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	<title>BW:Arbeitsgruppen/Landespolitik/Arbeit Soziales - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Piratenwiki Mirror</subtitle>
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		<id>https://wikimirror.piraten.tools/wiki/index.php?title=BW:Arbeitsgruppen/Landespolitik/Arbeit_Soziales&amp;diff=55927644&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;El-sa: /* Links */</title>
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		<updated>2022-02-03T10:07:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Links&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;==Links==&lt;br /&gt;
* [[AG Arbeitspolitik]] der Bundespartei (inaktiv)&lt;br /&gt;
* [[AG SGB II.0]] der Bundespartei (inaktiv)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beschluss des Landesparteitags vom 21./22.2.2015''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Arbeit, Soziales und Gesundheit =&lt;br /&gt;
Freiheit hat auch mit dem Recht jedes Menschen zu tun, ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu führen. Dazu ist man aber  oft auch auf die Solidarität anderer angewiesen. Deshalb wollen wir, dass auch künftig Gesunde für Kranke, Arbeitende für Arbeitslose, Jung für Alt und Alt für Jung eintreten. So kann eine gerechte Gesellschaft bestehen, die Freiheit für jeden ermöglicht. &lt;br /&gt;
Wir wollen, dass sich das Land Baden-Württemberg in diesem Sinne auch bei der arbeits-, sozial- und gesundheitspolitischen Gesetzgebung im  Bundesrat einbringt.&lt;br /&gt;
Für uns sind [[AG Familie|Familien]] all jene Lebenskonstellationen, in denen Verantwortung für Kinder und Eltern übernommen wird. Dabei ist die Anzahl der Verantwortlichen, deren Beziehung zueinander und [[AG Queeraten|deren Geschlecht unerheblich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsmarktpolitik ==&lt;br /&gt;
Wir stellen klar, dass wir die Bereiche Arbeitsmarktpolitik und Sozialpolitik als Einheit betrachten, da sie gemeinsam für die  gleichberechtigte Teilhabe aller  Mitglieder des Gemeinwesens am  gesellschaftlichen Leben verantwortlich  sind. Maßnahmen eines Bereiches  sind auch nach ihren Auswirkungen auf  den anderen Bereich zu gestalten und zu beurteilen. &lt;br /&gt;
Die  aktuell praktizierten schlechten Verbindungen von Arbeitswelt und  Sozialpolitik durch die enge Bindung von Sozialleistungen an   Arbeitsleistungen bzw. Arbeitsbereitschaft und die Schaffung  scheinhafter Arbeitswelten etwa in leerlaufenden   Beschäftigungsprogrammen für Langzeitarbeitslose lehnen wir ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns ein für eine Arbeitsmarktpolitik, die sozialpolitischen  Interventionen vorbeugt durch verbesserte  Rahmenbedingungen für die  Arbeitswelt im Interesse von Arbeitenden, Arbeitssuchenden und kleinen Selbständigen. Wir wollen die Hürden zur  Erwerbstätigkeit drastisch  senken durch flexiblere Arbeitsprozesse im Interesse der Arbeitnehmenden, Förderung von Arbeitsplatzteilungsmodellen, bessere Verkehrs- und  Kinderbetreuungsinfrastrukturen und durch Entbürokratisierungen beim  Zugang zur Selbstständigkeit und bei der  Gestaltung von  Selbstständigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Förderung von offenen Arbeitsstrukturen ===&lt;br /&gt;
