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	<title>Benutzer:Bzapf/politisches Portfolio/Nicht meine Rede - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-04-19T19:15:59Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Piratenwiki Mirror</subtitle>
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		<id>https://wikimirror.piraten.tools/wiki/index.php?title=Benutzer:Bzapf/politisches_Portfolio/Nicht_meine_Rede&amp;diff=55888718&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bzapf: Die Seite wurde neu angelegt: „ Ich bin aufgrund der Grundrechte zur Piratenpartei gekommen. Es gab da mal so eine Aktion, das wird 2009 gewesen sein, da wurde vorge-schlagen, Teile des Grundge…“</title>
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		<updated>2013-03-23T21:02:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „ Ich bin aufgrund der Grundrechte zur Piratenpartei gekommen. Es gab da mal so eine Aktion, das wird 2009 gewesen sein, da wurde vorge-schlagen, Teile des Grundge…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Ich bin aufgrund der Grundrechte zur Piratenpartei gekommen. Es gab da&lt;br /&gt;
mal so eine Aktion, das wird 2009 gewesen sein, da wurde vorge-schlagen,&lt;br /&gt;
Teile des Grundgesetzes an einem öffentlichen Platz laut zu verlesen.&lt;br /&gt;
Ich habe den Marktplatz in Marburg gewählt. Wie zu erwarten war,&lt;br /&gt;
erweckte mein Vortrag nicht die geringste Aufmerksamkeit. Liest halt&lt;br /&gt;
einer die Verfassung vor, na und? Die Leute gingen ihre Wege, scherten&lt;br /&gt;
sich nicht um den Langhaarigen, der da einen Text aus einem weißen&lt;br /&gt;
Büchlein vorliest. Am Ende meines Vortrags blieb nur einer stehen um zu&lt;br /&gt;
fragen, was das alles sollte: Ein Junge, vielleicht 6 Jahre alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir gründen eine Partei.&amp;quot; sagte ich ihm, und dass man so etwas wohl&lt;br /&gt;
gelegentlich tun müsse. Dann habe ich ihm mein Exemplar des&lt;br /&gt;
Grundgesetzes geschenkt (womit er wohl noch nichts hat anfangen können)&lt;br /&gt;
und auch ihn seine Wege ziehen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Verfassung (und vergleichbare Dokumente: die Hessische, das&lt;br /&gt;
Grundgesetz und die Erklärung der Menschenrechte) sprechen von der&lt;br /&gt;
totalen Minderheit, vom einzelnen. Was sind die Grenzen, die einem jeden&lt;br /&gt;
einzelnen gesetzt werden müssen? Was können wir einander zumuten, und&lt;br /&gt;
was müssen wir tolerieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige dieser Grenzen sind bekannt und nicht oder nur schwer zu ändern.&lt;br /&gt;
Andere sind vage und abhängig vom Gefühl, wurden vielleicht nie auch nur&lt;br /&gt;
gesteckt. Wieder andere werden immer wieder neu verhandelt. Dieses&lt;br /&gt;
Gebiet der Verhandlung nennen wir Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich in den letzten Jahren so intensiv mit diesem etwas&lt;br /&gt;
seltsamen System &amp;quot;Parlamentarismus&amp;quot; befasst wie nie zuvor. Soll das etwa&lt;br /&gt;
Demokratie sein? Geht es nicht viel einfacher?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich mit unseren kommunalen Parlamenten auseinandergesetzt.&lt;br /&gt;
Auch dort funktioniert dieses System wie anderswo auch: Man streitet,&lt;br /&gt;
äußert sich unverbindlich, klopft Meinungen ab, könnte mal handeln - und&lt;br /&gt;
&amp;quot;ganz plötzlich&amp;quot; erlaubt der Kreistag einstimmig Film- und Tonaufnahmen.&lt;br /&gt;
Seien wir doch mal ehrlich: 2013 als Kreistag noch Kamerascheu zu sein,&lt;br /&gt;
ist höchstens peinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Marburger Studierendenparlament, auch im AStA, greifen ähnliche&lt;br /&gt;
Mechanismen. Niemand dort regiert eiskalt durch. Alles ist&lt;br /&gt;
Verhandlungssache, alles muss abgesichert werden, ist auf die Zustimmung&lt;br /&gt;
vieler angewiesen. Manchmal maßt sich jemand zuviel an, dann stutzen die&lt;br /&gt;
anderen ihn zurecht. Niemals aber zerbricht das System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles ist nicht so seltsam, wie es scheint. Im Gegenteil. Es ist&lt;br /&gt;
kalkuliert. Das System Parlamentarismus überlebt. Das ist sein Zweck. Es&lt;br /&gt;
ist eine Kombination aus Mechanismen, die vorhersehbare Unglücke, wie&lt;br /&gt;
etwa das Abrutschen in eine Diktatur oder die Untreue der Mächtigen, zu&lt;br /&gt;
vermeiden sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorboten dieser Unglücke sehen wir deutlich. Wo immer ein Gefangener&lt;br /&gt;
