter ausgedehnt werden. Wir werden die Digitalkultur
in der Region fördern und stärken. Ziel ist es, hier insbesondere die
Kompetenz im Umgang mit dem für viele heute schon wichtigsten
Kommunikationsmittel, dem Internet, zu vermitteln und auszubauen. Der
selbstverständliche Umgang mit dem Internet erlaubt eine Willens- und
Meinungsbildung aus einem breiten Spektrum unabhängiger
Informationsquellen. Es ist wichtig, dass alle Bürger jeder
Altersgruppe die Nutzung digitaler Kommunikation und Technik sicher und
souverän anwenden können. Wir möchten die verschiedenen Generationen
zusammenbringen, um die Kluft zwischen analoger und digitaler
Gesellschaft zu überwinden. Dazu gehören:Aufklärungsarbeit leistenTreffpunkte zum
Austausch von Fragen, Meinungen und Hilfen Nutzungspotentiale neuer Technik aufzeigen und
erschließen Risiken und Prävention aufzeigen Nutzeranalysen durch Werbetreibende und
Unternehmen begegnen Gründe und Hilfen für umsichtigen Umgang mit persönlichen Daten im
Netz aufzeigen Zensur- und Überwachungsmechanismen des Staates erläutern Ausspähen durch
staatliche Stellen und andere Neugierige begegnen Gegenseitige Unterstützung der Bürger
fördern Ansprechpartner
für Lehrer und Dozenten für die Umsetzung und den Ausbau bereits
vorhandener Lehrpläne zu diesen Themen zur Verfügung stellen Ansprechpartner und Beratung
für Eltern Beratung zum Thema Onlinesucht Vereinfachungen
und Falschdarstellungen seitens der Politik und Medien aufdecken und
einordnen (Beispiele sind Onlinespiele, Wahlcomputer, angeblich
rechtsfreier Raum des Internets) die strikte Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur
Barrierefreiheit von Internetauftritten der öffentlichen Hand.Medienkompetenz
und digitale Kultur müssen dort vermittelt werden, wo die Bürger leben.
Deshalb sehen wir darin eine kommunale Aufgabe.Diese kann
beispielsweise durch die Volkshochschulen realisiert werden, die
entsprechend finanziell und räumlich zu fördern sind.
Freie Kultur stärken
Kulturförderung gerechter gestalten
Staatlich
geförderte Kultureinrichtungen decken die Vielfalt des Kulturschaffens
schon lange nicht mehr ab. Bisher werden vor allem klassische Kunst- und
Kulturformern gefördert. Die Jugend- oder Subkultur geht oft leer aus
oder wird nur unzureichend gefördert. Die Piratenpartei möchte die
Kulturförderung gerechter gestalten und die Förderung gleichermaßen auf
alle Kunst- und Kulturformen ausdehnen. Wir möchten sowohl angehenden
als auch erfahrenen Künstlern den Zugang zu Erfahrungsaustausch und
kommerziellen Projekten ermöglichen.
Kulturräume fördern
Wir
wollen Kulturinitiativen Freiräume bieten sowie Kultur- und
Sportvereine ideell und finanziell unterstützen. Bestehende Kulturräume
sollen erhalten bleiben. Wir fordern den Stopp der Privatisierung
öffentlicher Räume, Straßen und Plätze, durch die soziale und
kulturelle Freiheit eingeschränkt wird. Für großflächige, öffentliche
Räume in privatem Besitz, wie z.B. Einkaufszentren, wollen wir einen
rechtlichen Rahmen gestalten, der dem öffentlichen Charakter dieser
Räume gerecht wird.
Gemeindepartnerschaften beleben
Die
Piratenpartei setzt sich für einen Ausbau und die Intensivierung der
Verbindungen zwischen Partnergemeinden ein. Wir wollen bisherige und
zukünftige Aktivitäten und Projekte stärker in das Bewusstsein der
Bürger bringen, um das Interesse und die Bereitschaft an der aktiven
Mitwirkung zu wecken. Termine, Veranstaltungen und Planungen sollen von
der Gemeinde koordiniert und regelmäßig veröffentlicht werden.
