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	<title>ACTA-Info - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Piratenwiki Mirror</subtitle>
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		<id>https://wikimirror.piraten.tools/wiki/index.php?title=ACTA-Info&amp;diff=55808809&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stefan.Kottas am 19. April 2012 um 22:38 Uhr</title>
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		<updated>2012-04-19T22:38:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;margin-left:2em; padding:0px; width:25em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Stop-acta-logo.gif]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid #E0E0E0; background-color:#f80; padding:0.2em 0.5em; margin:0; font-size: 110%; font-weight:bold; color:#fff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;background:#f80; padding:0px; text-align:center; font-size:5;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#fff;&amp;quot;&amp;gt;'''Werde aktiv!'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid #E0E0E0; border-top:0px solid #FFFFFF; background-color:#fff; color:#000; margin-bottom:0.5em; padding:0.2em 0.5em 0.5em 0.5em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeige Deine Meinung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://wiki.stoppacta-protest.info/Main_Page Nimm an Demonstrationen gegen ACTA teil]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibe Deinem Bundestagsabgeordneten'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/index.jsp Abgeordneten-Suche beim Bundestag]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''&amp;lt;font size=6&amp;gt;STOPP ACTA &amp;amp; IPRED&amp;lt;/font&amp;gt;'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum sind ACTA und IPRED so umstritten? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese  Seite soll einen kurzen Überblick über alle Fragen rund um das  Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) und die Intellectual Property  Rights Enforcement Directive (IPRED) geben, um so einen Einblick in die  Ursachen des breiten Widerstandes gegen das Abkommen zu verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ist ACTA? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist ein multilaterales  Abkommen, das internationale Standards für die Durchsetzung geistiger  Eigentumsrechte fordert. Es ist sowohl in seinem Entstehungsprozess als  auch bezüglich des Inhalts umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ist IPRED? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IPRED  (Intellectual Property Rights Enforcement Directive) ist die  EU-Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte an immateriellen Gütern. Diese  soll unter anderem zur Umsetzung von ACTA novelliert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACTA und IPRED zementieren veraltete Gesetze ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;margin-left:2em; padding:0px; width:25em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid #E0E0E0; background-color:#f80; padding:0.2em 0.5em; margin:0; font-size: 110%; font-weight:bold; color:#fff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;background:#f80; padding:0px; text-align:center; font-size:5;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#fff;&amp;quot;&amp;gt;'''Beispiele'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid #E0E0E0; border-top:0px solid #FFFFFF; background-color:#fff; color:#000; margin-bottom:0.5em; padding:0.2em 0.5em 0.5em 0.5em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Warum ist das Urheberrecht Überholungsbedürftig?'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sony Music hatte 30 Minuten nach Bekanntwerden des  Ablebens Whitney Houstons die Preise für das Album Ultimate Collection  auf iTunes und Amazon.com erhöht. Die Künstlerin hat davon natürlich  überhaupt nichts. Ist es gerechtfertigt, aus dem Tod eines Künstlers  Profit zu schlagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer &amp;quot;Happy Birthday&amp;quot; öffentlich singt, muss GEMA Gebühren zahlen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Musiknoten dürfen - auch bei gemeinfreien Stücken - nur mit Zustimmung der Urheber kopiert werden. Dies war früher sicherlich gerechtfertigt, da die Herstellung von Notenblättern einen erheblichen Aufwand darstellten. Heute gilt dies jedoch nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die  neuen Medien – insbesondere das Internet – und das Verhalten der  Nutzer/Bürger entwickeln sich in einem rasanten Tempo. Die Gesetze  konnten mit dieser Geschwindigkeit nicht schritthalten und bilden nicht mehr die Lebenswirklichkeit der Menschen ab. ACTA zementiert  diese veralteten Gesetze und steht damit notwendigen Reformen im Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Es sind doch keine Gesetzesänderungen notwendig? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von  Politikern der EU-Kommission und unserer Regierung hört man, dass ACTA  dem EU-Recht und nationalen Recht konform sein soll. Weiterhin wird  behauptet, dass keine Gesetzesänderungen notwendig würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen  davon, dass man sich die Frage stellen muss, warum dann überhaupt  dieses Handelsabkommen notwendig ist, ist diese Behauptung falsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Handelsabkommen verpflichtet sich die Regierung unter anderem zur &lt;br /&gt;
* Strafbarkeit von juristischen Personen (Artikel 23.5)&lt;br /&gt;
* Überprüfung jeder noch so kleinen Paket-Sendung (Artikel 14.1)&lt;br /&gt;
* Erweiterung der Strafbarkeit auch schon bei geringen geldwerten Vorteilen (Artikel 23.1)&lt;br /&gt;
* Einrichtung einer internationalen Datenübermittlung personenbezogener Daten (Artikel 28, 34)&lt;br /&gt;
* Einrichtung einer statistischen Erhebung auf Kosten des Steuerzahlers (Artikel 28)&lt;br /&gt;
* Anpassung behördlicher Strukturen für eine leichtere Durchsetzbarkeit  urheber- und markenrechtlicher Forderungen (Artikel 28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Artikel 23.4 der englischen Originalfassung wird gefordert, dass Unterstützung und Beihilfe unter Strafe zu stellen ist, ohne Unterstützung und Beihilfe näher zu spezifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der deutschen Übersetzung wurde dies auf Beihilfe reduziert, welche gemäß §27 StGB bereits strafbar ist, unter der Voraussetzung, dass die Beihilfe vorsätzlich und ebenso die rechtswidrige Tat vorsätzlich begangen sein muss. Eine fahrlässige Unterstützung ist in Deutschland nicht strafbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese schwammige Forderung könnte durch den ACTA Ausschuss im Sinne früherer ACTA Entwürfe und der passendsten internationalen Rechtsauffassung ausgelegt werden und Deutschland damit verpflichtet werden, auch fahrlässige Unterstützung (Stichwort: Providerhaftung) unter Strafe zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unausgewogenes Vertragswerk, Kein Schutz der Urheber ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA  spiegelt sehr einseitig die Interessen der Verwertungsindustrie, und  nicht die Interessen der Urheber wie z.B. Musiker, Künstler und  Schriftsteller noch die Interessen der Verbraucher und anderer  Betroffener wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  EU-Parlament hatte unter anderem Ausnahmen für Privatkopien und  „Fair-Use“ für bestimmte Bereiche wie Berichterstattung, Lehre,  Wissenschaft oder Forschung gefordert. Diese Forderungen wurden in ACTA  nicht berücksichtigt, Ausnahmen sind nicht vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mangel an demokratischer Glaubwürdigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  Abkommen wurde von einer Handvoll Staaten[1] in Abstimmung mit  bestimmten Teilen der Industrie – jedoch keinem Interessenvertreter von  Künstlern, Verbrauchern, Handelsplattformen (wie z.B. eBay),  Dienstanbietern (wie z.B. YouTube), Wissensanbietern (wie z.B.  Wikipedia) und Netzbetreibern sowie keinem Datenschutzbeauftragten –  hinter verschlossenen Türen mit geringer demokratischer  Rechenschaftspflicht auf UN-, EU oder nationaler Ebene ausgehandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei  wurden etablierte multilaterale Foren wie WIPO und WTO umgangen, die  auf demokratischen Prinzipien und Offenheit basieren und über klare  Verfahrensgarantien verfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA  strebt die Schaffung einer neuen Institution an, den &amp;quot;ACTA Ausschuss&amp;quot;,  ohne gleichzeitig die Garantien oder Verpflichtungen dieses neuen  Gremiums für eine offene, transparente und integrative Arbeitsweise zu  definieren, mit der es öffentlich überprüft werden könnte. (Artikel 36)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der  nicht gewählte &amp;quot;ACTA-Ausschuss&amp;quot; wird für die Umsetzung und Auslegung  des Abkommens verantwortlich und sogar dazu in der Lage sein, ohne  jegliche öffentliche Rechenschaftspflicht Änderungen an der Vereinbarung  vorzunehmen, nachdem diese angenommen wurde. (Artikel 36.2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis  heute hat keine am ACTA-Abkommen beteiligte Partei der Öffentlichkeit  Zugang zu den Verhandlungsdokumenten gewährt, der notwendig wäre, um die  vielen mehrdeutigen und unklaren Elemente des Textes auswerten zu  können.