NDS:Piraten-Rat-Hannover

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PIRATEN zur Diskussion um Straßenumbenennungen in Hannover

M E D I E N I N F O R M A T I O N


Rats­frak­tion kri­ti­siert unde­mo­kra­ti­schen Allein­gang der Kul­tur­de­zer­nen­tin und for­dert die sofor­tige Ein­be­zie­hung der gesetz­lich zustän­di­gen Bezirks­räte und Fach­aus­schüsse des Rates.

Große Irri­ta­tion bei der PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver über die Kul­tur­de­zer­nen­tin: Mar­lis Dre­ver­mann hat am ver­gan­ge­nen Frei­tag (6.09.2013) im Allein­gang der Öffent­lich­keit ein Pro­jekt „Wis­sen­schaft­li­che Betrach­tung von namens­ge­ben­den Per­sön­lich­kei­ten“ vor­ge­stellt. Dabei geht es um die his­to­ri­sche Ein­ord­nung der Bio­gra­phien von Per­so­nen aus der NS-​​Zeit, nach denen Stra­ßen, Schu­len und kom­mu­nale Ein­rich­tun­gen benannt sind.

Die pri­mär für Stra­ßen­um­be­nen­nun­gen zustän­di­gen poli­ti­schen Gre­mien wur­den nicht über das Kon­zept­pa­pier infor­miert. Den Pla­nun­gen zufolge sol­len eine Pro­jekt­gruppe der Ver­wal­tung und ein beru­fe­ner Bei­rat unter Vor­sitz von Frau Dre­ver­mann unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit wir­ken. Ein­zige Schnitt­stelle zur Poli­tik soll gemäß Ver­wal­tungs­pa­pier die nicht-​​öffentlich tagende Geschäfts­ord­nungs­kom­mis­sion (GOK) sein. „Es ist unde­mo­kra­tisch, wenn ein nicht zustän­di­ges Gre­mium dar­über ent­schei­det, inwie­weit Mit­glie­der der Stadt­be­zirks­räte ein­be­zo­gen wer­den“, kri­ti­siert Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Dr. Jür­gen Junghänel.

Laut Nie­der­säch­si­schem Kom­mu­nal­ver­fas­sungs­ge­setz (§ 93) liegt die Zustän­dig­keit für Benen­nun­gen von Stra­ßen, Wegen und Plät­zen bei den Stadt­be­zirks­rä­ten bzw. beim Rat, wenn meh­rere Stadt­be­zirke betrof­fen sind. Der Rat ist auch für Ehren­bür­ger und Ehren­grä­ber zustän­dig, ebenso für kom­mu­nale Ein­rich­tun­gen. „Des­we­gen ist voll­kom­men unzu­rei­chend, dass Frau Dre­ver­mann ihre Pla­nun­gen nur dem ver­trau­lich tagen­den Ver­wal­tungs­aus­schuss zur Abstim­mung vor­le­gen will. Wir for­dern ein trans­pa­ren­tes Pro­jekt­ver­fah­ren, das die Bezirks­räte sowie die zustän­di­gen Fach­aus­schüsse von vorn­her­ein ein­be­zieht“, erklärt Dr. Junghänel.

Außer­dem sollte die Ver­wal­tung nach Ansicht der PIRATEN-​​Fraktion nicht ein­sei­tig – wie der­zeit vor­ge­se­hen – die Zusam­men­set­zung des Bei­ra­tes fest­le­gen. Viel­mehr soll­ten die Bei­rats­mit­glie­der unter Ein­be­zie­hung der demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Rats­mit­glie­der aus­ge­wählt wer­den. „Wir plä­die­ren für eine Erwei­te­rung des Bei­ra­tes, bei­spiels­weise um Ver­tre­ter von Sinti und Roma, von Les­ben und Schwu­len, von Zwangs­ar­bei­tern und Opfer­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie aus Part­ner­städ­ten. Außer­dem hal­ten wir zusätz­lich eine Über­prü­fung von Namens­ge­bern aus Zei­ten vor der Nazi-​​Diktatur für erfor­der­lich“, sagt der Frak­ti­ons­vor­sit­zende. Und wei­ter: „Neben der not­wen­di­gen Fach­dis­kus­sion brau­chen wir eine breite öffent­li­che Debatte in der gesam­ten han­no­ver­schen Stadtgesellschaft.“

(ver­öf­fent­licht am 8. Sep­tem­ber 2013)

PIRATEN-​​Fraktion stellt Zusatzantrag zum Kommunalen Wohnraumförderprogramm: „Am Gemeinwohl orientierte Antragsteller vorrangig fördern!”

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 3. Sep­tem­ber 2013 fol­gen­den Zusatz­an­trag im Zusam­men­hang mit den För­der­grund­sät­zen des geplan­ten kom­mu­na­len Wohn­raum­för­der­pro­gramms gestellt:

„In
– den Stadt­ent­wick­lungs– und Bau­aus­schuss
– den Aus­schuss für Haus­halt, Finan­zen und Rech­nungs­prü­fung
– den Ver­wal­tungs­aus­schuss
– die Rats­ver­samm­lung
– den Sozi­al­aus­schuss (zur Kennt­nis)
– die Stadt­be­zirks­räte 01 – 13 (zur Kenntnis)

Zusatz­an­trag gem. §§ 12 und 34 der GO des Rates der LH Han­no­ver zu Druck­sa­che 1724/​2013 (Kom­mu­na­les Wohn­raum­för­der­pro­gramm der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver), Anlage 1

zu beschlie­ßen:

In der Anlage 1 wird Abschnitt A. All­ge­mei­nes, 1. För­der­grund­sätze im ers­ten Punkt um einen Satz wie folgt ergänzt:

„Es wird die Neu­schaf­fung von Wohnungen

– durch Neu­bau von Miet– oder Genos­sen­schafts­woh­nun­gen oder
– durch Umbau bzw. Aus­bau bis­her nicht wohn­lich genutz­ter Räume zu abge­schlos­se­nen Wohnungen

im Stadt­ge­biet von Han­no­ver geför­dert. Am Gemein­wohl ori­en­tierte Antrags­stel­ler sol­len vor­ran­gig geför­dert wer­den.“

Begrün­dung:

Um eine hohe Wohn­qua­li­tät von geför­der­tem neuen Wohn­raum lange zu erhal­ten, sind fort­lau­fend Instand­hal­tungs­maß­nah­men not­wen­dig. Am Gemein­wohl ori­en­tierte Antrags­stel­ler – zum Bei­spiel Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten, gemein­nüt­zige Bau­ge­sell­schaf­ten oder Stif­tun­gen, aber auch kom­mu­nale Woh­nungs­un­ter­neh­men – bie­ten erfah­rungs­ge­mäß am ehes­ten die Gewähr dafür, die Wohn­qua­li­tät durch fort­lau­fende Inves­ti­tio­nen zu erhal­ten oder zu stei­gern. Sie sol­len des­we­gen vor­ran­gig berück­sich­tigt werden.

Hin­ge­gen sind Unter­neh­men, die eine mög­lichst hohe Kapi­tal­aus­schüt­tung anstre­ben, für ihre Instand­hal­tungs­scheu bekannt. Zudem hat die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver in der Ver­gan­gen­heit beim Ver­kauf städ­ti­scher Woh­nungs­be­stände an große bör­sen­no­tierte Woh­nungs– bzw. Invest­ge­sell­schaf­ten nega­tive Erfah­run­gen in Bezug auf die wei­tere Instand­hal­tung der ver­äu­ßer­ten Bestände machen müs­sen. Auch dies spricht für die vor­ge­schla­gene Ergän­zung der Fördergrundsätze.

Han­no­ver, den 3. Sep­tem­ber 2013

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Fraktion stellt Zusatzantrag für barrierefreie Unterführung des Friedrichswalls

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 28. August 2013 fol­gen­den Zusatz­an­trag im Zusam­men­hang mit der geplan­ten Umge­stal­tung des Tramm­plat­zes gestellt:

„In den Stadt­ent­wick­lungs– und Bau­aus­schuss
In den Verwaltungsausschuss

Zusatz­an­trag gemäß § 34 der Geschäfts­ord­nung des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 1412/​2013 (Umge­stal­tung des Trammplatzes)

zu beschlie­ßen:

Die Ver­wal­tung wird gebe­ten im Zuge der Umge­stal­tung des Tramm­plat­zes zu prü­fen, ob und mit wel­chem Auf­wand die Unter­füh­rung des Fried­richs­walls für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer bar­rie­re­frei umge­baut wer­den kann.

Begrün­dung:

Eine bar­rie­re­freie Unter­füh­rung der sechs­spu­ri­gen Haupt­ver­kehrs­straße Fried­richs­wall anstelle einer Ampel-​​Querung bie­tet Fuß­gän­gern, Rad– und Auto­fah­rern viele Vorteile:

Die ver­schie­de­nen Ver­kehrs­teil­neh­mer kön­nen unab­hän­gig von der gewähl­ten Ver­kehrs­art ohne zusätz­li­che War­te­zei­ten bar­rie­re­frei ihr Ziel erreichen.

Beson­ders für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer wäre eine eben­er­dige Que­rung des Fried­richs­walls mit lan­gen War­te­zei­ten an der geplan­ten Licht­si­gnal­an­lage ver­bun­den, da der Wech­sel über eine der­art breite Straße sicher nicht inner­halb einer Ampel-​​Grünphase mög­lich ist. Dazu kommt die Vor­rang­schal­tung für die Bus­li­nie 120.

Eine Licht­si­gnal­an­lage behin­dert aber auch den Ver­kehrs­fluss und führt zu unnö­ti­gen Umwelt-​​Belastungen durch brem­sende und anfah­rende Kraftfahrzeuge.

Ein Umbau der vor­han­de­nen Unter­füh­rung zwi­schen Theodor-​​Lessing-​​Platz und Tramm­platz ist sicher­lich not­wen­dig: Ram­pen­bau­werke auf bei­den Sei­ten ermög­li­chen volle Bar­rie­re­frei­heit. Eine sol­che Que­rung kann auch stadt­räum­lich attrak­tiv gestal­tet wer­den. Als Auf­wer­tungs­maß­nahme denk­bar ist zum Bei­spiel ein Decken­durch­bruch im Bereich des neuen Grün­strei­fens auf der ehe­ma­li­gen Busspur.

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”


Anfrage: Kunstgegenstände im Besitz der Landeshauptstadt Hannover

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 12. August 2013 fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Kunst­ge­gen­stände im Besitz der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Den wesent­li­chen Kern der Eröff­nungs­bi­lanz der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver im Rah­men der Ein­füh­rung des Neuen Kom­mu­na­len Rech­nungs­we­sens bil­dete die Erfas­sung und Bewer­tung sämt­li­cher Ver­mö­gens­ge­gen­stände. Dabei waren auch alle Kunst­ge­gen­stände zu berück­sich­ti­gen — unab­hän­gig davon, ob sich diese aktu­ell im tat­säch­li­chen Bestand der Stadt befan­den oder zum Bei­spiel als Leih­gabe in nicht­städ­ti­schen Einrichtungen.

Die umfang­rei­che Grafik-​​Sammlung des Han­no­ver­schen Künst­ler­ver­eins (HKV) ist seit län­ge­rem ohne öffent­li­chen Zugang im Nie­der­säch­si­schen Lan­des­mu­seum Han­no­ver (NLMH) depo­niert. Es han­delt sich um eine Samm­lung von Blät­tern aus der Früh­zeit der Druck­gra­fik bis zur Mitte des 19. Jahr­hun­derts, die als Lehr­samm­lung auf­ge­baut ist und der des­halb ein kul­tur­ge­schicht­li­cher Wert zukommt.

Die Grafik-​​Sammlung ist Eigen­tum der Lan­des­haupt­stadt. „Soweit bekannt und nach­voll­zieh­bar, wurde die Samm­lung Mitte der 1960er vom HKV an die Stadt ver­kauft“, erklärte hierzu Kul­tur­de­zer­nen­tin Dre­ver­mann gegen­über der PIRATEN-​​Fraktion. Auch liege „eine aus­führ­li­che Bewer­tung des Bestan­des“ vor.

Unsere Erkun­dun­gen zum Thema haben keine gesi­cherte Erkennt­nis dar­über gelie­fert, inwie­weit die Samm­lung in die Eröff­nungs­bi­lanz der Lan­des­haupt­stadt ein­ge­gan­gen ist.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

  1. Wurde die Grafik-​​Sammlung als Teil des Ver­mö­gens der Lan­des­haupt­stadt in der Eröff­nungs­bi­lanz berück­sich­tigt? (Wenn Ja, wo genau und mit wel­chen Wer­ten? Wenn Nein, warum nicht?)
  2. Wel­che schrift­li­chen Unter­la­gen über Datum, Kauf­preis und Kon­di­tio­nen des Erwerbs der Grafik-​​Sammlung gibt es und was sagen diese aus?
  3. Inwie­weit hat die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver einen voll­stän­di­gen Über­blick über die in ihrem Besitz befind­li­chen Kunst­ge­gen­stände ein­schließ­lich der kor­re­spon­die­ren­den Kauf­ver­träge, Schen­kungs­ver­ein­ba­run­gen und ähn­lich eigen­tums­re­le­van­ter Unterlagen?


Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

Anfrage: Hannovers Kommunikationssicherheit in der vernetzten Welt

Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Dis­kus­sio­nen um die Daten­spio­nage in Deutsch­land hat die PIRATEN-​​Fraktion am 8. Juli 2013 fol­gende Anfrage zur nächs­ten Rats­ver­samm­lung am 22. August 2013 gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Han­no­vers Kom­mu­ni­ka­ti­ons­si­cher­heit in der ver­netz­ten Welt


Das vom US-​​Militärgeheimdienst Natio­nal Secu­rity Agency (NSA) initi­ierte Spio­na­ge­pro­gramm PRISM ist ins Bewusst­sein der Öffent­lich­keit gelangt, nach­dem ein Whist­leb­lo­wer die Medien infor­miert hat. Der Geheim­dienst NSA sam­melt und ana­ly­siert Infor­ma­tio­nen jed­we­der elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­tion, min­des­tens sol­che, die über Ser­ver US-​​amerikanischer Groß­un­ter­neh­men lau­fen. Auch eine Echt­zeit­über­wa­chung der Anwen­der­ak­ti­vi­tä­ten ist möglich.

Wenige Tage nach Offen­le­gung der umfang­rei­chen NSA-​​Überwachungsmaßnahmen im Juni 2013 ist ein wei­te­rer Über­wa­chungs­skan­dal bekannt gewor­den. Der bri­ti­sche Geheim­dienst Govern­ment Com­mu­ni­ca­ti­ons Head­quar­ters (GCHQ) soll im Rah­men eines Pro­gramms namens „Tem­pora“ der­zeit rund 200 Glas­fa­ser­ka­bel anzap­fen, die — über Groß­bri­tan­nien lau­fend — einen Groß­teil des trans­at­lan­ti­schen Daten­ver­kehrs durch­lei­ten. Dar­un­ter befin­det sich auch das aus Deutsch­land kom­mende TAT-​​14-​​Kabel.* Wie bei PRISM wer­den dabei nicht nur Ver­bin­dungs­da­ten, son­dern auch Inhalte gespeichert.

Aus Deutsch­land, der wirt­schaft­lich stärks­ten Kraft in Europa, sol­len zum Bei­spiel jeden Monat rund 500 Mil­lio­nen Ver­bin­dun­gen über­wacht und gespei­chert wer­den, dar­un­ter Tele­fo­nate, E-​​Mails, Chat­bei­träge und SMS. Diese ver­dachts­un­ab­hän­gige Über­wa­chung ermög­licht ein umfäng­li­ches Aus­spio­nie­ren der Kom­mu­ni­ka­tion von Pri­vat­per­so­nen wie von Unter­neh­men, von Poli­ti­kern wie von Medien — und auch von Behörden.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

  1. Wie sind die elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wege der Ver­wal­tung gegen unbe­rech­tigte Zugriffe gesichert?
  2. Inwie­weit wird die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver und Wirt­schafts­un­ter­neh­men geschützt, in der es z.B. um wett­be­werbs­re­le­vante Fra­gen, Ansied­lun­gen oder Unter­neh­mens­ent­wick­lun­gen geht?
  3. Bie­tet die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern die Mög­lich­keit einer von Ende zu Ende ver­schlüs­sel­ten E-​​Mail-​​Kommunikation mit ihr?


Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​​​Fraktion fordert weiterhin fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei sogenanntem Finanzierungs-​​​​Contracting für Solarstrom

Zur geplan­ten Instal­la­tion von Solar­strom­an­la­gen im soge­nann­ten Finanzierungs-​​Contracting hat die Ver­wal­tung am 10. Juni 2013 eine Neu­fas­sung der Beschluss­druck­sa­che 0920/​2013 vor­ge­legt. Die PIRATEN-​​Fraktion hat dar­auf­hin ihren Ände­rungs­an­trag vom 24. Mai 2013 (Drs. 1303/​2013) in der Sit­zung des Aus­schus­ses für Haus­halt, Finan­zen und Wirt­schafts­prü­fung am 12. Juni 2013 zurück­ge­zo­gen und zugleich fol­gen­den neuen Ände­rungs­an­trag eingereicht:
„In

  • den Aus­schuss für Haus­halt, Finan­zen und Rech­nungs­prü­fung
  • den Aus­schuss für Umwelt­schutz und Grün­flä­chen
  • den Aus­schuss für Arbeitsmarkt-​​, Wirt­schafts– und Lie­gen­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten
  • den Ver­wal­tungs­aus­schuss
  • die Ratsversammlung

Ände­rungs­an­trag gemäß §§ 12 und 34 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 0920/​2013 N1 (Instal­la­tion von Solar­strom­an­la­gen im Con­trac­ting auf den Dächern städ­ti­scher Liegenschaften)
zu beschlie­ßen:
Der Antrags­text wird wie folgt geändert:

  1. Die Ver­wal­tung wird beauf­tragt, eine Aus­schrei­bung für die Instal­la­tion von ca. 11 Solar­strom­an­la­gen (im Fol­gen­den kurz PV-​​Anlagen genannt) als Finanzierungs-​​Contracting vorzubereiten.
  2. Die Ver­wal­tung kann auch andere, nicht in Anlage 1 auf­ge­führte Lie­gen­schaf­ten in den Aus­schrei­bungs­ent­wurf auf­neh­men oder Lie­gen­schaf­ten her­aus­neh­men, wenn dies sach­lich begrün­det wird und wirt­schaft­lich ist.
  3. Die Beschluss­fas­sung erfolgt erst, nach­dem die Ver­wal­tung den zustän­di­gen Rats­gre­mien die für eine Aus­schrei­bung not­wen­di­gen kon­kre­ten Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen vor­ge­legt hat.



Begrün­dung:

Die von der Ver­wal­tung vor­ge­legte Neu­fas­sung der Drs. 0920/​2013 geht inhalt­lich deut­lich über die Ursprungs­druck­sa­che hin­aus. Dies betrifft ins­be­son­dere die Absicht der Ver­wal­tung, sich durch Punkt 2 der Drs. 0920/​2013 N1 ermäch­ti­gen zu las­sen, über die Beauf­tra­gung der Aus­schrei­bung von ca. 11 Photovoltaik-​​Anlagen hin­aus wei­tere Aus­schrei­bun­gen für PV-​​Anlagen durchzuführen.

Wei­ter­hin beab­sich­tigt die Stadt­ver­wal­tung im Zusam­men­hang mit der geplan­ten Errich­tung von Photovoltaik-​​Anlagen, das soge­nannte Finanzierungs-​​Contracting anzu­wen­den. Da es ver­schie­dene Contracting-​​Formen gibt, sollte die­ser Begriff im Antrag ent­spre­chend prä­zise benannt werden.

Das soge­nannte Finanzierungs-​​Contracting ist ein kre­di­tähn­li­ches Rechts­ge­schäft, genau wie z.B. das ÖPP-​​Verfahren, das auf­grund unter­schied­li­cher Erfah­run­gen in der Fach­welt kon­tro­vers dis­ku­tiert wird.

Manch kre­di­tähn­li­ches Rechts­ge­schäft, das in der Pro­jek­tion als ren­tier­lich und risi­ko­frei dar­ge­stellt wor­den ist, hat Kom­mu­nen spä­ter nega­tive finan­zi­elle Fol­gen gebracht — trotz soge­nann­ter unab­hän­gi­ger Gut­ach­ten und Geneh­mi­gung durch die Kom­mu­nal­auf­sicht. Auch die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver hat nicht nur posi­tive Erfah­run­gen mit kre­di­tähn­li­chen Rechts­ge­schäf­ten gemacht, wie z.B. der Fall des Mis­bur­ger Bades zeigt.

Da es sich um die erst­ma­lige Anwen­dung des Finanzierungs-​​Contracting im Bereich von Photovoltaik-​​Anlagen han­delt, bedarf es ins­be­son­dere bezüg­lich der Wirt­schafts­da­ten und der Wirt­schaft­lich­keits­pro­gno­sen beson­de­rer Sorg­falt und Aufmerksamkeit.

