HE:OwDiDa/Bürgerbeteiligung/Strategie Digitalstadt
Kommentar zur Strategie Digitalstadt Darmstadt
Generelle Kommentare
Ich begrüße das Ziel, für Bürger, Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft mit der Digitalisierung einen für alle sinnvollen und akzeptablen Mehrwert zu schaffen. Besonders freue ich mich über die Bürgerbeteiligung.
Die Aspekte Wissenschaft und Wirtschaft sind ausreichend dargestellt. Das Thema „open source Software“ wird nicht erwähnt. Im Zusammenhang mit Wissenschaft, Hackathon, Internationalem Leuchtturm, Nachhaltigkeit und Partizipationsmodellen (etwa auch zur Entwicklung von Daten-Auswertungen) erwarte ich, dass Software-Entwicklung, die durch die Öffentlichkeit ermöglicht wird, der allgemeinen Öffentlichkeit möglichst niederschwellig angeboten wird. Open Source Software erlaubt mit ihren Lizenzmodellen auch deren kommerzielle Nutzung, dazu eine nichtkommerzielle (Weiter)Entwicklung und bietet durch ihre Transparenz eine höhere Sicherheit, als Software mit geschlossenen Quellen.
Konkrete Inhaltliche Kommentare
Seite 5, 3. UNSERE VISION (Hervorhebungen im Original)
„...Unsere digitalen Lösungen sind wertvoll für Bürgerinnen und Bürger sowie für Wirtschaft und Wissenschaft. Sie bieten einen sicheren und souveränen Umgang mit Daten, stärken die Partizipation an unserer Gemeinschaft.“
–
Bürger sind beteiligt, aber nicht hervorgehoben. Hier entsteht optisch der Eindruck zwei unterschiedlicher Klassen der Partizipation. Bürgerbeteiligung funktioniert nur, wenn die Bürger und ihre Vertreter wie etwa die StaVo auf Augenhöhe mit anderen Partizipierenden eingebunden werden. Die StaVo als zentrale Bürgervertretung wird in der Vision nicht als partizipierend betrachtet, auch das sollte verbessert werden. Vorschlag:
„...Unsere digitalen Lösungen sind wertvoll für Bürgerinnen, Bürger und Stadtparlament sowie für Wirtschaft und Wissenschaft. Sie bieten einen sicheren und souveränen Umgang mit Daten, stärken die Partizipation an unserer Gemeinschaft.“
–
S.7 4.1 Kernziele
Sicher:
„Die digitalen Lösungen der Digitalstadt Darmstadt müssen höchste Sicherheitsstandards erfüllen und die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger vollumfänglich wahren…“
–
Das Thema Sicherheit wird im folgenden angemessenen dargestellt. Das Thema „Privatsphäre wahren“ wird nicht näher beschrieben und spielt im Rest des Dokuments praktisch keine Rolle. Wenn „Privatsphäre wahren“ kein Ziel ist, entfernen Sie es bitte. Wenn es ein Ziel ist, erklären Sie bitte deutlicher, wie es erreicht wird:
- Legt jeder Bürger mit einer informierten Entscheidung selbst fest, wer welche persönlichen Daten von ihm nutzen darf und hat dabei die Option, einen Bürgerservice uneingeschränkt zu nutzen, wenn er niemand persönliche Daten bereitstellt? Also nicht „Leistung gegen Daten“, wie das bei vielen Internetangeboten heute üblich ist.
- Werden alle persönlichen Daten von Bürgerinnen und Bürger nur auf Servern gespeichert, die sich in Deutschland befinden?
- Erhalten dritte außerhalb der Stadtverwaltung und Stadtwirtschaft Zugriff abgesehen von den öffentlich zugänglich gemachten Daten eine zusätzliche Zugriffsmöglichkeit auf die personenbezogene Daten, die anderen nicht offensteht? Hier ist auch anzugeben, ob die Stadtwirtschaft solche Daten auslesen und an dritte weiter geben kann. Sollte das der Fall sein, erwarte ich, dass hier personenbezogene Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Person weiter gegeben werden dürfen und dass vor der Zustimmung einfach erkennbar sein muss, ob personenbezogene Daten auf Servern außerhalb der EU verarbeitet werden.
- Wenn Zugriffsmöglichkeiten auf personenbezogenen Daten bestehen, wie werden die Zugriffsrechte verwaltet und wird protokolliert und beobachtet, wer in welchem Umfang personenbezogene Daten liest? *Ist der Missbrauch von Leserechten an persönlichen ausgeschlossen bzw. ist er bewusst nachvollziehbar gestaltet und wird überwacht (siehe aktuell Facebook als negativ-Beispiel für die fast beliebige und verheimlichte Verteilung persönlicher Kunden-Daten)? Gibt es allgemeine Berichte, wie oft welche personenbezogene Daten durch welche Benutzergruppen gelesen werden?
