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	<title>Diskussion:Antragsportal/Anträge BPT2011.1/PA017 - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-27T13:28:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Piratenwiki Mirror</subtitle>
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		<id>https://wikimirror.piraten.tools/wiki/index.php?title=Diskussion:Antragsportal/Antr%C3%A4ge_BPT2011.1/PA017&amp;diff=55694608&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Harry: Die Seite wurde neu angelegt: „Hi Vali  Zu Deinem Grundsatzprogramm-Antrag http://wiki.piratenpartei.de/Antragsportal/Antr%C3%A4ge_BPT2011.1/PA015:  Zit. Vali: &quot;Unser freiheitlicher Staat kann …“</title>
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		<updated>2011-03-19T17:51:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „Hi Vali  Zu Deinem Grundsatzprogramm-Antrag http://wiki.piratenpartei.de/Antragsportal/Antr%C3%A4ge_BPT2011.1/PA015:  Zit. Vali: &amp;quot;Unser freiheitlicher Staat kann …“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Hi Vali&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Deinem Grundsatzprogramm-Antrag&lt;br /&gt;
http://wiki.piratenpartei.de/Antragsportal/Antr%C3%A4ge_BPT2011.1/PA015:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zit. Vali: &amp;quot;Unser freiheitlicher Staat kann aber nur bestehen, wenn die&lt;br /&gt;
Freiheit, die den Bürgern garantiert ist, auch von den Bürgern getragen und&lt;br /&gt;
allgemein gewollt wird.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Dies ist die Zweckbestrimmung der Erziehung, die durchzuführen und dabei&lt;br /&gt;
eigene erzieherische Ziele zu verfolgen der Staat nach der ständigen&lt;br /&gt;
Rechtsprechung des BVerfG ein Recht hat, zu dessen Wahrnehmung er die&lt;br /&gt;
Schulpflicht benötigt.&lt;br /&gt;
Hättest Du sicher nicht gedacht, und ich hätte nicht gedacht, dass ich sowas&lt;br /&gt;
in Deinem Antrag finde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zit. Vali: &amp;quot;Dies darf der Staat nicht mit Rechtsmitteln erzwingen, da er&lt;br /&gt;
sich dadurch gegen eine plurale Gesellschaft stellen würde.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Dies ist die Valische Illegalerklärung der Schulpflicht.&lt;br /&gt;
Mir ist schon klar, dass Du Schulpflicht-Fan bist - ich lese nur was Du&lt;br /&gt;
schreibest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zit. Vali: &amp;quot;Rechtlich ist ein freiheitlicher Staat, in dem unterschiedliche&lt;br /&gt;
weltanschauliche Strömungen friedlich zusammen leben, nicht erzwingbar.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Die ist die Valische Illegalerklärung des Strafgesetzbuchs, des&lt;br /&gt;
Ordnungsbehördenrechts und der Notstandsgesetzgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zit.Vali: &amp;quot;Deshalb hat auch der Staat Interesse an Wertevermittlung, denn er&lt;br /&gt;
ruht auf Voraussetzungen, die er nicht selbst schaffen kann.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Dies würde zweifellos zutreffen, wenn wir keine Schulpflicht, kein&lt;br /&gt;
Strafgesetzbuch, kein Ordnungsbehördenrecht und keine Notstandsgesetze&lt;br /&gt;
hätten - haben wir aber, und die letzten 3 behalten wir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zit. Vali: &amp;quot;Dabei ist auch ein weltanschaulich neutraler Staat auf seine&lt;br /&gt;
