Anwesende : Gereon, kalkus, melcon, /, WS, DerThomas, richie


Probleme mit dem Schreibtischtest werden diskutiert :
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1.)
  Was, wenn auf eine Debatte in Ebene 0 eine niedrig gevotete Antwort
  kommt (Ebene 1), auf die dann wieder eine sehr hohe Antwort kommt
  (Ebene2).
  
  Vorschlag : Ebene 1 und 2 werden ausgeblendet (schlechtes Voting von Ebene1); Ebene 2 
  kann wieder sichtbar werden, wenn nützliche Querverbindung zu anderem Diskussionspunkt existiert
Entscheidend ist doch, was aus der Diskussion in die Kernaussagen (genauer gesagt: in den Inhalt des working draft) übernommen wird.

 Ein Beitrag mit schlechtem Voting wird selbstverständlich nicht übernommen.(Falls es sich um eine echte Neuerung handelt, die nur noch nicht "gewürdigt" wird, muss der Einbringer halt Stehvermögen zeigen.  Das kann auch vom besten Tool nicht anders gelöst werden!)

 Ein Diskussionsbeitrag mit hohem Voting kann seinen Zweck erreicht haben, sobald er ein negatives Voting für einen schlechten Beitrag bewirkt hat. Das aber ist wohl eher ein Sonderfall. Normalfall ist, dass Diskussionsbeiträge als Verbesserung (Präzisierung oder Alternative) deklariert werden - und dann bei hohem Voting ebenso "selbstverständlich" in die Kernaussagen (working draft) eingearbeitet werden.
2.)
 WS: Falls:   Direkter Zugriff aller User auf das System --> Trolle haben direkten Zugriff; ggf. Überlastung  der Admins bezüglich rechtl. bedenklicher  Beiträge
  WS: Also:   Für "ernstgemeinte" Debatten sind "Gruppen" unverzichtbar. S.a. Zeile 39!
    Vorschlag von Slash : ab 5 Beschwerden und erst dann können Admins eingreifen
    => + keine Wiki-Admin-Kleingärtnerschaft, die die Netzgemeinde vergrault
    - Etwas riskant, weil ja bei rechtlich problematischen Aussagen erst dann interveniert
      werden kann, wenn das zuvor ausreichend von der Netzgemeinde eingefordert wurde;
      soll das Risiko der schleppenden, sozial abhängigen Admin-Eingriffsmöglichkeit
      eingegangen werden ?
    
    Weitere Debatte : Brauchen wir eine Meinungsselbstfindung vor der Einarbeitung der 
    Einarbeitung ins System ?  WS: Meinungsselbstfindung und Einarbeitung gehören immer dazu - aber "das System" kann da wohl bestenfalls unterstützend wirken.
    
    DerThomas : Ja, ansonsten müßte jede einzelne Meinungsäußerung bei stundenlangen 
    Diskussionen in Form von Kernaussagen eingearbeitet werden -> lange unübersichtliche 
    Bäume !
    -> Gegenvorschlag : Nur die vordiskutierten Inhalte werden ins Hauptsystem gebracht.
WS: Auch eine "Vordiskussion" ist sinnvoll mit qKonsens zu realisieren!
3.) 
    Wie wird sichergestellt, daß sich Hacker keine 1000 Identitäten verschaffen -> Läßt sich 
    Gruppenbildung auch ohne Piraten-ID machen ?
WS: Gruppen sollten nach verschiedenen Kriterien gebildet und mit Rechten ausgestattet werden können. Die bekannten Verfahren zur Authentifikation sollten für den Anfang ausreichen. Klar ist, dass diesbezüglich Probleme kommen werden, die jedes Tool haben wird - und irgendwann irgendwie lösen muss.
4.) 
    Was, wenn "pikantes" Thema diskutiert wird ? (Enteignung)
    -> Gegner mit machtrelevanten Interessen werden alles tun, um sich zu wehren
WS: Das ist ein echtes strategisches Problem. Das wird kein Tool völlig ausschließen können.  Überlegungen zur Handhabung sind notwendig!
5.)
    Was, wenn statt Kernaussagen platte Meinungsäußerungen eingebracht werden ?
    -> Filter durch Bewertung ?
    -> Was bei Dissens ?
WS: Die Frage steht so nicht. Meinungsäußerungen können im qKonsens zunächst nur in Diskussionsbeiträgen eingebracht werden.
Ein Wesensmerkmal des qualifizierten Konsens ist, dass Dissens ungeschönt ausgewiesen wird. Das gilt sowohl für die Kernaussagen per Zustimmung vs. Ablehnung, als auch für die Diskussionsbeiträge per "Soll berücksichtigt werden(Daumen hoch)" vs. "Soll nicht berücksichtigt werden (Daumen runter)".
5.b)
    Was, wenn etwas das eienr Kernaussage würdig ist im Diskussionsteil geäußert wird? Gibt es eine Möglichkeit diesen beitrag zu "adeln"?
WS: Natürlich unbedingt! In erster Linie durch zahlreiche Zustimmungen. Und daraus folgend durch Einarbeitung in die Kernaussagen (und ggf. in die Kontexte).<- Also nur duch den zuständigen Moderator? WS: Ja!  Wobei zu beachten ist:
-> eher andersherum (Diskussionen in Kernaussagenbereich) Das ist wohl ein Missverständnis. Der qKonsens wird gerade durch die strikte Trennung von Kernaussagen und Diskussion effektiv!
6.)
    Innerhalb der Diskussion soll es möglich sein, dass spontan freiwillig kleinere Gruppen erzeugt werden die dadurch zu Kernaussagen höherer qualität finden können.
WS: Sehr interessante Möglichkeit! Bedarf aber wohl keiner expliziten Tool-Unterstützung. ntroPi: Tool unterstützung dafür wäre sehr sinnvoll, da die Teilnehmer evtl. nur durch das Tool Kontakt haben und evtl. halbwegs anonym bleiben wollen!

7.)
    Die Aufteilung in Kernaussagen könnte für die Autoren eine weitere Barriere darstellen, die sie  von einer Diskussion abhalten.
    -> Diskussionen nicht beschränkt, sondern posten von Kernaussagen
WS: Das verstehe ich so, dass im Diskussionsbeitrag deutlich gekennzeichnet wird, was als Kernaussage ins working draft übernommen werden soll.

Zu 3.) und 4.): Das ist außerhalb der Piratenpartei sehr schwierig. Ziel sollte hier IMHO sein das Tool möglichst unabhängig von Mehrheiten zu gestalten.

http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0004370211000518
(Dynamics of argumentation systems: A division-based method)
WS: Der Abstract verspricht sehr viel. Nach dem wenigen, was daraus ersichtlich ist, vermute ich allerdings, dass die "division-based method" bei praktischer Realisierung sehr nahe bei der Strukturierung des qKonsens landen wird.
Aktuellstes Zwischenergebnis der AG Meinungsfindung (RLP) Erklär-Video DisQuission: http://youtu.be/x6r0x5RayZc
WS: Die DisQuission ist augenscheinlich für die Demonstration einer Argumentation und für eine Meinungsselbstfindung hilfreich. Eine mit dem qKonsens vergleichbare Meinungszusammenfindung kann ich nicht erkennen.

Hausaufgabe :
@richie : max.10-seitige Zusammenfassung seines Konzept-Vorschlags
@all : Finden eines Tools, um einen Schreibtischtest dazu durchzuführen, ohne daß zu viel Overhead entsteht.