- Die Weitergabe personenbezogener Daten kann Sinn machen, wenn die Person selbst zuverlässig nicht identifizierbar ist und auch nur streng auf einen vorher fest umrissenen Themenbereich begrenzte Daten herausgegeben werden, etwa zu medizinschen Forschungszwecken. Hierzu fehlt jegliche Aussage, was aus meiner Sicht intransparent ist.
- Wie lange werden personenbezogene Daten gespeichert? Generell, wie lange werden die alternden Daten aufbewahrt?
S.7 4.1 Kernziele
Nachhaltig:….
Partizipativ:….
Zu beiden Punkten erwarte ich die Erwähnung von „Open Source Software-Entwicklung“ als ein Ziel (siehe oben). „Open Data“ ist aus meiner Sicht ein zumindest ein zum Punkt „Partizipativ“ wichtiges Ziel.
S.9 Leuchtturm Mobilität & Umwelt:
„...Intelligente und bedarfsgerechte Mobilitätsdienstleistungen helfen unseren täglich 120.000 ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer und 75.000 Pkws problemlos durch die Stadt zu kommen, während gleichzeitig das Verkehrsaufkommen reduziert und die Umwelt geschont wird.“
–
Bitte den Satz so formulieren, dass deutlich wird, ob die „täglich... 75.000 Pkws problemlos durch die Stadt .. kommen“, oder das PKW Verkehrsaufkommen reduziert wird. Ich finde diesen Satz inhaltlich überladen.
„intermodale“, „Multimodalitäts-App“
Zwei Vorschläge:
- Bitte ergänzen Sie eine Fußnote, die „intermodale Mobilität“ erklärt.
- Bitte verwenden Sie nur einen Begriff, Multimodal oder Intermodal. Sollten das verschiedene Dinge sein, dann passt die Multimodalitäts-App nicht zum beschreibenden Text.
„...Diese werden durch intelligente Lösungen zur nachhaltigen Bereitstellung der Energieversorgung für Elektromobilität, Haushalte und Unternehmen unterstützt. Dafür wird der Austausch von Informationen zur Energieerzeugung verbessert.“
–
Ist mit dem zweiten Satz gemeint:
„Dafür wird Energieerzeugern eine zeitnahe Information zum Energie-Bedarf bereitgestellt um so eine bedarfsgerechte Energieerzeugung zu verbessern.“
–
Wenn ja, bitte entsprechend formulieren. Wenn nicht verstehe ich nicht, was die Projekte zur Erkennung von Energiebedarf (Smart Lighting, Smart Meter) mit „Information zur Energieerzeugung“ zu tun haben.
S.10 Leuchtturm Digitale Services & Gesellschaft:
„...Im Gesundheitssektor wollen wir mit einer umfassenden Gesundheitsplattform digitale Anwendungen bündeln und Patientinnen und Patienten mit Gesundheitsdienstleistern effizienter vernetzen.“
–
Wenn „Gesunheitsdienstleister“ über Ärzte, Behandlungspersonal und Angestellte der in Darmstadt ansässigen Ärzte und Kliniken hinausgehen, muss das für mich in einer Fußnote erklärt werden. Bitte klarstellen.
S.11 Leuchtturm Wirtschaft & Technologie:
Hier erwarte ich zusätzlich Information zur Bereitstellung von Open Data, Schutz personenbezogener Daten (oder besser: Vermeidung von deren Erfassung) und Verwaltung der Zugriffsrechte erwartet. Es mach mich misstrauisch, dass diese Themen komplett fehlen, während Verschlüsselung hochgehalten wird. Wird hier ein Datenbunker aufgebaut, ohne dass der Bürger erfahren kann, was darin über ihn und seine Stadt enthalten ist?