Nur bei Vor­lage fun­dier­ter Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen und damit zusam­men­hän­gen­der Fach­da­ten und –infor­ma­tio­nen kann der Rat das Vor­ha­ben sach­ge­recht beur­tei­len, mög­li­che lang­fris­tige finan­zi­elle Risi­ken abschät­zen und eine ver­ant­wor­tungs­volle Ent­schei­dung treffen.

Ohne umfas­sende Infor­ma­tio­nen zu den ein­zel­nen Pla­nungs­schrit­ten und ohne eine nach­voll­zieh­bare Kal­ku­la­tion, die neben finan­zi­el­len Aspek­ten auch sol­che der Nach­hal­tig­keit ein­be­zieht, ist eine wirk­li­che Kon­trolle durch den Rat nicht möglich.

Auch die von der Ver­wal­tung vor­ge­legte Neu­fas­sung beinhal­tet kein prüf­ba­res Zah­len­werk, son­dern beruht nach wie vor im Wesent­li­chen auf Annah­men. Da kon­krete Berech­nun­gen im Rah­men einer Aus­schrei­bung sowieso erar­bei­tet wer­den müs­sen, bringt der vor­lie­gende Ände­rungs­an­trag keine zeit­li­che Ver­zö­ge­rung bezüg­lich einer even­tu­el­len Umset­zung des Vor­ha­bens mit sich.

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

Verkehrspolitiker Dirk Hillbrecht beantragt integriertes Konzept für Radwegeführung am Aegidientorplatz

PIRATEN-​​Ratsherr Dirk Hill­brecht hat in der Sit­zung des Stadt­ent­wick­lungs– und Bau­aus­schus­ses am 5. Juni 2013 zu einem Antrag der Links­frak­tion zu Ampel­pha­sen am han­no­ver­schen Aegi­dien­tor­platz (Drs. 1277/​2013) fol­gen­den Ände­rungs­an­trag gestellt:

„In den Stadt­ent­wick­lungs– und Bauausschuss

Ände­rungs­an­trag gemäß §§ 12 und 34 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 1277/​2013 (Antrag der Frak­tion DIE LINKE. zur Kor­rek­tur der Ampel­pha­sen auf dem Aegi­dien­tor­platz im Bereich zwi­schen Marienstraße/​Schiffgraben, Hil­des­hei­mer Straße und Friedrichswall)

zu beschlie­ßen:

Die zustän­dige Ver­wal­tung wird auf­ge­for­dert, ein inte­grier­tes Kon­zept für die Rad­we­ge­füh­rung am Aegi­dien­tor­platz vor­zu­le­gen und umzu­set­zen, das alle Rela­tio­nen des Rad­ver­kehrs berück­sich­tigt und den Rad­ver­kehr schnell und gefah­ren­arm in den Gesamt­ver­kehr integriert.

Begrün­dung:

erfolgt münd­lich

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Fraktion stellt Änderungsantrag bzgl. Einführung von Gender Budgeting

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 3. Juni 2013 fol­gen­den Ände­rungs­an­trag zu einer poli­ti­schen Initia­tive der Rats­frak­tio­nen von SPD und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN gestellt:

„In

  • den Gleich­stel­lungs­aus­schuss
  • den Kul­tur­aus­schuss
  • den Aus­schuss für Arbeits­markt, Wirt­schafts– und Lie­gen­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten
  • den Aus­schuss für Haus­halt, Finan­zen und Rech­nungs­prü­fung
  • den Ver­wal­tungs­aus­schuss
  • die Ratsversammlung


Ände­rungs­an­trag gemäß §§ 12 und 34 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 0410/​2013 (Ein­füh­rung Gen­der Budgeting)

zu beschlie­ßen:

Der Antrags­text wird wie folgt geändert:

Die Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte defi­niert pro­be­weise für zwei von ihr zu wäh­lende wesent­li­che Pro­dukte sol­che Pro­dukt­ziele und Kenn­zah­len, die ihr zur Errei­chung gleich­stel­lungs­po­li­ti­scher Ziele sinn­voll erscheinen.

Diese wer­den in den Haus­halts­plan­ent­wurf für das Jahr 2014 aufgenommen.

Die Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte infor­miert im Rah­men ihrer regel­mä­ßi­gen Berichte im Gleich­stel­lungs­aus­schuss über die ent­wi­ckel­ten Ziele und Kenn­zah­len sowie die Ergeb­nisse der prak­ti­schen Umsetzung.

Begrün­dung:

Das neue kom­mu­nale Rech­nungs­we­sen bie­tet die not­wen­di­gen Instru­mente, gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Ziele im Haus­halt zu defi­nie­ren und zu kon­trol­lie­ren. Gen­der­po­li­ti­sche Ansätze mit­tels Pro­dukt­zie­len und Kenn­zah­len in den Haus­halt auf­zu­neh­men, wurde bereits vor fünf Jah­ren in Drs. 1748/​2008 ange­kün­digt. Eine Umset­zung ist somit überfällig.

In der Ant­wort auf die Anfrage der PIRATEN-​​Fraktion zum Thema Gen­der Main­strea­ming in der Haus­halts­pla­nung Drs. 0896/​2013 geht die Ver­wal­tung bei einer kon­se­quen­ten Ein­füh­rung von Gen­der Bud­ge­ting von hohem per­so­nel­len und finan­zi­el­len Auf­wand aus. Durch die Beschrän­kung auf zwei von der Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten selbst gewählte Pro­dukte kann die­ser Auf­wand auf ein Min­dest­maß begrenzt wer­den. Sie ist in der Lage Pro­dukte aus­zu­wäh­len, die sich auf Grund bereits vor­han­de­ner Daten­ba­sis am bes­ten eig­nen, um rasch gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Ziele zu defi­nie­ren. Anders erscheint selbst pro­be­weise eine Ein­füh­rung zum Haus­halt 2014 zeit­lich nicht umsetzbar.

Zum Haus­halt 2015 kann der Rat über Erfolg oder Miss­er­folg der Test­ein­füh­rung bera­ten und über das wei­tere Vor­ge­hen entscheiden.

Da die Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte ohne­hin regel­mä­ßig im feder­füh­ren­den Gleich­stel­lungs­aus­schuss aus­führ­lich berich­tet, ist die Vor­gabe zusätz­li­cher Berichts­pflich­ten entbehrlich.

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

Anfrage: Kreditähnliche Rechtsgeschäfte der Landeshauptstadt Hannover

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 29. Mai 2013 fol­gende Anfrage für die nächste Rats­ver­samm­lung am 13. Juni 2013 gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Kre­di­tähn­li­che Rechts­ge­schäfte der Lan­des­haupt­stadt Hannover


Die Stadt­ver­wal­tung setzt bei der Finan­zie­rung von Pro­jek­ten auch auf kre­di­tähn­li­che Rechts­ge­schäfte. Dazu zäh­len u.a. soge­nannte Contracting-​​Verfahren und Modelle der soge­nann­ten öffentlich-​​privaten Part­ner­schaft (ÖPP).
Bezüg­lich des Ein­sat­zes sol­cher Finan­zie­rungs­mo­delle wird gerne ange­führt, sie seien ange­sichts von Über­schul­dung sowie Decke­lung der Inves­ti­ti­ons­kre­dite durch die Kom­mu­nal­auf­sicht alternativlos.

In der Fach­welt wer­den der­ar­tige Finan­zie­rungs­mo­delle kon­tro­vers dis­ku­tiert. Manch kre­di­tähn­li­ches Rechts­ge­schäft, das in der Pro­jek­tion als ren­tier­lich und risi­ko­frei dar­ge­stellt wor­den ist, hat Kom­mu­nen spä­ter nega­tive finan­zi­elle Fol­gen gebracht — trotz soge­nann­ter unab­hän­gi­ger Gut­ach­ten und Geneh­mi­gung durch die Kom­mu­nal­auf­sicht. Auch die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver hat nicht nur posi­tive Erfah­run­gen mit kre­di­tähn­li­chen Rechts­ge­schäf­ten gemacht, wie z.B. der Fall des Mis­bur­ger Bades zeigt. Und in der Han­no­ver­schen All­ge­mei­nen Zei­tung vom 29. Mai 2013 wird im Zusam­men­hang mit der geplante Ret­tungs­leit­stelle fest­ge­stellt: „Ist unterm Strich meist etwas teu­rer, erlaubt aber klam­men Kom­mu­nen trotz Über­schul­dung Großprojekte.“

Dabei trifft der Kre­dit­er­lass des Lan­des Nie­der­sach­sen, der in sei­ner aktu­ell gül­ti­gen Fas­sung 2008 beschlos­sen wurde, ver­bind­li­che Rege­lun­gen zu den ver­schie­de­nen Aspek­ten der Kre­dit­wirt­schaft kom­mu­na­ler Kör­per­schaf­ten. Dort heißt es u.a.: „Wenn die Haus­halts­lage eine Kre­dit­fi­nan­zie­rung nicht zulässt, ist auch ein kre­di­tähn­li­ches Rechts­ge­schäft unzulässig.“

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

  1. Ber­gen kre­di­tähn­li­che Rechts­ge­schäfte aus Sicht der Ver­wal­tung Risi­ken? (Wenn Ja, wel­che? Wenn Nein, warum nicht?)
  2. Wer­den kre­di­tähn­li­che Rechts­ge­schäfte auf das Kre­dit­vo­lu­men des Haus­halts der LHH ange­rech­net? (Wenn Ja, wo lie­gen dann die Vor­teile bei kre­di­tähn­li­chen Rechts­ge­schäf­ten? Wenn Nein, wel­che kurz– und lang­fris­ti­gen Fol­gen ent­ste­hen für die Haus­halts­lage und die wei­tere Haushaltsplanung?)
  3. Inwie­fern erfolgt eine detail­lierte Erfas­sung und Dar­stel­lung aller Ein­zel– und Gesamt­kos­ten kre­di­tähn­li­cher Rechts­ge­schäfte von der Pla­nungs­phase über die Aus­schrei­bung bis zur Umset­zung (zum Bei­spiel im Haus­halts­plan oder andernorts)?



Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”


PIRATEN-​​Fraktion fordert fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei sogenanntem Finanzierungs-​​Contracting für Solarstrom

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 24. Mai 2013 fol­gen­den Ände­rungs­an­trag zur geplan­ten Instal­la­tion von Solar­strom­an­lat­gen im soge­nann­ten Finanzierungs-​​Contracting vorgelegt:

„In

  • den Aus­schuss für Arbeitsmarkt-​​, Wirt­schafts– und Lie­gen­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten
  • den Aus­schuss für Umwelt­schutz und Grün­flä­chen
  • den Aus­schuss für Haus­halt, Finan­zen und Rech­nungs­prü­fung
  • den Ver­wal­tungs­aus­schuss
  • die Ratsversammlung

Ände­rungs­an­trag gemäß §§ 12 und 34 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 0920/​2013 (Instal­la­tion von Solar­strom­an­la­gen im Con­trac­ting auf den Dächern städ­ti­scher Liegenschaften)

zu beschlie­ßen:

Der Antrags­text wird wie folgt geändert:

  1. Die Ver­wal­tung wird beauf­tragt, eine Aus­schrei­bung für die Instal­la­tion von ca. 11 Solar­strom­an­la­gen (im Fol­gen­den kurz PV-​​Anlagen genannt) als Finanzierungs-​​Contracting vorzubereiten.
  2. Die Beschluss­fas­sung erfolgt erst, nach­dem die für eine Aus­schrei­bung not­wen­di­gen kon­kre­ten Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen vorliegen.
  3. Die Ver­wal­tung kann auch andere, nicht in Anlage 1 auf­ge­führte Lie­gen­schaf­ten in den Aus­schrei­bungs­ent­wurf auf­neh­men oder Lie­gen­schaf­ten her­aus­neh­men, wenn dies sach­lich begrün­det wird und wirt­schaft­lich ist.

Begrün­dung:

Die Stadt­ver­wal­tung beab­sich­tigt im Zusam­men­hang mit der Errich­tung von Photovoltaik-​​Anlagen, das soge­nannte Finanzierungs-​​Contracting anzu­wen­den. Da es meh­rere Contracting-​​Formen gibt, sollte die­ser Begriff im Antrag ent­spre­chend prä­zise gewählt werden.

Das soge­nannte Finanzierungs-​​Contracting ist ein kre­di­tähn­li­ches Rechts­ge­schäft, genau wie z.B. das ÖPP-​​Verfahren, das auf­grund unter­schied­li­cher Erfah­run­gen in der Fach­welt kon­tro­vers dis­ku­tiert wird.

Manch kre­di­tähn­li­ches Rechts­ge­schäft, das in der Pro­jek­tion als ren­tier­lich und risi­ko­frei dar­ge­stellt wor­den ist, hat Kom­mu­nen spä­ter nega­tive finan­zi­elle Fol­gen gebracht — trotz soge­nann­ter unab­hän­gi­ger Gut­ach­ten und Geneh­mi­gung durch die Kom­mu­nal­auf­sicht. Auch die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver hat nicht nur posi­tive Erfah­run­gen mit kre­di­tähn­li­chen Rechts­ge­schäf­ten gemacht, wie z.B. der Fall des Mis­bur­ger Bades zeigt.

Da es sich um die erst­ma­lige Anwen­dung des Finanzierungs-​​Contracting im Bereich von Photovoltaik-​​Anlagen han­delt, bedarf es ins­be­son­dere bezüg­lich der Wirt­schafts­da­ten und der Wirt­schaft­lich­keits­pro­gno­sen beson­de­rer Sorg­falt und Aufmerksamkeit.

Nur bei Vor­lage fun­dier­ter Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen und damit zusam­men­hän­gen­der Fach­da­ten und –infor­ma­tio­nen kann der Rat das Vor­ha­ben sach­ge­recht beur­tei­len, mög­li­che lang­fris­tige finan­zi­elle Risi­ken abschät­zen und eine ver­ant­wor­tungs­volle Ent­schei­dung treffen.

Zudem ist ohne eine nach­voll­zieh­bare Kal­ku­la­tion und ohne umfas­sende Infor­ma­tio­nen zu den ein­zel­nen Pla­nungs­schrit­ten eine wirk­li­che Kon­trolle durch den Rat nicht möglich.

Die Ursprungs-​​Drucksache beinhal­tet kein prüf­ba­res Zah­len­werk, son­dern beruht im Wesent­li­chen auf Annah­men. Da kon­krete Berech­nun­gen im Rah­men einer Aus­schrei­bung sowieso erar­bei­tet wer­den müs­sen, bringt der vor­lie­gende Ände­rungs­an­trag keine zeit­li­che Ver­zö­ge­rung bezüg­lich einer even­tu­el­len Umset­zung des Vor­ha­bens mit sich.

Dirk Hill­brecht

(stellv. Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der)”


PIRATEN-​​Fraktion für kostenlose Beförderung aller Schulpflichtigen

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 17. Mai 2013 einen Ände­rungs­an­trag zu einem gemein­sa­men Antrag der Eltern– und Schü­ler­ver­tre­ter im Schul­aus­schuss gestellt, der eine kos­ten­lose Beför­de­rung aller Schul­pflich­ti­gen zum Ziel hat. Der Ände­rungs­an­trag, der in der nächs­ten Sit­zung des Schul­aus­schus­ses am 22. Mai 2013 behan­delt wer­den wird, hat fol­gen­den Wortlaut:

„In den Schulausschuss
Ände­rungs­an­trag gemäß §§ 12 und 34 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 0829/​2013 (Erhalt einer kos­ten­lo­sen Schülerfahrkarte)
zu beschlie­ßen:
Der Antrags­text wird wie folgt geändert:

Die Rats­ver­samm­lung möge beschlie­ßen: Der Ober­bür­ger­meis­ter der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver wird beauf­tragt, sich unter Ein­be­zie­hung der Region Han­no­ver bei der nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung für eine gesetz­li­che Rege­lung ein­zu­set­zen, die künf­tig allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern an all­ge­mein­bil­den­den Schu­len sowie an Berufs­fach– und För­der­schu­len eine kos­ten­lose Beför­de­rung zur Schule bis zum 13. Schul­jahr­gang ermög­licht. Dabei ist die kom­mu­nal fest­ge­legte Min­dest­ent­fer­nung zwi­schen Woh­nung und Schule zu beachten.
Begrün­dung:
§ 114 des Nie­der­säch­si­schen Schul­ge­set­zes regelt die kos­ten­lose Schü­ler­be­för­de­rung — und beschränkt diese, an all­ge­mein­bil­den­den Schu­len zum Bei­spiel auf Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 1. bis 10. Schul­jahr­gänge. Um eine dau­er­hafte und rechts­ver­bind­li­che Rege­lung im Sinne der Antrag­stel­lung zu errei­chen, die den Zeit­raum der all­ge­mei­nen Schul­pflicht in allen Schul­for­men ein­schließt, bedarf es einer ent­spre­chen­den Ände­rung des Nie­der­säch­si­schen Schulgesetzes.

Die Region Han­no­ver soll ein­be­zo­gen wer­den, weil sie für die Schü­ler­be­för­de­rung in der gesam­ten Region ein­schließ­lich der Lan­des­haupt­stadt zustän­dig ist.

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

Anfrage: Pflegeheim-​​Plätze in Hannover

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 6. Mai 2013 folgende Anfrage gestellt:

In die Ratsversammlung

Anfrage  gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Pflegeheim-​​Plätze in Hannover

Der Senio­ren­bei­rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver hat sich in sei­ner letz­ten Dele­gier­ten­voll­ver­samm­lung am 17. April 2013 u.a. mit der Frage sta­tio­nä­rer Pfle­ge­plätze befasst. Ein­stim­mig wurde von der Dele­gier­ten­voll­ver­samm­lung ein „Antrag zur Ver­mei­dung wei­te­rer Pflegeheim-​​Plätze“ beschlos­sen. Der Antrag hat fol­gen­den Wortlaut:

In der Stadt Han­no­ver gibt es seit Jah­ren ein Über­an­ge­bot von Heim­plät­zen. Darum bit­tet der Senio­ren­bei­rat Rat und Ver­wal­tung, städ­ti­sche Grund­stü­cke nicht an Trä­ger zu ver­ge­ben, die beab­sich­ti­gen, zusätz­li­che Pfle­ge­heime zu bauen. Dar­über hin­aus for­dert der Senio­ren­bei­rat Rat und Ver­wal­tung auf, alle poli­ti­schen Mög­lich­kei­ten zu nut­zen, den wei­te­ren Bau von gro­ßen Pfle­ge­hei­men zu unterbinden.“

Der Senio­ren­bei­rat begrün­det sei­nen Antrag wie folgt:

Um das Ange­bot für neue Wohn­for­men zu erwei­tern, sollte ähn­lich wie in Ham­burg und Mün­chen ein fest­zu­le­gen­der Pro­zent­satz sol­chen Pro­jek­ten ange­bo­ten wer­den. Ziel sollte es sein, künf­tig nur noch quar­tiers­be­zo­gene, klei­nere sta­tio­näre Ein­rich­tun­gen mit Bera­tung und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­ge­bo­ten und häus­li­cher Betreu­ung zu unter­stüt­zen, um dem Grund­satz ‚ambu­lant vor sta­tio­när‘ umzusetzen.“

Im Zusam­men­hang mit dem Beschluss der Dele­gier­ten­voll­ver­samm­lung fra­gen wir die Verwaltung:

1. Wie hat sich die Zahl der Heim­plätze in Han­no­ver und deren Aus­las­tung  in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt und auf wel­che Fak­to­ren führt die Ver­wal­tung diese Ent­wick­lung zurück?

2. Inwie­weit unter­stützt die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver die Ein­rich­tung quar­tiers­be­zo­ge­ner, klei­ne­rer sta­tio­nä­rer Ein­rich­tun­gen mit Bera­tung, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­ge­bo­ten und häus­li­cher Betreuung?

3. Inwie­weit gab und gibt es Inter­es­sens­be­kun­dun­gen von Drit­ten, auf Grund­stü­cken in Han­no­ver neue Senio­ren­wohn­an­la­gen zu errich­ten bezie­hungs­weise zu betreiben?

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”


PIRATEN kritisieren Grundsatzbeschluss zur D-​​Linie: „Idee des einheitlichen Stadtbahnnetzes wird zerstört!”

Einen Grund­satz­be­schluss zum ober­ir­di­schen Aus­bau der D-​​Linie hat die Mehr­heits­ko­ali­tion aus SPD und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN am 25. April 2013 in der Rats­ver­samm­lung durch­ge­drückt — gegen die gesamte Oppo­si­tion. Vor der Abstim­mung gab es eine hit­zige Debatte, ent­facht von Rat­spi­rat Dirk Hill­brecht mit einer enga­gier­ten Rede für die Tun­nel­va­ri­ante als zukunfts­fä­hi­ger Lösung. Nach­fol­gend doku­men­tie­ren wir die­sen Bei­trag im Wortlaut:

„Am 23. Juni 1965 hat der Rat die­ser Stadt — ein­stim­mig — den Beschluss gefasst, „zur Ver­bes­se­rung des Gesamt­ver­kehrs und zur För­de­rung des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs in der Stadt Han­no­ver eine U-​​Bahn zu bauen“. Der Beschluss war eine Vision: Die Vision, in Han­no­ver einen ein­heit­li­chen, leis­tungs­fä­hi­gen, zukunfts­si­che­ren, öffent­li­chen Schie­nen­ver­kehr zu schaffen.

