Virale Demokratie

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Das Konzept der "Viralen Demokratie" "Die Demokratie lebt aber vor allem von den Bürgerinnen und Bürgern, sie sind die Basis der Staatsgewalt. In Wahlen und Bürgerentscheiden, durch gesellschaftliches und politisches Engagement, und durch ihr Interesse für die diskutierten Themen legen sie die Grundlage für einen funktionierenden Staat." (Quelle: http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-demokratie/) Demokratische Entscheidungen basiert auf dem Wissen über einen Sachverhalt. Im Idealfall liegt allen eine sachgerecht und transparent beschriebene Analyse z.B. eines abzustellenden Missstands vor. Hier setzt das Konzept der "Viralen Demokratie" von Dr. Michael Berndt an: In der heutigen Zeit des Internets verfügt nahezu jeder über einen Email-Account. Damit kann grundsätzlich jeder eine Diskussions- und Entscheidungsprozess über einen Sachverhalt anstoßen, in dem er ihn formuliert und an Personen aus seinem persönlichen Umfeld per Email weiterleitet. Es empfiehlt sich, dem weiterzuleitenden Text eine kurze persönliche Bemerkung voranzustellen, um den Eindruck einer Spam-Email zu verhindern. Man steht dabei aber auch in der Verantwortung, den Sachverhalt sorgfältig unter Verwendung glaubhafter Quellen zu recherchieren. Auf diese einfache Art und Weise beginnt damit ein demokratischer Prozess: Beurteilt ihn auch der nächste Empfänger als wichtig, ist seine (demokratische) Aufgabe ihn an Personen aus seinem Umfeld weiterzuleiten und damit ihn in der Gesellschaft bekannt zu machen. Der Sachverhalt verbreitet sich "viral". Würde der Inhalt von jedem an drei bisher nicht informierte Personen weitergegeben werden, wären nach 17 Stufen knapp 140 Millionen Bürger informiert... Der Empfänger einer solchen Email beteiligt sich also aktiv an einem demokratischen Entscheidungsprozess. Ist er mit der vorgeschlagenen an gesellschaftlichen Werten orientierten Handlungsoption einverstanden, kann er zudem sofort aktiv (z. B. gegen einen Missstand) vorgehen. Er ist aber zugleich auch eine wichtige Kontrollinstanz: Sind die Quellen nicht überzeugend oder fehlen sie gar oder fehlt dem Sachverhalt die gesellschaftliche Relevanz, stoppt er den Verbreitungsprozess, in dem der Inhalt nicht weitergeleitet wird. Es beginnt also sofort ein sehr demokratischer Abstimmungsprozess. Die „Virale Demokratie“ gibt die Möglichkeit im privaten Umfeld, im privaten Raum zu agieren. Veröffentlicht man dagegen einen Sachverhalt über einen Twitter-Tweet, geht man in den öffentlichen Raum. Nimmt man mit einer Unterschrift an einer Petition teil, äußert man auch seine Meinung, unterstützt allerdings eine Handlungsoption eines anderen. In der Regel werden in Petitionen Dritte (z. B. Politiker) aufgefordert, etwas zu tun.

Um Manipulationen des Konzeptes vorzubeugen, erscheinen folgende Regeln sinnvoll: 1. Jeder Sachverhalt ist durch seriöse Quellen (z. B. bekannte und anerkannte internationale Organisation) zu belegen. Dabei sollten keine Links (über die Schad-Software aktiviert werden könnte) versendet werden, sondern die Quelle gut beschrieben werden, damit sie über eine Suchmaschine leicht gefunden werden kann. 2. Die Inhalte sollten nicht verändert werden. Anmerkungen sind deutlich zu kennzeichnen.


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