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13. Oktober 2005

Entschieden für Frieden
50 Jahre Bundeswehr

Unterrichtung des Parlamentes
41/05
über die Auslandseinsätze der Bundeswehr


'''1. Lage'''

'''a. Afghanistan'''

'''(1) Sicherheitslage'''

Die Lage ist nicht ruhig und nicht stabil.

(Grafik)

Am 05.10.05 scheiterte ein Selbstmordanschlag auf einen kanadischen Transportkonvoi
in Kandahar in der Provinz Kandahar (Nr. 29 der Karte). Das mit einem
Sprengsatz versehene zivile Fahrzeug explodierte zu früh und tötete zwei
Zivilisten. Landesweit handelt es sich um den 11. Selbstmordanschlag in 2005.
Am Vortag wurden bei einer Bombenexplosion in Spin Boldak, ebenfalls in der
Provinz Kandahar, in der Nähe eines afghanisch-pakistanischen Grenzübergangs
eine Frau und zwei Kinder getötet. 20 weitere Zivilpersonen wurden verletzt.


In Shari Buzurg und Feyzabad in der Provinz Badakshan fanden
am 08.10.05 öffentlichkeitswirksam freiwillige, durch das afghanische Militär
im Zusammenwirken mit dem "Afghanistan's New Beginning Programme"
(ANBP) initiierte, Waffenabgaben statt. In Shari Buzurg wurden rund 70, zum


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großen Teil sehr alte Waffen abgegeben. In Feyzabad waren es 46 Waffen unterschiedlichen Kalibers in gutem Zustand. In Eigeninitiative hatte zudem die Provinzregierung im Distrikt Ragh 195 überwiegend funktionstüchtige Sturmgewehre in den letzten Wochen sichergestellt.

(Grafik)

Am 09.10.05 fuhr in Kandahar ein Selbstmordattentäter sein sprengstoffbeladenes Auto in einen Konvoi britischer Regierungsvertreter. Vier begleitende Sicherheitskräfte wurden verletzt.

Im Garmser Distrikt in der Provinz Helmand (Nr. 27 der Karte) ist in der Grenzregion zu Pakistan am 10.10.05 ein Konvoi der nationalen Polizeikräfte (ANP) in einen Hinterhalt geraten. In dem sich anschließenden mehrstündigen Feuergefecht kamen 19 Polizisten ums Leben, darunter der stellvertretende Polizeichef von Helmand. Anfang Juli 2005 gab es einen ähnlich schwerwiegenden Vorfall in dieser Region. Damals wurde ebenfalls ein ANP-Konvoi überfallen, mehrere Polizisten entführt und später enthauptet aufgefunden.

Wenige Stunden vor einem Besuch der amerikanischen Außenministerin Condoleeza Rice sind am 12.10.05 zwei Raketen in der Nähe der US-Botschaft in Kabul eingeschlagen. Ein Geschoss traf ein Gelände des afghanischen Geheimdienstes,


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ein zweites explodierte vor dem Sitz des kanadischen Botschafters und verletzte zwei Wachleute. Einer von ihnen wurde in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht.

Laut Agenturmeldung hat eine Gruppe bewaffneter Männer am 12.10.05 in der südafghanischen Provinz Kandahar fünf medizinische Helfer auf ihrem Weg in ein Flüchtlingslager erschossen. Bei dem Überfall wurden nach Angaben des Chefs einer regierungsunabhängigen afghanischen Organisation außerdem drei Helfer verletzt, als ihr Fahrzeug in einen Hinterhalt geriet. Präsident Hamid Karzai verurteilte die Ermordung der Helfer. Die Feinde Afghanistans würden sogar diejenigen töten, "die weiß gekleidet sind und Not leidenden Menschen in Flüchtlingslagern helfen", hieß es in einer Erklärung.

=== (2) Politische Lage===

Am 06. und 08.10.05 demonstrierten in Kunduz in der Provinz Kunduz (Nr. 3 der Karte) Parlamentskandidaten und ihre Anhänger friedlich vor der Niederlassung des "Joint Electoral Management Body" (JEMB). In Jalalabad in der Provinz Nangarhar (Nr. 20 der Karte) kam es am 09.10.05 vor dem Stimmenauszählungscenter ebenfalls zu Demonstrationen. Die Demonstranten warfen der JEMB Betrug und Manipulation vor. In Jalalabad wurde das Auszählungscenter geschlossen, in Kunduz konnten die afghanischen Sicherheitskräfte die Menge besänftigen. Landesweit sind rund fünf Prozent der Wahlurnen in jeder Provinz zur weiteren Untersuchung durch die JEMB auf mögliche Unregelmäßigkeiten vorgesehen.