Hier und heute soll diese Vision nun zu Grabe getra­gen wer­den. Die Idee des ein­heit­li­chen Stadt­bahn­net­zes für alle Bür­ger und alle Stadt­teile wird zer­stört. Und diese Zer­stö­rung soll auch noch umfas­send sein. Schauen wir uns die pro­jek­tierte Linie 10 an: Sie wird einen stadt­ge­rech­ten Aus­bau von Goe­the– und Kurt-​​Schumacher-​​Straße ver­hin­dern. Sie wird rund um den Bahn­hof gefähr­li­che Bar­rie­ren für Fuß­gän­ger, Rad­fah­rer und den moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr schaf­fen. Sie ist wei­ter­hin mehr schlecht als recht mit dem übri­gen Stadt­bahn­netz ver­knüpft. Sie ist von vorn bis hin­ten das Zeug­nis einer ideo­lo­gi­sier­ten Fehlplanung!

Meine Damen und Her­ren von rot-​​grün, Sie reden immer von Nach­hal­tig­keit. Ich erin­nere mich gut an die Aus­sa­gen des üstra-​​Vertreters in der Anhö­rung des Bau­aus­schus­ses am 3. April 2013: Die Ange­bots­qua­li­tät wird nach dem Umbau sin­ken und die End­hal­te­stelle am Rasch­platz ver­hin­dert jede Takt­ver­dich­tung und damit jede Qua­li­täts­stei­ge­rung der Linie.

Zudem wird die ganze Stre­cke nur für 50-​​Meter kurze Züge aus­ge­baut. Und damit wer­den län­gere Züge für höhere Kapa­zi­tä­ten ver­hin­dert. Das soll nach­hal­tig sein? Zumal, wenn es mehr als 50 Mil­lio­nen Euro kos­ten soll? Nein, das ist armselig.

Nach­hal­tig wäre es, das Ziel­netz der han­no­ver­schen Stadt­bahn zu voll­en­den. Mit der ein­zig sinn­vol­len Bau­maß­nahme in der Innen­stadt: Dem Tun­nel zwi­schen Goe­the­platz, Stein­tor und Rasch­platz. Und der Vision, das Netz wei­ter leis­tungs­fä­hig auszubauen.

Meine Damen und Her­ren, wenn eine leis­tungs­fä­hige Stadt­bahn nicht in die Lim­mer­straße passt, dann könnte man auch dort über eine Lini­en­füh­rung dar­un­ter nach­den­ken. Die Lis­ter Meile zeigt, wie sehr eine Straße davon pro­fi­tie­ren kann, wenn man ver­schie­dene Ver­kehrs­ebe­nen nutzt. Das wäre dann mal visio­näre Ver­kehrs­po­li­tik. Und nachhaltig.

Seien wir ehr­lich: Sie von der SPD und von den Grü­nen wis­sen ja selbst, wie sehr Ihre Argu­mente an den Rea­li­tä­ten vor­bei gehen. Die vor­be­rei­tete U-​​Bahnstation am Rasch­platz sei völ­lig unge­eig­net für die Stadt­bahn, so eine Behaup­tung. Ihren Aus­sa­gen zufolge will da nie­mand hin.

Die ober­ir­di­sche Stre­cke mit ähn­lich gela­ger­tem End­punkt hin­ge­gen ist „die beste Idee über­haupt“, weil die Leute damit end­lich zwi­schen Stein­tor und Rasch­platz fah­ren kön­nen. Ja was denn nun? Sie wider­spre­chen sich selbst und hof­fen, dass es nie­mand merkt. Meine Damen und Her­ren, das klappt wohl nicht.

Mehr noch: Sie stel­len die ursprüng­li­che D-​​Linienplanung immer wie­der mit dem Argu­ment in Frage, Han­no­ver würde nicht so wach­sen wie sei­ner­zeit ange­nom­men. Gleich­zei­tig sind alle stolz wie Bolle, dass Han­no­ver eben doch wächst. 500.000 Ein­woh­ner, 510.000, 520.000 – …

Eines der größ­ten Wohn­neu­bau­ge­biete wird die Was­ser­stadt Lim­mer. Sie liegt genau im Ein­zugs­be­reich der Linie 10. Da wurde sogar schon über eine Zweigstre­cke nach­ge­dacht. Aber sol­chen Über­le­gun­gen wird mit der hier geplan­ten Schmal­spur­stra­ßen­bahn ein Rie­gel vor­ge­scho­ben. Wie soll das Bähn­chen denn die Leute da weg­be­kom­men? Wurde dar­auf in den Fahrgast-​​Prognosen ein­ge­gan­gen? Nein, liebe Zuhö­rende, die dies­be­züg­li­chen Zah­len der Region waren statt­des­sen immer gerade so, wie es der Erhalt der grün-​​roten Koali­tion einforderte.

Der Mehr­heits­ko­ali­tion war nie beson­ders daran gele­gen, die öffent­li­che Dis­kus­sion zum Thema anzu­trei­ben. Ich finde es unmög­lich, dass über die Gestal­tung der Han­no­ver­schen Innen­stadt nicht der Rat der Stadt und seine Gre­mien bera­ten. Statt­des­sen treibt die hier völ­lig deplat­zierte Region rot-​​grüne Hin­ter­zim­mer­po­li­tik voran. Und unser Gre­mium, der Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, soll zu einer Abnick­ver­samm­lung degra­diert werden.

Meine Damen und Her­ren, schauen wir mal ein wenig in die Zukunft. Die ÖPNV-​​Fahrgastzahlen wer­den wei­ter stei­gen, das ist erklär­tes — und rich­ti­ges — Ziel der han­no­ver­schen Stadt­po­li­tik. Und wie wir seit ges­tern wis­sen, wird eine sol­che Stei­ge­rung ja auch bereits fröh­lich in die Finan­zie­rungs­pro­gno­sen der Region hin­ein­ge­rech­net. Die Bim­mel­bahn von und nach Linden-​​Nord wird diese Bedarfe nicht bewäl­ti­gen kön­nen. Irgend­wann — eher frü­her als spä­ter — wer­den sich Ver­wal­tung und Poli­tik an die vor­sorg­li­chen Bau­ten am Stein­tor und am Rasch­platz erin­nern müs­sen. Diese Bau­ten sind das Ver­mächt­nis aus einer Zeit, in der man wei­ter dachte als das hier und heute bei der Mehr­heit der Fall sein soll.

Ist das nun das Ende vom Lied? Nein, nein. Die hier vor­lie­gende Beschluss­druck­sa­che steht unter einem Finan­zie­rungs­vor­be­halt. Die Lan­des­nah­ver­kehrs­ge­sell­schaft Nie­der­sach­sen, kurz: LNVG, kann dem Gan­zen ziem­lich ein­fach den Saft abdre­hen, indem sie den Blöd­sinn schlicht nicht finan­ziert. Ich sage Ihnen ganz offen: Mein Wunsch ist, dass genau das passiert.

Und es würde mich schon inter­es­sie­ren, wie viele von Ihnen aus der Mehr­heits­ko­ali­tion im Stil­len den­ken: ‚Ja, eine kom­plette Neu­pla­nung wäre bes­ser für unsere Stadt.’

Liebe Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, als Man­dats­trä­ger in die­sem Rat sind wir nur dem Gemein­wohl und unse­rem Gewis­sen ver­pflich­tet. Wenn Sie diese Pläne für falsch hal­ten, dann wäre an sich die not­wen­dige Kon­se­quenz, sie hier und heute abzu­leh­nen. Hof­fen Sie nicht dar­auf, dass die LNVG Ihnen diese Ent­schei­dung abnimmt. Nein, wir alle hier tra­gen Ver­ant­wor­tung für die Ent­wick­lung unse­rer Stadt.

Die PIRATEN-​​Fraktion wird die Beschluss­druck­sa­che der Ver­wal­tung ableh­nen. Anders als 1965 wird es dies­mal kei­nen ein­stim­mi­gen Beschluss geben. So viel steht schon mal fest.”

PIRATEN-​​Fraktion zu Bestandsdatenauskunft: „Geplante Gesetzesänderungen gefährden Grundrechte!”

M E D I E N I N F O R M A T I O N

ANFRAGE AN DIE VERWALTUNG

Wel­che Aus­wir­kun­gen haben die vor­ge­se­he­nen Ände­run­gen des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes und der Bestands­da­ten­aus­kunft auf Bür­ger und Stadt Han­no­ver? Das möchte die PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver von der Ver­wal­tung wis­sen. Dazu hat sie eine aktu­elle Anfrage (Drs. 0870/​2013) zur nächs­ten Rats­ver­samm­lung am 25. April 2013 gestellt.

Zum Hin­ter­grund:

Der Deut­sche Bun­des­tag hat mit einer Mehr­heit von CDU/​CSU, FDP und SPD am 21. März 2013 eine Novelle zum Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setz und zur Neu­re­ge­lung der Bestands­da­ten­aus­kunft durchgesetzt.

Die von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­schla­ge­nen Neu­re­ge­lun­gen gehen über die bis­he­rige Rechts­lage hin­aus und sol­len staat­li­chen Diens­ten und Behör­den (ins­be­son­dere Geheim­dienste, Poli­zei, Bun­des­kri­mi­nal­amt und Zoll) einen weit­rei­chen­den Zugriff auf Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten erlauben.

Ein Rich­ter­vor­be­halt soll nur noch für die Her­aus­gabe von Zugangs­si­cher­heits­codes not­wen­dig sein, also für Pass­wör­ter, PINs und PUKs. Auch hier gibt es Aus­nah­men: für Geheim­dienste, soge­nannte Eil­fälle und Beschlagnahmungen.

Dirk Hill­brecht, stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, sieht Grund­rechte gefähr­det: „Es ist nicht hin­nehm­bar, dass zum Bei­spiel IP-​​Adressen von Bür­gern ohne Rich­ter­vor­be­halt Namen zuge­ord­net wer­den dür­fen. Als Anlass reicht bereits eine Ord­nungs­wid­rig­keit. IP-​​Adressen sind schließ­lich unsere stän­di­gen Beglei­ter im Netz. Unkon­trol­lier­tes Abfra­gen gefähr­det die infor­ma­tio­nelle Selbst­be­stim­mung. Außer­dem öff­net die Ein­rich­tung von elek­tro­ni­schen Schnitt­stel­len für Abfra­gen zu Zugangs­da­ten und IP-​​Adressen bei den Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­tern Tür und Tor für Missbrauch.“

In Kraft tre­ten kann das Ände­rungs­ge­setz erst nach Zustim­mung des Bun­des­ra­tes, der vor­aus­sicht­lich am 3. Mai 2013 über den Geset­zes­be­schluss des Bun­des­ta­ges ent­schei­den wird. Teile der bis­her gel­ten­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen sind vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mit Wir­kung zum 30. Juni 2013 außer Kraft gesetzt wor­den; das Gericht hat sie für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt.

„Unsere Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft braucht einen star­ken Daten­schutz und keine wei­te­ren elek­tro­ni­schen Schnitt­stel­len, die dem Staat noch mehr Ein­griffe in die Pri­vat­sphäre sei­ner Bür­ger erlaubt”, so Rats­herr Hill­brecht.

Anfrage: Finanzpolitische Instrumente von Gender Mainstreaming in der Haushaltsplanung

„Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 17. April fol­gende Anfrage gestellt:

In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Finanz­po­li­ti­sche Instru­mente von Gen­der Main­strea­ming in der Haushaltsplanung

In ihrer Ant­wort auf eine Anfrage der Frak­tion BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN vom 27. Juni 2008 zu finanz­po­li­ti­schen Instru­men­ten des Gen­der Main­strea­ming (Gen­der Bud­get) im Neuen Kom­mu­na­len Rech­nungs­we­sen (NKR) hat die Ver­wal­tung ange­kün­digt, gen­der­re­le­vante Aspekte beim Ent­wurf der neuen Produkt-​​Struktur im NKR berück­sich­ti­gen zu wol­len. Hierzu soll­ten bei der Defi­ni­tion wesent­li­cher Pro­dukte gen­der­re­le­vante Ziele und Kenn­zah­len gebil­det wer­den. Dabei wurde auch – laut Drs. 1748/​2008 F1 – auf „wert­volle Hin­weise“ gesetzt, zu erwar­ten von der „im Thema ‚Gen­der Bud­get‘ sehr ver­sier­ten Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten“. Bekann­ter­ma­ßen ist das NKR mitt­ler­weile in der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver eingeführt.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Wur­den zwi­schen­zeit­lich gen­der­re­le­vante Ziele und Kenn­zah­len für wesent­li­che Pro­dukte gebil­det? (Wenn Ja, wel­che Ziele und Kenn­zah­len sind das? Wenn Nein, warum nicht?

2. Wurde die Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte in die Aus­wahl und Defi­ni­tion wesent­li­cher Pro­dukte und Kenn­zah­len ein­be­zo­gen? (Wenn Ja, wel­che wert­vol­len Hin­weise wur­den von ihr ein­ge­bracht und wel­che gen­der­re­le­van­ten Fra­gen mit ihr erör­tert? Wenn Nein, warum nicht?

3. Wel­che Vor– und/​oder Nach­teile, Ein­spa­run­gen und/​oder Mehr­auf­wand bringt eine kon­se­quente Ein­füh­rung von Gen­der Bud­ge­ting mit sich?

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”


Anfrage: Patronatswesen in Hannover

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 15. April fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Patro­nats­we­sen in Hannover

Die Ein­rich­tung von Patro­na­ten ent­stand im Mit­tel­al­ter und bezeich­nete die Für­sor­ge­pflicht vor allem von Ade­li­gen für eine Kir­che. Heut­zu­tage kön­nen neue Patro­nate nicht mehr begrün­det werden.

Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver übt jedoch bis heute kör­per­schaft­li­che Patro­nate an Kir­chen aus — mit Patro­nats­ver­tre­tern. Die­ses auf mit­tel­al­ter­li­cher Tra­di­tion basie­rende Enga­ge­ment der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, seine kon­kre­ten Rah­men­be­din­gun­gen sowie die Aus­übungs­for­men sind weit­ge­hend unbekannt.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Wel­che Patro­nate wer­den aktu­ell von wel­chen Per­so­nen seit wel­chem Datum für die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver in wel­cher Form wahr­ge­nom­men und wem berich­ten die Patronatsvertreter?

2. Wel­che Pflich­ten und/​oder Rechte, Kos­ten und/​oder Ein­nah­men sind für die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver mit den Patro­na­ten verbunden?

3. Hält die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver die Auf­recht­er­hal­tung der Patro­nate für zeit­ge­mäß? (Wenn Ja, warum? Wenn Nein, warum nicht?)

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”


Anfrage: Auswirkungen der Änderungen des Telekommunikationsgesetzes und der Bestandsdatenauskunft auf Bürger und Stadt Hannover

Am 15. April 2013 hat die PIRATEN-​​Fraktion fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Aus­wir­kun­gen der Ände­run­gen des Telekommunikationsgesetzes

und der Bestands­da­ten­aus­kunft auf Bür­ger und Stadt Hannover

Mit den Stim­men von CDU/​CSU, FDP und SPD gegen die Stim­men der Frak­tio­nen BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN und DIE LINKE. hat der Deut­sche Bun­des­tag am 21. März 2013 ein Gesetz zur Ände­rung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes und zur Neu­re­ge­lung der Bestands­da­ten­aus­kunft beschlos­sen. In Kraft tre­ten kann die­ses Gesetz erst nach Zustim­mung des Bun­des­ra­tes, der vor­aus­sicht­lich Anfang Mai 2013 dar­über ent­schei­den wird. Die seit 2004 gel­ten­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen wur­den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt par­ti­ell mit Wir­kung zum 30. Juni 2013 außer Kraft gesetzt. Das Gericht hat Teile des Geset­zes für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt.

Die nun von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­schla­ge­nen Neu­re­ge­lun­gen gehen aller­dings über die bis­he­rige Rechts­lage hin­aus und sol­len staat­li­chen Diens­ten und Behör­den (ins­be­son­dere Geheim­dienste, Poli­zei, Bun­des­kri­mi­nal­amt und Zoll) einen weit­rei­chen­den Zugriff auf Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten erlau­ben. Künf­tig sol­len Ermitt­lungs­be­hör­den die Inha­ber von Tele­fon­num­mern und IP-​​Adressen voll­au­to­ma­ti­siert iden­ti­fi­zie­ren kön­nen – ganz ohne Richtervorbehalt.

IP-​​Adressen sind welt­weit ein­deu­tige Num­mern, die jedem End­ge­rät mit Ver­bin­dung zum Inter­net zuge­ord­net wer­den und mit denen Anschluss­in­ha­ber iden­ti­fi­ziert wer­den kön­nen. Die Num­mer ist meist nicht sta­tisch, son­dern wird einem Com­pu­ter oder ande­ren mobi­len End­ge­rä­ten bei der Ver­bin­dung zum Inter­net wech­selnd zuge­wie­sen. In die­sem Fall spricht man von dyna­mi­schen IP-​​Adressen, die sich z.B. alle 24 Stun­den ändern kön­nen. Auch die dyna­mi­schen IP-​​Adressen sol­len nun zu Bestands­da­ten erklärt wer­den, deren Wei­ter­gabe an Ermitt­lungs­be­hör­den kei­ner Kon­trolle durch einen rich­ter­li­chen Beschluss unterliegt.

Ein Rich­ter­vor­be­halt soll nur noch für die Her­aus­gabe von Zugangs­si­cher­heits­codes not­wen­dig sein, also für Pass­wör­ter, PINs und PUKs. Auch hier gibt es Aus­nah­men: für Geheim­dienste, soge­nannte Eil­fälle und Beschlag­nah­mun­gen. Zur Über­mitt­lung der Daten soll eine elek­tro­ni­sche Schnitt­stelle ein­ge­rich­tet wer­den, über die der Aus­tausch mit den Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­tern erfolgt. Die Nut­zung der Daten soll auch bei klei­ne­ren Ver­ge­hen wie einer Ord­nungs­wid­rig­keit mög­lich werden.

Eine detail­lierte Rege­lung zur Ver­wen­dung der Daten fehlt im Geset­zes­text ebenso wie ein defi­nier­ter Zeit­raum, in dem Betrof­fene über den Zugriff auf ihre Daten infor­miert wer­den müssen.

Auch wird die Geset­zes­än­de­rung auf Bun­des­ebene lan­des­ge­setz­li­che Ände­run­gen nach sich ziehen.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Wel­che kon­kre­ten oder poten­ti­el­len Aus­wir­kun­gen wird die Geset­zes­än­de­rung bei Inkraft­tre­ten auf Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver haben?

2. Inwie­weit kann und wird die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver ver­su­chen, im Inter­esse ihrer Bür­ger und Bür­ge­rin­nen auf die anste­hen­den Ände­run­gen des Nie­der­säch­si­schen Poli­zei– und Ver­fas­sungs­schutz­ge­setz Ein­fluss zu nehmen?

3. Wer­den sich bei Inkraft­tre­ten der Geset­zes­än­de­rung die Kom­mu­ni­ka­ti­ons– und Arbeits­pro­zesse in der Zusam­men­ar­beit der Ver­wal­tung mit Ermitt­lungs­be­hör­den — z.B. bei Ord­nungs­wid­rig­kei­ten — ändern? (Wenn Ja: Wel­che Arbeits­ab­läufe müs­sen wie neu gere­gelt wer­den? Wenn Nein: Warum nicht?)

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

Anfrage: Maschinenlesbarer Haushalt

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 15. April 2013 fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Maschi­nen­les­ba­rer Haushalt

Der Haus­halts­plan­ent­wurf und die Haus­halts­sat­zung lie­gen der­zeit in Papier­form und als PDF vor. Eine tie­fer­grei­fende Beschäf­ti­gung mit die­sen Daten würde erleich­tert, wenn sie in soge­nann­ten „offe­nen For­ma­ten“ maschi­nen­les­bar zur Ver­fü­gung gestellt wer­den könnten.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Wel­cher Auf­wand würde ent­ste­hen, um die Haus­halts­da­ten in ein maschi­nen­les­ba­res For­mat (wie CSV oder XLS) zu exportieren?

2. Wem könn­ten wel­che Teile die­ser Daten in wel­chem Detail­grad zugäng­lich gemacht werden?

3. Gibt es ähn­li­che Mög­lich­kei­ten auch für die Ver­än­de­run­gen der Haus­halts­da­ten wäh­rend der Haus­halts­be­ra­tun­gen durch Neu­fas­sun­gen und Ergänzungen?

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”


Aktuelle Stunde: Aktuelle Planungen zur D-​​Linie — nachhaltig oder kurzlebig?