Für eine moderne Umwelt- und Verkehrspolitik
Entwicklung örtlich geeigneter, barrierefreier ÖPNV-Modelle
Vielfach
existieren in ländlichen Regionen keine oder nur mangelhafte
Anbindungen an den ÖPNV. Oft gewährleistet er nur den gesetzlich
vorgeschriebenen Schülertransport, da sich der Einsatz der bislang
zumeist genutzten Busse ansonsten nicht lohnt. Diese Situation ist
ökologisch und ökonomisch unbefriedigend, da sie eine zwangsweise
Abhängigkeit der Bewohner vom Individualverkehr erzeugt. Um diese zu
mindern, sind auf die kommunen Verhältnisse und die Wünsche auch
potenzieller Nutzer abgestimmte, alternative Modelle wie Kombiverkehr,
Verkehrsmittel-Sharing auf öffentlicher oder genossenschaftlicher Basis,
Bürgerbusse etc. zu prüfen und ggf. umzusetzen.
Mitfahrerparkplätze und ausreichende öffentliche Parkmöglichkeiten
Die
Schaffung bedarfsgerechten öffentlichen Parkraums gehört zu den
kommunalen Aufgaben. Dieser Parkraum kann umständebedingt auch
ortskernfern über Park&Ride oder Mitfahrerparkplätze realisiert
werden.
Lärmreduktion
Die
Piratenpartei möchte die Lärmbelastung der Einwohner durch Verkehr
reduzieren. Dazu gehören Flug-, Bahn- und Straßenlärm. Die Unterhaltung
und der Neubau von Infrastruktur auch im Luftverkehr müssen nach
vielfältigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen
Maßstäben erfolgen. Bauvorhaben müssen auf zukünftige Entwicklungen im
gesamten Verkehrssystem hin überprüft werden. Bei der Bahn ist vorrangig
zu gewährleisten, dass verstärkt moderne, leise Güterwaggons eingesetzt
werden, bei denen besonders der Bremslärm reduziert ist. Der
Kraftfahrzeug-Durchgangsverkehr sollte nach Möglichkeit durch die
Schaffung von Ortsumgehungen vermindert werden.
Freies öffentliches Grün/Flächen, gegen Privatisierung öffentlichen Raumes
Es
sind ausreichend ständig öffentlich zugängliche Grün- und
Erholungsflächen sowie Spiel-/Sportplätze für Kinder und Jugendliche
zur Verfügung zu stellen und dauerhaft zu unterhalten. Öffentlicher
Raum darf nicht zu kommerziellen Zwecken privatisiert und dadurch in
der Zugänglichkeit eingeschränkt und überwacht werden, wie es speziell
bei Einkaufszentren derzeit bundesweit zu beobachten ist.
Energiepolitik
Autarke, dezentrale Energieversorgung
Die
Piratenpartei möchte erreichen, dass Ortsgemeinden bzw. kommunale
Gemeinschaften sich weitgehend selbst mit Energie versorgen können.
Diese dezentral erzeugte Energie soll aus erneuerbaren und
klimaschonenden Quellen stammen. Dies ist sowohl aus ökologischen,
wirtschaftlichen, aber auch aus sozialen Erwägungen der Nachhaltigkeit
heraus motiviert. Energieüberschüsse können an nahegelegene
Ballungszentren verkauft werden und erhöhen damit den finanziellen
Spielraum der Gemeinden.Einzelne Gemeinden oder Kommunen können
sich zusammenschließen, um Synergieeffekte zu nutzen und um
Energieerzeugung und -speicherung gemeinsam zu betreiben. Wir
unterstützen die Idee der Bildung von Genossenschaften, um die Bürger an
diesen Projekten zu beteiligen.Die Piratenpartei setzt sich
dafür ein, dass Energiedaten der Netze (Verbrauch und Spitzenlasten)
transparent zur Verfügung stehen und aktuell gehalten werden. Der
Verbrauch der einzelnen Nutzer unterliegt dagegen einem strikten
Datenschutz, damit keine Rückschlüsse auf deren Lebensgewohnheiten etc.
möglich sind. Die Energiepolitik ist eng mit der regionalen
Wirtschaftspolitik verknüpft, da die Energieerzeugung zur regionalen
Wertschöpfung beiträgt und Arbeitsplätze im Handwerk und im
Dienstleistungssektor schafft. Öffentliche Gebäude sollten auf ihre
Eignung für die Solarenergie-Erzeugung überprüft werden und gemäß
dieser Eignung vorrangig mit Anlagen ausgestattet werden.
