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	<title>Das Paradigma von Ivo - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T17:48:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Piratenwiki Mirror</subtitle>
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		<id>https://wikimirror.piraten.tools/wiki/index.php?title=Das_Paradigma_von_Ivo&amp;diff=55826227&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;PP Baum am 20. Juli 2012 um 20:47 Uhr</title>
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		<updated>2012-07-20T20:47:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;'''Das Paradigma von Ivo:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim  Versuch zu formulieren, was Steuergerechtigkeit in dem von mir  vertretenen Paradigma bedeutet, komme ich zu folgender These. Später  werde ich versuchen zu formulieren, was dies in dem von mir nicht  vertretenen und vorherrschenden Paradigma bedeutet (Ivo):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besteuerung der Einkommensverwendung&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Erst  war es der von Bauern zu zahlende Zehnte, dann kam die  Einkommenssteuer. Erträge zu besteuern und nicht den Ge- und Verbrauch  von Erträgen erscheint als die bessere Wahl. Die Höhe von Netto-Erträgen  festzustellen, verlangt aber ein komplexes und striktes System der  Buchhaltung. In Ländern, in denen der Staat gar nicht erwartet, dass  vertrauenswürdige Unterlagen vorliegen, schätzt man das Einkommen  indirekt beispielsweise über die Größe der Yacht. Mit der Globalisierung  und Tochter-Unternehmen in verschiedenen Ländern kann durch  Fakturierung von Lieferungen zwischen Teilfirmen der Gewinn in  beliebiger Höhe in das günstigste Land transferiert werden, abgesehen  von allen anderen Möglichkeiten, Gewinne zu manipulieren.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die  Schlussfolgerung ist: Will man Steuergerechtigkeit bei einer  Besteuerung der Erträge durchsetzen, ist ein riesiger Kontrollapparat  notwendig und selbst der wird wenig effektiv sein. Steuerhinterziehung  ist Volkssport. Nur ein schlechter Manager muss auf den  Unternehmensgewinn Steuern zahlen. Und wird ein hoher Gewinn durch die  Steuerfandung ermittelt, bestimmt nicht der ermittelte Betrag, sondern  die abschließende Verhandlung mit dem Finanzamt die Besteuerung. Dies  ist keine Schwäche der Finanzverwaltung, sondern ihre Resignation vor  den bestehenden Machtverhältnissen. Es ist nicht sinnvoll, gegen den  Wind zu segeln. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die  Einkommenssteuer erlaubt, alle zur Erstellung der Leistung notwendigen  Kosten vom Umsatz abzuziehen. Der Ertrag der Milch wird um das Futter  und andere Kosten gekürzt. Übersetzt in das Input-Output-Denken der  klassischen Ökonomie heißt das: Vom Output einer Periode wird der für  seine Produktion notwendige Input abgesetzt. Da das Ziel der Klassiker  war aber Wachstum. Daher sollte vom Output einer Periode nicht der Input  des vergangenen, sondern der Input des nächsten Wirtschaftskreislaufs  abgezogen werden. Aller Output, der nicht Input der nächsten Periode  wird, sollte besteuert werden. So wird nicht die Voraussetzung des  nächsten Kreislaufs besteuert und verringert, sondern das, was für  diesen Kreislauf nicht unbedingt notwendig ist. Der Steuersatz wird  politisch bestimmt und kann beliebige Höhe annehmen, da die Reproduktion  der Wirtschaft und Gesellschaft nicht berührt wird. Besteuert wird der  Endkonsum, der nicht wieder Teil des Kreislaufes wird.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine  Ertragsbesteuerung schont den vergangenen Input. Eine Besteuerung der  Ertragsverwendung sollte durch differenzierte Umsatzsteuersätze den  zukünftigen Input schonen. Nicht der Output der letzten Periode soll  Steuergrundlage sein, sondern der Nicht-Input der folgenden Periode. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Heutige  Volkswirte versuchen durch ökonomische Verwendung von Ressourcen den  (psychologischen) volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen zu maximieren. Das  Ziel der Klassiker aber war objektives Wachstum und jede Verwendung von  Ressourcen zur Produktion von Gütern und Leistungen, die nicht wieder  Input werden, war bedenklich. Für sie war dies „unproduktive Arbeit“,  für deren Konsum nur deswegen Kaufkraft bereit stand, weil jemand Renten  bezog. Renten entstehen, wenn Einkommen unter  Nicht-Wettbewerbsbedingungen erzielt wird. Langfristig reduziert  Wettbewerb Preise auf ihre Produktionskosten und eliminiert Renten. Im  klassischen Fall der Grundrente ist dies nicht möglich, weil Land nicht  beliebig reproduzierbar ist und somit Monopoleinkommen schafft. Renten  sind Einkommen aus Monopolen und Quasi-Monopolen, sie sind unearned  income. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Heutige  Volkswirte können all dies aufgrund ihrer Begriffswelt nicht verstehen,  denn jede Arbeit bedient eine Nachfrage und schafft somit Nutzen.  Unproduktive Arbeit ist eine Contradictio in adjecto. Was für die  Klassiker und britisch geprägte Ökonomen bis 1930 Renten waren, wird –  seit in den USA das „allgemeine Gleichgewicht“ als volkswirtschaftliches  Ziel erklärt und durch die Hegemonialmacht weltweit verbreitet wurde –  als produktives Einkommen verstanden, dem Patentlizenzen und Honorare  zustehen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wenn  nicht der Ertragsanteil des Outputs, sondern die nicht-produktive  Verwendung des Outputs besteuert werden soll, kann dies durch eine stark  differenzierte Umsatzsteuer geschehen. Die Unterscheidung zwischen  produktiver und unproduktiver Arbeit ist nicht scharf. Die Höhe der  Steuersätze muss die Nähe eines Produktes zur produktiven bzw.  unproduktiven Arbeit widerspiegeln. Wein würde am Mittelmeer geringer  besteuert als in Nordeuropa aufgrund unterschiedlicher  Konsumgewohnheiten. Grundnahrungsmittel, Babynahrung und Bücher haben  den Satz Null, während Lachs, Ananas und Mangos mit 30 – 40 % besteuert  werden. Die Besteuerung von Fahrzeugen richtet sich nach dem  Kraftstoffverbrauch. Die Festsetzung ist in vielen Einzelfällen  willkürlich und durch den politische Steuerungswillen der Regierung  bestimmt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das  Einkommen von Personen und Firmen sowohl bei der Entstehung wie bei der  Verwendung zu besteuern, ist widersinnig, aufwendig und abzuschaffen.  Das Mehrwertsteuer-System ist praktisch und eingeführt, aber als  Besteuerung der Differenz von Umsatzsteuer und Vorsteuer nur eine wieder  andere Form der Ertragsbesteuerung und somit redundant.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein  nur auf der Umsatzsteuer und an der Nähe zu produktiver Arbeit  aufgebautes Steuersystem ist konjunkturempfindlich. In einer Depression  sinkt zuerst der Konsum unproduktiver Arbeit, da die produktive Arbeit  für den nächsten Wirtschaftskreislauf benötigt wird. Um diese Risiken zu  mindern, scheint es notwendig, auf weitere, einfach zu erfassende  direkte Steuern zurückzugreifen: Alkohol und andere Drogen, Treibstoffe,  Tiersteuern, Autobahn-Maut. Diese Doppelbesteuerung kann im Satz der  entsprechenden Umsatzsteuer berücksichtigt werden. Auch sollten die  Steuersätze der Haushaltslage flexibel angepasst werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein  Großteil des Konsums der Bevölkerung mit niedrigem Einkommen richtet  sich nicht nach objektiven Kriterien. Unter Einschränkung der  Konsumbandbreite werden oft hochpreisige Güter bevorzugt, da damit  soziales Prestige einkauft wird, das andere Bevölkerungsteilen durch  Bildung oder Beruf erreichen. Darauf sollte bei der Besteuerung keine  Rücksicht genommen werden, da eine weitere Verteuerung bestimmter Güter  auch das mit ihrem Kauf verbundene Sozialprestige erhöht. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine  Konkretisierung der dargelegten Vorstellungen verlangt eine  Durchrechnung bisheriger Konsumgewohnheiten mit verschiedenen  Umsatzsteuersätzen, damit bestimmt werden kann, welche Steuersätze den  Staatshaushalt finanzieren. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die  bisherigen Steuereinnahmen aus einer Vielzahl von Quellen bedeuten für  die Regierung eine Risiko-Minimierung. Andererseits sind sie Ergebnis  von Wildwuchs. (Die Sektsteuer führte ein dementer Kaiser ein, um seine  Flotte zu finanzieren.) Die Risiken einer konsistenten Besteuerung  müssen scharf ausgeleuchtet werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine  Folge einer differenzierten Umsatzsteuer würde sein, dass im Vergleich  mit dem benachbarten Ausland in Deutschland Löhne höher sind und Waren  teurer. Es lohnt sich dann, hier zu arbeiten und in Luxemburg  einzukaufen. (Wie das bei Benzin schon immer war.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wie  jede technologische Neuerung würde dieses System Arbeitslosigkeit  schaffen, da das Finanzsystem drastisch vereinfacht  und Steuerberater  weithin unnötig würden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine  Diskussion dieses Vorschlags sollte zwischen der Konsistenz der  Argumente und den Möglichkeiten der Verwirklichung trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protokoll Rheinland-Pfalz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;PP Baum</name></author>
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