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Benutzer:Anue/Spielwiese

Aus Piratenwiki Mirror
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Version vom 12. März 2013, 22:02 Uhr von imported>Anue
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Antrag

Wir, die Piratenpartei Deutschland, haben erkannt, dass der freie Zugang und der freie Austausch von Wissen ein elementarer Bestandteil der deutschen Entwicklungsarbeit sein muss und fordern deshalb:

Alle entwicklungspolitischen Akteure, die finanzielle Mittel vom BMZ (Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) beziehen, müssen die vollständigen Ergebnisse ihrer Projekte veröffentlichen. Dies schließt auch und ausdrücklich alle Gutachten, die sich auf die Effizienz und Effektivität der Projekte beziehen, sowie alle Rohdaten der Projekte mit ein.

Bei der Veröffentlichung sollen sich die Akteure und das BMZ an den Maßstäben der „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ (2003) ausrichten. Zu diesem Zwecke richtet das BMZ eine kostenfreie Internetplattform ein auf der sich sämtliche Informationen sowohl nach Stichworten als auch nach verschiedenen Kategorien durchsuchen lassen.


Begründung

Seit 2003 haben 429 wissenschaftliche Institutionen, Universitäten, Bibliotheken und staatliche wie nichtstaatliche Organisationen die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ unterzeichnet. Damit bekennen sie sich zu folgendem Ziel:

„Unsere Aufgabe Wissen weiterzugeben ist nur halb erfüllt, wenn diese Informationen für die Gesellschaft nicht in umfassender Weise und einfach zugänglich sind. Neben den konventionellen Methoden müssen zunehmend auch die neuen Möglichkeiten der Wissensverbreitung über das Internet nach dem Prinzip des offenen Zugangs (Open Access-Paradigma) gefördert werden. Wir definieren den offenen Zugang oder den ‚Open Access’ als eine umfassende Quelle menschlichen Wissens und kulturellen Erbes, die von der Wissenschaftsgemeinschaft bestätigt wurden. Die Vision von einer umfassenden und frei zugänglichen Repräsentation des Wissens lässt sich nur realisieren, wenn sich das Internet der Zukunft durch Nachhaltigkeit, Interaktivität und Transparenz auszeichnet.“ (Berliner Erklärung; S. 1, 2003)

Immerhin 52 der 429 Unterzeichner stammen aus Deutschland. Jedoch sind mit dem Wissenschaftsrat und dem Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen lediglich zwei davon Regierungsorganisationen.

Gerade in der deutschen Entwicklungspolitik wird jedoch von den einzelnen Akteuren (BMZ, KfW Entwicklungsbank, DEG, GIZ, nichtstaatliche Organisationen und politische Stiftungen) eine große Menge an wissenschaftlichem Informationsmaterial zu Entwicklungsprojekten und deren Auswertung erstellt. Dieses Material wird zwar veröffentlicht, jedoch weder mit Rohdaten, noch auf einer zentralen Plattform.

Dies erschwert nicht nur die Recherche für Entwicklungshelfer vor Ort, sondern läuft auch dem Prinzip zuwider, dass die grenzübergreifende Teilhabe an Wissen („Knowledge Sharing“) gerade in der Entwicklungspolitik von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Eigenständigkeit der Partnerländer ist. Letztlich erschwert es auch den Wissensaustausch zwischen den einzelnen Akteuren in der deutschen Entwicklungspolitik.

Das Erstellen der obengenannten Plattform beinhaltet folglich die Möglichkeit der Qualitäts- und Effizienzkontrolle im deutschen Entwicklungshelfer-Dickicht, in dem meistens in denselben Ländern die politische Stiftungen und NROs unabhängig voneinander, ähnliche Projekte finanzieren und fördern. Die politischen Stiftungen handeln meist völlig autonom, nachdem sie die Fördergelder durch das BMZ erhalten haben.

Somit entspringt der Antrag sowohl dem Wunsch der Piratenpartei nach einem globalen und barrierefreiem Wissensaustausch (Open Access, Open Data), als auch dem nach mehr Transparenz in der Politik und dem nachvollziehbarem Handeln, der aus Steuergeldern finanzierten Akteure.

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