unterschiedlichen Glaubens- und Religionsgemeinschaften angewiesen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Stimmt - ein Staat, der keine Schulpflicht, kein Strafgesetzbuch kein&lt;br /&gt;
Ordnungsbehördenrecht und keine Notstandsgesetze hat, braucht eine Sharia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sicherlich wolltest Du nicht das Verhältnis von Staat und Religion auf der&lt;br /&gt;
Basis der iranischen Verfassung erklären. Entsprechend solltest Du&lt;br /&gt;
vielleicht noch einmal von vorn beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu vielleicht ein paar Hinweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Bundesrepublik Deutschland ist per definition nicht auf Glaubens- und&lt;br /&gt;
Religionsgemeinschaften angewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Bundesrepublik Deutschland hat per definition kein Interesse an der&lt;br /&gt;
religiösen Wertevermittlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die grundgesetzlich gemeinte Religionsfreiheit ist der historisch&lt;br /&gt;
gewachsene Schutz vor Religionsoktroyierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber gehst Du offenbar von der von Religiösen favorisierten&lt;br /&gt;
Religionswahlfreiheit aus, die völlig aus der Luft gegriffen impliziert,&lt;br /&gt;
dass man sich irgendetwas aus der Palette der Religionen aussuchen muss. Und&lt;br /&gt;
soweit Du die Glaubens- und Religionsgemeinschaften als &amp;quot;staatstragend&amp;quot;&lt;br /&gt;
beschreibst gehst Du offenbar auch von der von Religiösen favorisierten&lt;br /&gt;
Minderwertigkeit Nichtreligiöser aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deinem Positionspapier&lt;br /&gt;
http://wiki.piratenpartei.de/Antragsportal/Antr%C3%A4ge_BPT2011.1/PA017&lt;br /&gt;
führst Du die in Deinem Grundsatzprogramm-Antrag aufgefundene und bisher&lt;br /&gt;
beschriebene Linie der Propagierung der Religion als zum Staatserhalt&lt;br /&gt;
notwendig weiter indem Du zwar verschiedenes zweitrangige durch Kokordate&lt;br /&gt;
Gewährte &amp;quot;neutralisieren&amp;quot; möchtest, aber das durch das&lt;br /&gt;
Hitler-Pacelli-Konkordat und seine Nachläufer garantierte, weit über die&lt;br /&gt;
Gestaltung des Ethik- und Religionsunterrichts hinaus gehende religiöse&lt;br /&gt;
Mitspracherecht bei der schulischen Gestaltung und ein ähnliches&lt;br /&gt;
Mitspracherecht bei den öffentlich-rechtlichen Medien und bei der&lt;br /&gt;
Gesetzgebung nicht nur unangetastet lässt, sondern deren Exitenz&lt;br /&gt;
verklausuliert - zit Vali: &amp;quot;Die Ablösung,- der Kokordate (Einsachub von&lt;br /&gt;
mir)-, muss dabei die kulturellen und gesellschaftlichen Aufgaben von&lt;br /&gt;
Glaubensgemeinschaften heute beachten und als gemeinsame Angelegenheiten mit&lt;br /&gt;
dem Staat neu regeln.&amp;quot;&lt;br /&gt;
So müssen alle Deine hier nicht angesprochenen Erläuterungen als in einer&lt;br /&gt;
religiösen sandbox laufend angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zit. Vali: &amp;quot;Sie,- die weltanschauliche Neutralität und Religionsfreiheit&lt;br /&gt;
(Einschub von mir)-, muss kooperativ im Kontext des&lt;br /&gt;
Wertevermittlungsinteresses des Staates mit allen Glaubensrichtungen&lt;br /&gt;
gestaltet werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier kommt Deine Einschätzung Nichtgläubiger als Menschen 2. Klasse zum&lt;br /&gt;
Ausdruck, denn Nichtgläubigkeit ist keine Glaubensrichtung - hierzu im P.S.&lt;br /&gt;
