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Kriterien-Check-Liste:
Diskussion vom 15.07.2014:
http://meinungsfindungstool.piratenpad.de/2014-07-15-Notizen

1.   Bei vielen Problemstellungen ist schon im Vorfeld klar, aus  sachlichen,  logischen oder Gründen der Realisierbarkeit, wieviele  Lösungen gewinnen  können bzw. auch dass es dazu mehrere Unterprobleme  gibt. Zumindest  sollte klar sein, in welchem Prozessschritt  (Problemklärung, Diskussion,  Sortierung, Bewertung) man sich befindet. 
Beispielsweise   ist die Hauptfragestellung zur Wahl eines Vorstands untergliederbar in   mehrere Teilfragestellungen für die jeweils nur eine Lösung gewinnen   kann. In dem Fall wäre das ein Konsens-Café mit 3 bis x   Teilfragestellungen (Vorsitzender, stellv. Vorsitzender, Schatzmeister   usw.) und jeweils einer Lösung. 
-   Bei einer Haushaltskonsensierung zB würde auch eine Abstimmung für   vorher festgelegte Bereiche gemacht und man kann dann die Verhältnisse   der Bewertungen als Eingabe für die einzelnen Haushaltsberechnungen als   politische Vorgaben und Bedarfsnormen heranziehen. In dem Fall würde  man  keine Angaben zur Anzahl der Gewinner-Antworten benötigen.
-   Es gibt zudem auch Problemstellungen (zum Beispiel bei der   Konsensierung von Programmen, Manifesten, Bündnisforderungskatalogen   etc., die wiederum aus mehreren Zwischenschritten bestehen: Forderungen   konsensieren, Textbausteine konsensieren, Endprodukt abstimmen), in   denen man erstmal akzeptable Lösungsbänder auf Thesenebene   generiert/konsensiert, die dann für übergeordnete Zielstellungen zu   Textabschnitten weiterverarbeitet werden. Dieses könnte dann im  weiteren  Verlauf von einfachen Argumenten hin zu übergeordneten  Textbausteinen  fortgeführt werden, in der es vor allem um die  Formulierung und  Einbettung der Argumente geht und bspw.  unterschiedliche Formulierungen  logisch und formal äuivalenter  Argumentationen miteinander verglichen  werden, um dann final wiederum  die beste Lösung des Gesamtswerks  abzustimmen, falls es mehrere gibt.
2.   Es kann auch in Frage gestellt werden, ob die Abfrage nach der Anzahl   schon so früh im Prozess gestellt werden muss/sollte. Im Grunde kann  man  einerseits sagen, dass dies eines der Merkmale ist, die eine  genaue  Problemdefinition und die Beschreibung des Zwecks der  Diskussion- und  Entscheidungsprozesses ausmachen. Andererseits muss das  aber auch nicht  festgelegt werden, falls es den Teilnehmern nur darum  geht,  unterschiedliche Meinungsbilder einzuholen.
3.   Vor allem die statistische Auswertung in der Bewertungsergebnisse bei   vollständigen Konsensierungen orientiert sich daran, ob mehrere   Ergebnisse oder eine Art Lösungsband generiert werden soll oder ob ein   Konsens für eine Lösung erreicht werden soll. Bei einem Lösungsband mit   der Maßgabe eines absoluten oder relativen Konsens, oder dass alle   Lösungen über einer bestimmten Zumutbarkeitsgrenze liegen, bspw. um ein   vorläufiges Thesenpapier und in späteren Schritten ein Programm oder   Manifest zu konsensieren, wird statistisch sicher gestellt, dass keine   Lösungen drin sind, die negativ bewertet wurden (absoluter Konsens),  die  sich nicht signifikant nach oben von Null oder dem Wert der  Nulllösung  unterscheiden oder die signifikant über einem bestimmten  Quorum o.  Konsensmaßstab (z.B. 75% Zustimmung oder min. 20% besser als  Nulllösung  etc) liegen. Wenn nur eine Lösung gewinnen kann, wird sicher  gestellt,  dass die beste Lösung sich statistisch signifikant von der  zweitbesten  Lösung unterscheidet (multiple Mittelwertsvergleiche), die  ähnlich hoch  bewertet wurde usw.. 
(Jano)   1. Diskussion- und Konsensphase sind m.M.n. zwei klar von einander zu   trennende Prozessschritte mit qualitativ unterschiedlichen   Zielstellungen, wobei es jedoch in beiden Bewertungsprozesse gibt. 
2.   Im Prozesschritt, der Diskussion geht es darum einen gemeinsamen   (intersubjektiven) Problemraum zu entwickeln und geeignete   Lösungsoptionen zu generieren, die im nächsten Schritt in einen fairen   Ideenwettbewerb treten sollen. Das Ziel dieses Prozesses ist es also  ein  gemeinsames Verständnis und auch einen Minimalkonsens bzw. eine  klare  Definition darüber zu haben, was eigentlich das Problem ist und  durch  welche Merkmale/Ziele  sich eine geeignete Lösung kennzeichnet.  Zudem  muss auch sicher gestellt werden, dass alle genug (annehmbare)  Infos  über die Lösungsvorschläge haben, um diese qualifiziert und   selbstgesteuert bewerten zu können. 