Zur Sit­zung des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver am 14. März 2013 gab es zwei Aktu­elle Stun­den. Eine hatte die Grup­pie­rung „Die Han­no­ve­ra­ner” bean­tragt unter dem Titel „Der Umgang der Stadt Han­no­ver mit ihrem bau­his­to­ri­schen Erbe”. Schon der Titel weist in die Ver­gan­gen­heit. Dem­ge­gen­über schaut die PIRATEN-​​Fraktion lie­ber in die Zukunft. Des­we­gen hat­ten wir eine wirk­lich Aktu­elle Stunde bean­tragt: „Aktu­elle Pla­nun­gen zur D-​​Linie — nach­hal­tig oder kurz­le­big?” Nach­fol­gend doku­men­tie­ren wir die Rede, die Rats­herr Dirk Hill­brecht gehal­ten hat. Der stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende knüpfte an seine in der ers­ten Aktu­el­len Stunde gehal­te­nen Wort­bei­trag an:


„Herr Vor­sit­zen­der, meine Damen und Herren,

eben habe ich natür­lich nichts ver­wech­selt, son­dern habe das bau­po­li­ti­sche Erbe betrach­tet. Und jetzt komme ich dazu, mich noch ein­mal mit den Stadt­bahn­pla­nun­gen für die Zukunft zu beschäf­ti­gen. Denn, liebe Nut­zer des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs: „Kurz­le­big oder nach­hal­tig?“ Das ist unsere Frage zur D-​​Linie in die­ser Aktu­el­len Stunde.

Ich habe eben ja tat­säch­lich schon ein wenig dazu gesagt und Sie kön­nen sich viel­leicht vor­stel­len, wie mein Urteil dazu aus­fal­len wird. Aber schauen wir uns zunächst mal kurz an, wo wir eigent­lich stehen.

Es wird behaup­tet, dass wir als Rat hier eigent­lich gar nicht zustän­dig seien für sol­che Ver­kehrs­pla­nun­gen, das sei Regionssache.

Das ist Unfug! Denn natür­lich ist der Rat der Stadt Han­no­ver als höchs­tes poli­ti­sches Gre­mium zustän­dig, wenn es hier in Han­no­ver um Bau­pro­jekte geht. Und natür­lich müs­sen wir uns da unser eige­nes Urteil bilden.

Wir sind hier doch nicht das Abnick-​​Gremium der Region, meine Damen und Herren.

Das, was SPD und Grüne jetzt für den Innen­stadt­be­reich pla­nen, ist nicht nur teuer, son­dern auch extrem rückschrittlich.

Wäh­rend in ande­ren Städ­ten der eigene Ver­kehrs­raum für Stra­ßen­bah­nen ver­grö­ßert wird, kommt die han­no­ver­sche Pro­vinz­pla­nung auf die absurde Idee, den Raum für die Stadt­bahn zurückzubauen.

Das, meine Damen und Her­ren, ist wohl bei­spiel­los in Europa, bei­spiel­los für eine fehl­ge­lei­tete Ver­kehrs­pla­nung. Trotz­dem winkt die Mehr­heit von SPD und Grü­nen in der Region diese Pläne begeis­tert durch.

Wie kann denn eine Mehr­heits­frak­tion, die sich attrak­ti­ven öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr auf die Fah­nen schreibt, so etwas machen?

Ich frage Sie: Was macht denn einen attrak­ti­ven öffent­li­chen Nah­ver­kehr aus?

Ein Schlüs­sel zum Erfolg ist mit Sicher­heit ein ver­knüpf­tes, leis­tungs­fä­hi­ges Nah­ver­kehrs­netz mit kur­zen, direk­ten Umsteigebeziehungen.

Und da haben wir hier in Han­no­ver etli­che posi­tive Bei­spiele: Kröp­cke, Aegi, Bahn­hof, diverse S-​​Bahnstationen, z.B. Nord­stadt und Karl-​​Wiechert-​​Allee, die Umstei­ge­punkte zu den Bus­sen und die Park-​​and-​​Ride-​​Anlagen an den Stadtbahn-​​Endpunkten.

Das ist alles auf opti­male, schnelle, direkte Wege aus­ge­legt, für Fuß­gän­ger, Auto­fah­rer, Rad­ler, Rol­li­nut­zer, Jung und Alt.

Und jetzt kommt die Region, jetzt kom­men Grüne und in ihrem Schlepp­tau die SPD daher, und wol­len gegen alle Logik und Ver­nunft die­ses vor­bild­li­che Kon­zept kaputt­ma­chen mit ihren unaus­ge­go­re­nen D-​​Linie-​​Ideen.

Umstei­gen? Am Stein­tor hieße das zukünftig:

Bei Wind und Wet­ter an roten Ampeln ste­hen — selbst die Fahr­stühle wer­den nicht direkt erreich­bar sein. Und am Rasch­platz muss man dann künf­tig 200 Meter weit zur nächs­ten U-​​Bahnstation lau­fen. Das soll nach­hal­tige Ver­kehrs­po­li­tik sein?

An eini­gen Stel­len wirkt die Debatte gera­dezu ver­lo­gen. So wird die Scheelhaase-​​Lösung immer wie­der auf ihren Ast zum Stein­tor redu­ziert, aber der Stre­cken­teil über Water­loo zum Bahn­hof ver­schwie­gen. Dabei bringt gerade die­ser Ast die von sehr vie­len Nut­zern gewünschte und drin­gend not­wen­dige bar­rie­re­freie Ver­net­zung der Linie 10 mit dem übri­gen Netz – und zwar mit dem gesam­ten übri­gen Netz!

Meine Damen und Her­ren, wir wol­len hier keine dritt­klas­si­gen Plan­tüf­te­leien für eine Stadt­bahn 2. Klasse. Was wir hier brau­chen ist ein erst­klas­si­ges, kom­plett ver­knüpf­tes Netz, und dafür sind die Grund­la­gen seit Jahr­zehn­ten gelegt. Las­sen Sie uns dar­auf bauen. Das ist dann nach­hal­tig und langlebig.

Ich appel­liere ins­be­son­dere an die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der SPD, sich in die­ser Frage nicht wei­ter von den Grü­nen am Nasen­ring durch die Arena zie­hen zu las­sen. Machen Sie Schluss mit die­ser kurz­sich­ti­gen Pla­nung und keh­ren Sie zurück zu nach­hal­ti­ger Politik!

Meine Damen und Her­ren, nach die­sen Wor­ten wer­den Sie meine abschlie­ßende Ein­schät­zung sicher nach­voll­zie­hen kön­nen: Die aktu­el­len Pla­nun­gen sind kurz­le­bi­ger Murks. Nach­hal­tig ist das, was lang­fris­tig geplant und teil­weise schon umge­setzt wurde.

Und des­halb bin ich wei­ter­hin der Mei­nung, dass der D-​​Tunnel gebaut wer­den muss.”


Aktuelle Stunde: Der Umgang der Stadt Hannover mit ihrem bauhistorischen Erbe

Die Grup­pie­rung „Die Han­no­ve­ra­ner” hatte zur Sit­zung des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver am 14. März 2013 eine Aktu­elle Stunde mit dem Thema „Der Umgang der Stadt Han­no­ver mit ihrem bau­his­to­ri­schen Erbe” bean­tragt. Der stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende der PIRATEN-​​Fraktion Dirk Hill­brecht hat sich dazu seine ganz eige­nen Gedan­ken gemacht. Nach­fol­gend doku­men­tie­ren wir diese Rede im Wort­laut. Zugleich emp­feh­len wir, auch die dar­auf auf­bau­ende Rede zur zwei­ten Aktu­el­len Stunde zu lesen, die von der PIRATEN-​​Fraktion unter dem Titel „Aktu­elle Pla­nun­gen zur D-​​Linie — nach­hal­tig oder kurz­le­big?” bean­tragt wor­den war.


„Herr Vor­sit­zen­der, meine Damen und Herren,

es war ja so, dass wir am Anfang nicht genau wuss­ten, was uns jetzt hier erwar­tet sei­tens der antrag­stel­len­den Frak­tion. Dass dann ein all­ge­mei­nes Hillebrecht–Bashing aus­bricht – so weit hat unsere Fan­ta­sie an der Stelle nicht gereicht. Auch des­we­gen möchte ich dazu jetzt nicht viel sagen. Ich möchte auch nichts wei­ter sagen zu irgend­wel­chen Toi­let­ten­häus­chen auf dem Opern­platz oder sonst wo, denn ich denke, dass das das bau­his­to­ri­sche Erbe die­ser Stadt eher mar­gi­nal betrifft.

Aber: Wenn wir uns schon nach dem bau­his­to­ri­schen Erbe fra­gen, dann müs­sen wir auch fra­gen, was das denn genau ist. Und da gibt es etwas, wo mir nur ein Wort ein­fällt: unvoll­en­det! Und das ist unser han­no­ver­sches Stadtbahnnetz.

Die­ses haben wir jetzt hier seit 50 Jah­ren. Seit 50 Jah­ren wird es vor­be­rei­tet. Und die Grund­idee, die Herr Hil­le­brecht aus­ge­spro­chen befür­wor­tet hat, war die Schaf­fung eines ein­heit­li­chen, leis­tungs­fä­hi­gen und gut ver­netz­ten Schienen-​​Personennahverkehrs.

Die­ses ist ein Erfolgs­kon­zept, das welt­weit über­nom­men wurde. In Stutt­gart oder auch in ande­ren Städ­ten, etwa in Tunis in Nord­afrika, gibt es heute Stadt­bah­nen, die genauso fah­ren, wie unser Netz. Hier in Han­no­ver wurde also in der Tat Bau­his­to­rie geschrieben!

Und die Weit­sicht die­ser Pla­nun­gen hat dazu geführt, dass wir hier heute auch große Vor­leis­tun­gen haben, um näm­lich die­ses Netz zu vollenden.

Sinn­volle Pläne zur Nut­zung, gibt es auch bereits seit einem hal­ben Jahr­hun­dert — und sie sind heute immer noch aktuell.

Anfang der 1990er Jahre — wir sind ja hier his­to­risch — da war es fast schon so weit: Als die Expo 2000 geplant wurde, da war das Geld da und es wäre ein klei­ner Schritt gewe­sen, diese große Vision quasi im Vor­bei­ge­hen zu vollenden.

Aber die Umset­zung ist geschei­tert. Sie ist geschei­tert an Grü­nen, die kurz­sich­tige Kli­en­tel­po­li­tik zu Las­ten der Stadt­ge­sell­schaft betrie­ben haben und an einer SPD, die die­ses Spiel­chen mit­ge­spielt hat. Da haben wir dann zwar ein paar neue Stra­ßen bekom­men und die Region ein kom­plett neues S-​​Bahnnetz, aber diese eine Stadt­bahn­stre­cke, die unser Netz hier voll­en­det hätte, die hat es nicht gegeben.

Und heute, meine Damen und Her­ren? Heute habe ich ein Déjà-​​vu. Denn das Thema „D-​​Linie“ ist — wenn auch aus ande­ren Grün­den — wie­der auf der Tages­ord­nung. Und wie­der trei­ben die Grü­nen die SPD vor sich her. Und wie­der lässt es die SPD mit sich machen – dabei haben Sie doch sogar erheb­lich mehr Stim­men aus der Bevöl­ke­rung bekom­men, liebe Genos­sin­nen und Genos­sen. Aber zusam­men mit Ihrer Juni­or­part­ne­rin blo­ckie­ren Sie jede Dis­kus­sion außer­halb Ihrer klei­nen Welt. Und diese Dis­kus­sion, meine Damen und Her­ren, die wäre drin­gend nötig. Denn Ihre Pläne sor­gen für mas­si­ven Unmut. Wenn ich mich mit Freun­den oder Kol­le­gen über das Thema unter­halte, dann ist das Wort „Mist“ noch die freund­lichste und zurück­hal­tendste Umschrei­bung, die ich dazu höre.

Mit Recht! Denn die Pläne von Grü­nen und SPD stel­len eine Zäsur dar. Mit Ihrer Regi­ons– und Rats­mehr­heit wol­len sie sich end­gül­tig vom Gesamt­kon­zept, von der bau– und ver­kehrs­po­li­ti­schen Vision einer Stadt­bahn für die ganze Stadt, per Dik­tat verabschieden.

Statt­des­sen las­sen Sie eine klein­tei­lig zusam­men geschus­terte Ein­zel­stre­cke pla­nen, die mehr schlecht als recht neben dem übri­gen Netz her exis­tie­ren soll.

Aber, meine Damen und Her­ren: Han­no­ver braucht keine Bim­mel­bahn — das Han­no­ver von heute braucht, wie schon das Han­no­ver von damals, einen ein­heit­li­chen, leis­tungs­star­ken öffent­li­chen Nahverkehr.

Warum ver­schlie­ßen sich SPD und Grüne die­ser Ein­sicht — gegen alle Logik? Tja, das bleibt so unscharf und rät­sel­haft wie der Titel die­ser Aktu­el­len Stunde.

Und gerade vor die­sem Hin­ter­grund unse­res bau­his­to­ri­schen Stadt­bah­ner­bes bleibt für mich nach wie vor nur noch eines zu sagen:

Und im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass der D-​​Tunnel gebaut wer­den muss!”


PIRATEN-​​Fraktion erweitert Liste zur D-​​Linien-​​Anhörung

Die PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver hat in der Sit­zung des Stadt­ent­wick­lungs– und Bau­aus­schus­ses am 6. März 2013 eine Erwei­te­rung der Liste der Ein­zu­la­den­den für die Anhö­rung „Stre­cken­füh­rung der D-​​Linie in Han­no­ver” (Drs. 0472/​2013) bean­tragt, die von der CDU-​​Fraktion initi­iert wor­den ist. Nach Ansicht der PIRATEN-​​Fraktion müs­sen bei dem Thema neben wirt­schaft­li­chen und ver­kehrs­wirt­schaft­li­chen Aspek­ten auch sol­che der Ver­kehrs­si­cher­heit und sol­che einer tat­säch­li­chen Bar­rie­re­frei­heit berück­sich­tigt wer­den. Der Wort­laut des Zusatz­an­tra­ges:

„In – den Stadt­ent­wick­lungs– und Bau­aus­schuss – den Aus­schuss für Arbeitsmarkt-​​, Wirt­schafts– und Liegenschaftsangelegenheiten

Zusatz­an­trag

gemäß §§ 34, 35 der Geschäfts­ord­nung der Lan­des­haupt­stadt Hannover

zu Drs. 0472/​2013 (Anhö­rung: Stre­cken­füh­rung der D-​​Linie in Hannover)

Anzu­hö­ren sind zusätzlich:

- N.N., Poli­zei­di­rek­tion Hannover

- Jens Pielawa, Vor­sit­zen­der der Initia­tive Pro-​​D-​​Tunnel e.V. (oder eine Ver­tre­tung des Vorsitzenden)

- Dipl.-Ing. Rein­hold Schrö­ter, Lei­ter des Fach­be­reichs Betriebs­vor­be­rei­tung der Stutt­gar­ter Stra­ßen­bah­nen AG (oder eine sons­tige Ver­tre­tung der SSB AG)

- Monika Stadt­mül­ler, Vor­sit­zende des Senio­ren­bei­ra­tes der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver (oder eine Ver­tre­tung der Vorsitzenden)

Begrün­dung:

Die Vor­ge­nann­ten sol­len aus ihrer jewei­li­gen Fach­sicht zum Anhö­rungs­thema „Stre­cken­füh­rung der D-​​Linie in Han­no­ver“ vor­tra­gen und somit zu einer umfas­sen­den Betrach­tung bei­tra­gen. Neben wirt­schaft­li­chen und ver­kehrs­wirt­schaft­li­chen Aspek­ten müs­sen z.B. auch sol­che der Ver­kehrs­si­cher­heit und sol­che einer tat­säch­li­chen Bar­rie­re­frei­heit bei der Ent­schei­dungs­fin­dung berück­sich­tigt werden.

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Fraktion beantragt Aktuelle Stunde zur Ratsversammlung am 14. März 2013: „Aktuelle Planungen zur D-​​Linie — nachhaltig oder kurzlebig?”

Vor dem Hin­ter­grund kom­pro­miss­le­ri­scher Koalitions-​​Planungen von Grü­nen und SPD zur D-​​Linie hat die PIRATEN-​​Fraktion am 4. März 2013 für die kom­mende Rats­ver­samm­lung eine Aktu­elle Stunde bean­tragt.

Der Wortlaut:

„Antrag auf Durch­füh­rung einer Aktu­el­len Stunde

Ahoi Herr Oberbürgermeister,

hier­mit bean­tragt die PIRATEN-​​Fraktion gemäß § 15 der Geschäfts­ord­nung des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver für die nächste Rats­ver­samm­lung (14. März 2013) eine

Aktu­elle Stunde zum Thema:

„Aktu­elle Pla­nun­gen zur D-​​Linie – nach­hal­tig oder kurzlebig?“

Mit pira­ti­gen Grüßen

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”


PIRATEN-​​Fraktion: „Affront von SPD und Grünen gegen Stadtteil Linden” — Kein Geld für Treffpunkt Allerweg im Haushalt 2013

M E D I E N I N F O R M A T I O N

Affront von SPD und Grü­nen gegen den Stadt­teil Lin­den: Die Mehr­heit des han­no­ver­schen Stadt­rats sieht keine Not­wen­dig­keit, die Pro­bleme rund um den Treff­punkt Aller­weg in Linden-​​Süd end­lich anzu­pa­cken. In der Haus­halts­sit­zung am 21. Februar 2013 wurde ein Antrag der PIRATEN-​​Fraktion abge­lehnt, noch im lau­fen­den Jahr Gel­der zur Umset­zung eines neuen Nut­zungs– und Sanie­rungs­kon­zep­tes bereitzustellen.

Zuvor war ein ein­stim­mig vom Bezirks­rat Linden-​​Limmer beschlos­se­ner Antrag zur bedarfs­ge­rech­ten Fort­ent­wick­lung des Treff­punk­tes Aller­weg im Jugend­hil­fe­aus­schuss geschei­tert. Wegen der drän­gen­den Pro­bleme setzte die PIRATEN-​​Fraktion das Anlie­gen des Bezirks­ra­tes im Rah­men der Haus­halts­be­ra­tun­gen erneut auf die Tagesordnung.

„Seit vier Jah­ren kämpft der Bezirks­rat für eine Lösung beim Treff­punkt Aller­weg und wird immer wie­der aufs Neue ver­trös­tet”, kri­ti­siert PIRATEN-​​Fraktionsvorsitzender Dr. Jür­gen Jung­hä­nel. „Wie lange soll diese Ver­zö­ge­rungs­tak­tik von SPD und Grü­nen denn noch wei­ter­ge­hen?” fragte der Rats­herr, zugleich bera­ten­des Mit­glied im Stadtbezirksrat.

Äußerst unzu­frie­den ist auch Bezirks-​​PIRAT Andis Rava: „Die Ver­wal­tung hat in ihrem Stadt­teil­kon­zept für die Kin­der– und Jugend­ar­beit beson­de­ren Hand­lungs­be­darf für Linden-​​Süd fest­ge­stellt. Auf­grund der sich immer wei­ter zuspit­zen­den Situa­tion habe ich kei­ner­lei Ver­ständ­nis dafür, dass SPD und Grüne im Stadt­rat gegen den Beschluss ihrer eige­nen Bezirks­rats­po­li­ti­ker stim­men”, so der Mit­in­itia­tor einer kürz­lich durch­ge­führ­ten Anhö­rung zum Thema im Stadt­be­zirks­rat. Seine Pro­gnose: „Zwar tau­chen die Kos­ten für die Sanie­rung nun nicht im Haus­halt 2013 auf, aber Han­no­vers Bür­ger wer­den die Fol­ge­kos­ten für eine schlecht finan­zierte Kin­der– und Jugend­ar­beit mit Sicher­heit spä­ter zu tra­gen haben.”

(ver­öf­fent­licht am 22. Februar 2013)



PIRATEN-​​Rede in Debatte über Haushaltsplan 2013

In sei­ner Sit­zung am 21. Februar 2013 beriet der Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver abschlie­ßend über den Haus­halts­plan für das Jahr 2013 ein­schließ­lich des Inves­ti­ti­ons­pro­gramms 2012 — 2017. Der Vor­sit­zende der PIRATEN-​​Fraktion, Dr. Jür­gen Jung­hä­nel, hielt dabei die fol­gende Rede:

„Liebe Zuhö­rer,

Herr Rats­vor­sit­zen­der,

ver­ehrte Kol­le­gin­nen und Kollegen,

vor einem Jahr waren wir ganz neu dabei. Neu­gie­rig und hoch moti­viert saßen wir hier. „Klar machen zum Ändern“ war und ist unser Motto: Hier im Rat hat­ten wir die Hoff­nung, die­ses oder jenes bewe­gen zu kön­nen. Wir bau­ten dar­auf, ver­krus­tete Struk­tu­ren auf­bre­chen zu kön­nen, wenn wir ohne Scheu­klap­pen auf andere zuge­hen. Doch die Rea­li­tät holte uns schnel­ler ein als uns lieb war.