ein Beispiel naturwissenschaftlich begründeter Herangehensweise an das&lt;br /&gt;
Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gruss&lt;br /&gt;
Harry&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: &amp;quot;Wozu ein Atheistenbund? (etwa 1985)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Der Atheismus ist keine Weltanschauung. Er schließt nur einige besonders&lt;br /&gt;
irrationale Weltanschauungen aus. Er schaltet lediglich eine bestimmte&lt;br /&gt;
falsche Vorstellung aus, ohne dadurch irgendwelche positiven Vorstellungen&lt;br /&gt;
oder Ziele nach sich ziehen zu müssen, genauso wie es etwa&lt;br /&gt;
ein »Alamiismus« (=»Unglaube an Hexen«) oder ein »Achloranthropismus«&lt;br /&gt;
(=»Unglaube an grüne Männchen«) täte. Da die beiden letztgenannten&lt;br /&gt;
Unglauben, denen sich prinzipiell unendlich viele weitere hinzufügen lassen,&lt;br /&gt;
sehr weit oder sogar alternativlos verbreitet sind, existieren nicht einmal&lt;br /&gt;
die entsprechenden Begriffe, und niemand vermißt sie. Mit dem »Atheismus«&lt;br /&gt;
wäre es genauso, wenn nicht der Glaube an ein oder mehrere übernatürliche&lt;br /&gt;
Wesen verbreitet wäre. Eine besondere Organisation für Atheisten, wie sie&lt;br /&gt;
dagegen zur Pflege einer Weltanschauung, auch einer halbwegs elaborierten&lt;br /&gt;
rationalen, nötig wäre (ohne Organisation z.B. keine Wissenschaft), ist&lt;br /&gt;
daher von der Sache her überflüssig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Nun ist aber das Fehlen eines Gottes oder ähnlicher Vorstellungen im&lt;br /&gt;
Denken eines Menschen von außen bedroht. Der allergrößte Teil der Menschheit&lt;br /&gt;
steht unter der Herrschaft oder dem sehr penetranten Einfluß von&lt;br /&gt;
Organisationen, die ihm diese Vorstellung aufnötigen wollen. Da die&lt;br /&gt;
Gottesvorstellung mit zugleich wenigstens minimaler Präzision und&lt;br /&gt;
interindividueller Einheitlichkeit weder entstehen noch bestehen kann, ist&lt;br /&gt;
ihre manipulatorische oder gewaltsame Infiltration von außen nötig. Alle&lt;br /&gt;
Religionen arbeiten daher ausnahmslos mit List oder Gewalt oder beidem und&lt;br /&gt;
verzichten niemals auf die Ausnutzung von Schwächesituationen (Kindheit,&lt;br /&gt;
Krankheit, soziale Notlagen). Sie spüren und wissen, daß sie andernfalls&lt;br /&gt;
nicht existieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Da der Glaube an einen Gott falsch ist, ist er ständig bedroht. Er muß&lt;br /&gt;
darum ununterbrochen mit einem bisweilen erheblichen Aufwand vor ihn&lt;br /&gt;
aufhebenden Wahrnehmungen oder Denkoperationen geschützt werden. Da das&lt;br /&gt;
wesentliche Mittel, mit dem er hergestellt und aufrechterhalten wird, der&lt;br /&gt;
gleichförmige soziale Druck ist – ein Vorgang, der etwa in&lt;br /&gt;
Ionescos »Nashörnern« verbildlicht wird –, wird er durch Löcher im Netz der&lt;br /&gt;
mutuellen Selbstbestätigung induzierter Wahnvorstellungen grundsätzlich&lt;br /&gt;
immer gefährdet. Anders ausgedrückt: jeder von einem Gläubigen wahrgenommene&lt;br /&gt;
Ungläubige wirkt potentiell immer wie das Kind in Andersens Märchen »Des&lt;br /&gt;
Kaisers neue Kleider«. Diese Wirkung geht also schon von seiner bloßen&lt;br /&gt;
Existenz aus. Aus diesem Grunde versuchen alle religiösen Organisationen,&lt;br /&gt;
wenn sie es können, jeden einzelnen Atheisten zu eliminieren. Das beste&lt;br /&gt;
Mittel dazu ist zweifellos seine physische Vernichtung, auf die sie deshalb&lt;br /&gt;
