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		<property:Antrag rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">'''Der LPT NRW möge beschliessen die nachfolgenden Texte modulweise in das Parteiprogramm aufzunehmen.'''

&lt;br/&gt;
=Modul 1: Inneres und Justiz=
:Der LPT möge beschließen, das Kapitel "Inneres und Justiz" im Parteiprogramm an geeigneter Stelle einzufügen.

== Keine Videoüberwachung von Demonstrationen  ==

:Die Teilnahme an einer Demonstration ist ein durch das Grundgesetz geschütztes Mittel, um eine politische Meinung zu äußern.  Die bloße Teilnahme rechtfertigt es keinesfalls, Demonstranten unter  den Verdacht zu stellen, einen Gesetzesbruch begehen zu wollen. Daher  lehnen die PIRATEN NRW ausdrücklich den allgemeinen und präventiven  Einsatz von Überwachungskameras während Demonstrationen ab. Eine  Videobeobachtung sollte nur im konkreten Einzelfall zulässig sein, um Straftaten zu dokumentieren. Im Übrigen ist der Einsatz von Überwachungskameras gegenüber friedlich demonstrierenden Bürgern abzulehnen.

== Auflösung des Landesamtes für Verfassungsschutz ==

:Das   Landesamt für Verfassungsschutz hat die Aufgabe der Überwachung von   Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Hierfür   werden allgemein zugängliche Quellen ausgewertet, aber auch   nachrichtendienstliche Methoden wie verdeckte Ermittlungen und die   Überwachung von Post und Telekommunikation angewandt. Diese   Grundrechtseingriffe entziehen sich jedoch im Wesentlichen den   demokratischen Geboten von Transparenz, parlamentarischer und   öffentlicher Kontrolle. 

:Die Piratenpartei NRW fordert deshalb die Abschaffung des Landesamtes für   Verfassungsschutz und den gleichzeitigen Aufbau einer neuen Behörde,   welche die Aufgaben des bisherigen Landesamtes übernimmt. Die Methoden   dieser Behörde müssen sich an der freiheitlich-demokratischen   Grundordnung orientieren, die sie schützen soll. Eingriffe in   verfassungsrechtlich garantierte Grund- und Bürgerrechte sind ihr nicht erlaubt.

:Mit der Abschaffung des Landesamtes für Verfassungsschutz als langfristiges Ziel,   setzen wir uns bis dahin für alle Maßnahmen und Reformen ein, die   geeignet sind, die Kontrolle über den bestehenden Dienst zu verbessern,   unverhältnismäßige Grundrechtseingriffe des Amtes zu unterbinden oder   abzuschwächen und die öffentliche Diskussion über Sinn und Aufgabe von   Geheimdiensten voranzubringen.

:Auf   dem Weg zur Abschaffung des Landesamtes für Verfassungsschutz, fordern   wir folgende Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Kontrolle:

:* Informationspflicht (Überwachte nach der Maßnahme informieren)

:* Veröffentlichungspflicht der Unterlagen des parlamentarischen Kontrollgremiums nach 10 Jahren

:* Regelmäßige öffentliche Berichterstattung über durchgeführte Maßnahmen

:* Wirksame Richtervorbehalte und volle Kontrolle durch die Gerichte

:* Klarstellung der Zuständigkeit des Datenschutzbeauftragten

:* Das Recht für Mitarbeiter, sich bei Beanstandungen auch an die Öffentlichkeit wenden zu dürfen

:* Grundsätzlich öffentliche Sitzungen der parlamentarischen Kontrollgremien

:* Stärkung von Befugnissen und Personal der parlamentarischen Kontrollgremien

== Transparenzgesetz für NRW==

:Die  PIRATEN NRW unterstützen die Schaffung transparenter Strukturen, um das  Vertrauen in Politik und Verwaltung zu stärken. Grundsätzlich soll das  Informationsrecht des Bürgers hin zu einer Informationspflicht der  Verwaltung entwickelt werden. Deshalb wollen wir ein Transparenzgesetz  für Nordrhein-Westfalen einführen.

:Dabei  wollen wir Transparenz umfassend verstanden wissen und grundsätzliche  alle Dokumente der Verwaltung öffentlich zugänglich machen, sofern nicht  Gründe des Datenschutzes, der öffentlichen Sicherheit oder finanzielle  Interessen des Landes dagegen sprechen.

:Das  Wissen und die Informationen sollen der gesamten Gesellschaft zu Gute  kommen, dazu wollen wir auch dafür sorgen, dass öffentliche Daten  weitergenutzt und -verarbeitet werden können.

:Um  Innovation, den Journalismus und bürgerschaftliches Engagement zu  unterstützen, wollen wir die Bereitstellung von öffentlichen  Informationen als OpenData nach den OpenData Principles im  Transparenzgesetz festschreiben. Langfristig wollen wir damit auch eine  Entlastung der öffentlichen Verwaltung erreichen, da interne  Informations- und Berichtsabfragen innerhalb der Verwaltung  automatisiert werden können.

:Die Prinzipien von Open Data sollen auch an dieser Stelle eingehalten werden. 

:Das  Transparenzgesetz soll sich auch auf öffentliche Unternehmen und  Beteiligungen erstrecken. Die Informationsfreiheit darf nicht durch  verschachtelte Unternehmensbeteiligung umgangen werden.

== Der Polizeibeauftragte des Landtages ==

:In  Analogie zum Wehrbeauftragten des Bundestages, der die für die  Bundeswehr erforderliche Transparenz herstellen soll, halten wir die  Einrichtung eines Beauftragten des Landtags für die Polizeibehörden des  Landes für überfällig. Der Polizeibeauftragte soll die Grundrechte  schützen, den Landtag bei der Ausübung der parlamentarischen Kontrolle  über das Polizeiwesen des Landes unterstützen sowie als Eingabe- und  Beschwerdestelle für Bürger und Polizeibedienstete dienen. Interne  polizeiliche Probleme soll dieser Beauftragte genauso untersuchen wie  diejenigen, die durch das Handeln der Polizei auftreten können (zum  Beispiel unzulässige Polizeigewalt). Als unabhängiger parlamentarischer  Ansprechpartner für die Polizei und die Bürger soll er aufklären und  vermitteln. Er nimmt polizeiexterne und polizeiinterne Beschwerden  entgegen und untersucht sie. Einmal jährlich erstattet der  Polizeibeauftragte dem Landtag einen Tätigkeitsbericht, in dem er  insbesondere auf das Verhältnis der Bürger zu ihrer Polizei und  umgekehrt eingeht. Der Polizeibeauftragte kann mit Einwilligung des  Beschwerdeführers oder des von der polizeilichen Maßnahme Betroffenen  einen Vorgang der für die Einleitung des Straf- oder  Disziplinarverfahrens zuständigen Stelle zuleiten.

:Im  Rahmen seiner festgelegten Aufgaben hat der Polizeibeauftragte  Ermittlungsbefugnisse, die denen entsprechen, die für einen  parlamentarischen Untersuchungsausschuss vorgesehen sind. Der  Polizeibeauftragte ist entsprechend der Regelungen zum Wehrbeauftragten  zur Verschwiegenheit verpflichtet.

== Identifikationsmerkmal für uniformierte Polizisten ==

:Die Piratenpartei NRW  erkennt an, dass die tägliche Polizeiarbeit, also vor allem die  Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen, ohne die Möglichkeit der Anwendung  von Zwangsmitteln in vielen Situationen unmöglich wäre. Auch  angemessene körperliche Gewalt stellt ein grundsätzlich legitimes und  erforderliches Zwangsmittel dar. Jedoch hat gerade die Polizei als  Träger des staatlichen Gewaltmonopols eine besondere Verantwortung, der  sie leider nicht immer gerecht wird. Immer wieder gibt es Presseberichte  von rechtswidrigen Übergriffen der Polizei auf Bürger. Häufig jedoch  hat der Bürger dabei nicht einmal die Möglichkeit, den Namen des Beamten  zu erfahren, da dieser ihn trotz einer bestehenden Pflicht nicht  preisgibt. Der Bürger hat in diesem Moment keine Möglichkeit, den  Polizisten zur Preisgabe zu zwingen.

:Aus diesem Grund fordert die Piratenpartei NRW  die Einführung eines jederzeit deutlich erkennbaren, individuellen und  für die Ermittlungsbehörde nachvollziehbaren Identifikationsmerkmals für  jeden Polizeibeamten. Ein solches Merkmal stellt den  Informationsanspruch des Bürgers sicher. Es wahrt aber auch das  Persönlichkeitsrecht des Beamten, da auf direktem Wege keine  Rückschlüsse auf seine Person möglich sind.