„...Wir bieten unseren Unternehmen und unserer Forschungs- und Bildungslandschaft eine verlässliche, moderne IT-Infrastruktur für wegweisende Innovationen. Damit bauen wir die Rolle Darmstadts als Digital Hub für Cybersicherheit und zuverlässige IT-Lösungen aus und stärken zugleich die Ressourcen- und Energieeffizienz der Wirtschaft durch digitalisierte Produktionsprozesse.“
–
Die Sätze klingen jeder für sich gut, aber der Zusammenhang ist kaum nachzuvollziehen. Um Cybersicherheit zu entwickeln und zu bieten braucht man die Einbeziehung der Sicherheit ab dem Entwurf der IT-Infrastruktur und muss die Sicherheitsfunktionen konsequent betreiben und verbessern. Vielleicht:
„...Wir bieten unseren Unternehmen und unserer Forschungs- und Bildungslandschaft eine robuste, moderne und sichere IT-Infrastruktur für wegweisende Innovationen. Auf diesem Fundament bauen wir die Rolle Darmstadts als Digital Hub für Cybersicherheit und zuverlässige IT-Lösungen aus…“
–
Der nächste Satz ist nicht sinnvoll:
„...Mit der notwendigen IT-Infrastruktur werden dafür die Voraussetzungen der Internetanbindung und Datenbereitstellung geschaffen.“
–
Internet-Anbindungen werden durch Netzausbau geschaffen, aber nicht durch IT-Infrastruktur. Ist etwa gemeint:
„...Ein Netzausbau mit neuen Anschlusstechniken schafft breitbandige Internetanbindungen einer größeren Fläche und ermöglicht eine erweiterte Datenbereitstellung für die IT-Anwendungen der Digitalstadt.“
–
Bitte ändern Sie
„ ...Durch die Anwendung höchster Sicherheitsstandards für Cybersicherheit soll die Wehrfähigkeit der IT-Infrastruktur garantiert und weiterentwickelt werden.“
–
Bitte ersetzen Sie „Wehrfähigkeit“ durch „Widerstandsfähigkeit“ (es geht um Cybersicherheit, nicht um Cyberkrieg).
Bitte ersetzen Sie durchgehend im Dokument
„1 IT-Infrastruktur“ durch „1 Innovativer Netzausbau“; alle aufgeführten Projekte haben mit Netzausbau zu tun, während IT Infrastruktur zusätzlich Gebäude, Server-Hardware und Software umfasst. Die Projektnamen zum Punkt „1“ beziehen sich nur auf Techniken für den Netzanschluss.
S. 12 5. HANDLUNGSFELDER UND PROJEKTE
Auch hier wird IT-Infrastruktur verwechselt mit breitbandiger Internet-Anschlusstechnik. Wie Sie aus https://de.wikipedia.org/wiki/IT-Infrastruktur entnehmen können, beschreibt Abbildung 6 insgesamt eine IT-Infrastruktur, bestehend aus Netzwerktechnik (5G, DSL usw), Datenplattform, Anwendungen und Anwendern. Bitte korrigieren Sie diesen Fehler. In Darmstadt finden Sie unter anderem ein Entwicklungszentrum des größten deutschen Telekommunikationsunternehmens. Dort finden Sie das Wissen für eine Formulierung, die der in der Stadt auf diesem Bereich vorhandenen umfangreichen Kompetenz und Innovationskraft gerecht wird.
S. 13 5.1 Mobilität
Der Text beschäftigt sich in vielen Abschnitten mit Verkehrsinfrastruktur und nicht mit IT-Projekten. Eine etwas ausführlichere Beschreibung der Projekte mit IT Bezug ist wünschenswert. Was genau die Mulitmodalitätsapp machen soll, kann ich aus den Seiten 14 und 15 nicht erkennen. Verschiedene Verkehrsträger, ein Bezahlkonzept. Etwas mehr Information wäre für mich wünschenswert. Genau so auch zu Smart Traffic und zu Smart Parking (wird der eine freie Parkplatz genügen, der gerade an 20 Interessenten gemeldet wird? - oder steckt da mehr dahinter, etwa mindestens eine Anzeige Nachfrage und Angebot nach Parkplätzen, damit der Ankömmling seine Chance erkennt, einen Parkplatz zu finden).
Bitte erläutern Sie, warum ÖPNV durch autonome Busse und Bahnen „attraktiver“ wird. Die autonomen Busse und Bahnen, die ich genutzt habe, waren an und für sich einfach Busse und Bahnen.
Seite 15 5.2 Energie
„...Damit alle von der verbesserten Energieversorgung profitieren, bleiben Strom und Gas erschwinglich.“
–
Ich schlage vor, diesen Satz ersatzlos zu streichen. Er hat wenig bis gar keinen Bezug zur Digitalstadt. Die Projektbeschreibungen drehen sich um Einsparmöglichkeiten, hier ist von verbesserter Energieversorgung die Rede. Ich bezweifle, das „Digitalstadt Darmstadt“ Strom- und Gastarife beeinflussen soll oder kann (ich verbinde „erschwinglich“ mit „Tarif“).
