Definition „Station“                                                    W.Schallehn 13.10.13

Definition1:
„Station“ repräsentiert das Blickfeld in einer Phase eines Willensbildungsprozesses.
 „Station“ umfasst ein Paket von Aussagen, die  einen nach Inhalt, Abstraktionsgrad und Zeithorizont abgegrenzten Gegenstandsbereich repräsentieren.  

Sinn
Der eigentliche Sinn des Stationenkonzeptes liegt in der Abgrenzung logisch aufeinander und auseinander folgender Phasen des Willensbildungsprozesses. Die Argumente und Überlegungen der früheren Phasen brauchen nicht immer „mitgeschleppt“ werden – denn sie sind in den früheren Stationen gespeichert und über Links direkt erreichbar. Damit wird die Konzentration aller Beteiligten auf die aktuelle Phase erleichtert
Wichtig ist auch, dass bei Annäherung an die Realität (insbesondere bei der konkreten Projekt- und Aktionsvorbereitung) konkretere Erkenntnisse über Problemsituation und Lösungsmöglichkeiten gewonnen werden. Somit können die „grundlegenden“ Stationen auch in späteren Phasen noch systematisch aufgewertet werden.

Zweck
Die „Station“ soll zum jeweiligen Politikfeld zunächst möglichst übersichtlich die Informationen anbieten, die (grob geschätzt) für 80% der Teilnehmer /Leser relevant und ausreichend sind.  
Die „Station“ enthält während der Diskussion den jeweils aktuellen Entwurf und zum Abschluss der Diskussion die Substanz des Ergebnis-Dokumentes.  
Das eigentliche Ergebnis-Dokument entsteht daraus ggf. erst nach der letzten Station durch eine „belletristische Ausformung“.  
Maßstab.
Für den Umfang einer „Station“ ist maßgebend, wie viele Aussagen die Teilnehmer gleichzeitig mental bewältigen (assoziieren!) können.  
Für diesen Umfang gibt es keine objektive Messlatte.  In der Begabtentheorie wird konstatiert, dass jeder Mensch drei bis maximal 15 Sachverhalte gleichzeitig assoziieren kann. Für mehr braucht man eine Gedächtnisstütze(Notizbuch). Deshalb sollte eine solche Station normalerweise etwa ein Dutzend, orientierungsweise höchstens zwei Dutzend Kernaussagen umfassen.  
Form
Jede qKonsens-„Station“ ist der Form nach eine „Konsenskiste“: eine Menge von Kernaussagen mit den zugeordneten Bewertungen und ergänzenden Informationen.
Einordnung
Jede Station ist natürlicherweise in ein komplexes Umfeld eingebettet (verlinkt):  
Hier wäre interessant, das hier zu bedenken:
Grundmuster
Als Standard-Stationen werden empfohlen:
Die Stationen sollen jedoch für jeden Willensbildungsprozess bedarfsgerecht frei benannt und definiert werden können.

Funktionalitäten
Allgemeine Grundlage des Stationenkonzeptes sind die an anderer Stelle beschriebenen qKonsens-Funktionalitäten. Spezifisch sind hier:
In jedem Fall ist das Erzeugen einer neuen Station ein kreativer Prozess, der kompetenter menschlicher Arbeit bedarf.
Zum systematischen Übertragen ist ein „qualifiziertes copy&paste“(q-c-v) hilfreich:
Anmerkungen zu q-c-v:
   Ausdrückliche  Bitte an Paul: wir sollten uns unbedingt verständigen, was und wie wir nach außen kommunizieren!
Hintergrund
Die Definition der „Stationen“ ist durch die „prozedurale Sicht“ geprägt. Damit liegt sie außerhalb einer „sauberen Ontologie“ -  sofern eine solche von jeglicher Nutzersicht unabhängig sein soll.
Die substanzielle Bedeutung der Nutzersicht wird jedoch im professionellen Projektmanagement deutlich. Dort gibt es viele Strukturen (Objekt-, Prozess-, Ressourcen-,  Organisations-, Kosten-, Risiko-Strukturen u.a.) die tatsächlich „objektiv“, d.h. von der Nutzersicht unabhängig sein sollten. Mindestens eine der Strukturen ist jedoch primär durch die Nutzersicht bestimmt: der Aktenschlüssel. Ohne die darin definierte handliche (!!) Portionierung der Projektakten wäre kein Großprojekt durchführbar!
Die Gliederung eines komplexen Willensbildungsprozesses in Stationen weist auffällige Analogien zur Aktenplanung in professionellen Projekten auf.  Wenn politische Willensbildung ernst genommen werden will, sollte sie derart bewährte Verfahren nicht ignorieren...
d!sco-Stationen
Solange andere Diskussions-Systeme keine Phasen des Willensbildungsprozesses unterscheiden, ist keine direkte Transformation von  Gesamtdiskussionen denkbar.  
Es sind aber viele Fälle denkbar, in denen durchaus sinnvolle Transformationen möglich sind. (++) Der Grundgedanke ist, dass die „Stationen“ ein PLUS an Informationen bedeuten. Innerhalb des qKonsens bringt der Übergang von einer Station zur nächsten dieses PLUS (s.o.!).  Einen durchaus vergleichbaren kreativen Prozess erfordert jeglicher Übergang aus einer „stationslosen“ in eine „stationsorganisierte“ Argumentation.
Es scheint wenig sinnvoll, von anderen Plattformen eine Stationsorganisation zu erwarten oder gar zu verlangen. (++)  Deshalb bietet sich an,  grundsätzlich „stationslos“ zu transferieren und nur im qKonsens  stationsorganisiert zu arbeiten.  
Folglich wäre generell das gesamte Transfervolumen („Artikel“?) in eine Station zu übertragen. Ein durchaus denkbarer Fall wäre, dass sich dafür eine der Standardstationen von vornherein anbietet. Normalfall wird aber voraussichtlich sein, dass eine „uneigentliche Intro-Station“ verwendet wird.  Von dieser aus wird dann „ganz normal“ in die eigentlichen Stationen übertragen.
Dabei wäre noch folgende Fallunterscheidung denkbar:
In allen diesen Fällen dürfte das Hauptmotiv sein, einen zunächst „rein logisch“ orientierten Entwurf mit den Mitteln des qKonsens in ein politisch wirksames Dokument auszuformen. Allerdings wird es meist einige kreative Arbeit erfordern, repräsentative Kernaussagen aus der Vielfalt von Argumenten herauszuarbeiten. Einziger Trost: gerade dabei hilft der qKonsens bestmöglich...
Selbstverständlich kann auch ein Transfer in der Gegenrichtung sinnvoll sein: wenn nämlich ein Dokumententwurf logisch hinterfragt bzw. untersetzt werden soll. Dies ist von vornherein nur für einzelne Stationen zu erwarten. Wobei zwar der Transfer einer gesamten Stationenfolge in eine andere Plattform kein technisches Problem sein dürfte – aber  wohl als maximal nutzerunfreundlich deklariert werden muss.
        
1 Hier wird eine Definition von „Aussage“ vorausgesetzt – die leider noch nicht existiert. Im qKonsens besteht „Kernaussage“         mindestens aus dem Tripel (Titel, Text, Klärtext).          
        
2Weitergehende         Informationen ( In der Konsenskiste gehören zu jeder  Kernaussage noch Bewertung, Autorenkommentar, Diskussion und   History.) sollten  unmittelbar angelinkt sein.

3Für diesen „aktuellen Willensbildungsprozess“ als Ganzes fehlt Definition incl. Benennung noch – scheint aber mit  „Diskurs“ vorläufig praktikabel  gefunden.