[2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Kommission hat keine Folgenabschätzung speziell für das ACTA  vorgenommen, sondern einfach alte wiederverwendet, die für die  Richtlinien zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums (I und  II) erstellt wurden. Es wurde keine Folgenabschätzung für Auswirkungen  auf die Grundrechte durchgeführt, insbesondere bezüglich Drittländer,  die oft nicht über die gleichen Datenschutz-, Meinungsfreiheits- und  rechtsstaatlichen Garantien verfügen, wie die EU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefahren für die Meinungsfreiheit und dem Zugang zur Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interessen der Rechteinhaber werden der Meinungsfreiheit, dem Datenschutz und anderen fundamentalen Rechten übergeordnet.&lt;br /&gt;
ACTA  legt die Regulierung der Meinungsfreiheit in die Hände privater  Unternehmen, da das Abkommen Dritte, wie zum Beispiel Internet-Provider,  dazu verpflichtet Online-Inhalte zu überwachen, deren Rolle es nicht  ist, über Meinungsfreiheit zu bestimmen. Sie haben hierzu kein Recht!!! (Artikel 27.2, 8.1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA  könnte den Nutzen des kulturellen Erbes unserer Gesellschaft behindern,  da es Strafen und kriminelle Risiken erhöht, sobald man Werke nutzen  möchte, deren Eigentümer oder Rechteinhaber schwierig zu identifizieren  oder zu lokalisieren sind (sogenannte &amp;quot;verwaiste Werke&amp;quot;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einsatz von privaten Unternehmen als Hilfssheriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;margin-left:2em; padding:0px; width:25em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid #E0E0E0; background-color:#f80; padding:0.2em 0.5em; margin:0; font-size: 110%; font-weight:bold; color:#fff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;background:#f80; padding:0px; text-align:center; font-size:5;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#fff;&amp;quot;&amp;gt;'''Konkrete Gefahren'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid #E0E0E0; border-top:0px solid #FFFFFF; background-color:#fff; color:#000; margin-bottom:0.5em; padding:0.2em 0.5em 0.5em 0.5em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es würde den Rahmen sprengen, hier alle erdenklichen Szenarien auszumalen, deshalb zwei Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teilen bei Facebook'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Teilen ist eine der wichtigsten Funktionen bei Facebook. Im Prinzip ist dies zwar schon heute nur mit Zustimmung des Urhebers erlaubt, wird jedoch selten verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird nun Facebook als Mitstörer für die Taten der User mitverantwortlich gemacht, so wird auf Facebook eine Welle von Schadenersatzklagen zurollen. Folge: Funktionen bei Facebook werden eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachgesungene Lieder auf Youtube'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren sind die deutschen Vergütungsgesellschaften, wie die GEMA nicht gegen nachgesungene Lieder auf Youtube vorgeganden. Daher haben sie ihre Möglichkeit verwirkt, auch in Zukunft dagegen anzugehen (Gewohnheitsrecht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA stellt jedoch die Möglichkeit bereit, dass Urheber und Verwerungsgesellschaften aus anderen Ländern direkt gegen die &amp;quot;Karaoke-Sänger&amp;quot; zivilrechtlich (z.B. Schadenersatz) als auch strafrechtlich vorgehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft natürlich auch offentlich aufgeführtes Karaoke z.B. in Bars.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im  Rahmen der IPRED Novellierung erwägt die EU-Kommision weitere  Möglichkeiten um Raubkopien im Internet gänzlich zu unterbinden und zu  diesem Zweck die “Kooperation zwischen Zugangsanbietern (Internet  Providern) und  Rechteinhabern” zu verbessern. Dabei wird, wieder  einmal, die “abgestufte Erwiderung”, wie sie auch vom  Bundeswirtschaftsministerium postuliert wird, in den Raum gestellt. Mit  anderen Worten: die europaweite Einführung von “Three strikes” wird  gefordert. Das bedeutet, dass nach zwei Vergehen, die leicht bestraft  werden (in der Regel mit Verwarnungen), beim dritten Mal eine drastische  Strafe folgt. In diesem Fall handelt es sich um den Entzug des  Grundrechts auf Internetzugang für eine bestimmte Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  Fatale ist, dass dieser Entzug des Internetzugangs durch die  Kooperation zwischen Zugangsanbietern und Rechteinhabern erfolgen soll,  also auf Zuruf durch die Rechteinhaber und ohne einen Gerichtsbeschluss.  