Am 12.10. fand in Kunduz die bislang größte Demonstration gegen die Ergebnisse der Parlamentswahlen statt. Sie wurde initiiert von mehreren enttäuschten Kandidaten. Bis zu 500 Bürger nahmen teil. Die Veranstaltung verlief lebhaft aber friedlich und wurde durch die ANP in professioneller Weise begleitet

==b. Usbekistan ==

===(1) Sicherheitslage===

Die Lage ist überwiegend ruhig und insgesamt stabil.


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===(2) Politische Lage===

Usbekistan lehnt bislang weiterhin eine internationale Untersuchung der Ereignisse in Andijan ab (siehe UdP 40). Statt dessen führt Usbekistan eine eigene unabhängige Untersuchung durch. Deren wesentliches Ergebnis ist bisher die Behauptung, dass es sich um eine von langer Hand geplante terroristische Aktion unter Beteiligung zerstörerischer Kräfte aus dem Ausland gehandelt habe. Die Ermittlungen gegen 121 inzwischen inhaftierte Personen wurden eingeleitet.

== c. Serbien und Montenegro/Kosovo==

===(1) Sicherheitslage im Kosovo===

Die Lage ist überwiegend ruhig, aber nicht stabil.

Polizeiberichten zufolge führten am 09.10.05 etwa 10 bis 20 maskierte und bewaffnete Personen in Gjakova, rund 5 Kilometer südöstlich von Decane in der MNB SW, Fahrzeugkontrollen durch. Den Insassen der Autos wurde dabei ein Schreiben der "Kosovo Independence Army" zur Weiterleitung an die Polizeistation in Decane ausgehändigt, das unter anderem eine generelle Warnung gegenüber UNMIK, dem "Kosovo Police Service" (KPS) und KFOR unter Androhung von Waffengewalt beinhaltet.

Am 11.10.05 forderte Bischof Artemije auf der Website der serbisch-orthodoxen Diözese von Raska und Prizren die serbische Bevölkerung im Strpce-Tal in der US-amerikanisch geführten MNB East zum Durchhalten auf. Durch den verstärkten Bau kosovo-albanischer Ferienhäuser in unmittelbarer Nähe seien die Serben einem zunehmenden Druck ausgesetzt.

Bei einem Gespräch zwischen Bischof Artemije und dem Gemeindepräsidenten Stanko Jakovljevic, einem Angehörigen des Gemeindeparlamentes und der örtlichen Geistlichkeit, verdeutlichte Artemije anhand einer Reihe von Anschlägen und Überfällen auf Serben deren Bedrohung im Kosovo. Er behauptete weiter, dass Serben im Kosovo seit kurzem verstärkt Kontrollen und Festnahmen ausgesetzt seien.


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(Grafik)

===(2) Politische Lage ===

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), Kofi Annan, legte am 07.10.05 dem Präsidenten des UN-Sicherheitsrats den Bericht seines Sonderbeauftragten Kai Eide zur Bewertung der Standarderfüllung im Kosovo vor. In diesem sogenannten "Comprehensive Review" empfiehlt Annan auf der Grundlage des Eide-Berichts die Aufnahme von Statusgesprächen für das Kosovo. Kai Eide bemängelte in seinem Bericht - trotz der insgesamt positiven Entwicklung - unter anderem die Passivität der Kosovo-Serben in den provisorischen Institutionen der Selbstverwaltung. Weiter kritisierte er die mangelnden Bemühungen der Kosovo-Albaner um Einbindung der Kosovo-Serben und die kontraproduktive Haltung der Belgrader Regierung.

