Benutzer:Entropy/Basisarbeit

Basisarbeit

Wie können Piraten (im Flächenland Bayern) effektiv einen Beitrag zum Programm der Partei leisten? Sie schliessen sich wie folgt zu lokalen Arbeitsgruppen (AGs) zusammen.

Fokus

Eine bayerische (lokale) AG unterscheidet sich vor allem dadurch von der bundesweiten AG, dass sie viel einfacher die Möglichkeit hat, regionale Treffen zu veranstalten. Da viele Themen im wesentlichen ein bundesweite Bedeutung haben, steht eine lokale AG der bundesweiten AG thematisch gleich und ist in keiner Weise eingeschränkt. Zusätzlich können noch lokale Besonderheiten berücksichtigt werden. Erarbeitete Ergebnisse können später auch in die bundesweite AG eingebracht und dort weiter diskutiert werden. Die lokale AG unterscheidet sich also insbesondere durch ihre Arbeitsweise von der AG.

Ziele

Das Ziel ist es möglichst fundierte, konsensfähige Positionen zu finden und in konkreten, aber kurzen (1-2Seiten) Positionspapieren festzuhalten. Details und Quellenangaben sollten in ein Appendix verschoben werden. In der Politik ist zunächst die grobe Richtung und Distanzierung von anderen Positionen wichtig. Die Details werden ohnehin viel später ausgehandelt. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig sich auf eine Position zu einigen. Gibt es unüberwindbare Meinungsverschiedenheiten, die nicht durch sachliche Argumente in einer konstruktiven Debatte ausgeräumt werden können, dann soll der Parteitag über diese verschiedenen, aber ausgearbeiteten Positionen abstimmen. Ziel ist jedoch möglichst viele Unterstützer für eine Position zu gewinnen. Dazu ist es hilfreich, wenn diese für Laien verständlich ist.

Vorgehensweise

Über die Aufnahme von Positionen entscheiden Parteitage basisdemokratisch und nicht etwa vorgeschaltete Gremien. Keine AG hat also im Prinzip mehr Autorität als ein einzelnes Mitglied. Anträge haben jedoch mehr Gewicht, wenn sie vor der Abstimmung eine grössere Anzahl von Unterstützern gefunden haben. Anträge in Form von Positionspapieren sollen in der Antragsfabrik auf dem Wiki der AG zusammen mit deren Unterstützern gesammelt werden. Dabei sollte jedoch für die Aufnahme eine Mindestanzahl von Unterstützern (z.B. 5-10) festgelegt werden. Um diese Anzahl zu erreichen, kann z.B. ein Arbeitsgruppentreff ein Papier zusammen erarbeiten oder ein Teilnehmer im Forum darum werben bzw. diskutieren. Ein Abstimmung gilt dann nur für diese konkrete Gruppe, jedoch niemals für die gesamte AG.

Gründung

Für eine erfolgreiche Gruppe sollte erstmal eine kritische Masse an Teilnehmer gefunden werden. Dazu schreibt man z.B. einen Aufruf an eine Mailingliste oder findet am Stammtisch Gleichgesinnte. Daraufhin kann man ein doodle aufsetzen um ein erstes Treffen anzuberaumen. Sinnvoll ist dann die Einrichtung einer Wikiseite und eines Teampads um weitere Infos auszutauschen. Bei Bedarf kann eine eigene Mailingliste mit Forum-Sync eingerichtet werden.

Teilnahme

Verabreden sich Teilnehmer zu einem realen oder virtuellen Treffen, sollte dieses für alle angekündigt und schon vorab ein Pad mit Vorschlägen für eine Tagesordnung, Zeitplan und konkreten Zielen für Sitzung angelegt werden. Während oder nach der Sitzung sollte dann dort das Protokoll für alle lesbar festgehalten werden. Es ist jedoch nicht unbedingt von Vorteil möglichst viele Teilnehmer für ein Treffen zu gewinnen, da die Produktivität ab einer gewissen Gruppengrösse arg leiden kann (z.B. Meinungsäusserung und Konsensbildung von 30 Personen dauern idR sehr lange). Um möglichst effektiv überhaupt innerhalb einer Sitzung zu einer konsensfähigen Position zu gelangen, sind Gruppengrössen von 3 bis 10 empfehlenswert. Eine heterogene Zusammensetzung der Teilnehmer sowie mehr als ein Meinungsführer kann helfen Gruppendenken zu vermeiden und Schwachpunkte der Position frühzeitig zu erkennen. Jeder Gruppe steht es frei, wie sich organisiert, solange sie Ergebnisse produziert. Dazu hat sie auch die Freiheit, die Teilnehmerzahl zu begrenzen oder gar einzelne Mitglieder auszuschliessen, wenn sie die Produktivität oder Zusammenarbeit gefährdet sieht.