Das bedeutet im schlimmsten Fall eine Umkehr der Beweislast; möchte ein  Betroffener seinen Internetzugang zurück haben, muss er dagegen klagen  und seine Unschuld beweisen. Hier gilt nun nicht mehr das Prinzip der  Unschuldsvermutung. Stattdessen wird erneut versucht jeden einzelnen  Bürger unter einen Generalverdacht zu stellen und zu kriminalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ  steht die Providerhaftung im Raum. Das heißt, Internet-Provider sollen  für Taten Ihrer Kunden zur Rechenschaft gezogen werden. Dadurch werden  die Provider gezwungen, sich selbst zu schützen. Dies könnte eine  Kommunikationsüberwachung zur Folge haben, oder ein Sperren von  bestimmten Diensten oder Internetseiten. Dadurch wird die Privatsphäre  der Nutzer grob verletzt sowie der freie Zugang zu Informationen stark  eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Providerhaftung wäre vergleichbar mit einer Haftung von Paketdiensten  für den Inhalt der Pakete. Kein vernünftig denkender Mensch würde auf  die Idee kommen, einen Paketdienst dafür verantwortlich zu machen, was  diese transportieren. Warum fordert man dieses von Internetprovidern?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber  auch andere Betreiber von Internetdiensten sollen verstärkt in die  Pflicht genommen werden. Wenn es nach den Wünschen der  Verwerterindustrie gehen würde, so müsste jeder Betreiber von  Internetdiensten Dateien, die von Anwendern hochgeladen werden, zunächst  prüfen. Dies würde Portale wie z.B. YouTube, Facebook, Google+,  Wikipedia und viele andere deutlich einschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefahren für den Datenschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA  drängt Internet-Provider zur Überwachung ihrer Netzwerke und zur  Offenlegung persönlicher Daten der angeblichen Rechteverletzer. Anwälte  und vermeintliche Urheberrechts-Inhaber in Europa, nutzen bereits  Zwangstaktiken, um unter anderem auch unschuldige Nutzer durch die  Erhebung großer Summen für &amp;quot;Abfindungszahlungen&amp;quot; zu instrumentalisieren  und so Gerichtsverhandlungen zu verhindern. Das ist eine Politik, die  die EU versuchen sollte zu verbieten und nicht zu exportieren.[3]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin  sollen Daten über Rechteverletzungen international ausgetauscht werden.  Dazu gehören auch personenbezogene Daten von Rechteverletzern,  möglicherweise sogar von Verdächtigen. Dies ist laut unserem  Bundesdatenschutzgesetz nicht zulässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hindernisse für Innovation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA  könnte einen abschreckenden Effekt auf Innovationen ausüben. Wenn man  bedenkt, dass neue Werke häufig Elemente (wie z.B. Tonfolgen, Rhythmus,  Stil, Formen etc.) vorhandener Werke bewusst oder unbewusst nutzen,  scheint es unvermeidlich, dass das ACTA Abkommen neue künstlerische,  digitale und andere industrielle Neuerungen hemmen wird, da die Schöpfer  Angst vor hohen Geldstrafen und strafrechtlichen Maßnahmen in Fällen  einer unabsichtlichen Verletzung des Urheberrechts haben müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einschränkung des Wettbewerbes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtere Strafen könnten Unternehmensgründer abschrecken, die es sich nicht leisten können, Rechtsstreitigkeiten auszutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da  Internetanbietern rechtliche Verantwortlichkeiten auferlegt werden,  werden kleine Internet-Firmen nicht die Kapazitäten aufbringen können,  um die rechtlichen Anforderungen erfüllen können, was größeren Firmen  einen signifikanten Vorteil verschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schaden für den Handel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch  wenn die EU das ACTA-Abkommen als rechtlich bindenden Vertrag auffassen  würde, haben die Vereinigten Staaten bereits deutlich gemacht, dass sie  das ACTA Abkommen als unverbindliche &amp;quot;Vereinbarung&amp;quot; betrachten. Das  