Die Umsetzung der geforderten Standards bewertet Kai Eide als unausgeglichen. Während er unter anderem bei der Schaffung demokratischer Strukturen, rechtlicher Rahmenbedingungen und beim Aufbau des Gesundheits- und Bildungssystems Fortschritte erkennt, zeichnet er ein düsteres Bild bei der Implementierung der Kernstandards. Hauptdefizite sieht er in der Sicherheitslage, im Rückkehr- und beim Dezentralisierungsprozess sowie bei der Kriminalitätsbekämpfung. Die wirtschaftliche Lage stuft er trotz deutlicher Fortschritte weiterhin als unzureichend ein. Eide bringt insgesamt deutlich zum Ausdruck, dass parallel zu den laufenden Statusgesprächen der Prozess der Standardimplementierung fortgesetzt werden müsse. Unabhängig vom Ergebnis der Statusverhandlungen wird


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eine Intensivierung des internationalen Engagements in nahezu allen Bereichen empfohlen.

Die Übergabe des Comprehensive Review an den UN-Sichheitsrat wurde in den serbischen und albanischen Medien weitgehend ohne kritische Bewertung publiziert. Es kam bislang weder zu Demonstrationen noch Gewaltakten als Reaktion auf den Bericht.

Am 09.10.05 wurde Hashim Thaci in Pristina auf dem Parteitag der "Demokratischen Partei des Kosovo" (PDK) erneut zum Parteivorsitzenden gewählt. Angehörige des radikalen Parteiflügels hatten Thaci in der Vergangenheit mehrfach wegen seines ihres Erachtens zu gemäßigten Ansatzes in der führenden Oppositionsrolle kritisiert.

== d. Mazedonien == 

'''Sicherheitslage'''

Die Lage ist insgesamt ruhig und überwiegend stabil.

== e. Bosnien und Herzegowina (BIH)==

=== (1) Sicherheitslage ===

Die Lage in der Föderation BIH (FBIH) und in der Serbischen Republik (RS) ist insgesamt ruhig und insgesamt stabil.

===(2) Politische Lage===

Die Nationalversammlung der Repuplika Srpska (RS) hat am 05.10.05 der Polizeireform unter den von der EU festgelegten Bedingungen zugestimmt. Sie folgte dabei dem Vorschlag des Präsidenten der RS, Dragan Cavic. Am 01.10.05 hatte der Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen (HR) und Sondergesandte der Europäischen Union (EU) für BIH, Lord Ashdown, einen von der Regierung der RS vorgelegten Plan zur Polizeireform als unzureichend zurückgewiesen (siehe UdP 40).


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Laut Agenturmeldungen ist der frühere Präsident von Bosnien-Herzegowina, der bosnische Kroate Ante Jelavic, am 06.10.05 in Abwesenheit wegen Korruption zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Oberste Gericht in Sarajevo befand den 42-Jährigen der Unterschlagung von Hilfsgeldern in unbekannter Höhe für schuldig. Ihm wird vorgeworfen, 1997 bis 1998 als Verteidigungsminister der muslimisch-kroatischen Föderation Finanzmittel veruntreut zu haben. Jelavic war im vergangenen Mai gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden und tauchte danach unter. Er wird jetzt steckbrieflich gesucht.

== f. Georgien ==

'''Sicherheitslage'''

Die Lage ist insgesamt ruhig, aber nicht stabil.

== g. Sudan==

===(1) Sicherheitslage===

Die Lage im Land ist überwiegend ruhig, aber nicht stabil und in Darfur nicht ruhig und nicht stabil.

Am 08.05.05 wurden bei einem Angriff auf eine AMIS-Patrouille drei nigerianische Soldaten und zwei zivile Mitarbeiter getötet. Drei weitere Soldaten wurden verletzt, zwei sind noch vermisst. Der Angriff soll sich nahe der Gebietshauptstadt Nyala in Süd-Darfur ereignet haben und von Angehörigen der "Sudan Liberation Army" (SLA) verübt worden sein. Über die Hintergründe der Tat liegen derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.


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(Grafik)

Am 09.10.05 wurden an der Grenze zum Tschad AMIS-Angehörige entführt, darunter Militärbeobachter, Polizisten sowie zivile Mitarbeiter. Sie werden vermutlich in der Ortschaft Tine, rund 370 Kilometer westlich von El Fasher gefangen gehalten. Ein Sprecher des "Justice and Equality Movement" (JEM) machte eine Splittergruppe dieser Rebellengruppierung unter ihrem Anführer Mohammed Saleh für diesen Übergriff verantwortlich. Mohammed Saleh wurde vor sechs Monaten aus der JEM ausgeschlossen. 36 Geiseln wurden noch am selben Abend wieder frei gelassen.