Wir  setzen uns für die Förderung von offenen Arbeitsstrukturen wie  Hackerspaces und Co-Workingspaces ein. Es handelt sich dabei um offene  Räume für Wissenschaft, Technik und Kunst, die von mehreren Gruppen oder  Personen zum gemeinsamen Arbeiten genutzt werden. Als ?Büro-WGs?  speziell für Heimarbeiter oder Selbständige schaffen sie Mehrwert für  den Einzelnen und die Gemeinschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  so geschaffenen Möglichkeiten bieten ein großes Innovationspotenzial.  Dem Bürger wird die Chance gegeben, seine sozialen und beruflichen  Talente im Austausch und in der Zusammenarbeit mit Anderen zu entfalten.  Darüber hinaus bieten offene Arbeitsstrukturen flexible Arbeitszeiten  und stellen damit eine Möglichkeit dar, Familie, Freizeit und Beruf in  Einklang zu bringen. Wir möchten die Bereitstellung von leerstehenden  Räumlichkeiten für solche Projekte fördern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erneute Begrenzung der Leiharbeit ===&lt;br /&gt;
Leiharbeit  stellt für die Wirtschaft ein sinnvolles und notwendiges Instrument  dar, um Auftragsspitzen zu bewältigen. In einzelnen Unternehmen stellen  die Leiharbeitskräfte mittlerweile betriebsintern aber eine Art  Konkurrenz und Druckmittel gegen die Stammbelegschaft dar. Leiharbeit  sollte wegen ihres Missbrauchspotenzials wieder begrenzt werden. Wir  wollen, dass das Land Baden-Württemberg dazu eine entsprechende  Initiative im Bundesrat startet. Nach französischem Vorbild sollen  Leiharbeiter nicht eine billige Verfügungsmasse sein, mit der reguläre  Beschäftigte unter Druck gesetzt werden können, sondern für die ihnen  abverlangte Flexibilität mit einem Lohnzuschlag entschädigt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden darüber hinaus eine maximal erlaubte Überlassungsdauer von sechs Monaten für Leiharbeitnehmer durch eine Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes anstreben. Zusätzlich sprechen wir uns für eine Höchstquote von Leiharbeitern je Unternehmen bezogen auf die jeweilige Stammbelegschaft in Höhe von zehn Prozent aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Missbrauch von Praktikanten verhindern ===&lt;br /&gt;
Arbeitgeber,  die Praktikanten als billige Arbeitskräfte ausbeuten, verhalten sich  nicht nur unfair gegenüber den Praktikanten sondern auch gegenüber ihren  Mitbewerbern und den sozialen Sicherungssystemen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darum wollen wir die Regelungen für Praktika verschärfen. Probezeit, Werkstudententätigkeit und befristete Arbeitsverträge sind ausreichende  Werkzeuge des Arbeitsmarkts, um Berufsanfängern den Start in das  Berufsleben zu erleichtern. Ein erster Schritt ist die Zurücknahme der Ausnahmeregelung für Praktikanten beim Mindestlohn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einstieg ins Berufsleben ===&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei möchte gerade jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Gerade von diesem Einstieg hängt das Sammeln von Berufserfahrung ab. Dazu möchten wir das ESF-Bundesprogramm: „Kofinanzierung der Berufseinstiegsbegleitung“, das 2015 gestartet ist, bekannter machen und erreichen, dass Fördermittel dort abgerufen werden, wo sie notwendig sind. Die Berufseinstiegsbegleitung ist eine individuelle Unterstützung beim Übergang von allgemeinbildenden Schulen in eine berufliche Ausbildung. Berufseinstiegsbegleiter helfen Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Erreichen des Schulabschlusses, unterstützen bei der Berufswahl und geben Hilfestellung bei der Aufnahme einer Berufsausbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mindestlohn auch für Langzeitarbeitslose ===&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei spricht sich für eine Bundesratsinitiative Baden-Württembergs mit dem Ziel aus, dass der gesetzliche Mindestlohn auch für Langzeitarbeitslose zur Anwendung kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kein Sonderrecht für kirchliche Arbeitgeber===&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei tritt dafür ein, die Kirchen im Arbeitsrecht mit  den übrigen Tendenzbetrieben gleichzustellen. Damit würden  Kündigungsschutz, Mitbestimmung, Streikrecht, Koalitionsfreiheit