Wir stie­ßen auf fest­ge­fah­rene Ver­fah­rens­ab­läufe, auf eine Men­ta­li­tät unter dem Motto: „Warum soll­ten wir etwas ändern, das machen wir doch schon immer so.“ In Han­no­ver, so unsere Erfah­rung, lehnt die Mehr­heits­ko­ali­tion nahezu jeden Antrag ab, der nicht den Stem­pel „SPD/​Grün“ trägt. Ableh­nung unab­hän­gig vom Inhalt, Ableh­nung aus Prin­zip – so, wie das hier in Han­no­ver schon seit einem Vier­tel­jahr­hun­dert prak­ti­ziert wird.

Jetzt ahnen wir, wie sich die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter in den 13 Stadt­be­zirks­rä­ten vor Ort oft füh­len wer­den: Anträge ver­hal­len unge­hört, gute Ideen fin­den sel­ten Ein­gang in die Bera­tun­gen auf Rats­ebene. Oder gehen dort sang– und klang­los unter.

Mit hohem Enga­ge­ment haben die Stadt­be­zirks­räte ins­ge­samt 171 Ände­rungs­an­träge zum Haus­halt 2013 ein­ge­bracht. Gemes­sen daran ist die Zahl der Anträge gering, die inhalt­lich auf­ge­grif­fen wor­den sind und sich nun im Haus­halt 2013 wie­der­fin­den wer­den. Das fin­den wir PIRATEN bedauerlich.

Aber es gibt auch posi­tive Bei­spiele. Drei will ich nennen:

1. Bei­spiels­weise wurde der Antrag aus dem Stadt­be­zirk Südstadt-​​Bult auf Auf­nahme des Schmuck­plat­zes in das Stadt­platz­pro­gramm von der Mehr­heits­ko­ali­tion im Rat über­nom­men. Das freut uns.

2. Ebenso erfreu­lich ist, dass der Antrag aus dem Stadt­be­zirk Bothfeld-​​Vahrenheide auf zusätz­li­che Mit­tel für eine Per­so­nal­auf­sto­ckung des Stadt­teil­bau­ern­hofs auf Rats­ebene Gehör gefun­den hat.

3. Ein beson­ders wich­ti­ges Signal sand­ten etli­che Bezirks­räte, indem sie über Par­tei­gren­zen hin­weg Anträge für den Erhalt des Bücher­bus­ses beschlos­sen haben. Es freut uns PIRATEN sehr, dass dadurch die wich­tige Insti­tu­tion Bücher­bus stadt­weit Beach­tung gefun­den hat und so Bestand­teil unse­rer Haus­halts­plan­be­ra­tun­gen gewor­den ist.

Gleich­wohl gibt es bezüg­lich der Bezirks­rats­an­träge ins­ge­samt kei­nen Grund zur Eupho­rie: Wie in den Vor­jah­ren wur­den die Anträge und Emp­feh­lun­gen in den Fach­aus­schüs­sen ledig­lich zur Kennt­nis genom­men, ohne tie­fer­ge­hende Erör­te­run­gen oder Abstimmungen.

Und so soll es auch heute hier im Rat lau­fen. Wir sol­len die 171 Anträge en bloc für erle­digt erklä­ren, ohne dass im Detail dar­über noch­mal gere­det und abge­stimmt wird.

Liebe Kol­le­gin­nen und Kollegen,

die Bezirks­räte arbei­ten an der Basis. Warum erfährt diese Arbeit eine so geringe Wert­schät­zung durch uns im Rat?

Die auf­rich­tige Aner­ken­nung und wirk­li­che Wür­di­gung der Bezirks­rats­ar­beit ist das Eine. Das Andere aber ist: Mit dem hier ein­ge­schlif­fe­nen Ver­fah­ren blei­ben etli­che Anträge auf der Stre­cke, die eine Berück­sich­ti­gung im Haus­halt 2013 ver­dient hät­ten und über die zu spre­chen sich loh­nen würde. Des­we­gen haben wir PIRATEN zehn Anträge inhalt­lich über­nom­men, die bis­her auf Rats­ebene voll­kom­men unbe­rück­sich­tigt geblie­ben sind.

Die Aus­wahl steht hier und heute noch­mal auf der Tages­ord­nung. Und: Für uns Rats­mit­glie­der gibt es erst­mals Gele­gen­heit, dar­über jeweils sepa­rat abzu­stim­men. Bei der Aus­wahl hat uns übri­gens nicht inter­es­siert, von wem die Anträge ursprüng­lich ein­ge­bracht wor­den sind. Die Far­ben­lehre spielte für uns keine Rolle. Unsere Kri­te­rien waren andere:

- Wir haben erst­mal auf den Inhalt geschaut und uns dabei mit unse­ren Ver­tre­tern in den Bezirks­rä­ten abgestimmt.

- Zudem haben wir geprüft, ob die Anträge vor Ort eine Mehr­heit gefun­den haben.

Damit Sie und die inter­es­sierte Öffent­lich­keit erfährt, um wel­che The­men es im Ein­zel­nen geht, mache ich zu allen zehn Anträ­gen kurze Anmerkungen.

Ich fange an mit einem Antrag, des­sen Thema die Bür­ger vor Ort in beson­de­rer Weise bewegt. Ein Thema, das auch im Bezirks­rat Linden-​​Limmer schon sehr hohe Wel­len geschla­gen hat:

• Die Umset­zung eines Nut­zungs­kon­zepts für den Treff­punkt Aller­weg droht erneut an der Finan­zie­rung zu schei­tern. Der ent­spre­chende ein­stim­mige Antrag aus dem Bezirks­rat auf Bereit­stel­lung der not­wen­di­gen Mit­tel wurde von der Rats­mehr­heit nicht auf­ge­grif­fen. Seit Jah­ren kämpft der Bezirks­rat für eine Lösung des Raum­pro­blems im Treff­punkt Aller­weg und wird immer wie­der aufs Neue ver­trös­tet. Wie lange soll das denn noch so wei­ter­ge­hen, liebe Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von SPD und Grünen?

• Nicht weni­ger wich­tig ist die Auf­nahme des De-​​Haën-​​Platz in das Stadt­platz­pro­gramm. Durch das Pro­gramm „Han­no­ver schafft Platz“ konn­ten schon viele Plätze in Han­no­ver moder­ner gestal­tet wer­den. Unser Ziel ist, dass auch der De-​​Haën-​​Platz nach der Altlasten-​​Sanierung ein­la­dend und bedarfs­ge­recht gestal­tet wird.

• Oder die bei­den Anträge rund um das Mis­bur­ger Rat­haus, in denen die bes­sere Aus­leuch­tung des Park­plat­zes hin­ter dem Gebäude sowie die Sanie­rung des Rat­hau­ses selbst gefor­dert werden.

• Genauso unter­stüt­zen wir die Initia­tive aus Linden-​​Limmer, Mit­tel für die Raum­in­te­gra­tion von Räu­men der Ihme­schule in die IGS Lin­den zur Ver­fü­gung zu stel­len. Wir wol­len, dass mehr Raum für inklu­sive Beschu­lung zur Ver­fü­gung steht.

• Uns inter­es­siert aber auch der Zustand der Sport­halle Eisteich­weg. Hier bedarf es drin­gend einer Erneue­rung der Sani­tär­an­la­gen, der Belüf­tung und neuer Bestuhlung.

• Ähn­lich ver­hält es sich mit den Park­mög­lich­kei­ten am Ander­ter Bahn­hof. Hier müs­sen ein Park­platz und Abstell­mög­lich­kei­ten für Fahr­rä­der geschaf­fen und unter­hal­ten werden.

• Ebenso wich­tig ist uns die För­de­rung der Jugend­ar­beit bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr. Des­halb unter­stüt­zen wir den Wunsch nach bau­li­cher Umge­stal­tung des Feu­er­wehr­hau­ses Mis­burg. Erst dadurch wer­den Pro­jekte wie z.B. Kin­der­feu­er­wehr oder Inte­gra­ti­ons­ar­beit vor Ort möglich.

• In Döh­ren erscheint uns der Antrag auf ener­ge­ti­sche Sanie­rung und Neu­ge­stal­tung der Stadt­teil­bi­blio­thek beson­ders sinn­voll. Was moti­viert mehr zum Ler­nen und Erle­ben als eine inter­es­sant gestal­tete Umgebung?

• Selbst­ver­ständ­lich unter­stüt­zen wir von gan­zem Her­zen die For­de­rung, allen Bezirks­rats­mit­glie­dern die für ihre ehren­amt­li­che Arbeit not­wen­di­gen Lap­tops zur Ver­fü­gung zu stellen.

Meine Damen und Herren,

soweit meine Aus­füh­run­gen zu den Bezirks­rä­ten und ihren Anlie­gen. Jetzt komme ich zu einem wei­te­ren Thema:

Bei all unse­ren Hand­lun­gen soll­ten wir immer im Hin­ter­kopf haben, dass künf­tige Gene­ra­tio­nen die Fol­gen unse­res Han­delns zu tra­gen haben. Hier spielt die Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit eine wich­tige Rolle. Der Begriff beinhal­tet zum Bei­spiel die Erwar­tung, dass es spä­te­ren Gene­ra­tio­nen im Durch­schnitt bes­ser geht – oder zumin­dest nicht schlech­ter als der heu­ti­gen Gene­ra­tion. Das setzt vor­aus, dass wir uns sorg­fäl­tig mit der lang­fris­ti­gen Wir­kung von Ent­schei­dun­gen – auch im Haus­halts­be­reich — befas­sen müssen.

In die­sem Zusam­men­hang for­mu­lierte der ehe­ma­lige Bun­des­prä­si­dent Richard von Weiz­sä­cker ein­mal die­sen Gedanken:

„All­ge­mein gesagt ist jede par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie auf einem Struk­tur­pro­blem auf­ge­baut, näm­lich der Ver­herr­li­chung der Gegen­wart und der Ver­nach­läs­si­gung der Zukunft.“

Soweit das Zitat des Alt-​​Bundespräsidenten. Weiz­sä­ckers Gedan­ken­gang fin­det sich auch in der Begrün­dung eines über­par­tei­li­chen Gesetz­ent­wur­fes aus dem Jahr 2007 wie­der. Rund 100 Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete, dar­un­ter übri­gens drei aus Han­no­ver – von FDP, Grü­nen und SPD -, ver­folg­ten sei­ner­zeit gemein­sam das Ziel, Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit im Grund­ge­setz zu ver­an­kern. Der Ver­such scheiterte.

Auf kom­mu­na­ler Ebene haben wir es da etwas leich­ter, die Frage der Nach­hal­tig­keit kon­kret anzu­fas­sen. In Han­no­ver gibt es auf ver­schie­de­nen The­men­fel­dern lang­fris­tige Pla­nungs­kon­zepte, die auf Nach­hal­tig­keit set­zen. Aber han­deln wir auch immer nach­hal­tig? Ist nicht oft doch das „Hier und Heute“ Aus­schlag gebend für die Entscheidungsfindung?

Auch unter die­ser Fra­ge­stel­lung betrachte ich nach­fol­gend einige haus­halts­re­le­vante Vor­gänge unse­rer städ­ti­schen Poli­tik. Nach­hal­ti­ges Han­deln kann sich auf der Aus­ga­ben­seite wie auf der Ein­nah­me­seite wider­spie­geln. Auf der Aus­ga­ben­seite muss man zunächst ein­mal auf die Sub­stanz­er­hal­tung ach­ten — in der Regel durch Reinves­ti­tio­nen, die den Abschrei­bun­gen entsprechen.

Manch­mal ist lang­fris­tig güns­ti­ger, in den sau­ren Apfel zu bei­ßen und ein maro­des Gebäude durch einen moder­nen Neu­bau zu erset­zen. Am Bei­spiel der IGS Müh­len­berg haben wir gese­hen, dass Sub­stanz­er­halt um jeden Preis eben nicht die nach­hal­tigste Lösung sein muss.

Die­ses Bei­spiel muss natür­lich nicht über­all Schule machen. So kann es auf kei­nen Fall darum gehen, beste­hende funk­tio­nie­rende Infra­struk­tur „auf Teu­fel komm raus“ zurück zu bauen. Ich denke da ins­be­son­dere an die intakte Ver­kehrs­in­fra­struk­tur in unse­rer Stadt.

„Nach­hal­tig­keit“ ist das Schlüs­sel­wort für eine lang­fris­tige Pla­nung. Schauen wir uns also unter die­sem Aspekt einige städ­ti­sche Pla­nungs­vor­ha­ben genauer an:

Vor­aus­schau­ende Pla­nung ist beson­ders wich­tig bei lang­fris­tig wirk­sa­men Inves­ti­tio­nen. In kaum einem ande­ren Bereich wird Lang­fris­tig­keit so sicht­bar wie bei der Infrastruktur.

Meine Damen und Herren,

sinn­vol­ler­weise set­zen die Ver­kehrs­pla­nun­gen für die Stadt Han­no­ver seit Jah­ren auf einen mög­lichst brei­ten und aus­ge­wo­ge­nen Mix der ver­schie­de­nen Ver­kehrs­mit­tel. Stand frü­her das Auto beson­ders im Fokus, geht es heute auch um mehr Rad­ver­kehr, um För­de­rung der Fuß­gän­ger, um den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr – so weit, so gut. Und so richtig.

Aller­dings: Diese sinn­vol­len Ansätze wer­den von dem ver­häng­nis­vol­len Bestre­ben beglei­tet, den Ver­kehrs­raum ein­zu­schrän­ken und damit mög­lichst viele Ver­kehrs­teil­neh­mer an den­sel­ben Platz zu zwin­gen. Warum wer­den etli­che Mil­lio­nen Euro in den Haus­halt ein­ge­stellt, um auf dem Fried­richs­wall die Bus­spur zu ent­fer­nen und gleich­zei­tig noch die Anzahl der Hal­te­stel­len zu ver­rin­gern? Der Bus wird hier künf­tig mit dem ande­ren moto­ri­sier­ten Ver­kehr kon­kur­rie­ren. Ist die­ses Geld wirk­lich sinn­voll ange­legt? Wird hier der öffent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr nach­hal­tig gefördert?

Kos­ten und Mühen scheint man dage­gen zu scheuen, wenn es um die För­de­rung des Rad­ver­kehrs geht: Schauen wir auf die Pod­biels­ki­straße, schauen wir auf den Rick­lin­ger Stadt­weg und auf viele andere Stel­len. Rad­fah­rer wer­den in zuneh­men­dem Maße auf die Straße gezwun­gen, auf dort ledig­lich auf­ge­malte Rad­wege. „Schutz­strei­fen“ wird das dann auch noch genannt — das klingt harm­los und freundlich.

Tat­säch­lich han­delt es sich bei die­sen soge­nann­ten „Schutz­strei­fen“ um eine schein­bar bil­lige, in Wahr­heit aber gefähr­li­che Abkehr vom her­kömm­li­chen Rad­weg. Rad­fah­rer wer­den hier zu direk­ten Kon­kur­ren­ten des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs. Ist das nach­hal­tig? För­dert man so den Radverkehr?

Ein wei­te­res Bei­spiel: In unse­rer Stadt sind Rad­schnell­wege geplant. Die Mit­tel hier­für kom­men aus ver­schie­dens­ten Töp­fen. Töp­fen, die mög­lichst nicht den eige­nen Haus­halt belas­ten. Wenn es aber um die sinn­volle Aus­ge­stal­tung sol­cher Rad­schnell­wege geht, stellt man fest, dass an kei­ner Stelle Brü­cken oder neue Unter­füh­run­gen geplant sind. Sol­che Maß­nah­men wür­den den Rad­fah­rern ein wirk­lich schnel­les und beque­mes Vor­an­kom­men ermög­li­chen. Ist das nach­hal­tig? För­dert man so den Radverkehr?

Gucken wir nun auf die Fuß­gän­ger. Zuneh­mend wer­den Fuß­gän­ger mit teu­ren Ampeln zwangs­be­glückt. Mit quasi allen umge­bau­ten Stadt­bahn­hal­te­stel­len geht eine Ampel­wut ein­her. Frü­her regelte sich alles von selbst mit Über­gän­gen wie Zebra­strei­fen und Ver­kehrs­in­seln. Nun sind Fuß­gän­ger hier plötz­lich einer völ­lig über­zo­ge­nen Rege­lungs­wut aus­ge­setzt. För­dert man so den Fußgängerverkehr?

Meine Damen und Herren,

die Rich­tung der Ver­kehrs­po­li­tik in die­ser Stadt ist auf einer grund­le­gen­den Ebene falsch. Sie ori­en­tiert sich an kurz­sich­ti­gen Detail­in­ter­es­sen. Das ist eben nicht nachhaltig!

Nir­gends wird das deut­li­cher als bei der unend­li­chen Geschichte um die Stadt­bahn­li­nie D. Gerade soll ihr wie­der ein beson­ders unrühm­li­ches Kapi­tel hin­zu­ge­fügt wer­den: Da wird eine Stadt­bahn­stre­cke geplant, die kei­nen eige­nen Ver­kehrs­raum bekom­men soll. Eine Neu­bau­stre­cke ohne jeden Nut­zen. Hoch­bahn­steige mit­ten auf brei­ten Stra­ßen. Eine sol­che Pla­nung igno­riert voll­stän­dig die in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten­ent­stan­dene Infrastruktur.

Und was machen Sie von der Mehr­heits­ko­ali­tion? Sie för­dern die­sen Quatsch auch noch! Die SPD behaup­tet allen Erns­tes, dies sei die best­mög­li­che Lösung für den Stadt­bahn­ver­kehr aus Ahlem und Linden-​​Nord.

Dabei gibt es bes­sere, nach­hal­tige Lösun­gen. Lösun­gen, die sich zu die­sen Tat­sa­chen bekennen:

Gute Ver­kehrs­in­fra­struk­tur braucht genug Raum. In hoch­ver­dich­te­ten Innen­stadt­la­gen müs­sen ver­schie­dene Ver­kehrs­ströme auf unter­schied­li­che Ebe­nen gelegt werden.

Aber hier in Han­no­ver steu­ern Grüne und SPD ins Verkehrs-​​Chaos hin­ein, mit sach­lich fal­schen Argu­men­ten, mit ideo­lo­gisch ver­bräm­ten Pseu­do­lö­sun­gen. Das, ver­ehrte Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, ist alles andere als nach­hal­tig. Das ist kurz­sich­tig und unverantwortlich.

Vor allem — und damit sind wir wie­der beim Geld -, wenn für der­ar­ti­gen Unfug etli­che Mil­lio­nen Euro aus­ge­ge­ben wer­den sol­len. Was Sie, ver­ehrte Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von den Grü­nen, hier gemein­sam mit der SPD durch­zie­hen, rich­tet sich ganz klar gegen die Inter­es­sen des Gemeinwohls.

In einem wei­te­ren Bereich han­delt die Mehr­heits­ko­ali­tion ganz klar gegen die Inter­es­sen des Gemein­wohls — und das schon seit Jah­ren. Ich rede vom Mis­bur­ger Bad, von der soge­nann­ten Pri­va­ti­sie­rung im Jahr 2006. Eine fatale Fehl­ent­schei­dung unter Feder­füh­rung von SPD und Grü­nen — durch­ge­setzt gegen die Beden­ken der Ver­wal­tung und gegen die Inter­es­sen der Beschäftigten.

Das angeb­lich ren­ta­ble PPP-​​Modell war von Anfang an zum Nach­teil der Stadt­be­völ­ke­rung. Das kom­plexe Ver­trags­werk bin­det Han­no­ver lang­fris­tig und schränkt die Poli­tik in der Mit­spra­che– und Kon­troll­funk­tion erheb­lich ein. Neben den ver­trag­li­chen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen bis zum Jahr 2037 gibt es nicht etwa Ein­nah­men für die Stadt, son­dern immer neue Zuschussbedarfe.

Not­wen­dige Inves­ti­tio­nen für den Wert­er­halt des Mis­bur­ger Bades wur­den und wer­den sei­tens des pri­va­ten Ver­trags­part­ners nicht, bezie­hungs­weise nur unzu­rei­chend getä­tigt. Zu einem wirt­schaft­li­chen Betrieb des Bades ist die­ser nicht in der Lage. Mit Vertrags-​​Änderungen und hohen Bezu­schus­sun­gen ver­sucht die Stadt Han­no­ver seit Jah­ren, die Fehl­pla­nun­gen aus­zu­glei­chen, den Betrieb am Leben zu erhal­ten und eine Betreiber-​​Insolvenz abzuwenden.

Es ist nicht Auf­gabe unse­rer dem öffent­li­chen Inter­esse ver­pflich­te­ten und mit öffent­li­chen Mit­teln han­deln­den Kom­mune, einem pri­va­ten Unter­neh­men Wirt­schaft­lich­keit zu garan­tie­ren. Einem Unter­neh­men übri­gens, das in tarif­freiem Raum auf Kos­ten der Beschäf­tig­ten mit Lohn­dum­ping agiert.

Aber SPD und Grüne wei­gern sich nach wie vor, ihre Fehl­ent­schei­dung zu kor­ri­gie­ren und wol­len jetzt statt­des­sen noch mehr Steu­er­gel­der zuschie­ßen. Eine nach­hal­tige Lösung stellt die­ses Han­deln kei­nes­falls dar.