===(2) Militärische Lage===

Der Sprecher der "South Sudan Defence Forces" (SSDF), Paul Gatkuoth, gab am 06.10.05 bekannt, dass ein Abkommen mit der südsudanesischen Regierung zur Integration von SSDF-Milizen in die "Joint Integrated Units" (JIU), den zukünftigen Streitkräften des Südsudan, geschlossen wurde. Demnach sollen von den bis zu 40.000 Angehörigen der SSDF 628 Offiziere sowie 6.000 Unteroffiziere und Mannschaften in die JIU übernommen werden. Ein Sprecher der sehen Streitkräfte hat die vorgesehene Integration bestätigt, machte zu den Zahlen jedoch keine Angaben. Des weiteren hat die SPLM/A Parlament sowie drei Ministerposten in der Regierung des Südsudan


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zugestanden. Bereits am 12. und 13.08.05 fanden in Khartum Sondierungsgespräche zwischen dem Führer der SSDF, Paulino Matiep, und dem Präsidenten des Südsudan, Salva Kiir, über eine mögliche Integration der Milizen statt.

==h. Eritrea/Äthiopien==

===(1) Sicherheitslage===

Die Lage ist insgesamt ruhig und insgesamt stabil.

===(2) Politische Lage===

Am 10.10.05 fand die feierliche Eröffnung des am 15.05.05 gewählten äthiopischen Bundesparlaments statt. Premierminister Meies Zenawi wurde wie erwartet in der ersten Parlamentssitzung in seinem Amt bestätigt. Die Eröffnungssitzung wurde wie bereits im Vorfeld der Parlamentseröffnung angekündigt - von fast allen Abgeordneten der oppositionellen "Coalition for Unity and Democraty Party" (CUDP) boykottiert. Die anderen Oppositionsparteien "United Ethiopian Democratic Front" (UEDF) und "Oromo Federal ist Democratic Movement" waren fast vollzählig vertreten.

== i. Indonesien / Provinz Aceh==

'''Sicherheitslage'''
Die Lage ist überwiegend ruhig und überwiegend stabil.

==j. Horn von Afrika und angrenzende Seegebiete==

'''Sicherheitslage'''
In Dschibuti ist die Lage insgesamt ruhig und insgesamt stabil, im Golf von Aden überwiegend ruhig und insgesamt stabil.

==k. Strasse von Gibraltar/östliches Mittelmeer ==

'''Sicherheitslage'''
Die Lage ist insgesamt ruhig und stabil.


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=2. Internationale Organisationen/Aktivitäten=

==a. Vereinte Nationen (VN)==

United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK)
Internationale Polizeitruppe

Der zur Gewährleistung von innerer Sicherheit und Ordnung im Kosovo eingesetzten internationalen Polizeitruppe gehören 2.221 der 4.718 von den VN gebilligten Polizisten an. Das deutsche Kontingent umfasst 241 Beamte.

==b. North Atlantic Treaty Organization (NATO)==

NATO-Rat am 10.10.05 und 11.10.05

Thema der kurzfristig am 10.10.05 vom NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer einberufenen Ratssitzung war Pakistans Anfrage an die NATO mit der Bitte um Hilfsgüter und logistische Unterstützung im Zusammenhang mit der Erdbebenkatastrophe. Der NATO-Rat beauftragte die Militärbehörden, einen Ratschlag zu einer möglichen Unterstützung der Allianz in Pakistan zu erstellen.

Am 11.10.05 fanden außerordentliche Sitzungen der Militärbehörden und des NATO-Rates statt, in denen die Unterstützung gebilligt wurde. Es ist vorgesehen, dass unter der Führung des Befehlshabers NATO Joint Command in Lissabon die Hilfslieferungen nach Pakistan koordiniert und transportiert werden, um so Unterstützung bei der Katastrophenhilfe zu leisten. Dazu ist die Einrichtung einer Luftbrücke von europäischen Flughäfen nach Pakistan geplant.

Weiter untersucht die NATO die Möglichkeit zusätzlicher Maßnahmen, wie Seetransport von Hilfsgütem oder den Einsatz von Teilen der Nato Response Force (NRF) in Pakistan. Eine enge Koordination mit EU, VN und anderen Internationalen Organisationen wird durch die NATO sichergestellt.

Auf der Sitzung des NATO-Rates mit den politischen Direktoren am 11.10.05 erfolgte ein ausführlicher Meinungsaustausch zu Afghanistan und dem Balkan. Es herrschte Einvernehmen darüber, dass die afghanische Regierung bei der Londoner Konferenz verstärkt Führungsverantwortung für die weitere Stabilisierung des Landes zeigen muss. Gleichzeitig bleibe aber auch die langfristige internationale Verpflichtung bestehen, den "Kabul-Prozess" unterstützend zu begleiten. Bezüglich einer künftigen


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ISAF-Rolle bestanden unterschiedliche Ansichten. Insbesondere USA und Großbritannien forderten einen robusten landesweiten und stärker ambitionierten ISAF Einsatz.

=3. Beteiligung der Bundeswehr an der International Security Assistance Force (ISAF)=

==a. Kabul Multinational Brigade (KMNB) / Deutsches Einsatzkontingent (DtEinsKtgt)==

Keine berichtenswerten Ereignisse

==b. ISAF Provincial Reconstruction Teams (PRT)==

(Grafik)

Am 05.10.2005 übergab der zivile Leiter des PRTs Feyzabad die Shar Wadat Girls School in Shar Wadat im Distrikt Arghu. Nachdem deutsche CIMIC-Soldaten die gesamte Bauphase begleitet haben, sind nunmehr die Arbeiten abgeschlossen und alle erkannten Baumängel beseitigt.

Die Übergabe fand in einem festlichen Rahmen unter Teilnahme der führenden Repräsentanten des Distriktes, der Stadt, sowie von Schülern beider Schulen des Ortes und deren Eltern statt. In den Eröffnungsreden wurden die Leistungen des zivilen


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und militärischen Anteil des PRTs für das Bildungswesen in Afghanistan mehrfach betont und die Dankbarkeit der einheimischen Bevölkerung verdeutlicht.

Am 10.10.05 wurde in der Notaufnahme des Feldlazaretts im Feldlager Feyzabad ein von Rettungssanitätern erstversorgter Patient aufgenommen. Der durch drei Schüsse lebensbedrohlich Verletzte wurde im Schockraum stabilisiert und anschließend in einer mehrstündigen Operation chirurgisch versorgt. Der Patient blieb zur Beobachtung über Nacht und konnte am 11.10.05 ins örtliche Krankenhaus verlegt werden.

Mit dem Abtransport und der Zerstörung von zwei 500-Kilogramm-Bomben durch die Hilfsorganisation Halotrust hat am 10.10.05 die Räumung der offenen Bombenlagerstätten am Airfield Kunduz begonnen. Die Arbeiten werden fortgesetzt und durch das PRT Kunduz mit dem Flugbetrieb koordiniert. Der Abschluss der Arbeiten wird frühestens Mitte Dezember erwartet.

=4. Beteiligung der Bundeswehr an der Kosovo Force (KFOR)=

==a. Multinational Brigade Southwest (MNB SW)==

Am 09.10.05 wurde der Kontingents-Wechsel planmäßig abgeschlossen. Davon ausgenommen ist das Stabspersonal im Hauptquartier der MNB SW, das erst im November nach der Übergabe der Lead-Funktion an Italien wechselt.

Das deutsche ORF-Bataillon bleibt bis auf weiteres im tschechischen Verantwortungsbereich der MNB Center und wird hier zur Unterstützung im Rahmen der laufenden Operationen eingesetzt.

=5. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Force (EUFOR)=
Deutsches Einsatzkontingent (DtEinsKtgt)

Am 09.10.05 wurde der Kontingents-Wechsel planmäßig abgeschlossen.


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=6. Beteiligung der Bundeswehr an der United Natinns Observer in Georgia (UNOMIG)=

Keine beachtenswerten Ereignisse

=7. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission in Sudan (UNMIS)=

Keine beachtenswerten Ereignisse

=8. Beteiligung der Bundeswehr an der Überwachungsmission African Union Mission in Sudan (AMIS)=

Die Bundeswehr unterstützt im zeitraum 12. bis 18.10.05 zusätzlich durch den Lufttransport eines Polizeikontingents aus Ghana. 280 ghanaischen Polizisten werden von Accra in Ghana nach N'Djamena im Tschad und anschließend nach El Fasher im Sudan geflogen. Am 12.10.05 begann der Shuttlebetrieb.