== Transparenz im Strafverfahren ==

:Wir  wollen uns für eine stärkere Transparenz und bessere Dokumentation in  Strafverfahren einsetzen. So wollen wir, dass Vernehmungen durch die  Polizei grundsätzlich in Ton und Bild für die spätere Verwendung vor  Gericht aufgezeichnet werden. Auf diese Weise soll für Gerichte  nachvollziehbar sein, auf welche Weise Aussagen oder Geständnisse von  Beschuldigten zustande gekommen sind.

:Auch  die Zunahme von Beweismitteln aus digitalen Quellen fordert eine  Anpassung der Regeln zum Umgang mit Beweisen. Auf Grund der Flüchtigkeit  und Veränderbarkeit digitaler Speichermedien wollen wir eine lückenlose  und beweisbar sichere Dokumentation der digitalen Spuren einführen. 

== FLOSS im öffentlichen Dienst ==

:In  ausnahmslos allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in NRW werden  jedes Jahr Kosten für die Lizenzierung proprietärer Software fällig. Das  betrifft die kommunalen Verwaltungen der Gemeinden, Städte und  Landkreise, die beiden Landschaftsverbände und auch die Landesbehörden.

:Wir  wollen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur nachhaltiger und  sicherer gestalten. Durch die verpflichtende Einführung von freien  Formaten für Daten und Dokumente der Landesverwaltung wollen wir die  strukturelle Abhängigkeit des Landes von einzelnen Softwareherstellern  beenden und faire, öffentliche Ausschreibungen ermöglichen.

:Den  Einsatz und die Entwicklung von freier Software in der Verwaltung  wollen wir aktiv fördern. Durch das Land entwickelte oder im Auftrag  entwickelte Software sollte immer unter einer freien Lizenz der  Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

== Transparente und offene Beschaffungen ==

:Wir  wollen öffentliche Ausschreibungen und Beschaffungen transparenter und  offener gestalten, um den Wettbewerb zu stärken und auch kleinen und  mittelständischen Unternehmen die Teilnahme zu ermöglichen.

:Dazu  möchten wir, dass das Land Nordrhein-Westfalen sich an der Open  Contracting Partnership-Initiative aktiv beteiligt und gemeinsam mit  anderen Ländern standardisierte best-practices entwickelt und übernimmt.

&lt;br/&gt;
=Modul 2: Wirtschaft und Finanzen=
:Der LPT möge beschließen, die folgenden Abschnitte in das Kapitel "Wirtschaft und Finanzen" im Parteiprogramm an geeigneter Stelle einzufügen.
&lt;br/&gt;
==Abschnitt: Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters==
:Die Piratenpartei NRW fordert die Einführung eines verpflichtenden  Lobbyregisters auf allen parlamentarischen Ebenen, um ein Mindestmaß an  Transparenz zu erreichen.

:Ebenso fordern wir ein verpflichtendes Lobbyregister für die Landesregierung, inklusive aller Ministerien, sowie der NRW Bank, um ein Mindestmaß an Transparenz auch im exekutiven Bereich zu erreichen.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:(1)'''
:Lobbygruppen, Denkfabriken, Kommunikationsberater und PR-Agenturen  spielen eine  immer größere Rolle in Politik und Öffentlichkeit. Ab und  zu werfen einzelne Affären – wie um die Nebeneinkünfte von Abgeordneten – Schlaglichter auf die Grauzonen politischer Einflussnahme. Aber es gibt zu wenig kontinuierliche und systematische Aufklärung. LobbyControl   will hier Abhilfe schaffen.
:*In Deutschland hat unter anderem der Hauptstadtumzug nach Berlin eine Professionalisierung und Ausweitung der PR- und Lobbyszene   bewirkt. In Brüssel wächst seit Jahren die Zahl der   Wirtschaftslobbyisten. Vielfach haben sie einen privilegierten Zugang  zu  politischen Entscheidungsträgern, wie z.B. der EU-Kommission.
:*Neben dem Einfluss der Lobbyisten wächst in Deutschland und Europa auch die Zahl der Denkfabriken,   die auf Politik und Öffentlichkeit einwirken. Insbesondere Neoliberale   arbeiten seit den 40er Jahren weltweit gezielt am Aufbau eigener   Organisationen. Denkfabriken sind nicht per se schlecht. Aber es fehlt   eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Zielen, Eigeninteressen und   Einflussstrategien. Besonders heikel ist es, wenn sie direkt an der  Politikformulierung beteiligt werden oder ihre Finanzierung unklar   bleibt.
:*Neue „Reforminitiativen“  wurden gegründet, wie z.B.  der Bürgerkonvent oder die „Initiative Neue  Soziale Marktwirtschaft“  der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände.  Sie geben sich gerne  bürgernah und überparteilich. Sie kopieren  zivilgesellschaftliche  Vorgehensweisen und verschleiern, dass sie nur  eine Minderheit und ihre  Interessen vertreten.
:*Politische Entscheidungen werden in Kommissionen außerhalb des Parlaments verlagert und private Akteure haben stärkeren Einfluss auf die Politikformulierung und -umsetzung.
:*Die kritische Berichterstattung nimmt ab  und die  einseitige Ausrichtung an Quoten und Auflagen wächst – auch  im  öffentlich-rechtlichen Hörfunk und Fernsehen. Medienkonzentration,   Rationalisierung und die Reduzierung des eigenen Recherche-Aufwands   machen die Medien durchlässiger für externes PR-Material. Finanzstarken   Interessengruppen bieten sich damit gute Zugangsmöglichkeiten.
:Diese Verschiebungen erschweren politischen und gesellschaftlichen  Wandel,  der sich am Gemeinwohl orientiert. Sie lassen die Demokratie  verkümmern  und führen zur weitgehenden Entmachtung der BürgerInnen.
:Quelle: (1) https://www.lobbycontrol.de/
&lt;br/&gt;

==Abschnitt: Verbot aller durch ÖPP finanzierten Projekte (Öffentlich-private Partnerschaften)==
:Die Piratenpartei NRW fordert ein Verbot aller ÖPP Projekte.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Bei ÖPP Projekten handelt es sich heutzutage um Miet - oder  Pachtverhältnisse, hierdurch verlieren die öffentlichen Auftraggeber und damit die Bürger Ihre Eigentumsrechte.
:Hierzu kommen noch die Haftungsrisiken bei einer Pleite des ÖPP Projekt  Betreibers, hierfür müssen dann die öffentlichen Auftraggeber haften, da  Sie durch Gesetze dazu verpflichtet sind die entsprechenden   Leistungen  bereit zu stellen, z.B.: Feuerwache, Autobahnen, usw.

:Durch  ÖPP Projekte wird das Vermögen der öffentlichen Haushalte, bzw. das  Vermögen der Bürger, an die ÖPP Betreiber übertragen, welche dafür auch  noch um Gewinn und höhere Finanzierungskosten, gesteigerte Ausgaben  verursachen.

:Für den Bürger und die öffentlichen Haushalte entstehen hierdurch mehrere Nachteile:
:*Verlust der Eigentumsrechte
:*Erhöhte laufende Kosten
:*Unbeschränktes Haftungsrisiko

&lt;br/&gt;
==Abschnitt: Mehr Qualität bei Betriebsprüfungen durch Finanzämter==
:Die Piratenpartei NRW fordert, dass durch die Finanzämter mehr  Betriebsprüfungen bei steuerlich relevanten Unternehmen durchgeführt  werden. Gegebenenfalls müssen mehr qualifizierte Betriebsprüfer  eingestellt werden.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Alle die der Steuerpflicht unterliegen, sollen gerecht besteuert werden.
:Bei Arbeitnehmern wird dies durch die direkte Besteuerung durch die  Arbeitgeber jeden Monat sicher gestellt, für die Unternehmen sollte dies  durch die Betriebsprüfer der Finanzämter erfolgen. 

:Laut Betriebsprüfungsstatistik des Bundesfinanzministeriums von 2012 wurden  2,3% der Betriebe, durch 13.721 Betriebsprüfer geprüft. Dies bedeutet  das die ca. 8,6 Millionen deutschen Unternehmen nur alle 43 Jahre  geprüft werden.
:Jeder  Betriebsprüfer hat ein Mehrergebnis von rund 1,43 Millionen Euro  erzielt was insgesamt Mehreinnahmen für den Staat von 19 Milliarden Euro  entspricht.
:In NRW als größtem Bundesland gibt es die meisten Unternehmen, durch eine  Erhöhung der Anzahl von qualifizierten Betriebsprüfern, sind erhebliche  Mehreinnahmen für NRW zu erwarten.
:Die Erhöhung der Anzahl der Betriebsprüfer allein ist keine Lösung. Es sollen mehr Unternehmen qualifiziert geprüft werden, die eine steuerliche Relevanz haben.

&lt;br/&gt;
=Modul 3: Open Access, Freie Lizenzen, Open Data=
:Der LPT möge beschließen, das Kapitel "Open Acess" in  "Open Access, Freie Lizenzen, Open Data" umzubenennen und den folgenden neuen Abschnitt in diesem Kapitel, an geeigneter Stelle im Parteiprogramm einzufügen.