SPD und Grüne han­deln gegen das Inter­esse der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Auch gegen die Beschäf­tig­ten, von denen rund die Hälfte fest­an­ge­stellt ist und nied­rige Löhne erhält. Die andere Hälfte besteht aus Aus­hilfs­kräf­ten, bei denen der pri­vate Bad-​​Betreiber die Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge spart. Das ist weder sozial noch nach­hal­tig, son­dern aktive Aus­he­be­lung unse­res Sozi­al­sys­tems durch Sozi­al­de­mo­kra­ten und Grüne.

Und jetzt wol­len die bei­den Frak­tio­nen noch mehr Geld ins Mis­bur­ger Bad ver­sen­ken, anstatt end­lich den Schnitt zu machen und die Rück­über­tra­gung vor­zu­be­rei­ten. Eine Re-​​Kommunalisierung ist die ein­zige nach­hal­tige Lösung, die der Bevöl­ke­rung sowie Ver­ei­nen und Schul­klas­sen lang­fris­tig die Nut­zung eines moder­nen Hallen-​​/​Freibades in ihrem Wohn­um­feld sichert. Und zugleich den Beschäf­tig­ten eine ange­mes­sene Bezah­lung garantiert.

Meine Damen und Herren,

zum Thema „Zuwen­dun­gen“ möchte ich noch einige Worte anfügen.

Zuwen­dun­gen kön­nen durch­aus eine sinn­volle Inves­ti­tion dar­stel­len, bei­spiels­weise für das soziale und kul­tu­relle Leben unse­rer Stadt. Geför­derte Ein­rich­tun­gen über­neh­men wich­tige Gemein­schafts­auf­ga­ben. Sie sind nah „am Bür­ger“ und kön­nen schnell auf sich ver­än­dernde Bedürf­nisse reagieren.

Aber, bei der Viel­zahl von Zuwen­dun­gen kann schnell der Über­blick ver­lo­ren gehen. Dabei ist doch der ver­ant­wor­tungs­volle Umgang mit den Mit­teln der Bür­ger Auf­gabe von uns allen im Rat!

Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein bedeu­tet nicht, nur mit dem Rot­stift zu arbei­ten. Viel wich­ti­ger ist es, immer wie­der neu zu prü­fen: Hat sich eine Insti­tu­tion oder Maß­nahme bewährt? Ist sie noch zeit­ge­mäß? Gibt es neuere – viel­leicht auch bes­sere – Wege zum glei­chen Ziel? Exis­tie­ren kon­kur­rie­rende Struk­tu­ren, die Ein­spar­po­ten­tial bieten?

Ich erin­nere in die­sem Zusam­men­hang an die Dis­kus­sion zum Thema Medi­en­sucht, die wir im ver­gan­ge­nen Jahr führ­ten – die Ein­rich­tung „Prisma“ erhielt Zuwen­dun­gen für eine Maß­nahme, die ebenso gut von einem bewähr­ten Akteur mit fun­dier­ter Erfah­rung in die­sem Bereich hätte bewäl­tigt wer­den kön­nen. In die­sem Jahr nun wol­len SPD und Grüne zusätz­lich einen ähn­li­chen Betrag an die damals schon erkenn­bar erfah­re­nere Ein­rich­tung „return“ aus­schüt­ten. Kon­kur­renz soll zwar das Geschäft bele­ben – wir müs­sen uns aller­dings über­le­gen, ob wir es uns leis­ten kön­nen. Und vor allem, ob das sinn­voll ist in einem Bereich, für den doch wohl am ehes­ten erst­mals mit einem Modell­pro­jekt prak­ti­sche Erfah­run­gen gemacht wer­den sollten.

Aber wie ich schon sagte, aller­or­ten den Rot­stift anzu­set­zen wäre zu einfach.

Ein Bei­spiel hat sich mir beson­ders ein­ge­prägt - viel­leicht, weil es einen unse­rer ers­ten Anträge im Rat betrifft:

Das Bür­ger­büro Stadt­ent­wick­lung musste – ent­ge­gen unse­rem Antrag — im letz­ten Jahr eine emp­find­li­che Zuwen­dungs­kür­zung um 25 Pro­zent hin­neh­men. 20.000 Euro. Für die Ein­rich­tung ein dicker Bat­zen, für die Stadt­kasse ein ver­gleichs­weise klei­ner Betrag — weni­ger noch, als kürz­lich für die Feier zur Ver­ab­schie­dung unse­res ehe­ma­li­gen Ober­bür­ger­meis­ter mal eben aus­ge­schenkt wurde.

Zurück zum Bür­ger­büro: Des­sen Ange­bot steht Rat­su­chen­den nicht mehr im glei­chen Umfang zur Ver­fü­gung wie zuvor.

Ich frage mich, wie sich die im Bür­ger­büro Akti­ven füh­len mögen, wenn sie ein Jahr spä­ter in einem Antrag von SPD und Grü­nen über stei­gen­den Bera­tungs­be­darf bei Bau­ge­mein­schaf­ten lesen. Denn das genau ist eine der Kern-​​Kompetenzen des Bür­ger­bü­ros und sei­ner Mitarbeiter.

Umso mehr freut es mich, dass nun­mehr auch andere den Bera­tungs­be­darf im Bereich gemein­schaft­li­cher Wohn­for­men wie­der erkannt haben. Und ich bin sehr gespannt, wel­che „auf die­sem Gebiet aktive Ein­rich­tung“ künf­tig 20.000 Euro für eben­diese Bera­tung erhal­ten soll.

Ich möchte mich aber nicht nur mit den Haus­halts­an­trä­gen der Mehr­heit befas­sen, son­dern auch mit denen der Mit-​​Opposition.

Da will die FDP 90 Pro­zent der GBH pri­va­ti­sie­ren. Das ist ja nun wirk­lich reine Kli­en­tel­po­li­tik. Und über­haupt nicht nach­hal­tig. Den weni­gen Inves­to­ren mag es Gewinn brin­gen. Aber fra­gen Sie doch die Leute, die in den ver­kauf­ten Woh­nungs­an­la­gen woh­nen, ob in Han­no­ver oder Dres­den. Denen geht es nicht bes­ser. In unse­rer Aktu­el­len Stunde zur Armut wurde kürz­lich aus­gie­big dar­auf hin­ge­wie­sen, wie die Schere zwi­schen Arm und Reich immer wei­ter aus­ein­an­der­klafft. Nach­hal­tig­keit bedeu­tet auch hier: erträg­li­che, bezahl­bare Mie­ten. Wie bei PPP gilt hier für uns PIRATEN: kein Ver­hö­kern städ­ti­schen Eigen­tums an pri­vate Investoren.

Da will die CDU 750.000 Euro in neue Hort­plätze ste­cken. Es ist keine Neu­ig­keit, wenn ich Ihnen sage, dass die Situa­tion im Bereich der Betreu­ung von Grund­schü­lern schwie­rig ist.

Der Aus­bau von Ganz­tags­grund­schu­len ist im Gange, flä­chen­de­ckende ver­läss­li­che Betreu­ung lässt auf sich war­ten. Beste­hende Hort­plätze müs­sen also erhal­ten blei­ben, bis die Betreu­ung anders sicher­ge­stellt wer­den kann – auch in den Schulferien.

Der von der CDU gewünschte Weg – die Schaf­fung zusätz­li­cher Hort­plätze – kann nicht der Rich­tige sein. Er bedeu­tet Fest­hal­ten an über­hol­ten Model­len und hemmt Aus­bau und Akzep­tanz der Ganz­tags­grund­schule erheblich.

Ja, es stimmt: Hort­plätze mit ihrer kon­ti­nu­ier­li­chen Betreu­ung haben zur­zeit auch Vor­teile. Aber wir dür­fen nicht ver­ges­sen: Wir befin­den uns momen­tan in einer Übergangsphase.

Und ja, für diese Über­gangs­phase müs­sen wir Lösun­gen fin­den, denn der Betreu­ungs­be­darf ist nun mal da. Die Lösung kann aber nicht darin lie­gen, zwei Sys­teme – Hort und Ganz­tags­schule – par­al­lel wei­ter aus­zu­bauen. Nicht nur aus wirt­schaft­li­chem Blick­win­kel sind diese Dop­pel­struk­tu­ren falsch.

Eltern erwar­ten klare Signale und Ver­läss­lich­keit. Das Ziel ist bekannt. Nur der noch schnel­lere Aus­bau des Ganz­tags­be­reichs kann die Lösung sein.

Für uns PIRATEN ist die offene Ganz­tags­schule ein Schritt in die rich­tige Rich­tung — auf dem Weg zur gebun­de­nen Ganz­tags­schule für alle Schü­ler. Wir wer­den nicht vom ein­ge­schla­ge­nen Weg abweichen.

Ich habe jetzt viel zur Aus­ga­ben­seite gesagt. Las­sen Sie mich noch kurz zu den Ein­nah­men kommen.

Als Kom­mune haben wir nicht allzu viele Mög­lich­kei­ten, unsere Ein­nah­me­si­tua­tion zu gestal­ten. Die Ver­tei­lung der Gemein­schafts­steu­ern, also unsere Anteile an der Umsatz-​​, Ein­kom­mens– und Abgel­tungs­steuer, ist nicht steu­er­bar. Zudem hat der Bund für den größ­ten Teil der Steu­ern die Gesetz­ge­bungs­ho­heit. Uns blei­ben also als wesent­li­che Realsteuer-​​Quellen die Gewerbe– und die Grund­steuer. Da hat unser Rat im letz­ten Jahr eine Erhö­hung vor­ge­nom­men, auch mit unse­rer Zustimmung.

In die­sem Jahr nun schla­gen SPD und Grüne eine ordent­li­che Erhö­hung des Sat­zes der Auto­ma­ten­steuer von 12 auf 18 Pro­zent vor. Wir hal­ten die Anhe­bung die­ser kom­mu­na­len Steuer für ver­tret­bar, um die Ein­nah­me­si­tua­tion der Stadt Han­no­ver ein wenig zu verbessern.

Aber, meine Damen und Her­ren, hier geht es nur um die steu­er­li­che Seite. Als Len­kungs­in­stru­ment zur Sucht­prä­ven­tion ist eine Auto­ma­ten­steuer abso­lut unge­eig­net. Hierzu bedarf es ande­rer Mechanismen.

Hin­ge­gen könnte ein Antrag der Links­frak­tion tat­säch­lich eine Len­kungs­funk­tion ent­fal­ten: Ich spre­che von der Idee einer Bür­ger­an­leihe zur För­de­rung und Absi­che­rung des sozia­len und genos­sen­schaft­li­chen Woh­nungs­baus. Das ist ein kon­kre­ter Vor­schlag mit Charme und unter­schied­lichs­ten Profiteuren:

Bür­ge­rin­nen und Bür­ger könn­ten ihr Geld wert­er­hal­tend und für einen loka­len Zweck anle­gen. Inno­va­tive Wohn­pro­jekte erhiel­ten eine Anschub­fi­nan­zie­rung und könn­ten so das sozio­kul­tu­relle Leben in unse­rer Stadt bereichern.

Durch mehr bezahl­ba­ren Wohn­raum würde sich zudem die Situa­tion auf dem Woh­nungs­markt ent­span­nen. Der Haus­halt würde ent­las­tet, die Abhän­gig­keit vom wech­sel­haf­ten Finanz­markt verringert.

Kurzum: Die­sem Linken-​​Antrag kann man nur zustim­men und wir wer­den das tun.

Nicht zustim­men hin­ge­gen kön­nen wir der Sen­kung des Ansat­zes der vor­aus­sicht­li­chen Zins­aus­ga­ben um 2 Mio. Euro. Das hal­ten wir für einen unge­deck­ten Scheck, denn nie­mand kann eine ver­bind­li­che Pro­gnose über die Zins­ent­wick­lung geben. Die­ser Pos­ten hat mit nach­hal­ti­ger Poli­tik nichts zu tun. Es ist viel­mehr ein Griff in die Trick­kiste der Haus­halts­po­li­tik, um auf dem Papier eine aus­ge­gli­chene Bilanz vorzugaukeln.

Auch das Inves­ti­ti­ons­pro­gramm von 2012 bis 2017 hat bei uns einige Fra­ge­zei­chen hinterlassen.

Auf der ande­ren Seite gibt es etli­che posi­tive Ele­mente, bei­spiels­weise bei den Anträ­gen aus den Ausschüssen.

Ins­ge­samt also hat der dies­jäh­rige Haus­halts­plan aus unse­rer Sicht glei­cher­ma­ßen Licht– und Schat­ten­sei­ten. Dem­ent­spre­chend wer­den wir bei der Gesamt-​​Abstimmung weder eine reine Oppo­si­tion noch den Cla­queur geben, son­dern uns enthalten.

Gleich­wohl wür­den wir uns freuen, wenn unsere zur heu­ti­gen Rats­sit­zung ein­ge­brach­ten Anträge auf Zustim­mung stie­ßen. Ins­be­son­dere appel­liere ich an die Mehr­heits­ko­ali­tion, den Treff­punkt Aller­weg nicht ein­fach wegzustimmen.

Abschlie­ßend gilt mein Dank der flei­ßi­gen Ver­wal­tung und all jenen, die mir hier eine halbe Stunde lang ihre Auf­merk­sam­keit geschenkt haben.”


PIRATEN-​​Fraktion: De-​​Haën-​​Platz ins Stadtplatzprogramm der Landeshauptstadt Hannover aufnehmen!

M E D I E N I N F O R M A T I O N


PIRATEN-​​Antrag zum Haus­halt 2013:

De-​​Haën-​​Platz in Han­no­vers Stadt­platz­pro­gramm aufnehmen!

Der De-​​Haën-​​Platz soll Teil des Stadt­platz­pro­gramms „Han­no­ver schafft Platz“ wer­den. Diese For­de­rung erhebt die PIRATEN-​​Ratsfraktion mit einem Antrag * zur aktu­el­len Haus­halts­plan­be­ra­tung 2013. „Unser Ziel ist, dass der De-​​Haën-​​Platz nach der Altlasten-​​Sanierung ein­la­dend und bedarfs­ge­recht gestal­tet wird“, erklärt Rats­herr Dirk Hill­brecht aus dem Stadt­teil List.

Die PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver greift mit ihrer Initia­tive einen Antrag aus dem Stadt­be­zirks­rat Vahrenwald-​​List auf (vgl. Drs. 15–2897/2012, Anlage 11). Dort ein­stim­mig beschlos­sen, sollte der Antrag bei der Haus­halts­sit­zung des Rates am kom­men­den Don­ners­tag (21.02.2013) unbe­ach­tet unter den Tisch gekehrt werden.

„Mit unse­rem Antrag wol­len wir ver­hin­dern, dass der Wille des Bezirks­rats sang– und klang­los unter­geht“, erklärt Fraktions-​​Vize Dirk Hill­brecht, gleich­zei­tig bera­ten­des Mit­glied im Bezirks­rat Vahrenwald-​​List.

Rei­ner Bud­nick, Bezirkspi­rat im Stadt­be­zirk Vahrenwald-​​List, ergänzt: „Mir liegt nach der Besei­ti­gung der Alt­las­ten auf dem ehe­ma­li­gen Fabrik­ge­lände beson­ders die Lebens­qua­li­tät im Stadt­be­zirk am Her­zen. Durch die Alt­las­ten­sa­nie­rung wurde und wird Anlie­gern und Bewoh­nern viel zuge­mu­tet. Ein ein­la­dend gestal­te­ter Stadt­platz wäre ein posi­ti­ves Zei­chen für einen alt­las­ten­freien Neu­be­ginn des Wohnquartiers.“

(ver­öf­fent­licht am 19. Februar 2013)


PIRATEN-​​Fraktion: Für Rückübertragung des Misburger Bades in städtische Verwaltung — gegen zusätzliche Zuschüsse für privaten Betreiber

Die PIRATEN-​​Fraktion ist gegen zusätz­li­che Zuschüsse an den pri­va­ten Betrei­ber des Mis­bur­ger Bades und plä­diert dafür, sich auf eine Rück­über­tra­gung in städ­ti­sche Ver­wal­tung vor­zu­be­rei­ten. In die­sem Zusam­men­hang hat die Frak­tion am 8. Februar 2013 nach­fol­gen­den Ände­rungs­an­trag zu Druck­sa­che 2519/​2012 eingebracht:


In

  • den Sportausschuss
  • den Aus­schuss für Arbeitsmarkt-​​, Wirt­schafts– und Liegenschaftsangelegenheiten
  • den Aus­schuss für Haus­halt, Finan­zen und Rechnungsprüfung
  • den Verwaltungsausschuss
  • die Ratsversammlung

zur Kennt­nis: Stadt­be­zirks­rat Misburg-​​Anderten


Ände­rungs­an­trag gemäß §§ 12 und 34 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 2519/​2012

Ände­rung des Pacht­ver­tra­ges für das Mis­bur­ger Bad

zu beschlie­ßen:

1. Für das Mis­bur­ger Bad wird weder eine über­plan­mä­ßige Auf­wen­dung noch ein wei­te­rer Ände­rungs– und Ergän­zungs­ver­trag beschlossen.

2. Für den mög­li­cher­weise ein­tre­ten­den Heim­fall wird die Ver­wal­tung beauf­tragt, schon jetzt prä­ven­tiv ein Kon­zept zur Rück­über­tra­gung des Mis­bur­ger Bades in städ­ti­sche Ver­wal­tung zu ent­wi­ckeln, das einen dau­er­haf­ten Betrieb sicherstellt.

Begrün­dung:

Die im Jahr 2006 end­gül­tig beschlos­sene soge­nannte Pri­va­ti­sie­rung des Mis­bur­ger Bades im Rah­men eines PPP-​​Projektes hat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver schwer kal­ku­lier­bare Risi­ken und letzt­lich ste­tig stei­gende Aus­ga­ben gebracht. Das kom­plexe Ver­trags­werk bin­det Han­no­ver lang­fris­tig und schränkt die Poli­tik in ihrer Mit­spra­che– und Kon­troll­funk­tion erheb­lich ein.

Im Vor­feld geäu­ßerte Beden­ken, bei­spiels­weise bzgl. mög­li­cher Ver­schlech­te­run­gen der Arbeits­be­din­gun­gen oder zu nied­rig kal­ku­lier­ter Kos­ten, waren begrün­det, wie sich zwi­schen­zeit­lich bedau­er­li­cher­weise her­aus­ge­stellt hat.

Des­sen unge­ach­tet blei­ben zudem die Besu­cher­zah­len weit hin­ter den Pro­gno­sen zurück.

Not­wen­dige Inves­ti­tio­nen für den Wert­er­halt des Mis­bur­ger Bades wur­den und wer­den sei­tens des pri­va­ten Ver­trags­part­ners nicht bezie­hungs­weise nur unzu­rei­chend getä­tigt; zu einem wirt­schaft­li­chen Betrieb des Bades ist die­ser nicht in der Lage.

Mit­tels Vertrags-​​Änderungen und hohen Bezu­schus­sun­gen ver­sucht die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver seit Jah­ren, die Fehl­pla­nun­gen aus­zu­glei­chen, den Betrieb am Leben zu erhal­ten und eine Betreiber-​​Insolvenz abzuwenden.

Eine nach­hal­tige Lösung im Inter­esse der Bür­ge­rin­nen und Bür­gern stellt das städ­ti­sche Han­deln kei­nes­falls dar. Es ist nicht Auf­gabe der dem öffent­li­chen Inter­esse ver­pflich­te­ten und mit öffent­li­chen Mit­teln han­deln­den Kom­mune, einem pri­va­ten Unter­neh­men Wirt­schaft­lich­keit zu garan­tie­ren, das zudem in tarif­freiem Raum auf Kos­ten der Beschäf­tig­ten mit Lohn­dum­ping agiert.

Um auf einen mög­li­chen Heim­fall adäquat vor­be­rei­tet zu sein ist not­wen­dig, bereits jetzt ein ent­spre­chen­des Hand­lungs­kon­zept zu ent­wi­ckeln, das den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern sowie Ver­ei­nen und Schul­klas­sen lang­fris­tig die Nut­zung eines moder­nen Hallen-​​/​Freibades in ihrem Wohn­um­feld sichert und zugleich den Beschäf­tig­ten eine ange­mes­sene Bezah­lung garantiert.

Han­no­ver, den 8. Februar 2013

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Fraktion fordert für Hannover: „Informationsfreiheitsatzung jetzt — Transparenz sofort!” Kritik an GRÜNEN und SPD

M E D I E N I N F O R M A T I O N

„Infor­ma­ti­ons­frei­heit jetzt — Trans­pa­renz sofort!“

PIRATEN for­dern umge­hende Umset­zung in Han­no­ver /​ Kri­tik an GRÜNEN und SPD

„Infor­ma­ti­ons­frei­heit jetzt — Trans­pa­renz sofort!“ So lau­tet die For­de­rung der PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver. Zur umge­hen­den Umset­zung hat die Frak­tion heute (8. Februar 2013) den Ent­wurf für eine kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung vor­ge­legt. Darin wird der Zugang zu Infor­ma­tio­nen des eige­nen Wir­kungs­krei­ses der Lan­des­haupt­stadt gere­gelt. Dies betrifft nahezu alle Berei­che des städ­ti­schen Han­delns — die Arbeit der Bür­ger­äm­ter ebenso wie die Haus­halts­pla­nung, die Feu­er­wehr genauso wie die Stadt­ent­wäs­se­rung, den Sozi­al­be­reich wie den der Kultur.