Treffen vor Ort

In Treffen vor Ort können sich die Teilnehmer persönlich kennenlernen, von Angesicht zu Angesicht (Technik kann eine Barriere sein) austauschen und auch externe Referenten einladen. Reale Treffen sind nicht durch virtuelle Treffen ersetzbar, sondern können diese nur ergänzen. Erfahrungsgemäss sind Treffen vor Ort (insbes. mit Beamer und gemeinsamen Arbeitsdokument) viel produktiver als online-Diskussionen. Sofern die Teilnehmer zivilisiert und höflich diskutieren, kann dabei auf Formalitäten wie Rednerliste und Redezeit verzichtet werden. In Eigeninitiative sollten bayernweit regelmässige Treffen von lokalen Gruppen veranstaltet werden um möglichst vielen diese produktive Arbeitsform zu ermöglichen. Wenn möglich sollten auch per Mumble Externe daran teilnehmen können. Neben kleineren AG Treffen sind auch grössere überregionale Treffen wie Workshops oder Konferenzen denkbar, die in seltenerem Zeitabstand stattfinden.

Redeliste

Bei politischen Diskussionen ist es oft notwendig einen Moderator zu haben, damit jeder angemessen zu Wort kommen kann. Es empfiehlt sich dabei das Prinzip einer balancierten Redeliste oder folgende Zeitkontenlösung, die Redner ermuntert, sich kurz zu fassen:

  • Die Redezeit wird in 30sec Einheiten abrechnet.
  • Pro Rede hat jeder max. 4 Einheiten (2min) Zeit.
  • Der Moderator führt eine Strichliste und macht alle 30sec beim aktuellen Redner einen Strich (oder nach der Rede).
  • Will jemand reden, wird er mit einer fortlaufenden Nummer versehen.
  • Der nächste Redner ist der, mit der niedrigsten Nummer und gleichzeitig wenigsten Strichen (also Redezeit).

virtuelle Treffen, online Diskussion

Da Bayern ein Flächenland ist und sich nicht immer eine kritische Menge an Personen in der Nähe finden lässt oder nicht jeder vor Ort sein kann, ist der Einsatz von Internet-Werkzeugen sinnvoll. Neben online-Konferenz via Mumble, sind Piratenpads und die Mailingliste bzw. Forum die primären Kommunikationswerkzeuge. Es sollten in Eigeninitiative regelmässig bayernweite oder auch themenspezifische Mumbles Sitzungen veranstaltet werden. Dort können sich regionale Gruppen austauschen und ggf. versuchen unterschiedliche Positionen in Einklang zu bringen.

Newsletter und Wiki

Wenn in der Gruppe sehr viel im Forum diskutiert wird, könnten Leute mit weniger Zeit davon überfordert werden und aufhören der Diskussion zu folgen. In so einem Fall könnte es hilfreich sein, dass jemand aus der Gruppe die wichtigsten Ergebnisse der letzte(n) Woche(n) und anstehende Termine zusammenfasst und in einem separaten Newsletter verschickt.

Das Wiki ist für manche Anfänger zu schwierig zu bedienen und es sollte ein sinnvolles Konzept für die Struktur vorhanden sein, damit alle Information leicht zu finden und aktuell ist. Für diesen Zweck wäre es hilfreich ein paar Beauftragte für das Wiki zu ernennen, die Information dort einpflegen. Dazu können z.B. Links auf Wiki oder relevante Threads im Forum gehören.

Die primären elektronischen Kommunikationsmedien sind

  • Mailingliste/Forum/Newsserver
  • Piratenpad
  • Wiki
  • Mumble (ggf. second life)