== Open Access fördern – Forschung und Lehre stärken ==
:Wissenschaft  und Forschung leben vom freien Austausch neuer Erkenntnisse. Der freie  und digitale Zugang zu wissenschaftlicher Literatur ist für attraktive Forschung und Lehre unerlässlich. Bezahlschranken und überteuerte  Lizenzpakete von Großverlagen gefährden eine zeitnahe Debatte aktueller Veröffentlichungen, die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit und damit die Forschungsfreiheit.
:Ziel ist es daher, innerhalb von 5 bis 10 Jahren alle Bibliotheken und  Hochschulen vollständig auf digitale Literaturversorgung umzustellen.  Die Piratenpartei NRW unterstützt die deutschland- und europaweite  Open-Access-Bewegung und das in diesem Bereich bereits sehr engagierte  und erfolgreiche Hochschul- und Bibliothekspersonal. Forscher und Forscherinnen, die digital publizieren möchten, sollen in Zukunft  landesweit beraten und finanziell gefördert werden.
&lt;br/&gt;
:Die Literaturversorgung muss von den knappen Etats der wissenschaftlichen  Einrichtungen entkoppelt werden. Um ein Gleichgewicht zwischen  Bibliotheken, Forschenden und Großverlagen herzustellen, bedarf es einer  entschlossenen institutionellen Förderung offener Publikationsformen  zum Beispiel durch Publikationsfonds. Sowohl Erstveröffentlichungen in  elektronischen Medien als auch die Bereitstellung bereits publizierter  Verlagswerke in frei zugänglichen Datenbanken sollen gleichberechtigt  gefördert werden. Wissenschaftsverlage und Fachgesellschaften erhalten  finanzielle Unterstützung. Neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen  entstehen auf Verlagsseite.
:Die allgemeine Erhöhung der Forschungsetats ist ein Weg, um die Qualität  der Publikationen zu sichern und digitale Vorteile wie die Darstellung  von Forschungsergebnissen in Datenbanken oder 3D-Modellen voll  auszuschöpfen.
:In der Wissensgesellschaft müssen die Bestände der öffentlichen  Hochschulen und Bibliotheken digital und barrierefrei abrufbar sein.

&lt;br/&gt;
=Modul 4: Bauen und Verkehr=
:Der LPT möge beschließen, das Kapitel "Bauen und Verkehr", mit dem nachfolgenden Text im Parteiprogramm an geeigneter Stelle einzufügen.
&lt;br/&gt;
==Eine ganz neue Verkehrspolitik==
:Die Piratenpartei NRW will eine grundsätzlich neue Verkehrspolitik in Nordrhein-Westfalen.
:Ziel  ist hierbei eine Verkehrspolitik, die den Bedürfnissen aller Menschen  im Land, der Gesellschaft und der Wirtschaft gerecht wird.
:Als  Basis dafür nutzen wir den technologischen Wandel, um eine finanziell,  sozial und ökologisch nachhaltige Verkehrspolitik umzusetzen.

==Die Verkehrsinfrastruktur muss dauerhaft funktionieren==
:Die  Verkehrsinfrastruktur brauchen wir für alles, was in  Nordrhein-Westfalen in Bewegung ist. Sie muss dazu dauerhaft  funktionieren und erhalten werden.
:Wir  müssen einmalig zusätzliches Geld investieren, um die Versäumnisse der  Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei dürfen wir aber nicht die  konzeptionellen Fehler der Vergangenheit wiederholen. Beim erneuten  Aufbau der Verkehrs-Infrastruktur setzt die Piratenpartei NRW daher auf  eine moderne Verkehrswende. Beim Erhalt und auch beim Ausbau der  Verkehrsinfrastruktur lehnt die Piratenpartei NRW ÖPP-Projekte ab.
&lt;br/&gt;
:Die für die Allgemeinheit günstigeren Verkehrsmittel sollen beim Ausbau Vorrang haben: Radverkehr kostet uns weniger als Bus und Bahn. Private PKW sind insgesamt am teuersten.
:Die Gesundheit der Menschen in NRW muss gegenüber der Mobilität einen  größeren Stellenwert einnehmen. Der Schutz der Menschen vor Lärm, Feinstaub und Emissionen muss bereits Teil der grundlegenden Planung  einer Verkehrsinfrastruktur sein.
:Klima-  und Umweltschutz sind politische Ziele, die sich auch in der Praxis  widerspiegeln müssen. Landesweite Verkehrskonzepte müssen sich von vorne  herein nach diesen Zielen richten.
:Alle Menschen in NRW müssen die Möglichkeit haben, an der Gesellschaft teilzunehmen und dafür mobil zu sein.
:Für den Personenverkehr und vor allem die Pendlerinnen und Pendler in NRW   sehen wir in der Konsequenz einen starken und gut ausgebauten  öffentlichen Nahverkehr – Bus und Bahn – als Mittelpunkt aller  zukünftigen Verkehrskonzepte.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Jahrzehnte  lang hat sich die Verkehrspolitik kaum verändert. Es wurden Straßen gebaut, wo es politisch notwendig schien, aber Pflege und Instandhaltung wurden  vernachlässigt. Das Straßennetz  Nordrhein-Westfalens ist mittlerweile größer als dass es mit den  vorhandenen Mitteln erhalten werden könnte.

==Güterverkehr auf die Schiene==
:NRW ist auch ein Transitland für den Gütertransport, viele unserer  Nachbarländer, wie die Schweiz und die Niederlande, setzen beim  Güterverkehr konsequent auf die Binnenschifffahrt und die Schiene. 
:Nordrhein-Westfalen wird dagegen immer mehr zum straßengebundenen Nadelöhr.
:Die  Piratenpartei NRW fordert daher, dem schienengebundenen Güterverkehr  eine stärkere Bedeutung zu geben. Ein entsprechender Ausbau muss  umgehend beginnen, damit der  Gütertransport in und durch NRW auch  langfristig gesichert und verträglich ist. 
:Ein Ziel dabei ist, den Güterschienenverkehr wieder zurück in die Fläche zu bringen.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Der Ausbau des Güterschienenverkehrs ist eine langwierige  Angelegenheit.  Umso mehr muss er frühzeitig begonnen werden. Derzeit  schiebt die  Politik das immer nach hinten, weil es ja eh länger dauert,  als z.B.  eine dritte Autobahnfahrspur.

==Keine Subventionen für Regionalflughäfen==
:Die  Piratenpartei NRW fordert, dass alle Regionalflughäfen ohne  Subventionen durch die öffentliche Hand betrieben werden müssen. Direkte  und indirekte Subventionen müssen daher ehrlich ermittelt und offen  dargelegt werden.
:NRW muss ein zukunftsfähiges Luftverkehrskonzept erstellen, welches wirtschaftlichen und ökologischen Zielen gerecht wird.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Es hilft nicht, dass die Landesregierung ständig wiederholt, es gäbe  keine  Subventionen „des Landes“ für die Regionalflughäfen. Nicht aus  dem  Landeshaushalt, aber natürlich gibt es Subventionen der  Öffentlichen  Hand. Und die gehören auf den Tisch.
:Und wenn die von der Gesellschaft getragenen direkten und indirekten  Kosten  zu hoch sind, dann kann so ein Flughafen nicht erhalten werden.  Dann  wird auch ein Regionalflughafen geschlossen.
:Es ist absolut nicht vertretbar das sich Politiker auf Kosten der   Steuerzahler ein Prestigeprojekt Regionalflughafen vor die Haustür   setzten lassen.

==Vernetzter Verkehr als Wahlfreiheit für alle==
:Von A nach B egal womit: Die Möglichkeiten und Anbieter für verschieden  kombinierbare Verkehrskonzepte werden massiv zunehmen. Die Piratenpartei  NRW setzt auf eine offene Vernetzung aller Verkehrsmittel vom Fahrrad  über Busse und Bahnen bis zum CarSharing und sieht den öffentlichen  Verkehr (Bus und Bahn) als natürlichen Angelpunkt eines sogenannten  "multimodalen" Verkehrssystems.
:Die Vernetzung der Verkehrsmittel braucht offene Standards und jederzeit  barrierefreien Zugang für alle Nutzer. Sie bietet jedem Nutzer die freie  Wahl des Verkehrsmittels und sorgt für eine effiziente Ausnutzung der  Verkehrsräume.
:Vernetzte Verkehre sollen daher auch in der Fläche und im ländlichen Raum etabliert werden.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Der öffentliche Verkehrs muss den Auftrag und die Möglichkeiten erhalten, Mobilitätsanbieter zu sein.
:Die Verkehrsinfrastruktur muss an diese zukünftigen Mobilitätsgewohnheiten angepasst werden. Hierzu zählt auch die Berücksichtigung von  "multimodalen" Umsteigepunkten, Radschnellwegen und Zubringersystemen.