„Wir wol­len han­nö­ver­sche Akten und Daten für jeden öff­nen, denn der freie Zugang zu Ori­gi­nal­quel­len ist für die eigene Mei­nungs­bil­dung in einer offe­nen Bür­ger­ge­sell­schaft zwin­gend not­wen­dig“, sagt Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Dr. Jür­gen Junghänel.

„Trans­pa­renz ist ein wich­ti­ges Mit­ge­stal­tungs– und Kon­troll­in­stru­ment in unse­rer Demo­kra­tie. Dazu gehört auch Infor­ma­ti­ons­frei­heit, wel­che die effek­tive Wahr­neh­mung von Bür­ger­rech­ten ver­ein­facht und das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zur öffent­li­chen Ver­wal­tung för­dert“, so eine Kern­aus­sage in der Begrün­dung des Antrages.

Bereits im August 2012 hatte die PIRATEN-​​Fraktion einen Antrag ein­ge­reicht, der die Ver­wal­tung mit der Erar­bei­tung einer Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung beauf­tra­gen sollte. Die­sen Antrag hat der Rat am 31. Januar 2013 abge­lehnt — unter maß­geb­li­cher Mit­wir­kung von SPD und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN.

„Das Abstim­mungs­ver­hal­ten ins­be­son­dere der Grü­nen ist nicht nach­voll­zieh­bar, denn die Par­tei hat vor und nach den Kom­mu­nal­wah­len 2011 auf höchs­ter Lan­des­ebene zwei Programm-​​Beschlüsse zur Ein­füh­rung kom­mu­na­ler Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zun­gen gefasst“, sagt Frak­ti­ons­vize Dirk Hill­brecht. [1] „In Han­no­ver war­ten diese Beschlüsse bis heute auf Umset­zung. Hier kön­nen die Grü­nen immer noch ihr Wahl­ver­spre­chen ein­lö­sen und damit bewei­sen, dass ihre Par­tei­be­schlüsse mehr sind als wahl­kampf­ge­schwän­ger­tes Wortgeklingel.“

In ande­ren Städ­ten Nie­der­sach­sens ist sach­ori­en­tierte kom­mu­nal­po­li­ti­sche Koope­ra­tion offen­sicht­lich weni­ger pro­ble­ma­tisch. Vie­ler­orts beste­hen schon ent­spre­chende Sat­zun­gen. In Braun­schweig bei­spiels­weise haben die dor­ti­gen Rats-​​Piraten 2012 gemein­sam mit Man­dats­trä­gern von SPD, Grü­nen und ande­ren Par­teien eine kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung beschlos­sen. „Auch unsere direkte Nach­bar­stadt Lan­gen­ha­gen ist dank einer dor­ti­gen SPD-​​Initiative wei­ter als Han­no­ver. In der Lan­des­haupt­stadt macht das Fest­hal­ten an alten Struk­tu­ren sach­ori­en­tierte Arbeit fast unmög­lich“, so Rats­herr Dirk Hill­brecht. „Das erle­ben wir hier in nahezu allen Berei­chen. Die Alt-​​Parteien kön­nen gute Ideen und Initia­ti­ven neuer Par­teien nicht akzep­tie­ren. Das muss sich ändern, damit Poli­tik tat­säch­lich für die Men­schen gestal­tet wird und nicht nur aus der Macht eige­ner Mehrheit.“

(ver­öf­fent­licht am 8. Februar 2013)


[1] LDK am 5./6. Februar 2011 “Kom­mu­nal­po­li­ti­sche Erklä­rung” (s.S.13) - LDK am 19./20. Novem­ber 2011 “Für eine kluge Netz– und Medi­en­po­li­tik für Nie­der­sach­sen” (s.S. 2)

PIRATEN-​​Fraktion legt Entwurf einer Informationsfreiheitssatzung für Hannover vor

Die PIRATEN-​​Fraktion hat am 8. Februar 2013 den Ent­wurf einer kom­mu­na­len Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung für die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver vor­ge­legt. Der Antrag im Wortlaut:

„In die nächste Ratsversammlung

Antrag gemäß § 10 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

den nach­fol­gen­den Ent­wurf einer

Sat­zung zur Rege­lung des Zugangs zu Infor­ma­tio­nen des eige­nen Wir­kungs­krei­ses der Lan­des­haupt­stadt Hannover

zu beschlie­ßen:

Sat­zung zur Rege­lung des Zugangs zu Infor­ma­tio­nen des eige­nen Wir­kungs­krei­ses der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver (Informationsfreiheitssatzung)

§ 1 Zweck der Satzung

Zweck die­ser Sat­zung ist es, den freien Zugang zu den bei der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver vor­han­de­nen Infor­ma­tio­nen zu gewähr­leis­ten und die grund­le­gen­den Vor­aus­set­zun­gen fest­zu­le­gen, unter denen der­ar­tige Infor­ma­tio­nen zugäng­lich gemacht wer­den sol­len. Von der Sat­zung betrof­fen sind aus­schließ­lich Infor­ma­tio­nen in Ange­le­gen­hei­ten des eige­nen Wirkungskreises.

§ 2 Begriffsbestimmung

Infor­ma­tio­nen im Sinne die­ser Sat­zung sind alle Auf­zeich­nun­gen bei der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Ange­le­gen­hei­ten des eige­nen Wir­kungs­krei­ses, unab­hän­gig von der Art ihrer Speicherung.

§ 3 Informationsfreiheit

(1) Jede Per­son mit Wohn­sitz, Aus­bil­dungs­ort oder Erwerbs­tä­tig­keit in der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver sowie jede juris­ti­sche Per­son mit Sitz in der Lan­des­haupt­stadt hat Anspruch auf Zugang zu den von die­ser Sat­zung erfass­ten Informationen.

(2) Für die Aus­füh­rung der Auf­ga­ben nach die­ser Sat­zung ent­fällt die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit.

§ 4 Aus­ge­stal­tung des Informationszugangsanspruchs

(1) Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver hat grund­sätz­lich Aus­kunft zu ertei­len, Akten­ein­sicht zu gewäh­ren oder die Infor­ma­ti­ons­trä­ger zugäng­lich zu machen, wel­che die begehr­ten Infor­ma­tio­nen enthalten.

(2) Han­delt es sich um vor­über­ge­hend beige­zo­gene Akten ande­rer öffent­li­cher Stel­len, die nicht Bestand­teil der eige­nen Ver­wal­tungs­un­ter­la­gen wer­den sol­len, weist die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver auf diese Tat­sa­che hin und nennt der Antrag­stel­le­rin oder dem Antrag­stel­ler die für die Ent­schei­dung über die Ein­sicht in diese Akten zustän­dige Stelle.

(3) Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver stellt grund­sätz­lich aus­rei­chende zeit­li­che, sach­li­che und räum­li­che Mög­lich­kei­ten für den Infor­ma­ti­ons­zu­gang zur Ver­fü­gung. Die Anfer­ti­gung von Noti­zen ist gestat­tet. Der Antrag­stel­le­rin oder dem Antrag­stel­ler ist es erlaubt, Kopien anzu­fer­ti­gen. Die Lan­des­haupt­stadt stellt die dafür nötige Infra­struk­tur zur Ver­fü­gung oder ermög­licht sons­tige Vervielfältigungsarten.

(4) Soweit der Erstel­lung von Kopien Urhe­ber­rechte Drit­ter ent­ge­gen­ste­hen, ist von der zustän­di­gen Stelle die Ein­wil­li­gung der oder des Berech­tig­ten ein­zu­ho­len. Ver­wei­gert die oder der Berech­tigte die Ein­wil­li­gung, besteht kein Anspruch auf Aus­hän­di­gung von Kopien. Wird eine Ein­wil­li­gung nur gegen Ent­gelt erteilt, hat die Antrag­stel­le­rin oder der Antrag­stel­ler die­ses als Aus­la­gen zu erstatten.

(5) Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver stellt auf Antrag Kopien von Infor­ma­ti­ons­trä­gern, wel­che die begehr­ten Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten, auch durch Ver­sen­dung gegen Aus­la­ge­n­er­stat­tung zur Verfügung.

(6) Soweit Infor­ma­ti­ons­trä­ger nur mit Hilfe spe­zi­el­ler tech­ni­scher Hilfs­mit­tel les­bar sind, stellt die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver auf Ver­lan­gen der Antrag­stel­le­rin oder des Antrag­stel­lers diese oder les­bare Aus­dru­cke zur Verfügung.

(7) Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver kann auf eine Ver­öf­fent­li­chung ins­be­son­dere im Inter­net ver­wei­sen, wenn sie der Antrag­stel­le­rin oder dem Antrag­stel­ler die Fund­stelle angibt.

§ 5 Antragstellung

(1) Der Zugang zu Infor­ma­tio­nen wird auf Antrag gewährt. Der Antrag kann schrift­lich, münd­lich, zur Nie­der­schrift oder in elek­tro­ni­scher Form gestellt wer­den. Er muss hin­rei­chend bestimmt sein und ins­be­son­dere sol­che Anga­ben ent­hal­ten, die das Auf­fin­den der gewünsch­ten Infor­ma­tio­nen mit ange­mes­se­nem Auf­wand ermög­li­chen. Sofern der Antrag­stel­le­rin oder dem Antrag­stel­ler Anga­ben zur Umschrei­bung der begehr­ten Infor­ma­tio­nen feh­len, hat die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver sie oder ihn zu beraten.

(2) Der Dar­le­gung eines recht­li­chen Inter­es­ses oder einer Begrün­dung des Antra­ges bedarf es nicht.

(3) Der Antrag soll bei der zustän­di­gen Stelle gestellt wer­den. Zustän­dig ist die Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, bei der die begehr­ten Infor­ma­tio­nen vor­han­den sind. Ist die Stelle, bei der ein Antrag gestellt wird, nicht zustän­dig, so hat sie den Antrag an die zustän­dige Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit wei­ter­zu­lei­ten und die Antrag­stel­le­rin oder den Antrag­stel­ler dar­über in Kennt­nis zu setzen.

§ 6 Erle­di­gung des Antrages

(1) Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver macht die begehr­ten Infor­ma­tio­nen über die zustän­dige Stelle unver­züg­lich, spä­tes­tens aber inner­halb eines Monats ab Antrag­stel­lung zugänglich.

(2) Soweit Umfang und/​oder Kom­ple­xi­tät der begehr­ten Infor­ma­tio­nen dies recht­fer­ti­gen, kann die Frist des Absat­zes 1 um bis zu zwei wei­tere Monate ver­län­gert wer­den. Die Antrag­stel­le­rin oder der Antrag­stel­ler ist über die Frist­ver­län­ge­rung und deren Gründe schrift­lich zu informieren.

(3) Die Ableh­nung eines Antrags oder die Beschrän­kung des begehr­ten Zugangs zu Infor­ma­tio­nen ist ein Ver­wal­tungs­akt und inner­halb der in Absatz 1 genann­ten Frist schrift­lich zu begrün­den und mit einer Rechts­be­helfs­be­leh­rung zu versehen.

§ 7 Schutz öffent­li­cher Belange und Rechtsdurchsetzung

Der Antrag auf Zugang zu Infor­ma­tio­nen kann ins­be­son­dere abge­lehnt wer­den, soweit und solange

1. die begehr­ten Infor­ma­tio­nen nach einem Gesetz geheim gehal­ten wer­den müs­sen oder

2. durch die Bekannt­gabe der Infor­ma­tio­nen der Ver­fah­rens­ab­lauf eines anhän­gi­gen Gerichts­ver­fah­rens, Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­rens oder Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens erheb­lich beein­träch­tigt würde oder

3. die Bekannt­gabe der Infor­ma­tio­nen den Erfolg eines straf­recht­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­rens gefähr­den würde.

§ 8 Schutz des behörd­li­chen Entscheidungsbildungsprozesses

Der Antrag auf Zugang zu Infor­ma­tio­nen ist abzu­leh­nen, soweit sie Ver­fah­ren und Ent­schei­dun­gen betref­fen, die sich noch in der Ent­wurfs­phase befin­den und in denen Ent­schlüsse erst vor­be­rei­tet wer­den. Ist das Ver­fah­ren abge­schlos­sen und der Ent­schluss gefasst, kön­nen Akten aus der Ent­wurfs­phase und zur Vor­be­rei­tung von Ent­schlüs­sen ein­ge­se­hen werden.

§ 9 Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten

Einem Antrag auf den Zugang zu Infor­ma­tio­nen, wel­che per­so­nen­be­zo­gene Daten ent­hal­ten, ist nur statt­zu­ge­ben, soweit daten­schutz­recht­li­che Bestim­mun­gen dies zulassen.

§ 10 Schutz von Betriebs– und Geschäftsgeheimnissen

(1) Der Antrag auf Zugang zu Infor­ma­tio­nen kann abge­lehnt wer­den, wenn durch die Über­mitt­lung der Infor­ma­tio­nen Betriebs– oder Geschäfts­ge­heim­nisse offen­bart wer­den und die schutz­wür­di­gen Belange der oder des Betrof­fe­nen das Offen­ba­rungs­in­ter­esse der All­ge­mein­heit erheb­lich über­wie­gen, es sei denn, die oder der Betrof­fene ist mit der Infor­ma­ti­ons­er­tei­lung einverstanden.

(2) Soll Zugang zu Betriebs– und Geschäfts­ge­heim­nis­sen gewährt wer­den, so hat die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver der oder dem Betrof­fe­nen vor­her Gele­gen­heit zur Stel­lung­nahme zu geben. Die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver ist bei ihrer Ent­schei­dung über den Infor­ma­ti­ons­zu­gang an diese Stel­lung­nahme nicht gebunden.

§ 11 Ver­fah­ren bei Betei­li­gung Dritter

(1) Lie­gen Anhalts­punkte dafür vor, dass durch den Antrag auf Infor­ma­tion Belange Drit­ter berührt sein kön­nen und diese ein schutz­wür­di­ges Inter­esse am Aus­schluss der Infor­ma­tion haben könn­ten, gibt die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver der oder dem Drit­ten schrift­lich Gele­gen­heit zur Stel­lung­nahme inner­halb eines Monats.

(2) Eine Ent­schei­dung über den Infor­ma­ti­ons­zu­gang ergeht in die­sen Fäl­len stets schrift­lich und wird auch der oder dem Drit­ten bekannt gege­ben. Die Infor­ma­tion erfolgt erst, nach­dem die Ent­schei­dung der oder dem Drit­ten gegen­über bestands­kräf­tig gewor­den oder die sofor­tige Voll­zie­hung ange­ord­net wor­den ist und seit Bekannt­gabe der Anord­nung an die Dritte oder den Drit­ten eine Frist von zwei Wochen ver­stri­chen ist.

§ 12 Trennungsprinzip

Wenn nur Teile des ange­for­der­ten Doku­ments den Schutz­be­stim­mun­gen der §§ 7 bis 10 unter­lie­gen, wer­den die übri­gen Teile des Doku­ments der Antrag­stel­le­rin oder dem Antrag­stel­ler zugäng­lich gemacht.

§ 13 Ver­hält­nis zu ande­ren Informationszugangsrechten

Rechts­vor­schrif­ten, die einen wei­ter­ge­hen­den Zugang zu Infor­ma­tio­nen ermög­li­chen oder ihre Grund­lage in beson­de­ren Rechts­ver­hält­nis­sen haben, blei­ben unberührt.

§ 14 Kosten

(1) Münd­lich oder tele­fo­nisch erteilte sowie ein­fa­che schrift­li­che Aus­künfte sind kostenfrei.

(2) Für wei­ter­ge­hende Aus­künfte sind die Gebüh­ren so zu bemes­sen, dass zwi­schen Ver­wal­tungs­auf­wand einer­seits und dem Recht auf Akten­ein­sicht ande­rer­seits ein ange­mes­se­nes Ver­hält­nis besteht. Die Gebüh­ren­sätze rich­ten sich nach der Ver­wal­tungs­kos­ten­sat­zung der Lan­des­haupt­stadt Hannover.

(3) Über die Höhe der Gebüh­ren ist die Antrag­stel­le­rin oder der Antrag­stel­ler vorab zu informieren.

§ 15 Aktive Veröffentlichungen

Das Prin­zip der maxi­ma­len Öffent­lich­keit soll Anwen­dung fin­den. Alle recht­li­chen Ermes­sens­spiel­räume sol­len aus­ge­schöpft wer­den, um eine frü­hest­mög­li­che elek­tro­ni­sche Ver­öf­fent­li­chung aller Infor­ma­tio­nen zu gewähr­leis­ten, die den Ent­schei­dungs­pro­zes­sen des Rates und der Ver­wal­tung zugrunde liegen.

§ 16 Inkrafttreten

Diese Sat­zung tritt am …………… in Kraft, zunächst für eine Beob­ach­tungs­frist von 30 Mona­ten. Sie tritt außer Kraft, wenn der Rat bis zum Ablauf der Frist keine Fort­gel­tung beschließt.

Han­no­ver, den …

Begrün­dung:

Trans­pa­renz ist ein wich­ti­ges Mit­ge­stal­tungs– und Kon­troll­in­stru­ment in unse­rer Demo­kra­tie. Dazu gehört auch Infor­ma­ti­ons­frei­heit, wel­che die effek­tive Wahr­neh­mung von Bür­ger­rech­ten ver­ein­facht und das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zur öffent­li­chen Ver­wal­tung fördert.

Das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz, das Umwelt­in­for­ma­ti­ons­ge­setz und wei­tere Rege­lun­gen auf Bun­des– sowie Lan­des­ebene erlau­ben Men­schen die Ein­sicht in Akten und Daten der Ver­wal­tun­gen. Diese Abkehr vom Prin­zip der Amts­ver­schwie­gen­heit ist ein wich­ti­ger Para­dig­men­wech­sel in einer Wis­sens­ge­sell­schaft, in der es auf Betei­li­gung jedes Ein­zel­nen ankommt.

Mitt­ler­weile elf Bun­des­län­der haben eigene Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setze erlas­sen. In Nie­der­sach­sen jedoch exis­tiert kein ent­spre­chen­des Lan­des­ge­setz. Umso bedeu­ten­der ist hier, dass die Gemein­den mit gutem Bei­spiel vor­ran­ge­hen und auf Basis einer Selbst­ver­pflich­tung in Form einer kom­mu­na­len Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung für den Zugang zu Infor­ma­tio­nen sorgen.

Nie­der­säch­si­sche Städte wie Braun­schweig, Göt­tin­gen oder Lan­gen­ha­gen haben zwi­schen­zeit­lich jeweils ein­stim­mig eigene kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zun­gen beschlos­sen. Diese ver­ein­fa­chen auf Orts­ebene den öffent­li­chen Zugang zu Behör­den­in­for­ma­tio­nen und räu­men Bür­ge­rin­nen und Bür­gern zugleich weit­rei­chende, ver­bind­li­che Infor­ma­ti­ons­rechte ein. Amt­li­che Unter­la­gen und Bestände, die mit Mit­teln der All­ge­mein­heit erstellt wur­den, sind nun ohne büro­kra­ti­sche Hür­den all­ge­mein zugänglich.

Auch für Han­no­ver ist eine sol­che kom­mu­nale Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung wün­schens­wert, denn die Lan­des­haupt­stadt sollte bezüg­lich Infor­ma­ti­ons­frei­heit zum Stan­dard benach­bar­ter Kom­mu­nen aufschließen.

Vor die­sem Hin­ter­grund hatte die PIRATEN-​​Fraktion im August 2012 einen Antrag (Drs. 1806/​2012) ein­ge­reicht, durch den die Ver­wal­tung mit der Erar­bei­tung einer Infor­ma­ti­ons­frei­heits­sat­zung für die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver beauf­tragt wer­den sollte. Die­ser Antrag wurde in der Rats­sit­zung am 31. Januar 2013 abgelehnt.

In vor­aus­ge­gan­ge­nen poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen, u.a. im feder­füh­ren­den Orga­ni­sa­ti­ons– und Per­so­nal­aus­schuss, wurde als Ablehnungs-​​Argument auch ein enor­mer Arbeits­auf­wand ange­führt, der auf die Ver­wal­tung zukäme.

Um den Arbeits­auf­wand der Ver­wal­tung zu mini­mie­ren, ent­hält der vor­lie­gende Antrag einen aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurf einer „Sat­zung zur Rege­lung des Zugangs zu Infor­ma­tio­nen des eige­nen Wir­kungs­krei­ses der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver“. Ähn­lich lau­tende Sat­zun­gen wur­den bereits von zahl­rei­chen Kom­mu­nen beschlossen.

Der Sat­zungs­ent­wurf für die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver wurde mit einer Befris­tung ver­se­hen, um dem Rat die Mög­lich­keit zu geben, diese im Falle einer Nicht­be­wäh­rung, oder im Falle einer Geset­zes­än­de­rung auf Lan­des­ebene, ohne neue Befas­sung zum Ablauf der Frist aus­lau­fen zu las­sen. Sollte sich die Sat­zung bewäh­ren, kann die Befris­tung durch einen Rats­be­schluss auf­ge­ho­ben oder ver­län­gert werden.