„*Die Straßenlaternen dienen außerdem als Plattform für weitere Funktionen (Sensoren, Kameras, WiFi, E-Ladestationen).“
–
„*Erhöhtes Sicherheitsgefühl für Bürgerinnen und Bürger“
–
Ich verstehe hier flächendeckende Kameraüberwachung der Stadt Darmstadt als Ziel. Dass das Thema umfassende Überwachung der Stadt zu sinkenden Energiekosten beiträgt ist so unwahrscheinlich, wie ein gesteigertes Sicherheitsgefühl. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn Angehörige der Stadt Darmstadt von den Laternenmasten um mein Haus meine Wohnung, meinen Garten oder die meiner Nachbarn ausspähen. Sollen die Kameras billig sein (was bei flächendeckend nahe liegt), dann sind sie wahrscheinlich unsicher und für alle Arten von Angriffen missbrauchbar (fehlt noch, dass clevere Einbrecherbanden darüber die Abwesenheiten von Bewohnern ausspähen können). Sind sie sicher und teuer, dann steht der Aufwand bei Flächendeckung in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Stadt Wien hat zwar keine flächendeckende Überwachung, aber sie baut Kameras wieder ab an den Punkten, an denen nichts passiert. Wien spart Geld und Energie. Darmstadt sollte das auch machen.
Bitte das Projekt „Kameras an jedem Laternenmast“ streichen (oder den Punkt nachvollziehbar beschreiben, etwa durch ergänzen von "an Kriminalitätsschwerpunkten").
„*Effizientere und kostengünstigere Stromversorgung und verbrauch“
–
Bitte erläutern Sie, wie die Stromversorgung durch Smart Meter kostengünstiger wird. Das Verteilnetz der Stadt Darmstadt bleibt doch unverändert. Und diese Leitungen auf den letzten Metern machen die Netze teuer – oder habe ich da etwas nicht verstanden?
Mir ist auch nicht klar, wie der Verbrauch durch Smart Meter kostengünstiger wird. Licht brauche ich nachts und der Kühlschrank ist immer an, ich koche, wenn ich Hunger habe und nach Arbeit und Schule werden elektronische Medien genutzt. Das gehört zum „Grundverbrauch“. Mit und ohne Smart Meter.
„*Erhöhte Transparenz für Verbraucher“
–
Mir ist auch ohne Smart Meter bewusst, dass der Herd, die Waschmaschine und andere Großverbraucher mehr Strom benötigen. Ich befürchte, Smart Meter Daten sind für mich so interessant, wie Einzelverbindungsnachweise auf der Telefonrechnung. Für die Kommunikation hat sich die Flatrate durchgesetzt, weil sie für Verbraucher und Telekommunikationsanbieter billiger ist (wo in der Telekommunikation noch genau abgerechnet wird, reguliert die Regierung die Preise herunter, weil oft wenig Kostenbezug besteht). Eine realistische Sicht auf Smart Meter sollte gewahrt bleiben. Sie sparen den Ableser und wenn ihr Betrieb teurer sein sollte, als bei den alten Strommessern, steigt die Gesamtbelastung der Verbraucher.
S. 17 5.4 Verwaltung
Der Aspekt „Bürgerbeteiligung“ der Stadt Darmstadt wird hier nicht aufgeführt. Hier ist ein geregelter, begrenzter Kontakt und Austausch zwischen Stadtverwaltung und interessierten Bürgern notwendig. Transparenz und Nachvollziehbarkeit erfordern hierfür elektronische Unterstützung (welche Projekte gibt es, welchen Bearbeitungsstand haben sie, wer sind Ansprechpartner bei Bürgern und Stadt, das alles mit einfacher und barrierefreier Navigation). Ich bitte um Ergänzung und halte das für ein wichtiges Thema.
Der folgende Satz ist überladen und ich kann seine Aussage nicht nachvollziehen:
„Um die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Informationen über die Dienstleistungen oder Zuständigkeiten der Stadtverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger noch zu steigern, wird die Zahl der digitalisierten Prozesse künftig zunehmen.“
–
Warum Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Dienstleistungen durch digitalisiert Prozesse steigen, verstehe ich nicht. Das sind getrennte Themen und wenn nicht, erläutern Sie bitte diese Aussage durch mehr Text.
„...Services werden „aus einer Hand“ angeboten – überflüssige Kontaktpunkte fallen für die Bürgerinnen und Bürger weg.“
–
Dem entnehme ich, dass die Stadtverwaltung bis heute eine Reihe „überflüssige Kontaktpunkte“ pflegt. Als Nutzer und als Angestellter der Stadtverwaltung finde bzw. fände ich diese Formulierung unfreundlich und herablassend.
