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Benutzer:LordSnow/LQFB/kinoto
Titel: Die Piratenpartei Deutschland, insbesondere ihr Vorstand, soll sich stärker für die in unserem Parteiprogramm definierten Ziele zur Kulturpolitik einsetzen.
offizielle Beschlusslage
In unserem Parteiprogramm heißt es: „Der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar zu machen, ist durch die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in greifbare Nähe gerückt. Wie jede bahnbrechende Neuerung erfasst diese vielfältige Lebensbereiche und führt zu tief greifenden Veränderungen. Es ist unser Ziel, die Chancen dieser Situation zu nutzen und vor möglichen Gefahren zu warnen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem "geistigem Eigentum" basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht.“
weiter heißt es: „Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar.“
Ähnliches fand auf dem letzten Programmparteitag in Chemnitz in einem Positionspapier wieder eine Mehrheit, so dass davon auszugehen ist, dass auch der Mitgliederzuwachs die Meinung innerhalb der Partei nicht drastisch verändert hat: „Die Piratenpartei Deutschland spricht sich für eine gesetzliche Regelung aus, nach der es jedem möglich ist, 10 Jahre nach Erstveröffentlichung, Werke lizenzkostenfrei und ohne Genehmigung zu verwenden, zu kopieren, zu ändern, zu fusionieren, zu verlegen, zu verbreiten oder zu verkaufen. Nichtkommerzielle Nutzung soll bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erlaubt sein.“
Aber auch an anderer Stelle in unserem Programm fordern wie ganz klar “Die Piratenpartei setzt sich daher für Lösungen ein, die eine sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe individuell und bedingungslos garantieren“. Gesellschaftliche Teilhabe würde schlicht zu einer Worthülse verkommen, wenn darunter nicht zwangsläufig auch kulturelle Teilhabe zu verstehen wäre.
aktuelle Situation
Am 8. Juni 2011 wurde kino.to ein fortschrittliches Portal (mit Streaming-Möglichkeit) zur strukturierten Sammlung von Verlinkungen zu Filmen und Serien nahezu jeglicher Art mit Hilfe eines Polizeiaufgebotes von 250 Polizisten durch den Staat im Auftrag der GVU abgeschalten. Dieses Portal hatte ca. 4 Mio Nutzer und bot nicht nur die Möglichkeit aktuelle Kinofilme (in einer mäßigen Qualität) anzuschauen, sondern hat auch einen sehr großen Umfang von älteren und längst nicht mehr (legal) verfügbaren Filmen und Serien geboten.
Warum wir uns klar auf die Seite von kino.to und anderen Portalen stellen müssen
- Eine umfassende kulturelle Teilhabe für jeden ermöglichen.
- Die Chancen der digitalen Revolution und des Internets nutzen.
- Zensur/Lobbyismus/Fortschrittsfeindlichkeit bekämpfen: Die Industrie darf nicht (einseitig) entscheiden, welche Seiten vom Netz genommen werden, auch und insbesondere nicht, wenn es sich dabei um konkurrierende und ergänzende Geschäftsmodelle handelt.
- Wir dürfen uns in der innerparteilichen Diskussion (um Nuancen) nicht verlieren. Es muss deutlich erkennbar sein, dass wir auf Seiten der 4 Mio Nutzer stehen und das Vorgehen der Verwerter unter Missbrauch der Staatsgewalt ablehnen.
Was können wir tun?
Piraten aus der AG Urheberrecht planen eine Kampagne:
- Installation eines Informationsportals zu Online-Streaming (Vorschau: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/3/3b/Kinoto.jpg )
- kritische, konkrete Stellungnahme zum Fall und Erläuterung zu der Kampagne aus Piraten-Sicht
- Postillon-Artikel (statt Link-Liste) // enthält anleitende Hinweise für kino.to-Alternativen
- Rechtsberatung durch Verlinkung, beispielsweise hierauf: http://youtu.be/LF_2sorzycw
- Anleitungsvideo zum Verwenden von Online-Streaming-Portalen
- Anleitungsvideo zum anonymen Surfen und Sicherheitsmaßnahmen (Themen: VPN, Freenet, anonymes Filesharing, i2p, Usenet, DNS-Wechsel, E-Mail-Verschlüsselung, Truecrypt, ausarbeiten inwieweit man dann anonym ist)
- Die Ansprüche von Künstlern und Konsumenten darstellen und auf die Gemeinsamkeiten verweisen
- Begriffserklärungen z.B. "Geistiges Eigentum" , "Raubkopie" + Erklärung, warum sie abzulehnen sind
- Zusammenhang Verbreitung + Geschäftspotential bei Kultur + Wissen
- Beispiele innovativer Verwertungen im Hier und Jetzt
- Hinweis auf regionale Öffentlichkeitsveranstaltungen (Stände auf Marktplätzen)
Ziel der Initiative
Nachdem wir einen Antrag beim Bundesvorstand auf Unterstützung der Kampagne mit (geringen) finanziellen Mitteln für Domainanmeldung, Flyer, Werbematerialien gestellt haben, kam die Frage auf, ob die Piratenpartei denn mehrheitlich dafür ist. Diese Initiative soll einen Hinweis darauf liefern, wie die Mehrheit dazu steht. Wir hoffen natürlich, dass die Bedenkenträger in der Minderheit sind und wir uns mehrheitlich für die Nutzung heutiger technischer Möglichkeiten und gegen die (derzeitige) staatliche Unterdrückung stellen.
Referenzen
- SF-Artikel+lange Diskussion: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6297/kino-to-%E2%80%93-kriminalisierung-und-kriminalitat-im-internet
- Kultur in Ketten: http://schrotie.de/index.php/2011/02/kultur-in-ketten/
- GVU und Movie2k: