﻿VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

Jundesministerium der Verteidigung

FÜSV

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12. Dezember 2007 (Stand: 10:00 Uhr)

Unterrichtung des Parlamentes

50/07

r

über die Auslandseinsätze der Bundeswehr


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Am 26.11.07 wurde Sayed Fazel Sangcharaki als Nachfolger des bei einem Anschlag

Anfang November getöteten Sayed Mustafa Kazemi

neuen Sprecher der

>nii

"Vereinigten Front", der politischen Oppositionsallianz in Afghanistan und Nachfolge-Organisation der Nordallianz, ernannt.

Der in der Provinz Sar-e Pol (Nr. 11 der Karte) geborene Sangcharaki war von Januar bis Mitte 2005 Stellvertreter des Ministers für Information, Kultur und Tourismus. Im gleichen Jahr verließ er die Partei "Hezb-e Wahdat" des Vizepräsidenten Karim Khalili und wechselte in die Partei Kazemis.

Die Provinz Baghlan (Nr. 13 der Karte) wird seit Mitte November ohne einen

geführt. Nach dem Anschlag

Führungsriege

der Provinz durch Präsident Karzai vom Dienst suspendiert. In der Zwischenzeit hat General Daud, der bisherige Leiter der militärischen Abteilung des National Directorate for Security (NDS) in Kabul, die Nachfolge von Mohammed Wali als


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NDS Chef von Baghlan angetreten. Alle anderen Personalmaßnahmen sollen erst nach Abschluss der Untersuchungen durch die Regierungskommission, die nach dem Anschlag zur Untersuchung des Vorfalls unter der Leitung des afghanischen Innenministers eingerichtet wurde, entschieden werden.

b. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zzt. wie folgt eingestuft:

Afghanistan (gesamt): erheblich

Regional Command North: niedrig bis mittel

Regional Command West: mittel

Regional Command Capital: mittel

Regional Command East: erheblich bis hoch

Regional Command South: hoch

Anmerkung ;

Um national wie international mit gleichen Begriffen und Definitionen zu arbeiten, werden nachfolgende Einstufungen genutzt: NIEDRIG : Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und/oder die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen Obwohl die grundsätzliche Möglichkeit besteht, liegen keine konkreten Anzeichen für bevorstehende Angriffe vor.

MITf'EL : Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Allgemeine, nicht spezifizierte Anzeichen deuten auf möglicherweise bevorstehende Angriffe hin.

ERHEBLICH : Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Mit Angriffen wird in naher Zukunft gerechnet Erkenntnisse zu konkreten Angriffszielen und -Zeiträumen liegen nicht vor.

HOCH : Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen, Angriffe gegen konkrete und spezifizierte Angriffsziele in definierten Angriffsräumen sind in einem bestimmten Zeitraum zu erwarten.

Im Distrikt Spin Boldak der Provinz Kandahar (Nr. 29 der Karte) wurde am 05.12.07 ein Kontrollposten der afghanischen Grenzpolizei von Opposing Militant Forces (OMF) beschossen. Ein Grenzpolizist wurde dabei getötet.

Am 06.12.07 detonierte in der Provinz Kabul (Nr. 24 der Karte) neben einem aus zwei Fahrzeugen bestehenden Konvoi der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) ein Sprengsatz. Es wurde niemand verletzt. Eines der beiden zivilen gepanzerten Fahrzeuge wurde leicht beschädigt. Außer den beiden flfahankchen Kraftfahrern befanden sich keine weiteren Personen in den Fahrzeugen.


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- 4 -

* UnG heuer gcfechten zwischen Kräften der Afghan National < Forces (ANSF) und Regierungsfeindlichen Kräften* (RFK) am 07.12.

08.12.07 in den Provinzen Farah. Helmand und Kandahar (Nr. 9, 27 und

Karte) wurden 21 Polizisten der Afghan National Police (ANP) getötet und

drei verletzt. Rund 50 Kämpfer der RFK kamen ums Leben.

In der Provinz Balkh (Nr. 4 der Karte) überflog am 07.12.07 eine Rai türkische Konsulat in Mazar-e Sharif. Mögliche Schäden sind nicht bekannt.

c. International Security Assistance Force (ISAF)

(1) Sicherheitsvorfälle

Im Zeitraum vom 03.12.07 bis 09.12.07 registrierte ISAF landesweit 132 Sicherheitsvorfälle (siehe Grafik). Es handelte sich um 72 Schusswechsel und Gefechte, 23 Sprengstoffanschläge - darunter drei Selbstmordattentate in den


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Provinzen Kabul (2x) und Nimruz (Nr. 24 und 28 der Karte) - sowie 37-mal indirekten Beschuss (Mörser und Raketen).

Drei Vorfälle ereigneten sich im RC North, vier im RC Capital, fünf im RC West, 101 im RC South und 19 im RC East.

Insgesamt wurden bei den Vorfällen drei ISAF-Soldaten getötet und weitere 18 ISAF-Soldaten verletzt.

(2) Militärische Lage

Am 04.12.07 fuhren britische Soldaten während einer Erkundungsfahrt im Distrikt Nowzad (Provinz Helmand) mit ihrem Kraftfahrzeug auf eine Mine. Dabei wurden ein britischer ISAF-Soldat getötet und zwei weitere verletzt.

In derselben Provinz kam es am 05.12.07 im Distrikt Gamser zu einem Feuergefecht zwischen britischen Soldaten und Kämpfern der OMF. Zwei britische Soldaten wurden leicht verletzt.

Am 07.12.07 wurde im Distrikt Gardez (Provinz Paktia / Nr. 22 der Karte) ein amerikanischer ISAF-Soldat bei der Untersuchung eines durch die ANP gemeldeten Improvised Explosive Device (IED) schwer verletzt, als ein zweiter Sprengsatz in der Nähe explodierte.

Am 08.12.07 wurde bei einem Minenanschlag in der Nähe der Militärbasis Musa Qala ein britischer ISAF-Soldat getötet und ein weiterer verletzt. Zudem ereignete sich im selben Raum am 09.12.07 ein Minenanschlag gegen einen amerikanischen Konvoi, bei dem ein ISAF-Soldat getötet und ein weiterer verletzt wurde.

Im Sangin-Tal (Provinz Helmand) wurden am 10.12.07 bei einem Feuergefecht mit rund 15 Kämpfern der OMF zwei britische ISAF-Soldaten verletzt.

Am 04.12.07 hatte der Kommandeur des RC South begonnen, gegen die seit dem Frühjahr von OMF besetzte Stadt Muza Qala (Provinz Helmand) vorzugehen. Seine Absicht war es, die Kräfte der OMF zum Ausweichen aus der Stadt zu zwingen. Am Mittag des 11.12.07 haben Einheiten der ANA das


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Stadtzentrum, den Bazar und die Regierungsgebäude in Musa Qala besetzt.. Die g n OMF hatten sich nach heftigen Kämpfen aufgrund der erlittenen Verluste und Munitionsmangel teilweise bereits am Vortag in das Umland zurückgezogen. Am 12.12.07 gegen 12:00 Uhr Ortszeit meldeten afghanische Sicherheitskräfte die Übernahme der Kontrolle über die Stadt Muza Qala.

(3) Regional Command (RC) Capital / Deutsches Einsatzkontingent (DtEinsKtgt)

Keine berichtenswerten Ereignisse

(4) ISAF Nordregion und Provincial Reconstruction Teams (PRT)

Im Rahmen der Fortsetzung der Operation Harekate Yolo (HY) II plant RC North nach wie vor auch die Durchführung von Maßnahmen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit (CIMIC).