„..Bis 2021 wollen wir so mindestens 25 Verwaltungsanträge einfach und schnell online anbieten.“
–
Im Text oben ist von bisher 140 Verwaltungsvorgängen die Rede, die „noch gesteigert werden sollen“. Doch nur 25 (oder ist gemeint 25 weitere) als Ziel scheint etwas klein.
„..Relevante Daten über die Stadt werden der Wissenschaft unkompliziert zugänglich gemacht und Aktivitäten der Digitalstadt barrierefrei veröffentlicht.“
–
Nur der Wissenschaft? Ich erwarte, dass diese Daten allen Interessenten bereitgestellt werden. Vorschlag zur besseren Formulierung:
„..Relevante Daten über die Aktivitäten der Digitalstadt werden veröffentlicht und allen Interessenten aus Wissenschaft, Öffentlichkeit und Wirtschaft unkompliziert und barrierefrei zugänglich gemacht.“
–
„..Mit unserem Open Data Portal wird die Digitalstadt offen für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wissenschaft.“
–
Bitte ändern:
Mit unserem Open Data Portal wird die Digitalstadt offen für Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft und Wirtschaft.
S. 21, 5.7 Gesundheit
Bei einem so persönlichen Thema wie Gesundheit erwarte ich ein klares Bekenntnis zum Schutz persönlicher Daten und wie dieser gewährleistet wird. Im folgenden wird eine sichere Erleichterung zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten erwähnt. Das kann viel bedeuten oder nichts, deshalb erläutern Sie hier besser, wer die Patientendaten lesen kann und ob der Patient festlegen und nachvollziehen kann, wer wann auf seine Daten zugegriffen hat.
Der folgende Satz besagt, dass es bereits Silos mit digitalen Gesundheitsinfomationen gibt. Bitte beschreiben Sie diese näher, denn mir ist eine so umfangreiche Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht bekannt und womöglich geht es weiteren Bürgern so:
„Außerdem erfordert der effiziente Informationsaustausch zwischen Gesundheitsdienstleistern zur Behandlung der Patientinnen und Patienten die Auflösung digitaler“
–
Informationssilos.
Bitte definieren Sie in verständlicher Form, wer genau „Gesundheitsdienstleister“
S. 22
Ziele
Der ganze Absatz Ziele spricht Bürger an, für die der Umgang mit Digitalisierung „Neuland“ ist. Gerade in Darmstadt dürfte es einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Einwohnern geben, für die Digitalisierung viel mehr „Heimat“ bedeutet, als für die Stadtverwaltung Darmstadts. Dieser Abschnitt bietet letzterer Gruppe zu wenig Identifikationsfläche. Diese Bürger müssen nicht von der Stadt an der Hand genommen werden. Vielmehr können diese Bürger (mit einem konstruktiven Dialog) die Digitalisierung Darmstadts (in passenden Bereichen mit-) führen. Bitte ermöglichen Sie das, indem Sie auch für diese Bürger hier ein klar erkennbares An- und Einbindungsangebot machen.
„Sie soll um diverse Funktionen erweitert werden, zum Beispiel um ein Beteiligungsangebot zur Digitalstadt.“
–
Im obigen Sinn schlage ich folgende Änderung vor:
Sie soll in Abstimmung mit den beteiligten Bürgern um diverse Funktionen erweitert werden, zum Beispiel um ein Beteiligungsangebot zur Digitalstadt.
S. 24 5.9 Sicherheit & Katastrophenschutz
Die Beschreibung ist gut, nur eines irritiert: Die Bedrohungen der Sicherheit der Bürger durch kriminelle Handlungen. Es gibt Kriminalität in Darmstadt und ich fühle mich in meiner Sicherheit nicht bedroht. Ich fühle mich wohl in Darmstadt, das ich für sein entspanntes und weltoffenes Klima sehr schätze. Dieses Thema bedrohte Sicherheit wirkt deplaziert, zumal in den angeführten Projekten der Hinweis auf die Kameras an den Lichtmasten der Stadt fehlt. Deshalb lassen Sie das Thema Kameras an Lichtmasten und bedrohte Sicherheit bitte ganz aus der Strategie der Digitalstadt.