niemals verzichten, wenn sie sie bewirken können. Sind sie dazu nicht in der&lt;br /&gt;
Lage, so versuchen sie auf andere Weise, die von seiner Existenz für sie&lt;br /&gt;
ausgehende Gefahr zu verkleinern, insbesondere durch Behinderung seiner&lt;br /&gt;
Meinungsäußerung oder Druck auf seine soziale Existenz. Solange es Gläubige&lt;br /&gt;
gibt, sind also alle Atheisten bedroht. Da sie durch ihre bloße Existenz die&lt;br /&gt;
Gläubigen als solche potentiell bedrohen, bedrohen die Gläubigen die ihre –&lt;br /&gt;
aber eben nicht durch ihre Existenz, sondern durch ihre unvermeidliche&lt;br /&gt;
Aggression. Denn da die Gläubigen sich zu ihrem Glauben zwingen müssen, sein&lt;br /&gt;
Fehlen jedoch keinen Aufwand braucht, macht die Kraft jedes sozusagen&lt;br /&gt;
ansteckenden Beispiels ihren Aufwand noch höher (quält sie also subjektiv)&lt;br /&gt;
und läßt sie daher das Verschwinden der Ansteckungsquelle wünschen bzw.&lt;br /&gt;
betreiben. (Daß sie darüber hinaus versuchen, von ihnen gewünschte&lt;br /&gt;
Verhaltensweisen auch allen anderen aufzuzwingen – man denke an die&lt;br /&gt;
Einflußnahme der Kirchen oder der Ulema auf die Gesetzgebung, etwa&lt;br /&gt;
Abtreibungsverbot oder Schweinezucht – sei hier nur zusätzlich erwähnt, ist&lt;br /&gt;
aber von weniger grundsätzlicher Bedeutung als der schon beschriebene&lt;br /&gt;
Zusammenhang.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Da jeder Atheist, solange es Religionen gibt, somit wenigstens&lt;br /&gt;
potentiell, meistens aber sogar aktuell bedroht ist – man denke, wenn man&lt;br /&gt;
ein grobes Gegenwartsbeispiel wünscht, etwa an die islamischen Länder und&lt;br /&gt;
vielleicht bald an die Bruchstücke der ehemaligen Sowjetunion – empfiehlt&lt;br /&gt;
sich der Zusammenschluß möglichst aller Atheisten aus Verteidigungsgründen.&lt;br /&gt;
Die Verteidigung wird sich dabei vorzugsweise gegen staatliche Maßnahmen zu&lt;br /&gt;
richten haben, die die Religionen privilegieren, entweder, indem sie ihnen&lt;br /&gt;
bevorzugte Ausnutzung von Schwächesituationen gestatten, vor allem die&lt;br /&gt;
Indoktrination von Kindern, oder die Freiheit der Meinungsäußerung zum&lt;br /&gt;
Zwecke der Religionskritik einschränken, schließlich religiöse&lt;br /&gt;
Organisationen mit Subsidien, Privilegien oder besonderem Zugang zu&lt;br /&gt;
staatlichen Propagandaapparaten oder Entscheidungsgremien ausstatten und&lt;br /&gt;
dadurch an der Staatsautorität teilhaben lassen. (Meines Erachtens wäre es&lt;br /&gt;
auch wichtig, daß ein Atheistenbund, solange er die Religionen nicht&lt;br /&gt;
beseitigen kann, wenigstens auf ihre Gleichbehandlung unabhängig von ihrer&lt;br /&gt;
Größe drängt, da eine religiöse Einheitsorganisation, die der Aufgeklärtheit&lt;br /&gt;
gegenübersteht, für diese naturgemäß wesentlich gefährlicher werden kann als&lt;br /&gt;
eine religiöse Aufsplitterung; jede Konkurrenz zwischen Religionen wirkt&lt;br /&gt;
nach dem Prinzip der mutuellen Parodie ganz ähnlich wie die oben (unter § 3)&lt;br /&gt;
beschriebene und den Religionen daher verhaßte Existenz religionsloser&lt;br /&gt;
Menschen. Es scheint mir daher für atheistische Organisationen gänzlich&lt;br /&gt;
verfehlt und töricht, der Verfolgung kleiner Religionen, der sog. Sekten,&lt;br /&gt;
wie sie in meinem Land nach den Sannyasins gegenwärtig die Scientologen&lt;br /&gt;
trifft, mit Schadenfreude zuzusehen oder gar aktiv Vorschub zu leisten.)&lt;br /&gt;