Schwerpunkt ist dabei die Unterstützung der Bevölkerung mit Bekleidung, Decken und sonstigen Materialien zum Schutz vor Kälte in Anbetracht des bevorstehenden Winters. Erste Vorhaben wurden bereits durchgeführt. So hat die United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) damit begonnen, unter Beteiligung der ANA und der örtlichen Shura Hilfsgüter an die Bevölkerung im Raum Ghormach im Bereich des RC West zu verteilen. Unverändert sind Kräfte der ANSF zur Sicherstellung der Stabilität im Operationsgebiet in den Provinzen Faryab und Badghis (Nr. 6 und 7 der Karte) eingesetzt.

In Mazar-e Sharif (Provinz Balkh / Nr. 4 der Karte) detonierten am 08.12.07 zwei Mörsergranaten, als ein Mitarbeiter einer Nicht-Regierungsorganisation (NGO) sein Büro betreten wollte. Der Mann blieb unverletzt.

Am 09.12.07 erkannten Kräfte des PRT Kunduz den Abschuss von vier Raketen. Das Ziel des Angriffs ist nicht bekannt. Keine Rakete ging innerhalb des Feldlagers nieder. Es gab keine Personen- und Sachschäden. Die Untersuchung des Vorfalls wurde aufgenommen. Es liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, ob der Anschlag dem Feldlager des PRT oder den in der Schussrichtung


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liegenden Camps der ANA oder einer amerikanischen Sicherheit™ gegeben hat. Kerne der Einrichtungen wurde getroffen.

Routinemäßig werden in dieser Woche (10.12.07 - 16.12.07) drei der sechs E TORNADO in Mazar-e Sharif ausgetauscht. Die Maßnahme wird, vergleichbar dem letzten Austausch im August 2007, mit Unterstützung von amerikanischen Tankflugzeugen durchgeführt.

(5) Kurzfristige Unterstützungsleistungen ISAF

In der vergangenen Woche gab es keine Unterstützungsflüge außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches und Kabul. Die Anzahl der Unterstützungsflüge bleibt daher unverändert bei insgesamt 125.

Zur Unterstützung des Einsatzes von Informationstechnik und des Informationsmanagements in Kandahar besetzt der NATO Communications and Information Systems Service Agency (NCSA) - Sector Heidelberg sieben Dienstposten für einen Zeitraum von sechs Monaten. Dazu gehören drei deutsche Unteroffiziere, die vom 20.07.07 bis 20.01.08 beim NATO Transition Office - Kandahar eingesetzt werden (siehe UdP 29/07).

Ein deutscher Austauschoffizier ist bei der niederländischen

11. Luftbeweglichen Brigade (Air Mobile Brigade) eingesetzt, die sich bis Anfang 2008 im Süden Afghanistans im Einsatz befindet. Der Einsatz des deutschen Offiziers im Stab der Brigade erfolgt vom 19.07.07 bis 31.01.08 (siehe UdP 29/07).

Ein deutscher Offizier nimmt als Angehöriger des Allied Air Component Command Headquarters (AACC HQ) Ramstein den Dienstposten des Staff Officer CJ6 - Plans, Projects and Requirements für den Zeitraum vom 30.07.07 bis 06.02.08 wahr. Der Dienstposten ist mit einem zwischen Kabul und Kandahar wechselnden Arbeitsplatz verbunden (siehe UdP 30/07).

Ein Offizier der Luftwaffensicherungstruppe ist vom 01.11.07 bis 01.03.08 in Süd-Afghanistan im Rahmen des Personalaustauschprogramms zwischen der


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• 8 •

deutschen Luftwaffe und der Royal Air Fnr^ •

„ . r , y Air 1 orce (RAF) eingesetzt. Zu seinen

ga nas Operations Officer" im Gefechtsstand der "7 Squadron RAF

Protect,on W, ng gehören Stabs- und Planungstätigkeiten zur Überwachung des Einsatzes von Sicherungskräften im Rahmen der Sicherung des Flugplatzes Kandahar (siehe UdP 44/07).

as 1 NATO Signal Battalion (NSB) ist durch die NATO Communications and Information Systems Service Agency (NCSA) beauftragt worden, zur Betreuung der Führungsunterstützungsanlagen das IT-Helpdesk des COM Kandahar Airfield zu verstärken. Für diesen Auftrag ist ein deutscher Unteroffizier für die Zeit vom 17.11.07 bis voraussichtlich 01.03.08 auf dem Kandahar Airfield eingesetzt (siehe UdP47/07).

Mit dem kontinuierlichen Auf- und Ausbau der "Communication and Information Systems"-Unterstützung am Kandahar Airfield zur Sicherstellung der Führungsfähigkeit von ISAF im Bereich der RC South und East hat sich der Bestand an IT-Ausstattung inzwischen deutlich erhöht. Um eine Instandhaltung und Instandsetzung vor Ort zu ermöglichen, wurde im Juli 2007 ein Depot am Kandahar Airfield in Betrieb genommen, das mit einem Personalumfang von fünf Soldaten die erforderlichen Kapazitäten bereithält. Für diesen Auftrag ist ein deutscher Unteroffizier für die Zeit vom 27.11.07 bis voraussichtlich

25.02.08 auf dem Kandahar Airfield eingesetzt (siehe UdP 48/07).

Zur Sicherstellung der kontinuierlichen Führungsfähigkeit im Bereich der RC South und East werden rotierende multinationale "Deployable Communication Modules" (Verlegbare Femmeldemodule / DCM) eingesetzt. Zwei deutsche Führungsunterstützungssoldaten aus dem Bereich des l st NATO Signal Battalion (NSB) werden für die Zeit vom 30.11.07 bis voraussichtlich zum 28.02.08 auf dem Kandahar Airfield eingesetzt, um das britische DCM zu unterstützen (siehe

UdP 49/07).


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hekistan

*. Politische Lage

Am 23.12.07 findet in Usbekistan die Wahl ei dem Amtsmhaber Karimov stellen sich drei wei

1 eme s neuen Präsidenten statt. Neben weiter Kandidaten, darunter eine Frau,

der Wahl.

b. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zzt. als niedrig eingestuft.

Serbien / Kosovo a. Politische Lage

Am 05.12.07 bestätigte der Leiter UNMIK, Joachim Rücker, das offizielle amtliche Wahlergebnis der Parlaments wähl vom 17.11.07:

Demokratische Partei des Kosovo (PDK) / Thaci: 34,3 %

Demokratische Liga des Kosovo (LDK) / Sejdiu: 22,6 %

Allianz für ein neues Kosovo (AKR) / Pacolli: 12,3 %

Demokratischer Bund Dardaniens (LDD) / Daci: 10,0 %

Allianz für die Zukunft des Kosovo (AAK) / Haradinaj u. Ceku: 9,6 %

Nachdem die letzte Verhandlungsrunde in Baden bei Wien zum künftigen Status des Kosovo (siehe UdP 49/07) ergebnislos verlaufen ist, hat die Kontaktgruppe den Abschlussbericht der so genannten Troika am 07.12.07 dem Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), Ban Ki-Moon, vorgelegt.

Der Generalsekretär beabsichtigt, an der Sitzung des Sicherheitsrates der VN am 19.12.07 teilzunehmen. Auf der Tagesordnung steht dann die Debatte des Ergebnisses der Troika-Gespräche und der Statusfrage des Kosovo.

Bedrohungslage im Kosovo

Die Bedrohung ist zzt. als niedrig eingestuft.