Han­no­ver, den 8. Februar 2013

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Fraktion: „Oberbürgermeister missachtet demokratische Grundregeln” — Kritik an Informationspolitik zu Herrenhausen

M E D I E N I N F O R M A T I O N

„Amtie­ren­der Ober­bür­ger­meis­ter miss­ach­tet demo­kra­ti­sche Grundregeln“

PIRATEN-​​Fraktion kri­ti­siert han­no­ver­sche Infor­ma­ti­ons­po­li­tik zu Herrenhausen

„Der amtie­rende Ober­bür­ger­meis­ter und die Kul­tur­de­zer­nen­tin der Stadt Han­no­ver miss­ach­ten demo­kra­ti­sche Grund­re­geln.“ Mit die­sen Wor­ten kri­ti­siert Rats­herr Dirk Hill­brecht, kul­tur­po­li­ti­scher Spre­cher der PIRATEN-​​Fraktion, die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Ver­wal­tungs­spitze in Sachen „Her­ren­häu­ser Gär­ten“. Noch vor dem fach­lich zustän­di­gen Kul­tur­aus­schuss haben der Erste Stadt­rat Hans Mön­ning­hoff und Kul­tur­de­zer­nen­tin Mar­lis Dre­ver­mann heute (25.01.2013) Details ihrer Pla­nun­gen zum Kon­zept für die Her­ren­häu­ser Gär­ten in einem Pres­se­ge­spräch aus­führ­lich erör­tert. Demo­kra­tisch gewählte Frak­ti­ons­ver­tre­ter waren nicht eingeladen.

In der amt­li­chen Ein­la­dung vom 16. Januar 2013 zur heu­ti­gen Sit­zung des Kul­tur­aus­schus­ses wurde die Nach­rei­chung einer Druck­sa­che „Kon­zept zur Wei­ter­ent­wick­lung der Kunst­Fest­Spiele“ ange­kün­digt. „Seit­dem war­ten wir Rats­mit­glie­der auf die­ses Kon­zept, um uns auf die Erör­te­rung im Kul­tur­aus­schuss vor­zu­be­rei­ten. Es ist mehr als schlech­ter Stil, wenn Medi­en­ver­tre­ter bereits vor der Sit­zung des Kul­tur­aus­schus­ses aus­führ­lich infor­miert wer­den, wäh­rend wir die Druck­sa­che zur glei­chen Stunde weder schrift­lich noch digi­tal ein­se­hen kön­nen“, sagt der stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende Hillbrecht.

Gemäß § 85 des Nie­der­säch­si­schen Kom­mu­nal­ver­fas­sungs­ge­set­zes hat der Ober­bür­ger­meis­ter zuvor­derst die Pflicht, die Rats­ver­tre­ter zeit­nah und voll­stän­dig zu infor­mie­ren. „Die Infor­ma­tion der Medien hat dem­ge­gen­über hin­ten­an­zu­ste­hen. Die Teil­habe der Gre­mien an der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung, also eine wesent­li­che Grund­re­gel, wird aus­ge­he­belt, wenn die Stadt­ver­wal­tung ihren Wis­sens­vor­sprung dazu nutzt, einem aus­ge­wähl­ten Kreis vorab Infor­ma­tio­nen zu geben“, so Rats­herr Hillbrecht.

(ver­öf­fent­licht am 25. Januar 2013)

PIRATEN-​​Fraktion: üstra-​​Gutachten zur D-​​Linie erfreulich

M E D I E N I N F O R M A T I O N

„End­lich posi­tio­niert sich die üstra mit ihrem ver­kehrs­po­li­ti­schen Sach­ver­stand öffent­lich”, freut sich Dirk Hill­brecht, Ver­kehrs­ex­perte der PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver, über heu­tige Medi­en­ver­öf­fent­li­chun­gen zur D-​​Linie. „Das von der üstra in Auf­trag gege­bene Gut­ach­ten bestä­tigt offen­sicht­lich, was Fach­leute schon lange gesagt haben: Die Idee, einen Teil des Stadt­bahn­ver­kehrs aus Ahlem über die vor­han­de­nen Tun­nel­stre­cken zu füh­ren, ist mög­lich und wirt­schaft­lich sinn­voll. Die Region Han­no­ver hatte diese und wei­tere Über­le­gun­gen in ihren Pla­nun­gen lei­der nicht ver­tie­fen wollen.”

„So wäre end­lich der Weg frei für die schnelle Umset­zung des bar­rie­re­freien Aus­baus der Linie 10 in Lin­den und Lim­mer”, kom­men­tiert Andis Rava, Bezirks­ratspi­rat vor Ort. „Für die Fahr­gäste ist damit eine bar­rie­re­freie Nut­zung der Stadt­bahn im Innen­stadt­be­reich viel frü­her als geplant mög­lich. Für die Bür­ger in Ahlem, Lim­mer und Lin­den ist das eine posi­tive Ent­wick­lung. Und anders als von den Grü­nen immer kri­ti­siert, könnte Pla­nung und Bau der Hoch­bahn­steige in Lin­den nicht erst in eini­gen Jah­ren, son­dern bereits in naher Zukunft erfol­gen und end­lich Bar­rie­re­frei­heit im Stadt­teil schaffen.”

Es bleibt zu hof­fen, dass sich die Mehr­heits­frak­tio­nen sowie die Ver­wal­tung in der Region den Argu­men­ten öff­nen und nicht wei­ter ihrem ver­kehrs­po­li­ti­schen Irr­weg fol­gen. „Das Vor­ge­hen der üstra ist kei­nes­wegs ein unfreund­li­cher Akt gegen­über der Poli­tik”, so Dirk Hill­brecht. „Viel­mehr grenzt es an eine Unver­schämt­heit, wenn Grünen-​​Ratspolitiker Dette die üstra dafür kri­ti­siert, dass sie ihrer Auf­gabe nach­kommt und unter­neh­me­risch handelt.”

(ver­öf­fent­licht am 24.01.2013)

Anfrage: Umsatzsteuer bei geplanter Pachtvertragsänderung für Misburger Bad

Am 21. Januar 2013 hat die PIRATEN-​​Fraktion fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Umsatz­steuer bei geplan­ter Pacht­ver­trags­än­de­rung für Mis­bur­ger Bad

Aus der Druck­sa­che 2519/​2012 (Ände­rung des Pacht­ver­tra­ges für das Mis­bur­ger Bad) geht her­vor, dass im Falle einer über­plan­mä­ßi­gen Auf­wen­dung künf­tig 7 % Umsatz­steuer auf den Gesamt­zu­schuss zu ent­rich­ten sind. Zur Begrün­dung heißt es: Die Erhö­hung des Betriebs­kos­ten­zu­schus­ses führe dazu, dass das Ver­pach­tungs­ge­schäft steu­er­recht­lich nicht mehr als unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit qua­li­fi­ziert wer­den kann. Das Mis­bur­ger Bad stelle dem­zu­folge fortan kei­nen Betrieb gewerb­li­cher Art mehr dar.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Auf wel­cher kon­kre­ten Zah­len– und Rechts­grund­lage bestand im Fall des Mis­bur­ger Bades bis­her der Sta­tus als Betrieb gewerb­li­cher Art?

2. Wieso und auf wel­cher Rechts­grund­lage wird der Weg­fall des Sta­tus als Betrieb gewerb­li­cher Art im Fall des Mis­bur­ger Bades erst jetzt eine Umsatz­steu­er­pflicht auslösen?

3. Inwie­weit wurde das zustän­dige Finanz­amt in die mehr­fach vor­ge­nom­me­nen Pacht­ver­trags­än­de­run­gen für das Mis­bur­ger Bad ein­be­zo­gen und ggf. mit wel­chen Ergebnissen?

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

Anfrage: Geschlechterspezifische Förderung von Kindern und Jugendlichen

Am 16. Januar 2013 hat die PIRATEN-​​Fraktion fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der GO des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Geschlech­ter­spe­zi­fi­sche För­de­rung von Kin­dern und Jugendlichen

Die Ergeb­nisse der Kom­mu­na­len Bil­dungs­pla­nung der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver 2009 (Drs. 1106/​2009) wie auch des Bil­dungs­mo­ni­to­rings 2010 (Drs. 1424/​2010 N1) und 2012 (Drs. 2623/​2012 N1) bele­gen deut­li­che Unter­schiede bei den Schul­er­fol­gen von Mäd­chen und Jungen.

So erwer­ben in Han­no­ver knapp 60 Pro­zent aller Mäd­chen eines Abschluss-​​Jahrgangs eine Fach­hoch­schul– oder Hoch­schul­reife, von den Jun­gen hin­ge­gen weni­ger als 50 Pro­zent. Auf der ande­ren Seite ver­las­sen deut­lich mehr Jun­gen als Mäd­chen die all­ge­mein­bil­den­den Schu­len ohne einen Abschluss.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Wel­che Ursa­chen sieht die Ver­wal­tung für die erheb­li­chen Unter­schiede in den Schul­er­fol­gen von Jun­gen und Mädchen?

2. Bie­tet, ermög­licht oder plant die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver beson­dere Bil­dungs­an­ge­bote für Mäd­chen, wel­che auf deren geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Bedürf­nisse ein­ge­hen? (Wenn Ja, wel­che? Wenn Nein, warum nicht?)

3. Bie­tet, ermög­licht oder plant die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver beson­dere Bil­dungs­an­ge­bote für Jun­gen, wel­che auf deren geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Bedürf­nisse ein­ge­hen? (Wenn Ja, wel­che? Wenn Nein, warum nicht?)

Dr. Jür­gen Jung­hä­nel (Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Café am Sonntag, 6. Januar 2013, von 13 bis 18 Uhr in der Fraktionsgeschäftsstelle

Unser Ange­bot zum nächs­ten ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag in Hannover:

Die PIRATEN-​​Fraktion im Rat der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver ist auch am ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag nicht käuf­lich, aber offen wie immer:

Am 6. Januar 2013 laden wir von 13 bis 18 Uhr in unsere bar­rie­re­freie Fraktions-​​Geschäftsstelle, Köbelin­ger­straße 1, 30159 Hannover-​​Altstadt (U-​​Bahn-​​Station Markthalle/​Landtag) ein.

Wir bie­ten Infos und Gesprä­che zur han­no­ver­schen Kom­mu­nal­po­li­tik bei Kaf­fee, Kräu­ter­tee, Kalt­ge­trän­ken und Knab­ber­kram. Die Rats– und Bezirks­rats­mit­glie­der sowie die Geschäftsstellen-​​Crew freuen sich auf inter­es­sierte Bür­ge­rin­nen und Bürger.

Anfrage: Alternativangebote zur Oststadtbibliothek während der vorübergehenden Schließung

Am 27. Novem­ber 2012 hat die PIRATEN-​​Fraktion fol­gende Anfrage gestellt:

„In die Ratsversammlung

Anfrage gemäß § 14 der Geschäfts­ord­nung des Rates der Lan­des­haupt­stadt Hannover

Alter­na­tiv­an­ge­bote zur Ost­stadt­bi­blio­thek wäh­rend der vor­über­ge­hen­den Schließung

Im Zuge der Gesamt­sa­nie­rung des Rasch­platz­pa­vil­lons im Jahr 2013 wird die Ost­stadt­bi­blio­thek ab dem 23. Dezem­ber 2012 für min­des­tens acht Monate geschlos­sen. Nur ein Vier­tel der Buch– und Medi­en­be­stände soll in der Schlie­ßungs­phase auf andere Stadt­teil­bi­blio­the­ken ver­teilt, der übrige Biblio­theks­be­stand ein­ge­la­gert werden.

Die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer der Ost­stadt­bi­blio­thek sol­len wäh­rend der Umbau­phase andere städ­ti­sche Biblio­the­ken aufsuchen.

Wei­tere Alter­na­ti­ven sind momen­tan nicht vor­ge­se­hen. Nahe­lie­gend wäre ins­be­son­dere der tem­po­räre Ein­satz des Bücher­bus­ses der Stadt­bi­blio­thek Han­no­ver, der zu den am bes­ten genutz­ten Kul­tur­an­ge­bo­ten der Stadt gehört.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Verwaltung:

1. Hat die Ver­wal­tung Mög­lich­kei­ten und Not­wen­dig­kei­ten geprüft, um ins­be­son­dere mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ten und sehr jun­gen Nut­zern und Nut­ze­rin­nen auch wäh­rend der Sanie­rungs­phase weite Wege zu ande­ren Bibliotheks-​​Standorten zu erspa­ren? (Wenn Ja, wel­che und mit wel­chem Ergeb­nis? Wenn Nein, warum nicht?)

2. Wie beur­teilt die Ver­wal­tung einen mög­li­chen Ein­satz der Fahr­bü­che­rei nahe des Stand­or­tes der Ost­stadt­bi­blio­thek wäh­rend deren tem­po­rä­rer Schließung?

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”

PIRATEN-​​Fraktion für Beurlaubung von Oberbürgermeister Weil

In der Rats­ver­samm­lung am 18. Okto­ber 2012 hatte die PIRATEN-​​Fraktion eine Ver­ta­gung der Abstim­mung über die Gewäh­rung von Wahl­vor­be­rei­tungs­ur­laub für Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Weil bean­tragt. Es gab Infor­ma­ti­ons– und Bera­tungs­be­darf zu der kurz­fris­tig von der Ver­wal­tung vor­ge­leg­ten Beschluss­druck­sa­che 2343/​2012. Dann schrieb der stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende Dirk Hill­brecht einen Brief an den Ober­bür­ger­meis­ter. Nach­dem die Fra­gen der Frak­tion beant­wor­tet sind, hat die PIRATEN-​​Fraktion dem Beur­lau­bungs­an­trag in der Rats­ver­samm­lung am 8. Novem­ber 2012 zuge­stimmt. Rats­herr Hill­brecht hielt dazu eine Rede, die nach­fol­gend doku­men­tiert wird:

„Herr Rats­vor­sit­zen­der, liebe Kol­le­gin­nen und Kollegen,

vor drei Wochen stand die Druck­sa­che 2343/​2012 zur Beur­lau­bung unse­res Noch-​​Oberbürgermeisters kurz­fris­tig auf der Tages­ord­nung. Die Ver­wal­tung hatte zunächst Eil­be­dürf­tig­keit für die Ange­le­gen­heit ins Feld geführt – diese Sicht­weise hat dann der Chef der Ver­wal­tung, unser Herr Ober­bür­ger­meis­ter, zurück­ge­nom­men. Ganz offen­sicht­lich gab es keine beson­dere Eilbedürftigkeit.

Wir haben und hat­ten nie Zwei­fel daran, dass einem Wahl­be­am­ten — wie jedem ande­ren Berufs­tä­ti­gen — ein gesetz­li­cher Anspruch auf Wahl­vor­be­rei­tungs­ur­laub zusteht. Aber wir sahen Infor­ma­ti­ons– und Bera­tungs­be­darf an ande­ren Stel­len. Des­we­gen hat­ten wir eine Ver­ta­gung des The­mas beantragt.

Unsere Frak­tion nimmt die Auf­gabe sehr ernst, das Han­deln des Ober­bür­ger­meis­ters und der von ihm gelei­te­ten Ver­wal­tung zu kon­trol­lie­ren. Für uns ist der Rat keine Abnick-​​Versammlung. Und wenn wir Fra­gen haben, möch­ten wir diese auch stel­len dür­fen, ohne dass wir dafür hier im Saal schräg ange­guckt oder gar unter Druck gesetzt werden.

Meine Damen und Her­ren, wir alle wis­sen: die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten der Oppo­si­tion hier im Rat sind begrenzt. Das gilt für alle­mal für die klei­nen Frak­tio­nen. Aber die von uns allen ein­mü­tig ver­ab­schie­dete Geschäfts­ord­nung regelt das demo­kra­ti­sche Mit­ein­an­der — und auch die Rechte der Oppo­si­tion. Diese Rechte sind dazu da, dass sie genutzt werden.

Wir haben unsere Fra­gen zwi­schen­zeit­lich schrift­lich for­mu­liert und die Ver­wal­tung hat dar­auf, wie Sie wis­sen, heute Vor­mit­tag mit einer schrift­li­chen Ant­wort reagiert.

Wir wis­sen jetzt, dass unser Ober­bür­ger­meis­ter im nächs­ten Januar für zumin­dest zwei Reprä­sen­ta­ti­ons­ter­mine sei­nen Wahl­vor­be­rei­tungs­ur­laub unter­bre­chen will. Er beab­sich­tigt, am Neu­jahrs­emp­fang der Lan­des­haupt­stadt am 3. Januar teil­zu­neh­men. Und er plant, an der Eröff­nung des neu errich­te­ten Schlos­ses Her­ren­hau­sen teil­zu­neh­men – zwei Tage vor der Land­tags­wahl. Diese Ter­mine sieht er als sol­che „von beson­ders her­aus­ge­ho­be­ner Bedeu­tung“ an, wie uns die Ver­wal­tung heute mitteilte.

Und wir freuen uns, dass die Ver­wal­tung auf­grund unse­rer Anfrage nun auch bezüg­lich der Kos­ten­frage mehr Trans­pa­renz her­ge­stellt hat. Nun ist klar, dass die Aus­sage, es ent­stün­den „keine finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen“, unzu­tref­fend ist. Viel­mehr ent­las­tet der Wahl­vor­be­rei­tungs­ur­laub des Herrn Ober­bür­ger­meis­ter den Per­so­nal­etat täg­lich um 303 Euro und 10 Cent. So hat der Land­tags­wahl­kampf aus Haus­halts­sicht doch einen erfreu­li­chen Neben­ef­fekt. Je inten­si­ver Herr Weil von sei­nem Wahl­vor­be­rei­tungs­ur­laub Gebrauch macht, desto mehr Geld spart die Stadt Han­no­ver. Wenn Herr Weil sich ent­spre­chend anstrengt, kann Herr Hans­mann sicher rund 10.000 Euro ver­bu­chen. Dem kön­nen auch wir PIRATEN nur unein­ge­schränkt zustimmen.

Herz­li­chen Dank!”

PIRATEN-​​Fraktion stellt Änderungsantrag zu Verwaltungsentwurf für ÖPP-​​Modell bei Neubau einer Bildungseinrichtung

Die PIRATEN-​​Fraktion will mit nach­fol­gen­dem, am 8. Novem­ber 2012 ein­ge­brach­ten Ände­rungs­an­trag Pläne der Stadt­ver­wal­tung für die ÖPP-​​Finanzierung einer Bil­dungs­ein­rich­tung verändern:

„In – den Aus­schuss für Arbeitsmarkt-​​, Wirt­schafts– und Lie­gen­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten – den Aus­schuss für Haus­halt, Finan­zen und Rech­nungs­prü­fung – den Ver­wal­tungs­aus­schuss – die Rats­ver­samm­lung – den Stadt­ent­wick­lungs– und Bau­aus­schuss (nachrichtlich)

Ände­rungs­an­trag gem. §§ 12 und 34 der Geschäfts­ord­nung des Rates der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver zu Drs. 2038/​2012

[Neu­bau einer Kin­der­ta­ges­stätte, einer Grund­schule — als Ersatz für die jet­zige Grund­schule Meter­straße — und einer Dreifeld-​​Sporthalle auf dem Gelände der Außen­stelle des Gym­na­si­ums Wilhelm-​​Raabe-​​Schule (Bir­ken­straße 12)]

zu beschlie­ßen:

Der Antrags­text wird wie folgt geän­dert bzw. ergänzt:

„2. das Vor­ha­ben im Rah­men eines Eig­nungs­tests als ÖPP-​​Modell zu unter­su­chen, mit­tels einer vor­läu­fi­gen Wirt­schaft­lich­keits­un­ter­su­chung zu veri­fi­zie­ren und den Rats­gre­mien diese Ergeb­nisse in Form einer Druck­sa­che vor­zu­le­gen,

3. erst nach Behand­lung der Druck­sa­che bei nach­ge­wie­se­ner Wirt­schaft­lich­keit das ent­spre­chende Ver­ga­be­ver­fah­ren vor­zu­be­rei­ten, durch­zu­füh­ren und den Rats­gre­mien das Ergeb­nis zur Beschluss­fas­sung vorzulegen,“

Begrün­dung:

Auf­grund des vor­ge­schla­ge­nen Finan­zie­rungs­mo­dells ist der Rat mit sei­nen Gre­mien wäh­rend des Pla­nungs­pro­zes­ses in sei­ner Steue­rungs– und Kon­troll­funk­tion ein­ge­schränkt. Um in die­sem Rah­men größt­mög­li­che Trans­pa­renz zu gewähr­leis­ten, soll­ten die demo­kra­tisch gewähl­ten Rats­mit­glie­der fort­lau­fend ein­ge­bun­den werden.

Han­no­ver, den 8. Novem­ber 2012

Dirk Hill­brecht (stellv. Fraktionsvorsitzender)”