Eine weitere Aufgabe jedes Atheistenbundes wird zweckmäßigerweise darin&lt;br /&gt;
bestehen, seine eigenen Mitglieder gegen die religiöse Propaganda zu&lt;br /&gt;
immunisieren, indem sie ihnen die wichtigsten Denkfehler ihrer Vertreter&lt;br /&gt;
präventiv klarmacht; denn da die Religionen über einen riesigen bezahlten&lt;br /&gt;
Apparat verfügen, können sie eine Unzahl spezialisierter, oftmals durch&lt;br /&gt;
Staatsposten (Journalist, Professor) getarnte Apologeten unterhalten, deren&lt;br /&gt;
Aufgabe vor allem in der Kultivierung bestimmter Denkfehler besteht, z.B.&lt;br /&gt;
der petitio principii, der propagandistischen Nutzung echter oder&lt;br /&gt;
scheinbarer Kenntnislücken der Wissenschaft (eine Sparte davon könnte mit&lt;br /&gt;
dem Spitznamen »Quantentheologie« charakterisiert werden), der Verwirrung&lt;br /&gt;
der Beweislastfrage bei positiven Behauptungen usw. Da der Einzelne einem&lt;br /&gt;
jahrhundertelang eingespielten und vor allem hauptamtlichen und&lt;br /&gt;
arbeitsteiligen Apparat nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat – er kann&lt;br /&gt;
nur bestenfalls jeden einzelnen zum Schutze der Religion elaborierten&lt;br /&gt;
Denkfehler, der gesellschaftlich auf den unterschiedlichsten Ebenen auf ihn&lt;br /&gt;
einprasselt, persönlich herausfinden und herausarbeiten, kann aber die&lt;br /&gt;
Verteilung der unterschiedlichen hochgezüchteten Denkfehler auf verschiedene&lt;br /&gt;
Personen, die noch dazu Gegensätze untereinander vortäuschen können usw.,&lt;br /&gt;
nicht auf Anhieb durchschauen –, ist es für ihn nützlich, wenn die&lt;br /&gt;
atheistische Organisation ihm einen Teil dieser Arbeit abnimmt und ihn auf&lt;br /&gt;
die Begegnung mit den – offenen oder verkappten – religiösen Apologeten&lt;br /&gt;
vorbereitet. Sie nimmt ihm dadurch eine Arbeit ab, an der ein&lt;br /&gt;
durchschnittlicher Einzelner zu ermüden oder zu ersticken droht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Da die Religion aus den oben dargelegten Ursachen niemals aufhören kann,&lt;br /&gt;
eine Bedrohung aller aufgeklärten Menschen (»Atheisten«) zu bilden, folgt&lt;br /&gt;
daraus, daß deren defensive Zielsetzung eine offensive einschließen muß,&lt;br /&gt;
nämlich die möglichst restlose Vernichtung der Religion; der immanente&lt;br /&gt;
Charakter der Religion, besonders der dogmatischen Religionen&lt;br /&gt;
(»Schriftreligionen«), die explizit das sacrificium intellectus benötigen,&lt;br /&gt;
um bestehen zu können, läßt ihrem Selbsterhaltungsbestreben keine andere&lt;br /&gt;
Wahl. Die Aufgabe eines Atheistenbundes wird daher auch darin bestehen&lt;br /&gt;
müssen, durch Aufklärung, Satire und andere zweckdienliche Mittel den&lt;br /&gt;
Religionen Anhänger zu entziehen, bis sie keine mehr haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Analog zur Medizin, deren Ziel die Beseitigung von Krankheiten, nicht&lt;br /&gt;
jedoch die politische oder weltanschauliche Beeinflussung ihrer aktuellen&lt;br /&gt;
oder möglichen Träger ist, ist das Wesen bzw. Ziel des Atheismus&lt;br /&gt;
negativ-defensiv, nämlich die Beseitigung einer bestimmten&lt;br /&gt;
Geistesverwirrung. (Wäre diese nicht gesellschaftlich induziert und&lt;br /&gt;
dementsprechend gehätschelt und vor Behandlung abgeschirmt, wäre ihre&lt;br /&gt;
Bekämpfung wahrscheinlich unvergleichlich leichter.) Alles weitere zu dieser&lt;br /&gt;