S. 25 5.10 IT-Infrastruktur
Bitte ändern Sie die Kapitelüberschrift hier und überall mit Bezug zu diesem Themenbereich auf „Netzausbau“ oder „Innovativer Netzausbau“ oder „Innovativer Breitbandausbau“. Genau das ist, was die Projekte und Text vorher beschreiben. Das Netz ist Teil der IT-Inftrastruktur, aber nicht „die“ IT-Infrastruktur. Zu letzterer Überschrift hätte ich Aussagen zum Netz, zur Server-Infrastruktur, zur Daten-Verschlüsselung, dem Schutz personenbezogener Daten, Schutz vor Hackern, Open Data Schnittstellen usw. erwartet. Aber hier geht es nur um Netze und der Abschnitt ist, abgesehen von der nicht passenden Überschrift, gut formuliert.
Aber bitte erläutern Sie für Laien die Begriffe 5G und WiFi mit Fussnoten. Ich bin mir auch nicht sicher, ob „digitale Neuland“ Bürger mit „Internet der Dinge“ etwas anfangen können und schlage auch dazu eine Fußnote vor.
S. 27 5.11 Datenplattform
Gute Ziele.
In diesem Abschnitt bitte ich um eine Verweis auf den Zusammenhang mit dem Thema 5.14 Cybersicherheit.
S. 28 5.13 Handel & Tourismus
Die projektierte Umstellung der Lieferanten- und Paketdienste auf Lastenräder ist gut, aber fehlen dort nicht Elektro-LKW? Wenn Elekrto-LKW dazu gehören, wäre das auch eine Abgasreduktion und eine Absenkung des Güterverkehrs. Können Sie ruhig erwähnen. Wäre bei Umsetzung mindestens eine gute Projektidee.
Bitte erläutern Sie die Abkürzung „AR“ mit einer Fußnote.
S.31 5.14 Cybersicherheit
Hier bitte auf den Standort der Server hinweisen, auf denen die Daten gespeichert werden. Weitere für mich wichtige Aspekte sind die Fragen, ob die Daten nur verschlüsselt gelagert werden, ob der Zugriff auf die Daten protokolliert wird und wann alternde Daten gelöscht werden (nicht alles muss ewig aufbewahrt werden) und ob die Software der kompletten IT-Infrastruktur zuverlässig und allumfassend ständig auf dem aktuellesten Stand gehalten wird bzw. ob nur Hersteller von Komponenten gewählt werden, die ihre Produkte auch pflegen (was besonders im Bereich IoT ein Thema ist).
Bitte auch verweisen auf den Zusammenhang mit Abschnitt 5.11 Datenplattform, beides sind verwandte Themen.
S. 33
„Silodenken vermeiden: Damit die Transformation zur Digitalstadt gelingt, müssen alle betroffenen Anspruchsgruppen zusammenarbeiten und unsere Vision gemeinsam verfolgen. Wir wollen, dass die Digitalstadt eine Gemeinschaftssache ist, mit der sich alle Darmstädterinnen und Darmstädter identifizieren. Eine enge Vernetzung der Ziele und Aktivitäten in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist hierfür unabdingbar. Wir wollen Engagement und Eigenständigkeit fördern und ein Fundament für Innovation und Wandel schaffen. Umsetzenden Unternehmen gewährleisten wir den nötigen Handlungsspielraum und koordinieren Entwicklungen nur bei Bedarf zentral.“
–
Wenn alle Gruppen „verfolgen... müssen“, ist das ein Zwang. Wenn Digitalstadt Zwang bedeutet habe ich kein Interesse. Vorschlag:
...gelingt, arbeiten alle betroffenen Anspruchsgruppen zusammen und verfolgen unsere Vision gemeinsam.
Hier wird die Öffentlichkeit bzw. Bürgerinnen und Bürger ausgegrenzt:
„Eine enge Vernetzung der Ziele und Aktivitäten in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist hierfür unabdingbar.“
–
Alternativ:
Eine enge Vernetzung der Ziele und Aktivitäten von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ist hierfür unabdingbar.
Der Schlussatz passt nicht richtig zum „gemeinsamen verfolgen (müssen)“ des ersten Satzes
„Umsetzenden Unternehmen gewährleisten wir den nötigen Handlungsspielraum und koordinieren Entwicklungen nur bei Bedarf zentral.“
–
Umsetzende Unternehmen mit Handlungsspielraum? Hier erwarte ich eine feste Vorgabe für alle zum Schutz personenbezogener Daten und ein verbot, diese an dritte weiter zu geben oder sie auf Servern außerhalb der EU zu speichern oder zu verarbeiten. Was ist das Ziel, alle ziehen an einem Strang – das muss koordiniert werden. Oder jeder macht was er will und hat dafür den nötigen Handlungsspielraum? Meine Erfahrung mit Großprojekten gemischter Akteure ist, dass jeder seine eigenen Interessen verfolgt. Gemeinsames, wie etwa möglichst einheitliche Sicherheitsstandards beim Zugriff auf Daten, die auf einer städtischen Datenplattform gespeichert werden, erfordern einen gemeinsamen verpflichtenden Standard. Eine lose Koordination wird in nicht zusammenhängende Silos enden, was wahrscheinlich teurer wird, als gemeinsame Standards was grundlegende Datenspeicherung und Schnittstellen für Datenzugriffe.