könnte zu Problemen der Rechtsunsicherheit im Hinblick auf den Status  des ACTA-Abkommens führen und den US eine höhere Flexibilität  ermöglichen, die wiederum einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der EU  schafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  ACTA-Abkommen könnte unfaire Handelsschranken für den internationalen  Handel schaffen. Wie China bereits bewiesen hat, können informelle und  nicht gesetzeskonforme Vereinbarungen mit Internet-Providern leicht als  nicht-tarifäre Handelsbeschränkungen verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fehlende Rechtsklarheit, Kriminalisierung von Bürgern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  endgültige Fassung des Abkommens, dessen Bedeutung nicht vor der  Ratifizierung klargestellt wurde, ist vage und könnte so ausgelegt  werden, dass zahlreiche Bürger für geringfügige Vergehen kriminalisiert  werden. (Artikel 14.1, 23.1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele  Bestimmungen lassen einen großen Interpretationsspielraum offen und  könnten möglicherweise in der gewünschten Intention früherer ACTA  Versionen ausgelegt werden, welche aufgrund heftiger Kontroversen  abgeschwächt wurden.&lt;br /&gt;
* Etablierung von Schnellverfahren ohne dass der Antragsgegner ausreichend Rechtsmittel einlegen kann (Artikel 12.2)&lt;br /&gt;
* Einbeziehung von Beihilfe ohne Vorsatz in die Strafbarkeit bei  urheberrechtlichen oder markenrechtlichen Fehlhandlungen -&amp;gt;  Erweiterung der Mitstörerhaftung (Artikel 23.4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wortlaut des ACTA-Abkommens ist vage, was zu Rechtsunsicherheit im Hinblick auf verschiedene zentrale Begriffe führt.[4]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch  die Einführung höherer Durchsetzungsnormen als die derzeit  existierenden (z. B. TRIPS), mit nur vagen und undurchsetzbaren  Verweisen auf Garantien, ist das ACTA-Abkommen nicht an den aktuellen  internationalen Rechtsstandards ausgerichtet.[5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  ACTA-Abkommen wird den europäischen Standards zum  Schutz und zur Förderung der Universalität, Integrität und Offenheit des  Internets, wie vom Europarat umrissen, nicht gerecht. Dieser hat  bekräftigt, dass  &amp;quot;Staaten die Verantwortung dafür tragen, dass in  Übereinstimmung mit den anerkannten Standards der internationalen  Menschrechte und den  Grundsätzen des Völkerrechts, sichergestellt wird,  dass ihre Aktionen  keine nachteiligen grenzüberschreitenden  Auswirkungen auf den Zugang und  die Nutzung des Internets haben“.[6]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wir tragen die Kosten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Durchsetzung dieses Handelsabkommens ist natürlich nicht kostenlos.  Ämter und Behörden müssen personell aufgestockt werden. Die Kosten dafür  trägt natürlich der Steuerzahler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ACTA-Kritiker verweisen auf nicht absehbare Auswirkungen bezüglich des weltweiten Versands von Generika-Medikamenten für die medizinische Versorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ähnliche Probleme werden bei patentiertem Saatgut vermutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlussfolgerungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Art und Weise, in der ACTA ausgehandelt wurde, hat es seiner  demokratischen Glaubwürdigkeit und Rechtsklarheit beraubt. Eine  endgültige Ratifizierung würde außer der Schädigung des internationalen  Handels und Erstickung von Innovationen auch erhebliche Auswirkungen auf  Meinungsfreiheit, den Zugang zu Kultur und den Schutz persönlicher  Daten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  ACTA-Abkommen kann schwerwiegende Auswirkungen haben, wenn es nicht das  richtige Gleichgewicht zwischen dem Schutz des Urheberrechts und der  Wahrung der Grundrechte einer gesamten Gesellschaft, wie  Meinungsfreiheit, den Zugang zu Informationen und Kultur und  Datenschutz, findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  Europäische Parlament hat die Problematik des Abkommens bereits in  einer eigenen Studie zu ACTA, einschließlich seiner schwerwiegenden  rechtlichen Mängel, herausgestellt. Diese macht deutlich, dass es  &amp;quot;schwierig ist, einen signifikanten Vorteil aufzeigen zu können, den das  ACTA-Abkommen den EU-Bürgern über den schon bestehenden internationalen  Rahmen hinaus bieten würde&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Studie empfiehlt, dass &amp;quot;eine uneingeschränkte Zustimmung eine  unangemessene Reaktion des Europäischen Parlaments wäre, angesichts der  Probleme, die in der jetzigen Fassung des ACTA Abkommens identifiziert  wurden&amp;quot;.