Grundeigenschaft des Atheismus ist schon eingangs gesagt worden; die&lt;br /&gt;
unverzichtbare Konsequenz aus ihr ist aber, daß ein Atheistenbund&lt;br /&gt;
weltanschaulich bzw. politisch neutral bleiben muß und dementsprechend jedem&lt;br /&gt;
zumindest bekennenden Atheisten unterschiedslos Platz bieten muß. Aus der&lt;br /&gt;
Erkenntnis, daß es Götter aller Arten und Verwässerungsstufen nicht gibt,&lt;br /&gt;
folgt keineswegs eine bestimmte Haltung zum Zähneputzen, oder aktueller&lt;br /&gt;
gesagt: zur Vivisektion, zum Vegetarismus, zur Seuchenbekämpfung, zur&lt;br /&gt;
gesetzlichen Abtreibungsfrist, zum jeweils aktuellen Krieg usw. Ein&lt;br /&gt;
Atheistenbund sollte tunlichst von seinen Mitgliedern keine bestimmte&lt;br /&gt;
Ansicht zu diesen und allen anderen Fragen der Lebensführung oder&lt;br /&gt;
Gesetzgebung verlangen, sondern nur zu jeder Gesetzgebung, die einer&lt;br /&gt;
Religion Sonderrechte einräumt, sowie natürlich auf dem Ausschluß jeder&lt;br /&gt;
religiösen Vereinigung von der Gesetzgebung selbst. Jede Religion soll nur&lt;br /&gt;
an ihre Mitglieder Forderungen stellen dürfen (wobei die Freiwilligkeit der&lt;br /&gt;
Mitgliedschaft gesichert sein muß), nicht jedoch den Staatsapparat zur&lt;br /&gt;
Durchsetzung dieser Forderungen sei es gegen ihre Mitglieder, sei es gegen&lt;br /&gt;
sämtliche Staatsbürger zur Verfügung haben.&lt;br /&gt;
Über diesen Minimalkonsens hinaus sollte kein Atheistenbund von seinen&lt;br /&gt;
Mitgliedern bestimmte Ansichten oder Stellungnahmen verlangen; er verlöre&lt;br /&gt;
dadurch seinen intendierten Charakter und gewönne denjenigen einer&lt;br /&gt;
weltanschaulichen oder politischen Vereinigung. Es muß ihm zwar freistehen,&lt;br /&gt;
den Einfluß der Religion an allen möglichen Stellen der Gesellschaft,&lt;br /&gt;
selbstverständlich auch der andere als Religionsfragen betreffenden&lt;br /&gt;
Gesetzgebung, zu diskutieren oder nachzuweisen bzw. anzugreifen; aber er hat&lt;br /&gt;
sich jeder eigenen positiven Stellungnahme zu den genannten Themen zu&lt;br /&gt;
enthalten. Die Religion ist ein schweres Übel, aber nicht das einzige; wer&lt;br /&gt;
andere Übel zusätzlich bekämpfen will, muß die Freiheit behalten, dies auf&lt;br /&gt;
die ihm richtig dünkende Weise an jeder beliebigen Stelle zu tun, aber&lt;br /&gt;
nicht, den Atheistenbund selber zu dieser Bekämpfung benutzen oder gar&lt;br /&gt;
verpflichten zu dürfen, nicht einmal zu der ganz bestimmten&lt;br /&gt;
Bekämpfungsmethode eines bestimmten über die Religion hinausgehenden Übels,&lt;br /&gt;
die er oder sie für richtig hält.&lt;br /&gt;
Die Vernunft ist, leider!, ein ebenso historisches Phänomen wie ihr&lt;br /&gt;
Gegenteil; sie gedeiht nicht zu allen Zeiten und unter allen Umständen in&lt;br /&gt;
der gleichen Weise und mit den gleichen Schwerpunkten. Da infolgedessen auch&lt;br /&gt;
die aus dem jeweiligen traditionsbildenden Hintergrund entspringenden Wege,&lt;br /&gt;
die ein Individuum aus den Schlingen der Religion entkommen ließen,&lt;br /&gt;
unterschiedlich sind, es also zur gleichen Zeit durchaus verschiedene&lt;br /&gt;
Potentiale von Atheisten gibt, empfiehlt sich die Annahme meiner Grundsätze&lt;br /&gt;
schon aus praktischen Gründen für alle Befürworter eines Atheistenbundes –&lt;br /&gt;
jedenfalls, wenn sie gewinnen wollen.&amp;quot;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Harry</name></author>
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