Energiesparende Beleuchtungsanlagen / LED-Straßenbeleuchtung
Die
Straßenbeleuchtung bietet ein hohes Energieeinsparpotential. Die
Piratenpartei möchte dieses Potential möglichst schnell nutzen, da
dies langfristig die kommunalen Finanzen entlastet. Wir plädieren
dabei für eine schrittweise Auf- und Umrüstung der Straßenbeleuchtung
auf moderne, stromsparende LED-Technik. Diese bietet gegenüber
herkömmlichen Energiesparlampen eine wesentlich höhere Lebensdauer und
eine bessere Umweltverträglichkeit. Weiterhin halten wir es für
sinnvoll, zu untersuchen, ob durch einen „Schlummermodus“ am späteren
Abend bzw. in der Nacht zusätzlich Energie eingespart werden kann. Dabei
wird die Lampe auf etwa ein Viertel der Leuchtkraft gedimmt, kehrt aber
zur normalen Helligkeit zurück, sobald sich ein Verkehrsteilnehmer
(Fußgänger, Radfahrer oder Fahrzeug) dem eingebauten Bewegungsmelder
nähert.
Trennung von Staat und Kirche
Eine
offene Gesellschaft muss die weltanschaulich neutrale Erziehung von
Kindern ermöglichen. Die Kommunen sollen daher verpflichtet werden, die
flächendeckende Verfügbarkeit von staatlichen Kindergärten zu
gewährleisten. Dadurch soll vermieden werden, dass Eltern anderer
Weltanschauungen dazu gezwungen werden, ihre Kinder in christlichen
Einrichtungen betreuen zu lassen. Mehrheitlich staatlich finanzierte
Kindergärten in christlicher Trägerschaft sind in staatliche
Kindergärten umzuwandeln. Die Piratenpartei setzt sich für
eine ausreichende Versorgung mit geschulten Schulsozialarbeitern und
Schulpsychologen an Schulen in kommunaler Trägerschaft ein. In der
Praxis versuchen oft Schulseelsorger, den Bedarf an Sozialarbeit und
psychologischer Beratung abzudecken. Damit überschreiten diese ihren
Kompetenzbereich und verhindern eine weltanschaulich neutrale
Betreuung. Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, dass die
Notfallseelsorge als ausdrücklich religiöses Hilfs- und Deutungsangebot
durch die Kirchen finanziert bleibt und wehrt Finanzierungsansprüche
der Kirchen an die jeweiligen Landkreise aufgrund von deren
Zuständigkeit als Katastrophenschutzbehörde ab. Ziel ist es, speziell
für die Krisenintervention geschulte Kräfte unabhängig von ihrer
Weltanschauung einzusetzen. Vertraglich festgelegte Zahlungen
von Kommunen an Kirchengemeinden müssen abgelöst werden. Informationen
zu sonstigen öffentlichen Zuschüssen (z.B. für den Unterhalt und die
Renovierung von Kirchengebäuden oder für Büchereien) müssen den Bürgern
transparent zur Verfügung gestellt werden.
Abbau von Barrieren im Alltag
Die
Piraten setzen sich auf allen Ebenen und Bereichen für mehr
gesellschaftliche, kulturelle und politische Teilhabe ein. Ein
besonderes Anliegen ist es uns, Aufmerksamkeit für Barrieren im Alltag
zu schaffen, die fälschlicherweise oft entweder nicht als solche
wahrgenommen oder aber verharmlost werden, für die Betroffenen jedoch
erhebliche Hindernisse darstellen. Die Themenfelder sind vielfältig und
reichen von mehrsprachigen Informationsangeboten über eine
blindengerechte Verkehrsführung und den stufenlosen Zugang zu
öffentlichen Gebäuden bis hin zu kontrastreicher Raumgestaltung mit
Rücksichtnahme auf Menschen mit Sehschwächen. Gleichermaßen wichtig sind
Bekämpfung von geistigen Barrieren und die Erleichterung des Zugangs zu
Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten, auch im Bereich des Internets. Als
Ziel setzen wir uns hierbei die vollständige Barrierefreiheit. Wir
bevorzugen den Begriff »Barriereabbau«, der den Fokus auf das Machbare
legt und damit gleichzeitig die Forderung in sich trägt, unmittelbar zu
handeln, um sich dem Langzeitziel stetig anzunähern.