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I PPHi — - - oiiviipuire vuasH) führte am

10.12.07 in Pristina eine Protestaktion unter dem Motto "Anerkennung der

Unabhängigkeit durch die Internationale Gemeinschaft" durch. Die Demonstration

im Zentrum Pristinas, an der rund 2.000 Menschen teilnahmen, verlief ruhig und

ohne Zwischenfälle. Die Demonstranten trugen unter anderem Flaggen der

ehemaligen UCK, der USA und Albaniens. Eine weitere Protestveranstaltung wurde für den 10.01.08 angekündigt.

Die USSH hat auf dem Balkan rund 7.000 Mitglieder, davon zurzeit circa 2.000 im Kosovo.

Beteiligung der Bundeswehr an der Kosovo Force (KFOR)

(1) KFOR

Das deutsche Operational Reserve Forces (ORF) Bataillon ist unverändert im Bereich der französisch geführten Multinational Task Force (MNTF) North zur Raumüberwachung eingesetzt (siehe UdP 47/07). Die Rückverlegung des Bataillon wird nach wie vor für den Zeitraum 17.12.07 - 23.12.07 geplant.

Am 07.12.07 besuchten der Leiter UNMIK, Joachim Rücker, und der Kommandeur KFOR, Generalleutnant Xavier Bout de Mamhac (Frankreich), das von Serben bewohnte Dorf Gorazdevac in der Nähe von Pec. Sie hielten sich dort zu Gesprächen mit Vertretern von Kosovo-Serben auf, die bisher in der Gemeindeverwaltung aktiv waren. Eine Gruppe von Kosovo-Serben, die gegen jede Zusammenarbeit mit UNMIK eintritt, soll gefordert haben, ihrerseits auch Gespräche mit den beiden Besuchern führen zu können. Dabei kam es zu einem Handgemenge zwischen Vertretern beider kosovo-serbischen Gruppen.

(2) Multinational Task Force South (MNTF S) / Deutsches Einsatzkontingent (DtEinsKtgt) Keine berichtenswerten Ereignisse


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- gi<»n und Herzegowina (BIH)

Politische Lage

Rajko Kuzmanovic hat die Präsidentenwahl in der Rcpublika Serbska (RS) vom

09.12.07 gewonnen. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt der 76-jährigc Politiker rund 42% der Stimmen. Kuzmanovic galt bereits zuvor als Favorit. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften der RS ist parteilos und trat die Wahl als Kandidat der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNDS) an.

Insgesamt bewarben sich zehn Kandidaten um die Präsidentschaft. Die Wahl wurde notwendig, nachdem Milan Jelic im September 2007 drei Jahre vor dem Ende seiner Amtszeit verstorben war (siehe UdP 40/07). Wahlberechtigt waren 1,1 Millionen Bürger, die Beteiligung lag bei etwa 36%.

Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zzt. als niedrig eingestuft.

Beteiligung der Bundeswehr an der EU Force (EUFOR)

(1) EUFOR

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Deutsches Einsatzkontingent (DtEinsKtgt)

Keine berichtenswerten Ereignisse

Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zzt. als niedrig eingestuft.

Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Observer Mission

Georgia (UNOMIG)

Keine berichtenswerten Ereignisse


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1 ^

-12- ^ CH

Bedrohungslage

.--.4 ' --------*.*wa*vu 1U tJUUHU (UNMIS)

ac Abschluss des Personalwechsels (siehe UdP 48/07) und der sich daran anschließenden Einweisung und Ausbildung im Einsatzland haben die deutschen Soldaten in ihre vorgesehenen Standorte verlegt.

c. Beteiligung der Bundeswehr an der Überwachungsmission African Union

Mission in Sudan (AMIS) / United Nations / African Union Mission in Darfur (UNAMID)

Keine berichtenswerten Ereignisse

7. Äthiopien / Eritrea

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung im eritreisch-äthiopischen Grenzgebiet ist zzt. als mittel eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea (UNMEE)

Keine berichtenswerten Ereignisse

8. Horn von Afrika und angrenzende Seegebiete

a. Bedrohungslage

In Dschibuti und im Golf von Aden ist die Bedrohung zzt. als niedrig eingestuft


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13 *

yj Mteüigung der Bundeswehr an Oner.fi««

' Tem-rismus: Oper,fl.„ Enduring Fr«do m (OE^ ^ de "

Keine berichtenswerten Ereignisse

9 - StiaBe von Gibraltar / Ö.Hi,h~ r ,

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zzt. als niedrig eingestuft.