[7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir  fordern unsere Regierung und die europäischen Politiker dazu auf, die  Auswirkungen des ACTA-Abkommens in vollem Umfang zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stopp ACTA – Eine Aktion der Piratenpartei ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Piratenpartei Deutschland ist Teil einer internationalen Bewegung. die  sich für die Wahrung der Bürgerrechte und der Privatsphäre, Ausbau und  Förderung der direkten Demokratie sowie eine Anpassung der Urheberrechte  an die Gegebenheiten des digitalen Zeitalters einsetzt. In Deutschland  wurde die Piratenpartei im Jahre 2006 gegründet und ist mittlerweile auf  über 20 000 Mitglieder angewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellverweise und weiterführende Links ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf ACTA Vertragsstext (deutsch)]&lt;br /&gt;
* [http://flaschenpost.piratenpartei.de/2012/02/17/ipred-das-ist-acta%C2%B2/ Flaschenpost: IPRED das ist ACTA²]&lt;br /&gt;
* [http://www.stopp-acta.info/ STOPP ACTA von der Piratenpartei Schweiz]&lt;br /&gt;
* [http://vasistas-blog.net/2012/02/10/acta-faq/ ACTA: Häufig gestellte Fragen]&lt;br /&gt;
* [http://digitalegesellschaft.de/category/blog/ Digitale Gesellschaft e.V.]&lt;br /&gt;
* [http://digitalegesellschaft.de/wp-content/uploads/2011/10/acta-edri-broschuere-deutsche-uebersetzung.pdf PDF-Broschüre zu ACTA von accessnow.org, European Digital Rights und Trans Atlantic Consumer Dialogue, Übersetzt durch Digitale Gesellschaft e.V.]&lt;br /&gt;
* [https://wiki.piratenpartei.de/NRW-Web:News/2012-02-22_-_Neue_ACTA-Proteste_-_EU-Kommission_kriminalisiert_Demonstranten Neue ACTA-Proteste - EU-Kommission kriminalisiert Demonstranten]&lt;br /&gt;
* [http://netzpolitik.org/2012/eu-kommission-sieht-antidemokratische-motive-hinter-acta-protesten/ EU-Kommission sieht antidemokratische Motive hinter #ACTA-Protesten]&lt;br /&gt;
* [http://netzpolitik.org/2012/acta-die-10-mythen-der-eu-kommission/ ACTA: Die 10 Mythen der EU-Kommission]&lt;br /&gt;
* [http://www.international.gc.ca/trade-agreements-accords-commerciaux/assets/pdfs/acta-crc_apr15-2011_eng.pdf ACTA Vertragstext (englisch)]&lt;br /&gt;
* [http://EDRi.org/ European Digital Rights (englisch)]&lt;br /&gt;
* [https://www.accessnow.org/ accessnow.org (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fussnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[1]Australien,  Kanada, die Europäische Union, Japan, Korea, Mexiko, Marokko,  Neuseeland, Singapur, Schweiz und die Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[2]Den  Organisationen Electric Frontier Foundation (EFF) und Knowledge Ecology  International (KEI) wurde in den USA der Zugang zu Dokumenten  verweigert. Vier Monate nach ihrer ursprünglichen Anfrage, hat EDRi noch  immer keine adäquate Antwort auf eine Anfrage an das Europäische  Parlament bezüglich des Zugangs zu den Dokumenten, das es zurückhält,  erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[3]Zwei prominente Beispiele sind http://bit.ly/g9IUsl und http://bit.ly/9aHDEn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[4]Artikel  23.1: &amp;quot;gewerbsmäßig&amp;quot; könnte Strafverfahren für indirekte  wirtschaftliche Vorteile implizieren, ebenso wie eine gezielte  Überwachung von IP-Adressen zur Überprüfung des Ausmaßes von  Urheberrechtsverletzungen; Artikel 27.1: keine Definition des &amp;quot;digitalen  Umfelds&amp;quot; und der &amp;quot;Eilverfahren&amp;quot;; Artikel 27.2: keine Definition  &amp;quot;digitaler Netzwerke&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[5]Indem  im ACTA Abkommen &amp;quot;gewerbsmäßig&amp;quot; mit deutlich breiteren und schwammigen  Begriffen umschrieben wird, als in vorangegangenen Vereinbarungen wie  dem TRIPS-Abkommen, bleibt Raum für Interpretationen, was die Bestimmung  einer angemessenen Durchsetzung (Artikel 23,1) effektiv behindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[6]http://bit.ly/rewDvf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[7]http://bit.ly/qwYwF4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CC-BY-NC-SA icon.svg|left]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Stefan.Kottas</name></author>
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