S.35 Dialog mit der Öffentlichkeit:
„Aufgrund dessen sind die Bürgerinnen und Bürger das Herzstück der digitalen Transformation und müssen nicht nur auf der technischen, sondern vor allem auf der emotionalen Ebene abgeholt werden.“
–
Bitte versuchen Sie nicht, die überdurchschnittlich hohe Zahl digital versierter Bürger Darmstadts „vor allem auf der emotionalen Ebene“ abzuholen. Diese Bürger verstehen mehr von Digitalisierung, als die Autoren der hier angekündigten Werbebroschüren. Die Digitalstadt Darmstadt wird meiner Meinung nach erfolgreicher, wenn sie die Digiltalisierungsexpertise der Bürger durch entsprechende Angebote und Präsentation mit einbindet. Also bitte
„müssen passend zu ihren jeweiligen digitalen Erfahrungen auf der technischen Ebene, als interessierte Nutzer oder auf emotionaler Ebene abgeholt werden.“
Und realisieren sie das dann bitte auch so.
„ – niemand darf davon ausgeschlossen werden, seine Ideen kundzutun und den Wandel hin zur Digitalstadt mitzugestalten.“
–
Bitte positiver formulieren und optimistischer angehen
– jeder soll seine Ideen äussern können und bei Interesse sein Wissen auch fachlich den Wandel zur Digitalstadt mitgestalten können.
Bitte das Konzept des Bürgers als reinen Emfänger der Digitalisierungswerbung ersetzen durch den in die Digitalisierung einzubindenden interessierten Bürger (und das dann aber auch leben):
„Durch die Präsenz in journalistischen und sozialen Medien wird der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern initiiert und aufgebaut, um die Bekanntheit und Akzeptanz von aktuellen Themen und Projekten zu steigern. Die Kommunikation wird von der Vision der Strategie geleitet sein. Indem wir die Kernziele in den Fokus der Bürgerkommunikation stellen, bringen wir den Darmstädterinnen und Darmstädtern den Mehrwert einer erfolgreichen Digitalisierung näher und legen den Grundstein für einen digitalen Kulturwandel (siehe Kapitel 6).“
–
Bitte ersetzen ab „...bringen wir..“
, machen wir die Digitalisierung erfolgreich, indem wir Darmstädterinnen und Darmstädtern den digitalen Kulturwandel aktiv mitgestalten mitgestalten lassen und so seinen Mehrwert steigern.
S.36 ORGANISATION UND UMSETZUNG
Hier erwarte ich eine erkennbare Einbindung des Stadtparlament bzw. eines passenden Ausschusses. Weiter erwarte ich, dass Vertreter der Bürger, etwa gemeinnützige Organisationen, Interessenverbände (etwa der CCC) oder Verbraucherschutzgruppen fest oder zu ihren Fachthemen dauerhaft eingebunden werden. Ich habe den Eindruck, in der Digitalstadt Darmstadt GmbH sind nicht alle „Stakeholder“ erwünscht, was ein schlechtes Licht auf das Projekt wirft. Ich erwarte mehr Mut von einem Leuchtturmprojekt. Digitalisierung kann Vorteile für alle bringen, aber dann müssen alle daran teilhaben. Die Digitalstadt wird nur begrenzt Erfolg haben, wenn sie eine Marketingveranstaltung einer geschlossenen Interessentengruppe wird, die emotional kommuniziert um ihre Lösungen zu in den Markt zu drücken.
Lesbarkeit (Unklarheiten und Editorielles)
Seite 4, 2. EINLEITUNG
„...mit dem CDO (Chief Digitization Officer) der Wissenschaftsstadt Darmstadt...“
–
Der CDO wird nur in der Einleitung erwähnt, wird nicht namentlich benannt oder strukturell eingeordnet. Bitte CDO hier streichen oder im Dokument näher erklären (die Strategie legt ja die Struktur fest).
S.7 4.1 Kernziele
Zukunftsgerichtet:
„...Dadurch bleibt die Digitalstadt am Puls der Zeit und für die digitalen Herausforderungen der Zukunft gewappnet.“
–
Ersetze „Digitalstadt / Darmstadt“.
S.9 Leuchtturm Mobilität & Umwelt:
„...Zudem wird die Elektrifizierung des Transportsektors gefördert und ausgeweitet. Diese werden durch intelligente Lösungen zur nachhaltigen Bereitstellung der Energieversorgung für Elektromobilität, Haushalte und Unternehmen unterstützt.“
–
Der zweite Satz steht ohne erkennbaren Bezug zu dem ersten. Auf was bezieht sich „Diese“? Bitte „diese“ durch den mit dem Wort adressierten Begriff ersetzen.
S.10 Leuchtturm Digitale Services & Gesellschaft:
„...Digitale Services & Gesellschaft beinhaltet zum jetzigen Zeitpunkt vor alle m Projekte aus...“
–
Bitte Leerzeichen in „alle m“ löschen („allem“).
S.11 Leuchtturm Wirtschaft & Technologie:
„..Dabei werden Forschungsschwerpunkte, wie zum Beispiel die resiliente Stadt und 4D-City, weiter gestärkt.“
–
Die Begriffe „resiliente Stadt“ und „4D-City“ tauchen nur hier auf. Bitte erläutern und an weiteren passenden Stellen verwenden oder ersetzen durch andere, wiedererkennbare Begriffe.
„..Aufbau übergreifender Datenplattform“
–
Bitte ersetzen von „übergreifender“ durch „einer übergreifenden“
S. 15 5.2 Energie
5.2 Energie
„..Ein flexibles Lastenmanagement und intelligente Netzsteuerung bringt Energieverbrauch und -versorgung in Einklang.“
–
Bitte ersetzen durch
„..Fexibles Lastenmanagement und intelligente Netzsteuerung bringen Energieverbrauch und -versorgung in Einklang.“
–
S. 16 5.3 Umwelt
„..Unsere Projekte im Umweltbereich setzen auf Sensorik im Abfallmanagement und der Erfassung von Umweltdaten.“
–
Bitte ersetzen durch
„..Unsere Projekte im Umweltbereich setzen auf Sensorik im Abfallmanagement und bei der Erfassung von Umweltdaten.“
–
Bitte stellen Sie wie folgt um
„..Beispielsweise helfen Sensoren im Projekt Smart Waste,...“
–
Neu:
„..Im Projekt Smart Waste helfen Sensoren beispielsweise,..“
–
S. 17 5.4 Verwaltung
„..Durch unser Kommunales Serviceskonto und Online- Antragsystem bieten wir zusammen die komfortable Möglichkeit, Anträge online zu stellen und nachzuverfolgen.“
–
Bitte korrigieren und umstellen:
„..Unser Kommunales Servicekonto und das Online- Antragsystem ermöglichen es, Anträge komfortabel online zu stellen und nachzuverfolgen.“
–
Mir ist nicht klar, warum der der Begriff „Serviceskonto“ hier und im Folgenden verwendet wird. „Servicekonto“ spricht sich leichter und ergibt für mich mehr Sinn.
S. 20, 5.6 Kultur
„Der digitale Stadtatlas fungiert mit der Anzeige von Bildern von historischen Orten auf der Stadtkarte als „lokales Wikipedia“.“
–
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia , Motto Wikipedia, „Die freie Enzyklopädie (nicht der oder das)“ . Deshalb bitte ersetzen von „lokales“ durch „lokale“.
„Diese Daten sind öffentlich zugänglich zu machen und gleichzeitig für personenbezogene Daten der Datenschutz und die IT-Sicherheit einzuhalten.“
–
Bitte ändern zu:
„Die vollständigen Daten werden sicher und verschlüsselt gespeichert. Personenbezogene Daten werden nicht erfasst oder dort, wo ihre Erfassung nicht zu vermeiden ist vor der Speicherung entfernt. Daten ohne Personenbezug werden barrierefrei und digitalisiert öffentlich zugänglich gemacht.“
–
„Wir wollen, um neue Anwendungen entwickeln zu können und Transparenz zu schaffen, Wirtschaft, Wissenschaft und sowie den Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu öffentlichen Daten nach dem Open-Data-Prinzip ermöglichen.“
–
Bitte ändern zu:
„Um neue Anwendungen entwickeln zu können und um Transparenz zu schaffen, ermöglichen wir Wirtschaft, Wissenschaft sowie den Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu digitalisierten öffentlichen Daten nach dem Open-Data-Prinzip.“
–