Beteiligung der Bundeswehr an Operationen gegen den internationalen Terrorismus: Operation Active Endeavour (OAE)

Keine berichtenswerten Ereignisse

10. Libanon

a. Politische Lage

Die Präsidentschaftswahl im Libanon ist zum wiederholten Mal verschoben worden. Das Büro des Parlamentspräsidenten Nabih Berri teilte am Abend des 10.12.07 mit, dass die Wahl im Parlament in Beirut nunmehr am 17.12.07 stattfinden wird. Seit dem Ende der Amtszeit von Emile Lahoud am 23.11.07 hat das Land keinen Präsidenten (siehe UdP 48/07). Die Parteien einigten sich zwar nach langen Verhandlungen auf den Armeechef, General Michel Suleiman, als Kandidaten für das Amt (siehe UdP 49/07), diskutieren nun aber über eine Verfassungsänderung. Diese ist erforderlich, weil Inhaber öffentlicher Ämter - nach derzeit geltender Rechtslage - erst zwei Jahre, nachdem sie dieses Amt nicht mehr inne haben, für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren dürfen.

b. Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land und im Süden Libanons ist zzt. als mittel, außerhalb der

libanesischen Hoheitsgewässer als niedrig eingestuft.


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0 «<* eto - ” ach Angaben aus libanesischen Armeekreise,

Sprengstoffattentat wurde am 12.12.07 in Beirut der libanesischen Armee, General Francois al Hadsch, sein Beglei, eine dritte Person getötet AI Hadsch gal, als möglicher Nach General Suleiman, der ffir das Am, des Prtsidenten kandidier,

Armeechef

Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL)

(1) UNIFIL

Keine berichtenswerten Ereignisse

) Maritime Task Force (MTF) UNIFIL

Für den Wiederaufbau der Küstenradarorganisation, die Vernetzung der Stationen untereinander und die Anbindung an ein Lagezentrum hatte das Auswärtige Amt einen Zuwendungsvertrag in Höhe von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Einzelstationen sind nun betriebsbereit.

Die Grundlagenausbildung im Bereich Ortung, Lagebilderstellung und Kommunikation wurde durch eine vierwöchige Multiplikatorenausbildung von vier libanesischen Offizieren an der Marineoperationsschule in Bremerhaven vermittelt. Vom 28.11.07 bis zum 20.12.07 führt die deutsche Marine mit einem Team der Marinetechnikschule einen Ausbildungsabschnitt im Libanon durch und unterstützt die operative Inbetriebnahme der Küstenradarorganisation. Es wird nacheinander an allen Einzelstationen je zwei Tage ausgebildet.

Die Zentrale der Küstenradarorganisation wird voraussichtlich Mitte Dezember technisch einsatzbereit sein. Danach folgt die Einweisung durch die Industrie. Da die Ausbildung der Einzelstationen den Zeitrahmen dieses Ausbildungsabschnittes auslastet, ist eine gesonderte Maßnahme für die Zentrale der Küstenradarorganisation erforderlich. Der Zeitbedarf dafür beträgt etwa drei bis vier Wochen und wird derzeit für Januar 2008 mit Personal der Marineoperationsschule als lehrgangsgebundener Ausbildungsabschnitt in Beirut


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Nach Herstellung der operativen Einsatzfähigkeit der

gesamten Küstenradarorganisation wird der Llbanon die Hoheitsrechte in seinen

Territorialgewässern besser wahrmehmen können.