und  Arbeitnehmerrechte entsprechend dem Betriebsverfassungs- und  Personalvertretungsrecht gelten. Deshalb spricht sich die Piratenpartei  für eine Bundesratsinitiative aus, § 118 (2) des Betriebsverfassungsgesetzes (Sonderregelung für  Religionsgemeinschaften) zu streichen und § 9 des Allgemeinen  Gleichberechtigungsgesetzes entsprechend den EU-Regelungen  umzugestalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei spricht sich dafür aus, dass für überwiegend  aus öffentlichen Mitteln finanzierte Betriebe - etwa im Bereich des  Sozial- und Gesundheitswesens - die Beachtung der Grundrechte und der  Regeln des Allgemeinen Gleichberechtigungsgesetzes Voraussetzung für die  öffentliche Förderung sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stärkung der Rechte [[Prostitution|Prostituierter]]===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung zur Ausübung der [[Prostitution]] fällt unter das Recht auf freie Berufswahl sowie unter das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Die Entscheidung zur Ausübung der [[Prostitution]] ist daher von Staat und Gesellschaft zu akzeptieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Diskriminierung und Kriminalisierung von Sexarbeitskräften und ihren Kunden lehnt die Piratenpartei Baden-Württemberg ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstbestimmt tätige Sexarbeitskräfte sind keine Opfer, solange sie ihren Beruf eigenverantwortlich auf der Grundlage freier Entscheidung ausüben. Ihre Tätigkeit bedarf besonderer Fähigkeiten und Kenntnisse und verdient gesellschaftliche Anerkennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb werden wir alle Sonderregelungen zur Reglementierung von [[Prostitution]] dahingehend prüfen, ob sie geeignet, erforderlich und angemessen sind, die Anerkennung und die Rechte von Sexarbeitskräfte sicherzustellen. Die Stärkung der Rechte selbstbestimmt tätiger Sexarbeitskräfte ist das beste Mittel gegen jedwede Fremdbestimmung. Sie dient der rechtlichen Gleichbehandlung sowie der freien und ungehinderten Berufsausübung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesetzesinitiativen, auch auf Bundesebene, die zum Ziel haben den Prostitutionsberuf mit zusätzlichen besonderen Auflagen und Meldepflichten zu belegen, sind daher abzulehnen, ebenso wie Verbote bestimmter Sexpraktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialpolitik ==&lt;br /&gt;
Wir  stehen langfristig für eine Sozialpolitik, die sich an den  folgenden  beiden Prinzipien orientiert: Eine menschenwürdige Grundsicherung für  alle Mitglieder des Gemeinwesens garantieren und die  produktive  Verbindung der Sozialpolitik mit der Erwerbsarbeit fördern. &lt;br /&gt;
Ein   sozial befriedigendes Modell der Grundsicherung darf nicht dazu  führen,  dass längst überfällige Reformen der Arbeitswelt ausbleiben und  große  Teile der Bevölkerung von der Teilhabe am Arbeitsmarkt oder  angemessener  Entlohnung für ihre Arbeit ausgeschlossen bleiben. Es muss  ferner  verhindert werden, dass soziale Absicherung zur  gesellschaftlichen  Isolation führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ja zum [[Bedingungsloses Grundeinkommen|bedingungslosen Grundeinkommen]] ===&lt;br /&gt;
Das [[Bedingungsloses Grundeinkommen|bedingungslose Grundeinkommen]] ist bisher ein wichtiges politisches Ziel der Piratenpartei. Es ist in ihrem Grundsatzprogramm mit der Forderung auf ein Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe definiert. Die Piratenpartei wird sich im Bundesrat dafür einsetzen, erste Schritte hin zu einem [[Bedingungsloses Grundeinkommen|bedingungslosen Grundeinkommen]] voranzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialräume und Sozialberichterstattung ===&lt;br /&gt;
Unsere Sozialsysteme müssen sich an die infolge des demographischen Wandels veränderte Gesellschaft anpassen. &lt;br /&gt;
Innovative  neue Modelle wie die Schaffung regionaler Sozialräume, in denen  Sozialarbeit und ehrenamtliches Engagement koordiniert und gefördert  werden, können hier zu einer deutlichen Verbesserung der Situation  führen. &lt;br /&gt;
Wir  erkennen die Notwendigkeit, eine integrierte Sozialberichterstattung  aufzubauen, die die erforderlichen Informationen liefert, um zu wissen,  welcher Art die Probleme sind und wo sie auftreten. Diese Erkenntnisse  sollten für den Bürger transparent zur Verfügung stehen. &lt;br /&gt;
Als  Grundlage sollten hier aber die persönliche Betrachtung der Sozialräume  und die Erfahrung der Menschen vor Ort dienen. Die Sammlung und  Auswertung von Daten unter Missachtung der informationellen  Selbstbestimmung, beispielsweise durch Zensus oder Volkszählung, lehnen  wir ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialer Wohnungsbau ===&lt;br /&gt;
Insbesondere in den Städten wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Die  Gründe dafür sind vielfältig: steigende Nachfrage nach größeren  Wohnungen, anhaltender Trend zu Einpersonenhaushalten, geringere  Einkommen, steigende Mieten durch „Aufwertung“ und vor allem der Rückzug  der öffentlichen Hand bei der Schaffung preiswerten Wohnraums.  Bezahlbarer und vor allem alters- und familiengerechter Wohnraum wird  zunehmend nur in Randlagen angeboten, während die teuren Innenstadtlagen  einer besser verdienenden Zielgruppe vorbehalten bleiben. Dies führt zu  einer nicht akzeptablen sozialen Segregation in unserer Gesellschaft.  Die Piratenpartei fordert daher eine dauerhafte Förderung eines  gemeinnützigen Wohnungsbaus  Dieser sichert  nicht nur Wohnraum für finanziell schlechter gestellte Haushalte, er  spart letztlich auch Transferleistungen und wirkt dämpfend auf das  allgemein ansteigende Mietzinsniveau. In diesem Zusammenhang sollen auch  der genossenschaftliche Wohnungsbau und die Mietshäusersyndikate  gefördert werden, die den Zweck haben, ihren Mitgliedern dauerhaft  preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die öffentliche Hand muss  im Rahmen transparenter Planung Rechenschaft darüber ablegen, welche  Grundstücke sich im öffentlichen Besitz befinden und warum diese nicht  für die Schaffung preiswerten Wohnraums zur Verfügung gestellt werden.  Grundstücke der öffentlichen Hand sollen nicht verkauft, sondern nach  Projektqualität in Erbbaupacht mit periodischen Pachtabschlägen vergeben  werden. In Frage kommende Grundstücke sollen dabei vorrangig für  genossenschaftlichen und sozialen Wohnbau verwendet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Öffentlicher Raum für alle ===&lt;br /&gt;
Die  Nutzungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums für alle müssen verbessert  werden. Die Innenstädte gehören auch spielenden Kindern und skatenden  Jugendlichen. Wir möchten den Gebrauch öffentlicher Gebäude durch  Bürgervereinigungen, Vereine und Kulturgruppen fördern und setzen uns  für entsprechende Verbesserungen in Nutzungs- und Haftungsregelungen  ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewalt als gesellschaftliches Problem ===&lt;br /&gt;
Gewalt  ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Nach Expertenmeinung tragen [[Gamescom|Computerspiele]] und Paintball nicht zur Entstehung von Gewalt bei. Deswegen wenden wir uns gegen ein Verbot solcher Spiele und die Kriminalisierung der Spieler. Wir unterstützen den Ausbau der  Gewaltprävention an Schulen, in Beratungsstellen und Jugendzentren. Hierzu bedarf es besonders der flächendeckenden Tätigkeit pädagogisch-psychologischer Fachkräfte in diesen Einrichtungen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Jugendförderung im Landesjugendplan ===&lt;br /&gt;
Wir  bekennen uns zur offenen Jugendarbeit und zur Arbeit der Jugendverbände  in Baden-Württemberg. Der Landesjugendplan muss angesichts des  wachsenden Bedarfs eine bessere Förderung von Jugendfreizeiten und für  die Fortbildung der Jugendleiter vorsehen. Den stetigen Rückzug des  Landes aus der Finanzierung der Jugendarbeit wie auch aus der  landesweiten Förderung der Jugendmusik- und Kunstschulen lehnen wir ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheit ==&lt;br /&gt;
=== [[AG Transparenz|Transparenz]] im Gesundheitswesen ===&lt;br /&gt;
Das  Land ist für die Aufsicht über die Strukturen im Gesundheitswesen  zuständig. Diese Aufgabe wird bislang nur unzureichend wahrgenommen, wie  das Anhäufen von Schulden bei manchen gesetzlichen Krankenkassen in der  Vergangenheit zeigt. Wir stehen für [[AG Transparenz|Transparenz]] auch im  Gesundheitswesen, um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Elektronische Gesundheitskarte ===&lt;br /&gt;
Wir  erkennen den Vorteil an, den eine rasche Zugriffsmöglichkeit von Ärzten  auf diagnose- und behandlungsrelevante Patientendaten hat. Die  elektronische Gesundheitskarte müssen wir aber ablehnen. Die elektronische  Gesundheitskarte hat sich weit von ihrer ursprünglichen Zielsetzung  entfernt und sieht eine umfassende Speicherung sensibler Patientendaten  in zentralen Datenbanken vor, was ein erhebliches Risiko für das  Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung darstellt. Wir wollen Möglichkeiten erarbeiten, die angestrebten Vorteile mit diesem  Grundrecht vereinbar zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Privatisierung im Gesundheitswesen ===&lt;br /&gt;
Privatisierungsbestrebungen im baden-württembergischen Gesundheitssystem lehnen wir ab. Wir wollen insbesondere den Bestand und den Umfang staatlicher Kliniken im Land, und damit die medizinische Versorgung der Bevölkerung, erhalten und ausbauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychiatrische Landeskliniken ===&lt;br /&gt;
Angesichts  seelischer Erkrankungen als Folge von zunehmendem Stress und  Leistungsdruck wollen wir die vernachlässigten psychiatrischen  Landeskliniken besser ausstatten. In diesem Zusammenhang soll sich auch die Gesundheitsforschung stärker mit den krankmachenden Faktoren in der Arbeitswelt beschäftigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Screening im Gesundheitswesen ===&lt;br /&gt;
Vorsorge  ist besser als Nachsorge! Wir setzen uns für Forschung, Entwicklung und Evaluation neuer Früherkennungsmethoden und Präventionsmaßnahmen gegen Krankheiten ein. Wissenschaftlich anerkannte Vorsorgeuntersuchungen sollen stärker als bisher gefördert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krebsregister ===&lt;br /&gt;
Krebsregister  bieten wichtige Informationen zu Vorbeugung, Früherkennung und  Behandlung von Krebserkrankungen. Jahrzehntelang hat die  baden-württembergische Landesregierung den Aufbau und die Pflege eines  Krebsregisters verzögert und verschleppt. &lt;br /&gt;
Wir  fordern, dass dem 2009 endlich gestarteten Aufbau des baden-württembergischen Krebsregisters weiterhin hohe Priorität eingeräumt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kein Einzel-Nachtdienst in Pflegeeinrichtungen ===&lt;br /&gt;
Aufgrund  der derzeitigen rechtlichen Lage muss in kleineren Pflegeeinrichtungen  mit unter 50 Pflegebedürftigen nur eine Nachtwache anwesend sein. Die  sach- und fachgerechte Versorgung von Pflegebedürftigen ist für eine einzelne Person oft nicht möglich. Auch zwei Personen sind häufig gleichzeitig beschäftigt. Wir möchten gesetzlich vorschreiben,  dass bei Nacht- wie Tagdiensten die Pflegeeinrichtungen immer mit mindestens drei Personen besetzt sein müssen, davon mindestens eine  Pflegefachkraft. Grundsätzlich muss gewährleistet werden, dass die  individuelle pflegefachliche Betreuung jedes einzelnen Patienten durch  ausreichend Personal garantiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Telemedizin ===&lt;br /&gt;
Wir  lehnen die sogenannte Telemedizin als billigen Ersatz für eine angemessene ärztliche Betreuung im ländlichen Raum ab. Darunter versteht  man diagnostische Entscheidungen und therapeutische Maßnahmen, die ein Facharzt aufgrund übermittelter Daten anordnet, ohne den Patienten  persönlich in Augenschein genommen zu haben. Dies lehnen wir ab, weil  dadurch auf Kosten der Versicherten eine verfehlte Gesundheitspolitik  kaschiert werden soll. Eine umfassende, individuelle Behandlung ist so  nicht gewährleistet und die Gefahr von Fehldiagnosen und  Fehlbehandlungen steigt. Zudem sind Haftungs- und Datenschutzfragen noch  nicht hinreichend geklärt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Betreuung demenzkranker Menschen ===&lt;br /&gt;
Die  Piratenpartei Baden Württemberg spricht sich für eine individuelle,  ganzheitliche Pflege demenziell erkrankter Menschen aus. Geschulte  Betreuer sollen die anspruchsvolle und zeitaufwändige Behandlung der  Demenz in der Pflege unterstützen und die Pflegekräfte dadurch  entlasten. Somit wird eine individuelle und bestmögliche Betreuung  gewährleistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Für eine neue [[AG Drogenpolitik|Drogenpolitik]] ===&lt;br /&gt;
Die  Drogenpolitik der Landesregierung ist widersprüchlich. Sie betrachtet  legale Drogen wie Alkohol vorwiegend bei Jugendlichen als Problem und  rechtfertigt damit Scheinlösungen wie Verbote und Einschränkungen, die  auch Erwachsene treffen. Wer kleine Mengen Hanf anbaut, wird schon wie  ein Schwerkrimineller verfolgt. Medikamentenmissbrauch wird hingegen  weitgehend ignoriert. Abhängige von harten Drogen werden mit  unzureichenden Programmen versorgt, wobei in Großstädten die  Substitution oft neue soziale Brennpunkte schafft, statt den Rückweg in  die Gesellschaft zu öffnen. Diese [[AG Drogenpolitik|Drogenpolitik ist dringend  reformbedürftig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Cannabis in der Schmerztherapie===&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei spricht sich dafür aus, dass Cannabis umfangreicher in der Schmerztherapie eingesetzt werden darf. Bisher ist lediglich ein Extrakt aus Cannabis sativa unter dem Namen &amp;quot;Sativex&amp;quot; zugelassen, und zwar für Patienten, die an Multipler Sklerose erkrankt sind und an schweren spastischen Lähmungen und Krämpfen leiden. Mit einer Initiative Baden-Württembergs im Bundesrat wollen wir das Betäubungsmittelgesetz dahingehend novellieren, dass Schmerzpatienten der Zugang zu Cannabis auf Rezept erleichtert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kein Verkaufsverbot für Alkohol ===&lt;br /&gt;
In  Baden-Württemberg gilt ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol, das  mit exzessivem Alkoholmissbrauch begründet wurde. Wir halten das  Verkaufsverbot für wirkungslos, da Alkohol auch auf Vorrat erworben  werden kann oder das Verbot auf andere Art umgangen wird. &lt;br /&gt;
Wir  wollen daher diese aktionistische Regelung zurücknehmen und stattdessen  die strikte Einhaltung des bestehenden Jugendschutzgesetzes forcieren,  sowie die Aufklärung über die Gefahren des Alkoholkonsums bei allen  Altersgruppen fördern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ===&lt;br /&gt;
Wir  setzen uns für Versammlungsfreiheit und eine vielfältige und freie  Nutzung des öffentlichen Raums ein. Wir lehnen Regelungen ab, die diese  unnötig einschränken. &lt;br /&gt;
Deswegen  stellen wir uns gegen Verbote, die den Konsum von alkoholischen  Getränken auf öffentlichen Plätzen untersagen, ohne dass eine konkrete  Gefährdung davon ausgeht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gerechtigkeit beim Führerschein ===&lt;br /&gt;
Wir  wollen den Gebrauch von Cannabis weiter entkriminalisieren. Die  Führerscheininhaber unter den Cannabiskonsumenten sollen durch den  Entzug der Fahrerlaubnis nicht härter bestraft werden als andere  Cannabiskonsumenten. Ein Führerscheinentzug aufgrund des Konsums von  Cannabis darf nur erfolgen, wenn eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr  unter Drogeneinfluss nachgewiesen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortung in der Substitution ===&lt;br /&gt;
Wir  haben in Baden-Württemberg sehr gute Ergebnisse bei Modellversuchen zur  Substitution von Heroin, aber die Angebote sind nur vereinzelt und  begrenzt vorhanden, unter anderem weil viele Kosten den Kommunen  aufgebürdet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  Land soll Finanzmittel zur Verfügung stellen, um Abhängigen  flächendeckend synthetisches Heroin anbieten zu können. Wir wollen uns  dafür einsetzen, dass auch diese Kosten mittelfristig von den  Krankenkassen übernommen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir  möchten die Anbindung der Drogensubstitution an Krankenhäuser  erreichen, um so eine Bildung von sozialen Brennpunkten und den sozialen  Druck auf einzelne Ärzte zu reduzieren. Notwendig ist auch die  räumliche Einbeziehung der zugehörigen Einrichtungen, damit medizinische  Substitution und soziale Unterstützung zusammenwirken können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wollen wir die psychologische Betreuung der Betroffenen verbessern und dafür ebenfalls Landesmittel zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gleichbehandlung aller Menschen bei der Blutspende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Piratenpartei regt eine grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende an. Hierzu zählen wir insbesondere bislang ausgegrenzte Gruppen wie MSM (Männer, die Sex mit Männern haben), weibliche und männliche Sexarbeiter sowie Drogenkonsumenten, die Drogen intravenös (I.v.) anwenden oder schnupfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unzweifelhaft gilt: Die Qualität von Blutprodukten muss gewährleistet bleiben und rechtfertigt weiterhin den begründeten Ausschluss von einzelnen Menschen von der Blutspende. Sie dürfen, bei Risikoverhalten, zum Schutz anderer Menschen, von der Blutspende ausgeschlossen werden. Hierfür ausschlaggebend soll jedoch das individuell tatsächlich vorliegende Risikoverhalten und nicht ein hergeleitetes Gruppenverhalten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Piratenpartei gilt, das die Blutspenderauswahlkriterien risikobezogen, unabhängig von der sexuelle Orientierung und anderen, die persönlichen Lebensumstände betreffenden Faktoren, gefasst werden müssen. [1] . Die für die Ausgestaltung der Blutspende-Richtlinien [2] Zuständigen, die Landesärztekammern in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut, werden deshalb von der Piratenpartei aufgefordert zu prüfen, wie die Gleichbehandlung aller Menschen bei der Blutspende zu gewährleisten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regelung der Blutspenden basieren auf einem im Bundesrat Zustimmungspflichtigen Gesetz. Die Piratenpartei könnte also eine Bundesratsinitiative der Landesregierung fordern. Das ist aber nicht das, was die betroffenen Brauchen. Es muss eine gesellschaftliche Debatte zum Thema geführt werden und diese will die Piratenpartei mit ihrer Positionierung anstoßen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;El-sa</name></author>
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