(Grafik)


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=9. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea (UNMEE)=

Das Flugverbot für UNMEE Hubschrauber über dem Hoheitsgebiet von Eritrea besteht, trotz der Erklärung des UN Sicherheitsrats (siehe UdP 40), unverändert. MEDEVAC-Flüge mit Flugzeugen bedürfen einer besonderen Genehmigung. Zurzeit besteht keine Lageverschärfung für das eingesetzte deutsche Personal.

=10. Beteiligung der Bundeswehr an Operationen gegen den internationalen Terrorismus=

==a. Enduring Freedom (EF)==

Keine berichtenswerten Ereignisse

==b. Active Endeavour (AE)==

Keine berichtenswerten Ereignisse

=11. Beteiligung der Bundeswehr an der Aceh Monitoring Mission (AMM) der Europäischen Union (EU)=

Keine berichtenswerten Ereignisse


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=12. Beteiligung der Bundeswehr an der Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Pakistan=

(Grafik)

Die Bundeswehr unterstützt Pakistan bei der Bewältigung der Erdbebenkatastrophe mit Personal und Material aus dem DtEinsKtgt ISAF. Am 10.10.05 verlegten mit insgesamt 4 Flügen 3 bewegliche Arzttrupps (BAT), weitere Sanitäts- und Pionierkräfte sowie Führungspersonal nach Islamabad in Pakistan. Neben den 49 Soldaten wurden 2,5 to Sanitätsmaterial, Zelte, Feldbetten, Decken, Stromerzeuger und eine Wasseraufbereitungsanlage transportiert.

Am 11.10.05 flogen zwei Transporthubschrauber CH-53 von Termez über Kabul nach Islamabad, um bei der Verteilung der Hilfsgüter und zum Transport von Hilfskräften eingesetzt zu werden. Bisher wurden über 160 Verletzte, über 220 Helfer und mehr als 12 Tonnen Material transportiert.

Ebenfalls am 11.10.05 verlegten 40 Soldaten in das Krisengebiet Muzaffarabad. Fünf Soldaten blieben zur Unterstützung des Umschlags deutscher Güter am Flughafen von Islamabad. Die deutschen Soldaten vor Ort arbeiten eng mit der pakistanischen Einsatzführung, mit dem THW, türkischen Kräften und weiteren internationalen Organisationen zusammen.


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=13. Lufttransporteinsätze und Überwachungsflüge mit Seefernaufklärern zur Unterstützung der Einsatzkontingente im Berichtszeitraum=

                                 ISAF   KFOR   EUFOR   OAE   OEF   AMIS
   Lufttransporte Anzahl Flüge   22     5      4       0     2     3
   Anzahl Überwachungsflüge      0      0      1       0     0     0

=14. Stärke der deutschen Einsatzkontingente=

                                                         Gesamt   ISAF*   KFOR    EUFOR   UN MIS   UNO MIG   UN MEE   OEF   AMM
   Offiziere                                             964      386     340     173     7        6         2        46    4
   Unteroffiziere                                        3.442    1.287   1.465   552     0        5         0        133   0
   Mannschaften                                          1.832    556     932     266     0        0         0        78    0
   Zivilbedienst.                                        8        1       4       2       0        0         0        1     0
   Gesamt**                                              6.246    2.230   2.741   993     7        11        2        258   4

   Frauen                                                237      76      112     36      0        0         0        13    0
   Wehrdienstleist, in bes. Auslandsverwendungen (Res)   480      164     201     108     0        0         0        7     0
   Freiwilligen zusätzl Wehrdienst Leistende             559      193     259     65      0        0         0        42    0

* davon ISAF PRT Kunduz: 291 Soldaten (inkl. 14 Soldaten des RAC North), ISAF PRT Feyzabad: 168, Einsatzgeschwader Termez/UZB: 319 Soldaten

** M it den in Deutschland zur Sicherstellung des Auftrages "Strategischer Verwundetentransport (STRATAIRMEDEVAC)" bereit gehaltenen 67 Soldaten sind insgesamt 6.313 Soldaten der Bundeswehr unmittelbar in Auslandseinsätze involviert. An den Operationen gegen den internationalen Terrorismus im Mittelmeer (Active Endeavour) sind derzeit keine deutschen Soldaten beteiligt.