Mailtext an Adhocracy
Ansprechpartner: Rouven Brues, rouven.brues@liqd.de, 030 62984940
Hallo Rouven,
nochmals vielen Dank für dein Interesse am Discussion Ontology (d!sco) Network und das nette, offene Gespräch bzgl. Kooperation und einer Teilnahme von Adhocracy an d!sco auf dem Symposium Online-Partizipation in Gelsenkirchen.
Das d!sco Network Projekt ist 2012 als Arbeitsgruppe Meinungsfindungstool (AG MFT) innerhalb der Piratenpartei gestartet und wurde vor kurzem durch den Kontakt zum GNP (green net project) als eigenständiges *Discussion Ontology Network* Projekt *ausgegründet*, da bereits von Anfang an mehrere Nicht-Piraten-Mitglieder beteiligt waren und wir uns ohnehin als Partei-unabhängig verstehen und auch so agieren.
In unserem Gespräch auf dem Online-Symposium in Gelsenkirchen haben wir uns kurz über mögliche Kooperationsinhalte von Adhocracy und d!sco unterhalten. Dazu gehörten u.a.:
- die Teilnahme von Adhocracy an d!sco (und damit die Evaluation, Weiterentwicklung und Verbreitung von Adhocracy)
- Unterstützung bei Projektanträgen für d!sco mit Adhocracy durch Liquid Democracy e.V.
- Upgrade der Liquid Democracy, z.B. in Bezug auf die Messung von Lösungsqualität und Gemeinwohl
Wir würden uns über einen baldigen persönlichen Austausch (z.B. via Mumble) freuen, um gemeinsam über weitere Details einer möglichen Kooperation zu sprechen.
Mehr Informationen zum d!sco network Projekt werden von uns gerade anhand unterschiedlichster Quellen konsensiert und sind zur Zeit leider noch nicht an einer Stelle (Wiki/Blog) zusammengeführt. Eine erste Zusammenfassung zum d!sco-Network Projekt findet ihr am Ende dieser e-Mail.
Mit besten Grüßen,
Dipl.-Psych. Jana Buchmann
discussion ontology network project
Ziel des d!sco-network Projektes ist es...
... unterschiedliche Diskussionssysteme und -plattformen miteinander zu verbinden, sodass diese sich Daten und Nutzer teilen. Dies geschieht anhand einer ganzheitlichen Theorie der freien, selbstorganisierten Willensbildung, sowie methodischen und technischen Aspekten. Die Tools und Diskussionsmethoden treten durch d!sco in einen Prozess kooperativer Evaluation und Weiterentwicklung von Diskussionssystemen und -kultur ein. Weitere Ziele von d!sco sind die Entwicklung und Interoperabilität (Kombinierbarkeit) von Strukturen für qualitätsorientierte Basisdemokratie und Bruttosozialglück zu einer dezentralen, integrativen Systemarchitektur. Dabei sollen vermehrt nicht-direktive, herrschaftsfreie Methoden und Community-Tools eingesetzt werden, die über möglichst große Gruppen skalieren („massive open online-deliberation“).
Details zur methodischen und technischen Umsetzung...
Um das zu erreichen, werden die Diskussionssysteme und enthaltene Datenmengen kategorisiert, in ihre Einzelfunktionen und -elemente - in Form von Mikroservices - dekomponiert und diskutiert. Die Mikroservices beziehen sich z.B. auf Formalisierung und Inhalte von Fragestellung, Vorschlägen und Argumenten, Bewertungs- und Feedbackfunktionen bzw. auf verschiedene Methoden und Darstellungsweisen für Informationen, Diskussionen, -verläufe und Ergebnisse. Anschließend werden die an d!sco teilnehmenden (bottom up und top down-) Diskussionssysteme bzw. ihre Funktionen und Elemente anhand theoretisch-methodischer, technischer und userorientierter Aspekte zur Ergebnisoptimierung neu zusammengesetzt und getestet. D!sco stellt zudem hohe Anforderungen an Transparenz, Privatsphäre, Daten- und Manipulationsschutz, sowie stabilitäts- und sicherheitstechnische Aspekte (z.B. Anonymisierung, offene und geschlossene Gruppen, transparente Diskussionsverläufe und -strukturen, dezentrale Speicherung, Datenautonomie, Verschlüsselung, Quellenschutz) und versucht diese von Anfang an, z.B. durch die Verwendung von P2P- und Blockchain-Technologie, mit einzubeziehen.
Was d!sco dem Nutzer bringt...
Der d!sco-Nutzer kann via d!sco zwischen möglichst vielen unterschiedlichen Darstellungsvarianten von Informationen, Diskussionen und Ergebnissen wählen und sich zunehmend eigene Online-Diskussionsmodule aus verschiedenen Mikroservices selbst zusammenstellen. Zudem bekommt der Benutzer einen d!sco-Guide an die Hand, wie er möglichst effizient und sachlich diskutieren, qualitätsorientiert mit anderen Menschen Probleme lösen, Pläne/Projekte entwickeln und qualitätssichern oder transparent Anträge, basisdemokratische Entscheidungen und Beschlüsse vorbereiten kann. D!sco soll den Benutzer dadurch zunehmend befähigen, besser Probleme und Widerstände zu kommunizieren, nachhaltig im Konsens zu lösen und dafür geeignete Diskussionsmethoden zu entwickeln - auf individueller, sozialer und institutionaler Ebene.
Welchen Nutzen d!sco für Allgemeinheit und Forschung bringt...
Je nach Benutzerpräferenzen und spezifischem Forschungsinteresse der beteiligten Kooperationspartner sollen Mikroservices für Vorinformationen, Kommunikation und Diskussion, sowie Verlaufs- und Ergebnisdarstellungen in d!sco auf verschiedenste Weise zusammenstell- und miteinander vergleichbar sein. Mit „d!sco-Evolution“ besteht zudem die Möglichkeit, die Entwicklung, Implementierung und Verbreitung von Diskussionstools mit Hilfe von Usern und Experten wissenschaftlich zu begleiten, zu evaluieren und im Verbund weiter zu entwickeln. Das d!sco Network funktioniert damit wie ein dezentrales, selbstreferenzielles/-lernendes und empirisches Win-Win-System, das durch Vernetzung, Synergien und universelle, iterative Feedbackprozesse allen Beteiligten mehr Reichweite, Übersicht, Mehrwert/Fortschritt, Bedarfsorientierung, Passung, Power und Entwicklungschancen bringt.