Der MTF hat bisher insgesamt 11.456 (Stand 11.12.07) Abfragen getätigt, davon wurden bisher 49 durch die MTF gemeldete Schiffe durch libanesische

Hafenbehörden näher untersucht.



11. Internationale Organisationen / Aktivitäten 

Vereinte Nationen (VN)

United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK)

Internationale Polizeitruppe

Der zur Gewährleistung von innerer Sicherheit und Ordnung im Kosovo eingesetzten internationalen Polizeitruppe gehören 2.006 Polizisten an. Das deutsche Kontingent umfasst 146 Beamte.


12. Lufttransporteinsätze und Überwachungsflüge mit Seefernaufklärern zur Unterstützung der Einsatzkontingente im Berichtszeitraum


                    ISAF     KFOR     EUFOR     UNIFIL     OAE     OEF     AMIS
Lufttransporte       36       3         9          1        0       1        0
Anzahl Flüge 


Anzahl Über-         0        0         0          0        3       0        0
wachungsflüge


10.434

(2002)

ISAF*

KFOR

EUFOR

UNMIS

UNMEE

UNOMIG

UNIFIL

OEF

22.12.01

12.06.99

02.1104

22.04.05

28.01.04 1

02.02.94 1

20.09.06

16.11.01

12.10.07

21.06.07

30.11.06

15.11.07

•

08.06.07 1

12.09.07

15.11,0"

1X10.08

11.06.08 1

21.11.07 1

15.08.08

31.01.06 4

15.04.08 1

15.09.08

15.11.08

3.500

8.500

2.400

75/50

2

20

1.400

1.400

3.500

(2007)

8.500

(1999)

3.000

(2004)

75/50

(2005)

2

(2004)

20

(2007)

1400

(2006)

3.900

(2001)

3.633 1 (2007)

6.440

(1999)

1.139

(2005)

42

(2007)

2

(2007)

17*

(2004)

1.231

(2006)

1.715

(2002)

Unteroffiziere 3.977 Mannschaften 1.957

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deutschen

Zivilbedienst

FWDL

1 Da kein Besatz bewaffneter Streitkrifte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes, mir Kabinettsbeschluss

2 Ende -weiterer 12 Monate” - Wenn eine der Fraktionen es wünscht, wird die Bundesregierung den Deutschen Be ndestag

vor Ablauf weiterer 12 Monate erneut konstitutiv mit der Verlagerung des Einsatzes befassen.

^Eade "weiterer 12 Monate” - Die Bundesregierung sichert dem Deutschen Bundestag zu, nach Ablauf von jeweils

12 Moeatee den Bundestag erneut konstitutiv zu befassen, falls dies der Wunsch einer Fraktion ist.

4 E»de VN-Msedal - unbefristete Beteiligung gcmlß Kabinettsentscheidung vom 28.01.04

5 Eade WMandat - Die Fortsetzung der Beobachtermission erfolgt seit 1998 ohne neuen Kabincttsbeschluss.

4 Koetingentwechsel 7 freiwillig zusitzl. Wehrdienstleistende 8 ORF-Bataillon

davon ISAF PRT Kunduz: 413 Soldaten, ISAF PRT Feyzabad: 340 Soldaten, FSB Mazar-e Sharif: 1.822 Soldaten (inkl. 114 Soldaten des RC North), Einsatzgeschwader Termez/UZB: 201 Soldaten. Zusätzlich befindet sich 1 deutscher Soldat bei UNAMA in Afghanistan. Besonderheit: zzt. Kontingentwechsel.

Mit den in Deutschland zur Sicherstellung des Auftrages "Strategischer Verwundetentransport (STRATAIRMEDEVAC)" bereit gehaltenen 41 Soldaten und den im Mittelmeer an den Operationen gegen den internationalen Terrorismus (Active Endeavour) beteiligten 77 Soldaten sind insgesamt 7.244 Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.