==Fahrscheinfrei mit Bus und Bahn==
:Eine  fahrscheinfreie Nutzung von Bussen und Bahnen stellt nicht nur für die  Gesellschaft, sondern auch für die Wirtschaft und den Landeshaushalt  langfristig einen Gewinn dar.
:Die Piratenpartei NRW will die fahrscheinfreie Nutzung von Bussen und  Bahnen daher zunächst in langfristigen Modellversuchen und anschließend  landesweit einführen, um die Attraktivität und die Zugänglichkeit von  Bussen und Bahnen zu erhöhen, das Tarifwirrwarr zu beenden und das  Henne-Ei-Problem von Angebot und Nachfrage zu lösen.
:Zahlreiche  Studien – u.a. der Piratenfraktionen in den Landtagen – belegen die   Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit eines fahrscheinfreien Nahverkehrs.
&lt;br/&gt;
'''Begründung:'''
:Gleichzeig   wollen wir damit entscheidende Finanzierungsprobleme lösen. Aktuell  hat  der Ticketverkauf eine hohe Priorität, obwohl er nur ein Drittel  der  Einnahmen ausmacht. Den Kommunen sollen neben einer solidarischen   Umlagefinanzierung eine Reihe an Instrumenten zur Finanzierung von Bus   und Bahn zur Verfügung stehen.

==Busse und Bahnen erhalten und verbessern==
:Bus  und Bahn sollen gerne und oft genutzt werden. Daher fordert die   Piratenpartei NRW ein belastbares engmaschiges Liniennetz und verkürzte  Taktzeiten mit passenden Umsteigezeiten. Ein ausreichendes Platzangebot  und ein serviceorientierter Betrieb für die Fahrgäste  soll die Fahrzeit  attraktiv und produktiv machen. So sollen WLAN und  Steckdosen in den  Fahrzeugen in zukünftigen Ausschreibungen  verpflichtend berücksichtig  werden.

:Bis zur landesweiten Einführung des angestrebten fahrscheinfreien   Nahverkehrs muss ein deutlich einfacheres und übersichtlicheres   Tarifsystem für niedrigere Einstiegsbarrieren sorgen.
:Das Land soll auch die Ausgabe von Schnuppertickets in den Kommunen   fördern, um Neubürgerinnen und Neubürgern damit den Einstieg in die   Liniennetze von Bus und Bahn zu erleichtern.

:Die  Piratenpartei NRW unterstützt die Entwicklung regionaler  Schnellbus-Konzepte, um vor allem den Menschen in ländlichen Gebieten  einen landesweit gültigen Standard öffentlicher Verkehrsmittel bieten zu  können.

:Auf Antrag der Piratenfraktion wurde 2014 im Landtag NRW die   Enquetekommission "Finanzierungoptionen des Öffentlichen Personenverkehrs in Nordrhein-Westfalen im Kontext des gesellschaftlichen und technischen Wandels" eingesetzt. Die Handlungsempfehlungen und Leitlinien dieser Kommission sieht die   Piratenpartei NRW als Grundlage für den langfristigen Erhalt und   entscheidende Verbesserungen des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen.

==Open Data für die Verkehrswende==
:Offene Schnittstellen und Standards sind zukünftig die Grundlage eines offenen  und barrierefreien Zugangs  zu Mobilität für alle. Durch eine  konsequente Open Data-Strategie in  allen Bereichen der Mobilität sollen  Monopole und Oligopole sowie der  Missbrauch von Daten verhindert  werden.
:Alle  Anbieter von Verkehrsmitteln sollen vorliegende Datensätze öffnen,   aufbereiten und zur Verfügung stellen und ein Online-Zentralregister   führen. Damit wird die unabhängige Entwicklung von übergreifenden   Anwendungen aller Art gefördert.
:Eine Öffnung bestehender Systeme soll die Einführung landesweiter,   anbieterübergreifender und barrierefreier Fahrgastinformationssysteme   erleichtern, in denen dann live nicht nur Staus und Betriebsstörungen   aller Verkehrsmittel, sondern z.B. auch aktuelle Informationen zur   Barrierefreiheit die optimale Verbindung für Fahrgäste und   Verkehrsteilnehmer liefern.

==Ausschreibungen und Vergabekriterien für öffentliche Verkehrsprojekte==
:Die Piratenpartei NRW fordert, die Ausschreibung und Vergabe von Verkehrsprojekten zielgerichtet und transparent zu gestalten.

:Die  EU fordert, dass bis 2022 alle Busse und Bahnen vollständig  barrierefrei sein  müssen. Die Piratenpartei NRW fordert die konsequente  Umsetzung dieses  Ziels und will dafür entsprechende Landesmittel  bereitstellen. Dies muss ab sofort in allen Ausschreibungen  berücksichtigt werden.

:Die  Ausschreibungen sollen in Zusammenarbeit mit Fahrgästen und/oder  Fahrgastverbänden und den Verkehrsbetreibern erstellt werden, hierbei  sollen auch neue Aufgaben im Bereich der Vernetzten Verkehre und  innovative Ansätze für neue Verkehrskonzepte in die Ausschreibung mit  einfließen. Der Prozess für die Erstellung der Ausschreibungen ist  vollkommen transparent zu gestalten.
:Der Vergabeprozess für die Verkehrsprojekte muss mindestens die folgenden Kriterien beinhalten:
:*Vollständige Transparenz bei der Anwendung der Vergabekriterien
:*Verhinderung der Bildung von Monopol- und Oligopolen auf der Anbieterseite
:*Entscheidend bei der Vergabe muss das bessere Preis/Leistungsverhältnis sein
:*Einhaltung der Tarife für die Beschäftigten ist Pflicht
:*Der vollständige Entscheidungsprozess ist offen zu legen

==Bauen und Wohnen überall in Nordrhein-Westfalen==
:Nordrhein-Westfalen  muss dafür sorgen, dass allen Menschen in NRW jederzeit und an jedem  Ort bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht, damit sie sich wohlfühlen  und in unserem schönen NRW bleiben.

:Der Förderung des sozialen Wohnungsbaus kommt vielen Menschen und der lokalen Wirtschaft zugute und muss wieder deutlich verstärkt werden. 
:Die ursprünglich nur für den sozialen Wohnungsbau dauerhaft vorgesehenen Geldmittel müssen wieder erhöht werden und dürfen nicht weiter  zweckentfremdet werden.

:Die Piratenpartei NRW setzt sich für eine Neue Gemeinnützigkeit zur Förderung von Genossenschaften und Wohnungsgesellschaften ein, die sich  zu gemeinnützigen Zielen wie bezahlbaren Mieten und langfristiger Instandhaltung verpflichtet haben.

:Um den Mieterschutz zu verbessern, müssen der Wohnungsaufsicht mehr Instrumente und deutlich mehr Personal zur Verfügung gestellt werden.

:Die Piratenpartei NRW setzt sich dafür ein, dass die personelle und technische Ausstattung der Bauämter verbessert wird, um ein schnelleres  und damit effizienteres Bauen zu ermöglichen.
:Für eine verbesserte Abwicklung von Bauvorhaben fordert die Piratenpartei NRW eine Standardisierung von Bauinformationssystemen mit offenen und barrierefreien Schnittstellen, auf die alle an einem Bauvorhaben Beteiligten Zugriff haben.

:Nordrhein-Westfalen hat sehr unterschiedliche Siedlungsstrukturen und die zukünftige Bevölkerungsentwicklung bedeutet für einige Regionen in NRW einen Bevölkerungsrückgang. Gerade diese Gemeinden und Regionen benötigen nicht einfach eine zurückgebaute, sondern vor allem eine entsprechend umgebaute und angepasste Infrastruktur. 
:Die Piratenpartei NRW will spezifische Konzepte für schrumpfende Regionen auf der einen und moderne, ökologisch sinnvolle Neubauprogramme für wachsende Regionen auf der anderen Seite.


==Unsere Ziele für die Zukunft von Stadtentwicklung und Mobilität: Da wollen wir hin==
:Internet und der Klimawandel haben unsere Städte augenscheinlich kaum  verändert.  Die Digitale Revolution im Raum beginnt jedoch gerade erst  und der  Klimawandel fordert neue Umweltfreundliche Mobilität. Unsere  Städte,  Siedlungen und die Art, wie wir uns fortbewegen, werden sich  völlig  verändern.

:Unsere  Städte definieren sich zu einem großen Teil über die Freiflächen und  Verkehrsflächen. Hier stehen  große Veränderungen an, die die  Piratenpartei NRW zum Vorteil aller  Menschen gestalten will:

:Autonome,  fahrerlose Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antrieben  sollen dafür  sorgen, dass keine Autos mehr in den Anwohnerstraßen  herumstehen.  Einige Autos fahren zukünftig selbstständig in das nächste  Parkhaus,  die meisten jedoch sind CarSharing-Autos, die gleich zum  nächsten  Fahrgast fahren und diese/n dann oft zur Straßenbahn oder  S-Bahn  bringen. Dieser vernetzte Verkehr mit der Wahlfreiheit für alle ist die  Zukunft.

:Die  nicht mehr benötigten Verkehrsflächen werden zu Grün- und  Erholungsflächen umgestaltet und erhöhen dadurch massiv die  Lebensqualität für die Menschen.

:Der  vernetzte Verkehr enthebt den Nutzer von der Festlegung auf ein  bestimmtes Verkehrsmittel und ermöglicht ihm eine Strecke auf die  einfachste und effizienteste Weise zurückzulegen.

:Neue  Technologien und neue Mobilitätsanbieter rollen den Markt auf. Diese  Veränderungen kommen sehr schnell und die Politik muss jetzt die Weichen  für die moderne Verkehrswende stellen, um die Lebensqualität zu  verbessern. Hierdurch kann die  Stadt der Zukunft das Internet auf  Lebensräume übertragen und endlich  das Zeitalter der einseitig  autogerechten Stadt überwinden.


&lt;br/&gt;
=Modul: 5 Migration, Integration und Umgang mit Schutzsuchenden =
:Der LPT möge beschließen, das Kapitel "Migration, Integration und Umgang mit Schutzsuchenden" mit den nachfolgenden Texten im Parteiprogramm an geeigneter Stelle einzufügen.

&lt;br/&gt;
== Einwanderung ==
:Vor dem Hintergrund der verheerenden Auswirkungen der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie der durch die Europäische Kommission verhängten sogenannten Austeritätspolitik auf die Realwirtschaft und Belastbarkeit der sozialen Sicherungssysteme in zahlreichen süd- und südosteuropäischen EU-Ländern haben in den letzten Jahren vermehrt Menschen ihre Heimatländer verlassen und sich in wirtschaftlich besser dastehenden Mitgliedstaaten wie Deutschland niedergelassen.

:Seit Jahrzehnten ist Einwanderung in NRW ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. Einwanderung hat NRW voran gebracht. Ohne die ehemaligen Migranten, die längst Bürger unseres Landes geworden sind, wären wir in jeder Hinsicht ärmer. Wir Piraten wollen, dass diese Realität endlich anerkannt wird und auch praktische Konsequenzen hat. Eine Politik, die auf Abschreckung setzt, hat in einem modernen Einwanderungsland ausgedient.

:Wir Piraten wollen eine offene und bunte Gesellschaft, die im Hinblick auf den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel, die Zukunft unserer Sozialsysteme und die Kreativität in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ihre Chancen sieht und ergreift.

=== Piraten stehen für Willkommenskultur ===
:Um eine gelungene Integration der Einwanderer und Fluchtsuchenden zu garantieren, gilt es, gezielte Maßnahmen zu finanzieren und die hier ankommenden Menschen bei der Integration aktiv zu unterstützen. Die Willkommenskultur in Deutschland ist heute Ausdruck des notwendigen und sich beklagenswerterweise äußerst langsam vollziehenden Paradigmenwechsels hin zu „Deutschland ist ein Einwanderungsland“.

:Wir Piraten setzen uns dafür ein, dass die Rahmenbedingungen und Strukturen geschaffen werden, die die Annahme „Deutschland ist ein Einwanderungsland“ garantieren. Erst wenn die Menschen, die zu uns kommen, eine Bleibeperspektive haben und sich willkommen fühlen, werden sie sich so integrieren können, dass wir alle uns gegenseitig bereichern.

===Intensivierung des interkulturellen Dialogs===
:Handlungsübergreifend setzt sich die Piratenpartei NRW dafür ein, interkulturelle Kompetenz auf allen Ebenen von Verwaltung und Gesellschaft zu stärken und die interkulturelle Öffnung entsprechender Institutionen und Organisationen weiterhin zu fördern.

:Sensibilisierungsmaßnahmen und Maßnahmen zur aktiven Einbeziehung der Aufnahmegesellschaft, die die Akzeptanz von Zugewanderten steigern, sollen zusätzlich gefördert werden. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang präventive Projekte, die ein gewalt- und aggressionsfreies Verhalten fördern.

== Integration ==
=== Gleichberechtigte Teilhabe ===
:Die gleichberechtigte Teilhabe von Zugewanderten an allen Bereichen des alltäglichen Lebens ist unsere Zielsetzung im Handlungsfeld gesellschaftliche Teilhabe und Integration. Von zentraler Bedeutung ist auch die Integration von Zugewanderten in das unmittelbare Wohnumfeld als Lebensmittelpunkt und wichtigstes Kontaktfeld.

:Hier spielt die Stärkung der gemeinsamen aktiven Mitgestaltung ihres Wohnumfeldes mit Angehörigen der Aufnahmegesellschaft eine große Rolle. Ein wichtiges Element der gesellschaftlichen Teilhabe besteht zudem in dem Zugang zu Informationen über konkrete Partizipationsmöglichkeiten vor Ort. Diese wollen wir fördern und ausbauen.

:Zur gleichberechtigten Teilhabe gehört auch ein Mitbestimmungsrecht der Zugewanderten im politischen System. Diejenigen, die ihren Lebensmittelpunkt in NRW finden sollen mittelfristig das kommunale Wahlrecht und das Recht zur Teilhabe an Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden bekommen, auch ohne die Deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

:Langfristig ist ein Wahlrecht auch an Landtagswahlen anzustreben. Hier ist ebenfalls der Lebensmittelpunkt entscheidend, nicht die Staatsangehörigkeit.

=== Deutschkurse ===
:Wir setzen uns für die Förderung von Maßnahmen ein, die allen Flüchtlingen einen kostenlosen Deutschkurs ermöglichen. Zukünftig soll kein Flüchtling selbst die Kosten dafür tragen müssen.

=== Ausbildung und Studium ===
:Der Zugang zu Ausbildung und Studium für Flüchtlinge und Migranten muss gleichberechtigt ermöglicht werden, um gerade in einer alternden Gesellschaft wie der Deutschlands die Chancen durch Migration zu nutzen und Perspektiven für alle zu entwickeln. Außerdem müssen ausländische Schulabschlüsse einfacher anerkannt werden.

== Umgang mit Schutzsuchenden ==
:Das Grundrecht auf Asyl ist ein Gebot der Menschlichkeit und der historischen Verantwortung. Es hat für alle Menschen uneingeschränkt Geltung – unabhängig von der Herkunft. Das Aushöhlen oder die Beschneidung der mit dem Asylrecht verbundenen Grundrechte akzeptieren wir nicht. Das gilt für den Familiennachzug, die Bezeichnung der "sicheren Herkunftsländer" oder sogenannte "Obergrenzen".

:Deutschland und NRW haben kein „Flüchtlingsproblem“, sondern ein organisatorisches und mentales Problem. Vielerorts müssen Zelthallen und Containeranlagen aufgebaut werden, weil es versäumt wurde, den Voraussagen Rechnung zu tragen, die einen Anstieg der Flüchtlingszahlen seit Jahren ankündigen.

:Durch die Sondergesetze und deren Umsetzung wurden Schutzsuchende zudem in eine prekäre und aussichtslose Lage gezwungen. Sie erhielten wenig Rechte, lebten am Rand der Städte in Massenunterkünften und mussten viele Einschränkungen in Kauf nehmen. Diese Sonderregeln kosteten sogar mehr Geld als eine normale Eingliederung in die Sozialsysteme.

:Dadurch verhinderten Städte, Gemeinden, Bund und Länder geradezu, dass sich Normalität zwischen Neuankömmlingen und Altansässigen überhaupt entwickeln konnte – sie verhinderten Integration. Diskriminierende Gesetze und Sonderbehandlungen haben den Umstand befördert, dass Teile der Bevölkerung Hilfesuchende als Menschen zweiter Klasse wahrnehmen.

:Aus diesen Fehlern der Vergangenheit muss die deutsche Politik lernen und die richtigen Schlüsse ziehen. Struktureller Rassismus und Hürden der Zuwanderung und Flucht nach Deutschland müssen ab- statt aufgebaut werden. An dieser Aufgabe muss ab sofort gearbeitet werden, trotz der Herausforderungen durch die aktuell aufgrund der vielen Krisen in und um Europa steigenden Flüchtlingszahlen.

=== Ministerium für Flucht, Integration und Einwanderung ===
:Wir werden uns für ein Ministerium für Flucht, Integration und Einwanderung einsetzen, dass dafür sorgt, dass Flüchtlinge in Deutschland sicher, human und gleichberechtigt leben können. Dieses ist mit ausreichend Personal zu besetzen. Die Aufgaben des neuen Ministeriums sollen lauten: Suche nach und Bereitstellung von Unterkünften, Etablierung von Mindeststandards in ganz NRW, Sicherstellung der sozialen, rechtlichen, medizinischen und psychologischen Betreuung der in den Unterbringungseinrichtungen lebenden Flüchtlinge, Unterstützung der Kommunen bei der Vermittlung von Schul- und Kitaplätzen, Einführung von Deutschkursen als Standard und Unterstützung bei der Vermittlung in Arbeit und Ausbildung. Eine enge Zusammenarbeit mit den Trägern der Flüchtlingshilfe usw. ist dabei unverzichtbar.

=== Mindeststandards für die Unterbringung Geflüchteter ===
:* Den Bewohnerinnen und Bewohner muss durch ein angemessenes Maß an Privatheit, Ansprache und Rückzugsmöglichkeiten ein Gefühl von Sicherheit, Schutz und Aufnahme gegeben werden.
:* Die notwendige soziale, medizinische, psychologische und rechtliche Betreuung und Beratung der Flüchtlinge muss durch genügend qualifiziertes Personal in den Landesaufnahmen, aber auch in den Kommunen sichergestellt sein.
:* Die Beschäftigung von qualifiziertem und pädagogisch geschultem Personal hat jeweils Vorrang gegenüber der Einstellung von Sicherheitspersonal.
:* Hygienestandards, gemessen an den Empfehlungen für Gemeinschaftseinrichtungen für Erwachsene des Infektionsschutzgesetzes, sind in einem Musterhygieneplan festzulegen und anzuwenden.
:* Deutschkurse sollen von Anfang an angeboten und ein wichtiges Element des Betreuungsangebotes werden.
:* In jedem Heim muss es ein Beschwerdemanagement geben.
:* Die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime haben das Recht einen Beirat mit Empfehlungs- und Beanstandungsrechten zu gründen.
:* Ausstattung, Zustand und Umfeld der Unterbringung müssen den Standards des sozialen Wohnungsbaus entsprechen.
:* Ausreichend Möglichkeiten zur Kommunikation wie etwa ein freier Zugang zum Internet sollen zur Verfügung gestellt werden, um unter anderem den Kontakt mit Angehörigen in der Heimat halten zu können.

=== Dezentrale Unterbringung von Geflüchteten===
:Die Piratenpartei NRW zieht die dezentrale Unterbringung in Wohnungen von Flüchtlingen der Unterbringung in Sammelunterkünften vor, da erstere die soziale Isolation und Stigmatisierung von Flüchtlingen in den Gemeinden beendet. Auch die Akzeptanz seitens der einheimischen Bürger wird durch dezentrale Unterbringung gefördert. Das Leverkusener Modell hat bundesweit Vorbildcharakter und bewährt sich seit mehr als zehn Jahren.

:Die freie Wahl des Wohnortes ist für Geflüchtete, so weit irgend möglich, sicherzustellen. Zwangsmaßnahmen, wie Wohnsitzauflagen sind abzulehnen. Sie entsprechen nicht dem piratigen Menschenbild und widersprechen, den von Deutschland ratifizierten, internationalen Verträgen auf EU- und UN-Ebene.

=== Strukturellem Rassismus und Hürden der Zuwanderung entgegenwirken ===
:Die Piratenpartei NRW setzt sich dafür ein, dass struktureller Rassismus und Hürden der Zuwanderung und Flucht nach Deutschland und NRW ab- statt aufgebaut werden. Wir bekennen uns zur eigenen politischen Verantwortung gegenüber Migranten und Schutzsuchenden und wirken auf eine menschenwürdige Aufnahme und Akzeptanz im Land und den 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen hin.

&lt;br/&gt;
=Modul: 6 Geschlechter- und Familienpolitik=
:Der  LPT möge beschließen, das Kapitel "Geschlechter- und Familienpolitik" mit den nachfolgenden Texten im Parteiprogramm an  geeigneter Stelle einzufügen.

==Geschlechter- und Familienpolitik==
===Familie hat viele Gesichter===
:Die Piratenpartei Nordrhein- Westfalen steht für eine zeitgemäße Geschlechter- und Familienpolitik. Diese basiert auf dem Prinzip der freien Selbstbestimmung über Angelegenheiten des persönlichen Lebens. Wir setzen uns dafür ein, dass die Politik den vielfältigen Lebensstilen  gerecht wird. Jeder Mensch muss sich frei für den selbstgewählten Lebensentwurf und die von ihm gewünschte Form gleichberechtigten  Zusammenlebens entscheiden können. Das Zusammenleben von Menschen darf nicht auf der Bevorzugung oder Benachteiligung Einzelner gründen.

===Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität und Orientierung===
:Wir stehen für eine Politik, welche die freie Selbstbestimmung von  geschlechtlicher und sexueller Identität und Orientierung respektiert  und fördert. Fremdbestimmte Zuordnungen zu einem Geschlecht oder zu  Geschlechterrollen lehnen wir ab. Daher wollen wir geschlechtszuweisende  Operationen, welche ohne Einwilligung der Betroffenen durchgeführt  werden, abschaffen. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der  Geschlechterrolle, der sexuellen Identität oder Orientierung ist  Unrecht, weshalb wir auch die Erfassung des Merkmals „Geschlecht“ durch  staatliche Behörden sowie den Zwang zu geschlechtseindeutigen Vornamen  ablehnen.

===Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft===
:Wir begrüßen die Gleichstellung von Partnerschaften  gleichgeschlechtlicher Paare in Nordrhein- Westfalen und fordern, dass auch  auf Bundesebene eine vollständige Gleichstellung erfolgt. Diese  Gleichstellung einschließlich des Adoptionsrechts für  gleichgeschlechtliche Paare wollen wir durch eine entsprechende  Initative Nordrhein- Westfalens  im Bundesrat bewirken.

===Freie Selbstbestimmung des Zusammenlebens===
:Wir bekennen uns zum Pluralismus des Zusammenlebens. Politik muss der  Vielfalt der Lebensstile gerecht werden und eine wirklich freie  Entscheidung für die individuell gewünschte Form des Zusammenlebens ist  zu ermöglichen. Eine historisch gewachsene strukturelle und finanzielle  Bevorzugung ausgewählter Modelle lehnen wir ab.

===Freie Selbstbestimmung und Familienförderung===
:Die Piratenpartei Nordrhein- Westfalen setzt sich für die gleichwertige  Anerkennung von Lebensmodellen ein, in denen Menschen füreinander  Verantwortung übernehmen. Unabhängig vom gewählten Lebensmodell genießen  Lebensgemeinschaften, in denen Kinder aufwachsen oder schwache Menschen  versorgt werden, einen besonderen Schutz. Unsere Familienpolitik ist  dadurch bestimmt, dass solche Lebensgemeinschaften als gleichwertig  angesehen und vor dem Gesetz jeweils gleich gestellt werden müssen.

===Anerkennung von sexueller Verfolgung als Asylgrund===
:In vielen Ländern der Welt werden Menschen aufgrund ihrer  geschlechtlichen oder sexuellen Identität bzw. Orientierung  diskriminiert oder kriminalisiert. Diese Nachstellungen, gleich ob sie  staatlich gelenkt oder nur geduldet sind, müssen als Asylgrund anerkannt  werden. Abweichende geschlechtliche oder sexuelle Identität bzw.  Orientierung darf nicht als Krankheit oder Perversion eingestuft werden.

===Bekämpfung von Homophobie===
:Homophobie bezeichnet eine soziale Aversion gegenüber Menschen, die  eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft bzw. Sexualität fühlen oder  leben.

:Die Piratenpartei Nordrhein- Westfalen  setzt sich für die Unterstützung  von Initiativen ein, welche die Akzeptanz und Selbstbestimmung sexueller  Vielfalt fördern. Ziel sollte es sein, eine Auseinandersetzung um  Homophobie in der Gesellschaft zu initiieren und einen positiven Wandel  zu Respekt von selbstbestimmten Lebensentwürfen zu erwirken. Straftaten  mit homophobem Hintergrund sollen in die polizeiliche Kriminalstatistik  separat aufgenommen werden, um die Reichweite der Problematik sichtbar  zu machen.

===Ablehnung von gesetzlichen Quoten===
:Gesetzlich bestimmte Quoten für Personen in Wirtschaft, Verwaltung  oder auf Listen bei Wahlen zur Volksvertretung lehnen wir, egal  aufgrund welchen Merkmals, ab.

:Stattdessen wollen wir die jeweiligen gesellschaftlichen Zugangshürden  minimieren und so für eine wirkliche Gleichberechtigung aller Menschen sorgen.

===Mitwirkung von Eltern===
:Die Piratenpartei NRW setzt sich dafür ein, dass Bildungsinstitutionen Eltern als Bildungspartner wahr- und ernst nehmen. Elterngremien in Kindertagesstätten, Kindertagespflege, Schulen und Ganztagesbetreuung müssen Ressourcen zur Verfügung gestellt und ein rechtlicher Status gegeben werden, die eine verbindliche und effektive Mitwirkung sowohl in den jeweiligen Institutionen, als auch auf kommunaler Ebene und in der Landespolitik ermöglichen.


===Qualitätsoffensive in Kindertagesstätten, Kindertagespflege und Ganztagesbetreuung===
:Betreuung und Bildung müssen sich in erster Linie am Wohl und den berechtigten Interessen der Kinder orientieren. Daher muss hier der Grundsatz herrschen: Qualität vor Quantität!

:Der Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder ab dem ersten Lebensjahr wurde in den vergangenen Jahren in NRW massiv vorangetrieben. Die personelle Ausstattung und deren Qualifikation sind dabei bisher nicht hinreichend den gewachsenen Anforderungen angepasst worden.

:Die Piratenpartei NRW fordert daher:
:*einen Erzieher-Kind-Schlüssel, der dem ungleich höheren Betreuungsaufwand der Kinder unter 3 Jahren und den gestiegenen Anforderungen an sprachliche und motorische Förderung, Inklusion und Integration deutlicher Rechnung trägt,
:*eine Verkleinerung der Gruppengrößen,
:*eine Aufwertung des Erzieherberufes durch bessere Aus- und Weiterbildungsbedingungen, sowie angemessene Bezahlung
:*und die Landesmittel für Kindertagesbetreuung entsprechend aufzustocken.


&lt;br/&gt;
= Modul 7: Arbeit/Soziales: Transferleistungsfreies Lohnniveau sicherstellen (solange kein BGE eingeführt ist) =
:Der LPT möge beschließen, das Kapitel "Arbeit/Soziales Transferleistungsfreies Lohnniveau sicherstellen (solange kein BGE eingeführt ist)" mit den nachfolgenden Texten im Parteiprogramm an geeigneter Stelle einzufügen.

==Definition Transferleistungsfreiheit==
:Der Einzelne hat ein Anrecht auf ein minimales Auskommen. Dies drückt sich  zur Zeit (sehr ungenügend) durch die garantierten staatlichen  Transferleistungen aus, falls der Einzelne kein oder ein nicht  ausreichendes Einkommen im Monat zur Verfügung hat.

:Je nach Situation des Einzelnen ist das Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Wohngeld.

:Transferleistungsfreiheit  erreicht der Einzelne erst dann, wenn er genug eigenen Lohn  erwirtschaftet um die eigene Existenz zu sichern. Also genug Geld im  Monat zur Verfügung hat, um Lebensmittel, Wohnung, Transportkosten,  Kommunikationskosten, Kosten der gesellschaftlichen Teilhabe, etc.  zahlen zu können.

==Entlohnung==
:So lange das Erwerbs- und Arbeitseinkommen oder das Einkommen aus  Einzelunternehmertum (z.B. Werkverträge) für die meisten Menschen in  Deutschland der einzige Weg zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhaltes  darstellt, müssen die Arbeits- und Vertragsbedingungen so ausgestaltet  sein, dass der Erwerbstätige, Arbeitnehmer oder Einzelunternehmer nicht  ausgebeutet und/oder überfordert werden kann.

:Durch  tarifliche Bindungen und den Mindestlohn gibt es bei so genannter  abhängiger Beschäftigung Lohnuntergrenzen, die eine Ausbeutung und/oder  Übervorteilung bei diesen Einkommensarten verhindern sollen. Hier müssen  die entsprechenden Stundenlöhne so ausgestaltet werden, das eine, im  Durchschnitt, transferleistungesfreie Existenz bei einem  Vollzeitarbeitsverhältnis garantiert ist.

:Nach  letzten Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeit ist bei einer  Vollzeitstelle mit einer Arbeitsleistung von 40 Stunden pro Woche eine  Entlohnung von 12,50 €/Stunde (Stand Ende 2015) im Bundesdurchschnitt notwendig um diese Transferleistungsfreiheit zu garantieren.

:Dementsprechend müsste der Mindestlohn auf 12,50 €/Stunde angehoben werden.
:Diese Transferleistungsfreiheit in der Entlohnung muss jährlich nachgeführt und angepasst werden.

:Es  ist vom Arbeitgeber bzw. vom Auftraggeber sicher zu stellen, dass ein  entsprechendes Stundenlohnniveau mindestens erreicht wird.Sollte durch  gesellschaftlichen Diskurs und politische oder tarifliche Entscheidung  die Definition einer Vollzeitstelle stark nach unten abgesenkt werden  (z. B. 25 Wochenstunden), so ist die Höhe des transferleistungsfreien  Stundenlohnes ebenfalls anzupassen.

:Diese  existenzsichernde Rahmenbedingung in der Lohngestaltung wird mit dem  digitalen Wandel der Arbeitswelt (Click- and Crowdworking) und der  inzwischen weit verbreiteten Umwandlung von Festanstellungen in  Werkvertragskonstruktionen immer wichtiger.

:Der digitale Arbeitswandel darf nicht zu einer Entrechtung und Ausbeutung des Arbeitnehmers oder Einzelunternehmers führen.

==Sozialversicherungen==
:Neben  der Lohngestaltung muss auch die soziale Absicherung Mindeststandards  erhalten, die für die soziale und wirtschaftliche Stabilität unserer  Gesellschaft unerlässlich sind.

:Das Einzel-, bzw. Solounternehmertum und die damit verbundenen Werkvertragskonstruktionen  sind nur dann sinnvoll, wenn die Beiträge zu den Sozialversicherungen  (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung,  Pflegeversicherung und Unfallversicherung) garantiert und in  ausreichender Höhe geleistet werden können, ohne das der erzielbare  Stundenlohn den Einzelunternehmer auch wieder zum  Transferleistungsempfänger staatlicher Leistungen macht.

:Dies müssen Auftraggeber, wie auch etwaiger, vermittelnder Dienstleister bzw. Plattformanbieter sicherstellen. Hier  ist eine gesetzliche Regelung anzustreben, da Einzelunternehmer weder  Marktmacht, noch Organisationsmacht haben um diese Grundbedingungen  durchzusetzen.


&lt;br/&gt;
= Modul 8: Trennung von Staat und Religion =
:Der  LPT möge beschließen, das Kapitel "Trennung von Staat und Religion" mit den nachfolgenden Texten im Parteiprogramm an  geeigneter Stelle einzufügen.

== Präambel ==
:Die Piratenpartei NRW setzt sich für eine moderne, pluralistische und freie Gesellschaft ein.

:In einer solchen muss sich der Staat weltanschaulich neutral verhalten. Die Piratenpartei NRW fordert daher die konsequente Trennung von Staat und Religion und die strikte Neutralität des Staates gegenüber den verschiedenen Weltanschauungen/Religionen. Beide zusammen bilden die Grundlage der Freiheit und sind Voraussetzung für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben.

:Das Grundgesetz garantiert die Freiheit der Religion. Diese Freiheit bedeutet nicht nur die Freiheit, die eigene Religion selbst zu wählen und auszuüben, sondern auch die Freiheit von religiöser Bevormundung und das Recht, frei von einem Glauben zu leben.

:Im Interesse einer pluralistischen Gesellschaft ist es Aufgabe des Staates, diese Religionsfreiheit zu garantieren.

== Weltanschauliche und religiöse Neutralität des Staates ==
:Um die staatliche Neutralität gegenüber den Menschen aller Weltanschauungen und Religionszugehörigkeiten herzustellen, wird die Streichung jeglicher Gottesbezüge in der Verfassung, den Gesetzen und Verordnungen von Nordrhein-Westfalen gefordert.

:Religiöse Symbole sind aus staatlichen Einrichtungen zu entfernen. Staatliche Gebäude und Einrichtungen sind bei Neuerrichtung nicht "einzusegnen". Überhaupt sind religiöse Handlungen bei staatlichen Veranstaltungen zu unterlassen, d. h. dass zum Beispiel Staatsakte, staatliche Gedenk- und Trauerfeiern ohne religiöse Bezüge zu gestalten sind.

:Die grundsätzliche Eidesformel ist neutral zu fassen. Eidablegenden soll es freistehen, dem Eid eine persönlich gewählte religiöse Bekräftigung anzuhängen. Weiterhin sind die Verhaltensvorschriften, die der Allgemeinheit aufgrund religiöser Auffassungen auferlegt werden, in den Feiertagsgesetzen zu streichen.

== Neutrales öffentliches Bildungswesen ==
:Zu den Kernaufgaben der Schulen gehören die Vermittlung von Wissen, die Anleitung zu kritischem Denken und die Förderung sozialer Kompetenzen. Wir wollen deshalb, dass alle Schülerinnen und Schüler zur Einübung der Toleranz sowie zum Kennenlernen der verschiedenen Kulturen und Religionen unabhängig von ihrer Herkunft und Religionszugehörigkeit einen Ethikunterricht als Pflichtfach erhalten. Inhalt dieses Pflichtfachs sollten die ethischen Grundlagen des Zusammenlebens, die weltanschaulichen Grundlagen unserer Kultur und die Inhalte der großen Religionen sein. Dieser Ethikunterricht soll an allen staatlichen und staatlich geförderten Schulen den Religionsunterricht ersetzen.