Konkrete Maßnahmen
Zusammen
mit den Gemeinden wollen wir einen Umsetzungsplan mit konkreten Etappen
und Zielen zum Barriereabbau erstellen. Damit wollen wir bestehende
EU-Richtlinien umsetzen. Konkret bedeutet das für uns unter Anderem:
Öffentliche
Gebäude und Verkehrsmittel müssen rollstuhlgerecht zugänglich gemacht
werden. Bis zur Umsetzung muss kurzfristig eine provisorische Lösung
(mobile Rampen u. Ä.) gefunden werden.Wir wollen umfangreiche Beschilderungen in
öffentlichen Gebäuden, die auch für Blinde lesbar sind. Auf
Formularen bei Ämtern müssen Erklärungen in so genannter »einfacher
Sprache« beiliegen, und die Formulare müssen in möglichst vielen
Sprachen zur Verfügung stehen.Damit sich Blinde, Menschen mit
Gehhilfen oder Rollstuhlfahrer hürdenlos durch mit Kopfsteinen
gepflasterten Fußgängerzonen bewegen können, sollen diese ggf. durch
einen schmalen, ebenen und ungepflasterten Streifen ergänzt werden. In
diesen Streifen könnten spezielle Markierungen integriert werden, die
Blinden zeigen, wo genau sie sich befinden.Wir wollen Inklusion
an Bildungseinrichtungen ermöglichen und fördern, so dass Menschen mit
und ohne Behinderung selbstverständlich zusammenleben.Online-Angebote
und andere Informations- und Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten müssen so
barrierearm wie möglich sein, um ihrem Anspruch gerecht zu werden.
Vielfalt in den Kommunen
Die
Integration von ausländischen Mitbürgern ist erklärtes Ziel der
Piratenpartei. Nur wenn es gelingt, sprachliche und kulturelle Barrieren
durch Lernprozesse und Toleranz auf beiden Seiten zu überbrücken, kann
das gemeinsame Zusammenleben angenehm gestaltet werden.Hier
bieten die Strukturen einer Ortsgemeinde die Möglichkeit, ausländische
Mitbürger durch ehrenamtliches Engagement in die Gemeinschaft
einzubinden.
Sprachförderung
Die
Piratenpartei setzt sich für frühzeitige Integrationsangebote ein, um
sprachliche Barrieren rechtzeitig abbauen zu können. Kostenlose und
intensive Deutschkurse sollen als freiwillige regionale und
überregionale Angebote jedermann zur Verfügung gestellt werden,
entsprechend der Förderung von Aussiedlern. Die Intensität wird
erreicht, indem nicht nur die Sprache gelehrt wird, sondern Menschen mit
ausländischen Wurzeln auch das Rechtssystem, die Sozialordnung und die
kulturelle Vielfalt unseres Landes näher gebracht werden.
Land- und Forstwirtschaft
Lokal
erzeugte Lebensmittel verursachen weniger Transportkosten und ihre
nachhaltige Erzeugung ist leichter für den Konsumenten nachprüfbar.
Daher setzt sich die Piratenpartei dafür ein, dass insbesondere kleine
landwirtschaftliche Betriebe auf kommunaler Ebene Förderung erhalten.
Dazu gehört die Unterstützung bei Genehmigungsverfahren, z. B. für die
Eigenschlachtung und bei der Vermarktung sowie ggf. der Abbau
bestehender bürokratischer Hürden.Gemeindeeigene Wälder sollen
im Besitz der Gemeinden bleiben und von ihnen, ggf. auch in kommunaler
Gemeinschaft, bewirtschaftet werden, was ihren finanziellen Spielraum
vergrößert.Offenhaltungsprojekte von Wiesen und Streuobstwiesen
können auch rein aus ökologischen Gründen gefördert werden, da deren
wirtschaftliche Nutzung heute kaum mehr lohnenswert ist.
Begründung: Die
Versammlung kann das Programm auf Wunsch in von ihr beliebig strukturierte Module
aufteilen, und über diese einzeln abstimmen. Ich bitte um eine kurze Bestätigung des
Antrageingangs.
