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Pressemitteilung als Reaktion auf den folgenden Leitartikel des Wittener Lokalteils der WAZ vom 5. Januar 2018: https://borggraefe.com/nextcloud/index.php/s/h4UJBfhxvYPPKV5


Piraten zur Videoüberwachung: Probleme lösen statt sie zu filmen!

Zum Artikel „Rathausplatz: Überwachung verboten“ in der WAZ Witten vom 5. Januar sagt die Piratenpartei Ennepe-Ruhr: zu Recht!

Die Wirksamkeit von Videoüberwachung zur Verbrechensvorbeugung konnte noch in keiner unabhängigen Studie nachgewiesen werden. Den im Artikel genannten positiven Aussagen stehen zum Beispiel die Erfahrungen der Videoüberwachung auf der Hamburger Reeperbahn entgegen. Eine Wirksamkeitsanalyse über die drei Jahre nach Einführung der Videoüberwachung dort ergab, dass die Fallzahlen sogar um 32% angestiegen sind – im Bereich einfache und fahrlässige Körperverletzungen sogar um 75%.[1] Im Land mit der größten Videoüberwachungsdichte in Europa, Großbritannien, konnte insgesamt kein signifikanter Rückgang von Kriminalität im öffentlichen Raum und von Gewaltverbrechen festgestellt werden, lediglich eine Videoüberwachung von Parkplätzen hat sich als effektiv gegen Autodiebstähle erwiesen.[2]

„Statt Probleme zu filmen, müssen sie gelöst werden. Wir sollten uns fragen, warum Menschen aggressiv werden und Sachbeschädigungen begehen. Eine Videoüberwachung, die vermeintliche Straftäter auf den Nachbarplatz verdrängt, löst die zu Grunde liegenden Probleme nicht. Stattdessen brauchen wir mehr Geld für geschundene Kommunen wie Witten, damit sie beispielsweise fachlich gut geschulte Street Worker einstellen und sich besser um ihre öffentlichen Plätze kümmern können.“, so Stefan Borggraefe, Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr.

Wissenschaftlich gesichert ist dagegen, dass sich durch Videoüberwachung der Konformitätsdruck erhöht. Menschen verhalten sich anders, vermeintlich konform und angepasst, wenn sie wissen, dass sie überwacht werden.[3]

„Diese Einschränkung der Freiheit aller Menschen an einem so wichtigen öffentlich Platz darf nicht leichtfertig in Kauf genommen werden.“, so Borggraefe weiter.

[1]https://www.hamburg.de/contentblob/2364204/6e4a87e88e9a314c7947ddceed9a32f6/data/2010-07-06-bfi-pm-videoueberwachung-pdf-analyse.pdf
[2] http://library.college.police.uk/docs/what-works/What-works-briefing-effects-of-CCTV-2013.pdf
[3] http://www.deutschlandfunk.de/staatliche-ueberwachung-befallen-vom-ueberwachungsvirus.1184.de.html?dram%3Aarticle_id=307639