geschlagen wird, wo eine Kamera beschlagnahmt wird, läuft uns ein&lt;br /&gt;
Schauer über den Rücken. Ist das nicht wie damals oder wie drüben?&lt;br /&gt;
Wollen wir das? Können wir dieses anscheinend übermächtige und&lt;br /&gt;
willkürliche System wirklich verbessern? Wollen wir uns mit Menschen&lt;br /&gt;
anlegen, die so etwas tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen sogar. Wir müssen sagen: Sie könnten der Polizei beibringen,&lt;br /&gt;
dass man nicht einfach Kameras beschlagnahmt. Wenn Sie sich nicht in der&lt;br /&gt;
Lage sehen, Gefangene zu behandeln wie jeden anderen Menschen auch, wer&lt;br /&gt;
sollte es dann tun? Was haben Sie da nur für Menschen angeworben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen unsere Vorbehalte gegen die Regierung wenden. Nur so kann aus&lt;br /&gt;
ihnen Kritik erwachsen, nur so können wir aufrichtig über das geschehene&lt;br /&gt;
reden. Nur so können wir vielleicht etwas verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich persönlich habe mir neben illegaler Polizeigewalt (einem sehr&lt;br /&gt;
einfach zu argumentierenden Thema: Es handelt sich im Grunde um&lt;br /&gt;
Verbrechen) die Schulen als Thema ausgesucht. Nicht nur, weil die&lt;br /&gt;
Digitalisierung unser Verständnis von diesen Dingen auf den Kopf stellt,&lt;br /&gt;
sondern eben auch, weil diese Schulen (immer: unter den heutigen&lt;br /&gt;
Voraussetzungen) einen wesentlichen Eingriff in unsere Grundrechte&lt;br /&gt;
darstellen. Einen völlig übermäßigen noch dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schulforschung wird mittlerweile das Problem untersucht, wie es&lt;br /&gt;
sein kann, dass eigentlich selbstverständliche Verbesserungsvorschläge&lt;br /&gt;
anschienend auf taube Ohren stoßen. Das erscheint als Treppenwitz. Sie&lt;br /&gt;
könnten es doch auch so oder so machen! Sie sind beim Alten geblieben?&lt;br /&gt;
Fragen wir uns erst einmal, warum....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Experimentieren wir. Lasst uns Schulversuche anberaumen. So viele, wie&lt;br /&gt;
nötig. Lasst uns wegkommen von der alten &amp;quot;Grammatik&amp;quot; von Schule, die in&lt;br /&gt;
weiten Teilen im Korsett unnützer Gesetze gefangen scheint. Man hat die&lt;br /&gt;
Schulen so weit wie denkbar vereinheitlicht, hat aber scheinbar&lt;br /&gt;
übersehen, dass die Menschen, die sie Nutzen wollen - ob nun als&lt;br /&gt;
Lernender oder als Lehrender, durchaus ganz unterschiedliche Wege im&lt;br /&gt;
Sinn haben könnten, dasselbe zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur, wenn wir so auf das Problem zugehen, wenn wir sagen: wir wollen den&lt;br /&gt;
Raum erweitern, haben wir überhaupt die Möglichkeit, hier zu&lt;br /&gt;
argumentieren. G8 oder G9 (oder die &amp;quot;freie Wahl&amp;quot; zwischen beiden&lt;br /&gt;
Möglichkeiten) kann jeder fordern, dazu braucht es keine Piratenpartei,&lt;br /&gt;
auch kein Parlament, die Antwort auf diese Frage könnte man einfach mit&lt;br /&gt;
einer Volksabstimmung finden. Es handelt sich schlicht um ein falsches&lt;br /&gt;
Dilemma. Es gewinnt nur der, der die Frage aufwirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei braucht es, um neben den althergebrachten&lt;br /&gt;
Symptombekämpfungsversuchen (von mir gelegentlich scherzhaft&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gliedrigkeiten und Jährigkeiten&amp;quot; genannt) an die Ursache des Problems&lt;br /&gt;
zu gehen, und diese scheint mir nach wie vor darin zu liegen, dass hier&lt;br /&gt;
eine Tätigkeit, die natürlicherweise in vielen unterschiedlichen Formen&lt;br /&gt;
geschieht, nämlich das Lernen, auf eine einzelne, ganz eng beschränkte&lt;br /&gt;
Form reduziert wird. Das ist es, was man wohl meint, wenn man &amp;quot;Grammatik&lt;br /&gt;
von Schule&amp;quot; sagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben ein gewaltiges Potential zur Verfügung, solche&lt;br /&gt;
Spannungsverhältnisse zwischen verschiedenen Ebenen der Diskussion&lt;br /&gt;
aufzufinden und zur Sprache zu bringen. Die Diskussion und sogar der&lt;br /&gt;
Streit darüber ermöglichen es, sie zu erfassen und möglicherweise zu&lt;br /&gt;
lösen. Davon, diese Methode zu entwickeln, zu erklären und dazu zu&lt;br /&gt;
ermutigen, wird unsere Politik leben.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bzapf</name></author>
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