SOA.02 Kommunalwahlprogramm
Antragsteller: Roland> Status:
Antrag: Kommunalwahlprogramm für die Stadt Mainz
Die Piratenpartei Rheinhessen kämpft gegen jeden weiteren Flächenverbrauch zu Lasten des Naturschutzgebiets "Am Großen Sand". Ungeachtet der Weisung durch das Bundesverkehrsministeriums wird ein sechsspuriger Ausbau der A643 zuzüglich zweier Standspuren abgelehnt, Die Piraten unterstützen entsprechende Klagen von Bürgern und Verbänden gegen die Umsetzung dieser Weisung.
SOA.03 Kommunalwahlprogramm
Antragsteller: Frank> Status:
Antrag: Forschungsprogramm für flüsterleise Flugzeugtriebwerke
Im Kommunalwahlprogramm bitte ich in dem Kapitel "Flugverkehrsbelastungen minimieren" den folgenden Absatz aufzunehmen:
Die Piratenpartei Rheinhessen fordert von Bund und Ländern ein Eine-Milliarde-Euro-Forschungsprogramm für die Entwicklung von flüsterleisten Flugzeugtriebwerken.
Begründung: Die Anstrengungen von Wissenschaft und Industrie zur Weiterentwicklung und Effizienzverbesserung von Flugzeugtriebwerken sollen durch dieses Forschungsprogrann deutlich mehr auf die Vermeidung von Lärm konzentriert werden.
Als Nebeneffekt sollen hochqualifizierte Arbeitsplätze (eine Milliarde Euro entsprechen mehreren Tausend Personenjahren) in der Region angesiedelt werden. Mit dieser Investition in Forschung (und nachgelagerter Entwicklung) wird die regionale und europäische Flugzeugindustrie im internationalen Wettbewerb befördert.
Wer das Verbot lauter Flugzeuge am Frankfurter Flughafen fordert, sollte wirtschaftlich realistische Alternativen anbieten. In Relation gestellt z.B. zu den Kosten für die Landebahn Nordwest und dem Bau des Squaire-Gebäudes am Flughafen Frankfurt oder in Relation zu den Kosten von Murks-Projekten wie BER und Stuttgart 21 ist die Forderung nach einem Eine Milliarde-Euro-Projekt realistisch und sinnvoll. Sie wird allein wegen der Größenordnung Aufmerksamkeit erreichen.
SOA.04 Kommunalwahlprogramm
Antragsteller: Frank> Status:
Antrag: Überdeckelung der Saarstraße
Im Kommunalwahlprogramm bitte ich in dem Kapitel "Für eine moderne Umwelt- und Verkehrspolitik " den folgenden Absatz aufzunehmen:
Die Piratenpartei Rheinhessen fordert die Erweiterung und Neugestaltung des Platzes vor dem Haupteingang der Mainzer Gutenberg Universität durch Überdeckelung der Saarstraße zwischen den Brücken 'Martin-Luther-King-Weg' und 'An der Allee'. Dieser Bereich soll insbesondere zu einem ÖPNV-Verkehrsknoten ausgebaut werden.
Begründung: Der Vorplatz der Universität mündet heute im Bereich der Albert-Schweitzer-Straße Ecke Saarstraße in enge Fussgängerbereiche und unterdimensionierte Bushaltestellen. Zu Zeiten von Rush Hours kommt es immer wieder zu Verkehrsstaus und zu Verkehrsgefährdungen. Nur eine großzügige Erweiterung und Neugestaltung des Vorplatzes der Universität kann hier Abhilfe schaffen.
SOA.05 Kommunalwahlprogrammänderung
Antragsteller: Thommy>
Hiermit beantrage ich, im Kommunalwahlprogramm für die Landkreise den folgenden Satz zu streichen: "Hierzu zählt insbesondere der Einsatz von freier Software wie dem Betriebssystem Linux, der Büroanwendung OpenOffice oder dem Internetbrowser Mozilla Firefox nach dem Vorbild der Stadtverwaltung München („LiMux“-Projekt)."
SOA.06b Kommunalwahlprogrammänderung
Antragsteller: Thommy>
Hiermit beantrage ich, im Kommunalwahlprogramm das Wort "freie" durch "freier und offener" Software zu ersetzen.
Alte Version: "Die Piratenpartei fordert und fördert den Einsatz von freie Software in der Verwaltung, wo immer dies sinnvoll möglich ist."
Begründung: "offener" ist universeller als frei.