Schließlich   muss sicher gestellt werden, dass die durch den Konsensprozess in den   vergleich gestellten Lösungsoptionen gleichwertig bzw. äquivalent sind.   Dies soll letztendlich durch die Abbildung des Diskussionsergebnisses   und die Sortier- / Optimierungsphase gewährleistet werden. 
3.    Im Prozessschritt der Konsensierung gibt es qualitativ andere   Parameter, durch die bestimmt wird, welches Ergebnis gewinnt bzw.  welche  Lösungsoptionen vom inhaltlichen her die vorgegebenen   Qualitätsstandards erreichen. Qualitätsstandards, die sich auf das   Ausmaß des angestrebten Konsens beziehen bzw. welche Lösungsoptionen in   die weitere Optimierung miteinfließen. Ergebnis des    Diskussionsprozesses ist einerseits eine Liste von Vorschlägen, die in   der  Sortierphase für eine gültige Messung in ein adäquates Format   gebracht wird und andererseits je nach Konsensapplikation in einem   bestimmten Format bewertet  wird und iterative Optimierungsprozesse   durchlaufen kann. 
Je   nach Auswahlkriterium werden also unterschiedliche Listen an   akzeptablen bis konsensorientierten Lösungen produziert, mit denen dann   der Prozess wiederholt oder nächste Arbeitsschritte hin zum   Endprodukt  eingeleitet werden.
4.    Zudem ist es in Bezug auf die Beeinflussung (Verfälschung und   Manipulation) des Diskussions- und Abstimmungsprozesses nicht  angezeigt,  diese beiden Phasen zu vermischen.
Zwischenfazit   (Jano):  Diskussion und finale Bewertungs-/Abstimmungsphase sind aus   Gründen der  Manipulation und aufgrund dessen, dass sich beide Prozesse   durch  unterschiedliche Zielstellungen sowie Qualitäts- bzw.   prozessuale  Kriterien definieren, voneinander zu trennen. Daher bietet   es sich an,  für jede Phase getrennt Module zu entwickeln und in   Kombination und  einzeln zu testen.
Problem:    Die Gesamtheit möglicher Gestaltungsmöglichkeiten und Kriterien (die   es  größtenteils in ihrer Überlegenheit erst zu testen gilt) könnte den   einfachen User überfordern. 
Lösung:   Man könnte hier über die grafische Symbolisierung der Besonderheiten   der jeweiligen Tools Entscheidungshilfen oder auch umfassender, an   übergeordneten  Fragestellungen/Kriterien orientierte Gesamtlösungen  mit  Zusätzen wie Switchen zwischen alternativen  Darstellungsmöglichkeiten  anbieten, in denen Parameter aufgrund der  Zweckbeschreibung schon  festgesetzt sind, sodass der User höchstens ein  paar einfache Fragen  beantworten muss, z.B. bzgl. der  Lösungsanzahl  und Konsensualität  (Quorum, ja nein, welches?, Quorum für prinzipielle  Zulassung von  Vorschlägen etc.) von gültigen Ergebnissen und der Frage,  ob ein  Vergleich zum Status Quo erfolgen soll. Außerdem bietet sich  ein  Erklärbärvideo an, um die theoretischen, praktischen und sozialen   Mindestvoraussetzungen zur Bedienung von D!SCO sicher zustellen oder   auch eine Art Qualifikationstest für User anzubieten, die dann den   Moderatorenstatus in den Diskussionen einnehmen können, um die formale   Qualität des Diskussions- und Abstimmungsprozesses zu sichern.
1.   Die Verwendung der Diskussions-, Darstellungs- und Bewertungsmodule   orientiert sich einerseits daran, in welchem Prozessschritt hin zum   Endprodukt man sich befindet. Man kann hier einerseits zwischen   einfachen programmtechnischen Prozessschritten unterscheiden:   Problemklärung, Diskussion, Sortierung, Bewertung). Häufig ergibt sich   erst durch die Spezifikation von komplexeren Problemen (Problemklärung)   und  durch die  logische oder analytische und vergleichende    Auseinandersetzung mit den Lösungsansätzen (Diskussion und  Sortierung),   welche Teilfragestellungen bzw. welche Lösungsansätze  nicht als  äquivalent einzuschätzen sind.  Lösungsansätze also, die von  einer  Antragskommission als "nicht  konkurrierend" eingeschätzt werden  würden  und daher in getrennten Wahlgängen (unabhängigen oder  zusammenhängenden  Teilfragestellungen (> Konsens-Café) zu bewerten  sind. 