:An staatlichen und staatlich geförderten Schulen und Kindergärten sollen die Kinder und Jugendliche keine besondere religiöse oder weltanschauliche Prägung erhalten. Dabei ist zu gewährleisten, dass für alle Kinder eine staatliche oder staatlich geförderte Schule bzw. ein Kindergarten in zumutbarer Entfernung liegt.

== Neutrale soziale Einrichtungen fördern ==
:Der religiöse Bevölkerungsanteil in Deutschland nimmt immer stärker ab. Inzwischen sind schon ca. 38% der Bevölkerung konfessionell ungebunden. Daher kann eine Übergabe von sozialen Einrichtungen wie bspw. Kindergärten, Krankenhäusern oder Altenheimen aus öffentlicher Hand in die Hand der Kirchen nicht gerechtfertigt werden. Im Gegenteil: Soziale Einrichtungen, die derzeit in kirchlicher Hand sind, sollen, wenn möglich, in die öffentliche Hand überführt werden, da die Kosten auch heute schon größtenteils oder ganz vom Staat und den Betroffenen getragen werden.

==: Staatsverträge ==
:Bestehende Konkordate, Staatskirchenverträge und entsprechende Staatsverträge mit Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften auf Landesebene von Nordrhein-Westfalen sind aufzulösen, da sie immer eine Gefährdung der weltanschaulichen Neutralität des Staates darstellen. Neue Konkordate, Staatskirchenverträge und entsprechende Staatsverträge mit Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften dürfen nicht mehr abgeschlossen werden.

== Finanzierung und Subventionen ==
:Der Verfassungsauftrag zur Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen (Art. 140 Grundgesetz) ist umzusetzen.

:Die Staatsleistungen an die Kirchen sowie die direkte und indirekte Finanzierung einzelner Glaubensgemeinschaften, etwa die staatliche Bezahlung der Klerikergehälter und der Theologieausbildung, sind zu beenden. Darunter fallen auch die versteckten Leistungen wie z.B. die der Kommunen für kirchliche Baulasten, kirchliches Personal oder Dienst- und Materialleistungen an kirchliche Einrichtungen.

:Für die staatliche Bezuschussung von gemeinnützigen Projekten oder Organisationen der einzelnen Glaubensgemeinschaften müssen die gleichen Grundlagen gelten wie für andere Träger. Alle über allgemeine Gemeinnützigkeitsbestimmungen hinausgehenden Steuerprivilegien von Glaubensgemeinschaften sind abzuschaffen.

:Die Kirchensteuer ist abzuschaffen. Der Staat darf keine Verwaltungsaufgaben für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften übernehmen. Steuer- und gebührenrechtliche Sondervorteile (wie Freistellung von Grundsteuern, Grunderwerbssteuern, Verwaltungsgebühren, Gerichtskosten u. Ä.) der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind abzuschaffen.

== Datenschutz ==
:Die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft darf von staatlichen Stellen nicht erfragt und nicht registriert werden.

== Gleichbehandlung der Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften mit anderen Organisationen ==
:Der Sonderstatus einzelner Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften als Körperschaft öffentlichen Rechts ist zu beenden, die Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften sind nach dem allgemeinen Vereinsrecht zu behandeln.

:Das Kirchenrecht darf in der Rechtsprechung nur in dem Rahmen berücksichtigt werden, in dem auch Satzungen von Vereinen berücksichtigt werden. Bis diese Umstrukturierung vollzogen ist, muss die Kirchenaustrittserklärung gebührenfrei und formlos als einseitige Willenserklärung möglich sein.

:Gesetze, die einem besonderen Schutz von Glaubensgemeinschaften dienen und somit eine Gleichberechtigung verhindern, sind zu streichen. Insbesondere soll sich die Landesregierung für eine Streichung des so genannte Blasphemieparagraph §166 StGB (Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen) einsetzen.

:Da keine Staatskirche existiert, sind Religionsgemeinschaften in staatlichen wie auch internationalen Gremien konsequent als NGO einzustufen.

== Staatliche Forschung und Lehre ==
:Forschung und Lehre müssen rational, ergebnisoffen und undogmatisch betrieben werden.

:Insofern sollen in staatlichen Einrichtungen religiöse Lehren nur unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten gelehrt und erforscht werden. Theologische Fakultäten in staatlichen Hochschulen und Universitäten sind daher abzuschaffen.

:Die Besetzung von Lehrstühlen darf nicht beeinflusst sein von Kirchen, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften; für die Besetzung von Lehrstühlen darf ausschließlich die Eignung und Qualifikation der Kandidaten ausschlaggebend sein. Insbesondere Konkordatslehrstühle sind abzuschaffen. Staatliche Zuschüsse zu kircheneigenen Universitäten und Hochschulen sind einzustellen.

== Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen ==
:In allen kirchlichen Einrichtungen müssen das Betriebsverfassungsgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in vollem Umfang Anwendung finden. Insbesondere dürfen die Rechte der Beschäftigten in diesen Einrichtungen über die für alle Tendenzbetriebe geltenden Besonderheiten hinaus nicht beschnitten werden.

:Die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft oder die private Lebensführung des Einzelnen darf kein Diskriminierungsgrund und kein Entlassungsgrund sein für Beschäftigte, die keine Tendenzträger sind.

== Seelsorge und Missionierung ==
:Die Religionsgemeinschaften müssen Missionierung und Seelsorge ausschließlich aus Eigenmitteln bestreiten. Insbesondere ist die staatliche Finanzierung der JVA- und Polizeiseelsorge einzustellen und durch einen weltanschaulich neutralen psychologischen Betreuungsdienst zu ersetzen.

== Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ==
:Die weltanschauliche Neutralität gebietet es, keine Vertreter von Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften mittelbar öffentliche Gewalt ausüben zu lassen. In Rundfunkräten dürfen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften daher keinen Sitz haben.

:Außerhalb der Werbeblöcke darf der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht zur Missionierung benutzt werden. Öffentlich-rechtliche Kirchenredaktionen wirken in der Regel als verlängerter Arm der kirchlichen Medienarbeit und sind daher aufzulösen.

== Weltanschauliche Neutralität von Kontrollinstanzen ==
:Die weltanschauliche Neutralität gebietet es, keine Vertreter von Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften mittelbar öffentliche Gewalt ausüben zu lassen. In Kontrollinstanzen (wie Ethikräten, Bundesprüfstellen, Schul-, Jugend- und Sozialausschüssen u.ä.) dürfen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften daher keinen Sitz haben.

&lt;br/&gt;
'''Begründung'''
:Die Piratenpartei hat bei ihrem Bundesparteitag in Offenbach 2011 die Trennung von Staat und Religion in ihrem Grundsatzprogramm verankert.

:Mit dem vorliegenden Antrag soll diese Grundposition in detaillierter Form in das Programm der Piratenpartei NRW aufgenommen werden. Der Antrag ist nicht gegen den religiösen Glauben und nicht gegen Gläubige gerichtet. Der Staat soll sich neutral verhalten und die historisch bedingte Bevorzugung der organisierten Glaubensgemeinschaften beenden. Damit wird die religiöse und weltanschauliche Vielfalt gewährleistet.


&lt;br/&gt;
=Modul: 9 Sprachliche Glättung=
:Der LPT möge beschließen, den Landesvorstand zu beauftragen ein Lektorenteam für die sprachliche Glättung des vollständigen Parteiprogramm der Piratenpartei NRW zu beauftragen.

:Diese Glättung soll unter anderem aus den folgenden Arbeiten bestehen: 
:*Einheitlich Nennung der Partei als "Piratenpartei" ohne Textauszeichnungen 
:*Rechtschreibung 
:*Zeichensetztung 
:Es ist darauf zu achten das keine Veränderungen an der Intenion der Anträge erfolgt.</property:Antrag>
		<property:Antragsteller rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">Brax59</property:Antragsteller>
		<property:Antragstitel rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">PaP - Leinen los NRW</property:Antragstitel>
		<property:Antragstyp rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">Parteiprogramm</property:Antragstyp>
		<property:Beschreibung rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">Dieser Antrag ist zur Aktualisierung des Parteiprogramms, für die Vorbereitung des Wahlprogamms</property:Beschreibung>
		<property:ImAuftrag rdf:resource="&wiki;Brax59"/>
		<property:LPTAntragsnummer rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">PaP004.0</property:LPTAntragsnummer>
		<property:LPTnummer rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">2016.1</property:LPTnummer>
		<property:Zusammenfassung rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string">Antrag zum Parteiprogramm für die LTW 2017</property:Zusammenfassung>
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