2.   Vorauslaufende Problemklärungsprozesse können bewerkstelligt werden   über das kürzere Verfahren der Auswahlkonsensierung, mit dem Merkmale   für IST- und SOLL-Zustand (Minimalkonsens) und allgemeingültige   Kriterien für die Lösungen konsensiert werden können. Ob sich  sinnvolle   Teilfragestellungen ergeben, hängt in vielen Fällen davon  ab, wie  genau  das Problem vorher spezifiziert wurde, z.B. in Bezug auf  die  gewünschte  Lösungsqualität. Letztere kann sich unterscheiden, in  Bezug  auf  verschiedene abstrakte Kriterien, z.B. proximal vs. distal,  kurz-  vs.  langfristig, regional vs. global etc.  und  in Bezug auf  die   Zielkriterien (zB Lernziele, Wirkfaktoren), die  mit  einer  Maßnahme  zur  Problemlösung angestrebt werden. 
Je   genauer und je vollständiger  also das Problem (zu verändernde  Merkmale  des IST-Zustandes, angestrebte  Merkmale des SOLL-Zustandes)  und die  (Qualitäts-) Merkmale akzeptabler  Lösungen) im Vorfeld  definiert  werden, desto höher die  Wahrscheinlichkeit, dass die  Lösungsoptionen  vergleichbar bzw.  äquivalent sind und auch desto mehr  Klarheit darüber,  ob im nächsten Schritt ein Konsens-Café  mit mehreren  zusammenhängenden  Teilfragestellungen oder einfaches/vertieftes  Konsensieren mit einer  Fragestellung angezeigt ist. 
Empfehlenswert   erscheint es  daher  v.a. bei  komplexen Problemen erstmal die   Merkmale  und Unterziele (Minimalkonsens, Auswahlkonsensieren) zu   definieren, die man verändern   bzw.  erreichen will, um einen   gemeinsamen Problemraum zu haben und darauf aufbauend das Lösungen auf   Basis zu konsensieren. 
3.   Zudem kommt es auf die Komplexität sowohl des Problems als auch dessen   Bedingtheit oder Zusammensetzung an bzw. auch welche (ggf. heterogene)   Sichtweisen auf das Problem entwickelt werden etc.., ob sich eine   übergeordnete oder eine Bearbeitung in zusammenhängenden   Teilfragestellungen anbietet. 
4.   Bei der Unterscheidung von  vertieftem Konsensieren und Konsens Café   durch die Anzahl zusammenhängender Teilprobleme, können sich weiterhin   an verschiedenen Stellen des Prozesses (Diskussions- und Sortierphase)   Wechselsituationen ergeben. Hier kann man zum Beispiel einerseits Infos   aus der Argumentestruktur ziehen und andererseits aus  Bewertungsangaben  zu den Argumenten in der Sortierphase gewinnen.
5.    Langfristig kann man für dieses Problem auch eine mathematische  Lösung   anstreben. Mittels Faktorenanalyse kann man zum Beispiel  ermitteln, in   wiefern ein Satz von Aussagen gemeinsamen oder  unabhängigen latenten  Faktoren zugrunde liegt. Eine Reihe von Verfahren  bieten sich hier für  die Zukunft an, die man unter dem Stichwort  "Multidimensionale   Skalierung" zusammenfasst. Damit kann man Aussagen  oder Objekte aufgrund  von Ähnlichkeits- oder Unähnlichkeitsmaßen  gruppieren und erhält  dadurch gute Übersichten über die Zusammenhänge  bzw. die räumliche   Verteilung bestimmter Teilprobleme/Objekte nach  bestimmten Kriterien  (Sortierphase). Damit hätte man dann ein  objektives Vorgehen, anhand  dessen man erkennen  kann, wann bestimmte  Teilprobleme, Zielstellungen  oder Lösungsansätze  unabhängig  voneinander und daher nicht vergleichbar  sind, falls Uneinigkeit in der  Gruppe besteht. Ob man es mit einem  übergeordneten Problem  (Generalfaktor) oder mehr oder weniger  verbundenen Teilproblemen  handelt, würde sich also in der Phase des  Sortierens statistisch  aufzeigen lassen, wenn man  zB die Lösungen nach  verschiedenen  Kriterien bewerten und multidimensional skalieren lässt.
In   der Phase der Problemklärung ist zu empfehlen, die Bestimmungsstücke   zur Problemdefinition via Minimalkonsensbildung oder Konsens-Café (IST,   SOLL, Qualitätsmaßstab) zu klären. Wenn es eine klare  Problemdefinition  gibt, kann es sein, dass Teile des Problems über  unterschiedliche  Maßnahmenbündel/Zielstellungen erreicht werden müssen,  die in getrennten  Fragestellungen bearbeitet werden, aber miteinander  in einer gewissen  Abhängigkeit stehen. ... Aktuell scheint mir das  angebracht, den  "Wechselknopf" parallel anzubieten... 
problemabhängig
verfahrensabhängig
aufgrund   einer möglichst sauberen Trennung von Diskussions- und   Abstimmungsphase, die ist aber auch gewährleistet, wenn man eine   Sortier- bzw. Optimierungsphase zur Vorbereitung der Abstimmung   zwischenschiebt