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(Grafik) Bundesministerium der Verteidigung

Unterrichtung des Parlamentes

27/11

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Über die Auslandseinsitze der Bundeswehr

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Redaktionsschluss: 6. Juli 2011,10:00 Uhr


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1. Afghanistan
a. Politische Lage

Am 04.07.11 hat der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für [Afghanistan] und [Pakistan], Botschafter Michael Steiner, dem Deutschen Bundestag einen kurzen Zwischenbericht zur aktuellen Lage in [Afghanistan] vorgelegt. Die Fortschrittsberichte der Bundesregierung zur Lage in [Afghanistan] dienen der Unterrichtung des Deutschen Bundestages. Die in [Afghanistan] engagierten Ressorts, vor allem Auswärtiges Amt (AA), Bundesministerium des Innern (BMI), Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), erstellen die Berichte gemeinsam unter Leitung des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für [Afghanistan] und [Pakistan]. In ihrem ersten Fortschrittsbericht hatte die Bundesregierung im Dezember 2010 eine Bestandsaufnahme und Kursbestimmung des deutschen Engagements in [Afghanistan] vorgenommen. Im Dezember 2011 wird die Bundesregierung den Deutschen Bundestag erneut zur Lage in [Afghanistan] unterrichten.

b. Bedrohungslage
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Die Bedrohung in [Afghanistan] ist insgesamt erheblich. In [Nordafghanistan] liegt sie zurzeit je nach Provinz zwischen niedrig und erheblich.

In den übrigen Regionen stellt sie sich wie folgt dar:

[Regional Command (RC) Capital]: insgesamt mittel,
Hauptstadt [Kabul]: insgesamt mittel,
[Regional Command West]: insgesamt mittel,
[Regional Command East]: insgesamt erheblich bis hoch,
[Regional Command South]:  insgesamt hoch,
[Regional Command Southwest]: insgesamt erheblich bis hoch

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Im Zeitraum vom 27.06.11 bis 03.07.11 (26. KW) registrierte ISAF landesweit 777 Sicherheitsvorfälle (siehe Grafik). Es handelte sich um 492 Schusswechsel und

Gefechte. 180 Sprengstoffanschläge - darunter ein Selbslmordattentat in der Provinz


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Kabul 2 - sowie 100 Vorfälle von indirektem Beschuss (Mörser und Raketen) und fünf sonstige Vorfälle.

17 Vorfälle ereigneten sich im RC North, einer im RC Capital, 22 im RC West, 138

im RC South, 254 im RC Southwest 345 im RC East.

Insgesamt sind bei den Vorfällen acht ISAF-Soldaten gefallen; weitere 142 ISAF-Soldaten wurden verwundet.


'''e. International Security Assistance Force (ISAF)'''


(1) Operation MOSTARAK und HAMKARI

Es gibt keine wesentlichen Änderungen in der Operationsftlhrung des ISAF Joint Command

(IJC). Der Schwerpunkt für COM ISAF bleibt unverlndert der Süden Afghanistans.

COM IJC hat in dieser Woche mehrfach herausgestellt, dass die durch den amerikanischen Präsidenten angekündigte US-Truppenreduzierung nichts am grundsätzlichen Auftrag von ISAF und IJC ändert.

(2) Militärische Lage (Sicherheitsvorfälle außerhalb RC North und RC Capital

Bei einem Anschlag mit einem behelfsmäßigen Sprengsatz (Improvised Explosive Device / IED) im Distrikt Musa Qal'ah der Provinz Helmand am 27.06.11 und bei drei weiteren Zwischenfällen (IED-Anschläge und Beschuss) am 28.06.11 in den Provinzen Helmand (Distrikte Nahr-e Saraj und Sangin) sowie Kandahar (Distrikt Panjwa'i) sind insgesamt vier amerikanische Soldaten gefallen.

In den Provinzen Helmand (Distrikt Sangin), [Kandahar] (Distrikt Zhelay) und Farah (Distrikt Bakwah) kam es am 30.06.11, 01.07.11 und 02.07.11 zu IED-Anschlägen auf nationale und internationale Sicherheitskräfte. ln Folge der Explosionen sind dabei insgesamt vier amerikanische Soldaten gefallen.

2 Übersichtskarte der afghanischen Provinzen siehe Anlage 2


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(3) [RC Capital] / ohne Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Die  [Taliban] haben die Verantwortung für den Angriff auf das [Hotel Interkontinental] in [Kabul] in der Nacht von 28.06.11 auf den 29.06.11 (siehe UDP 26.11) übernommen. Der Angriff erfolgte durch mindestens neun schwer bewaffnete Selbstmordattentäter. Im Hotel sind zu diesem Zeitpunkt unter anderem mehrere XYZ, die an der am 29.06.11 beginnenden Konferenz zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung (Transition /Integal) teilnehmen wollten. Es kam zu lang anhaltenden Schusswechseln zwischen Angreifern und afghanischen Sicherheitskräften, bevor diese die Lage am frühen Morgen des 29.06.11 unter ihre Kontrolle brachten.
Nach bisherigen Kenntnissen wurden neben den neun Angreifern zwölf Personen getötet, darunter vier [afghanische Polizisten]. Mindestens 21 weitere Personen wurden verletzt. Kenntnisse über deutsche Staatsangehörige, die zu Schaden gekommen sind, liegen nicht vor.


(4) [RC North] / [Deutsches Einsatzkontingent] (EinsKtgt)

Die für das Partnering mit der [afghanischen Armee] ([Afghan National Army] / ANA) zuständigen deutschen [Ausbildungs- und Schutzbataillone] ([AusbSchtzBtl]) führten in der vergangenen Woche weiterhin Operationen gemeinsam mit afghanischen Slcherheliskraften durch.

Schwerpunkt der Operationsführung [RC North] war unverändert der [Kunduz-Baghlan-Korridor]. Dabei wurden das [AusbSchtzBtl] [Kunduz] im Raum [Kunduz] und das [AusbSchtzBtl] [Mazar-e Sharif] In der Provinz [Baghlan] eingesetzt.

Die Operationen der afghanischen und [ISAF] Slcherheiiskräfte im [RC North] laufen planmäßig und erfolgreich. Durch die Erhöhung der dauerhaften Präsenz von afghanischen Sicherheitskräften ([Afghan National Secunty Forces]/ [ANSF] in den von regierungsfeindlichen Kräften [Opposing Militant Forces] / [OMF]) freigekämpften Räumen gelingt es Immer besser, die Kontrolle zu halten und errungene Erfolge auszuweiten. Die von den [ANSF] in den Provinzen [Kunduz] und [Baghlan] übernommenen Kontrollpunkte und Stellungen werden weiterhin gehalten.


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Während eines Sicherheitstreffens am 27.06.11 bestätigten die verantwortlichen Kommandeure der [afghanischen] und [ISAF-Skherheitskräfte] im [RC North] die Operationsülanung und -führung im [Kunduz-Baghlan-Korridor] für den Sommer und Herbst dieses Jahres. Durch das [RC North] wird dies als solide Grundlage für die Operationen für die kommenden Monate bewertet.

Das [Deutsche Einsatzkontingent] befindet sich derzeit im Wechsel vom 25. auf das [26. Einatzkontingent ISAF].

Zu 01.07.11 hat die Firma [ASTRIUM] die Betreuungskommunikation der Angehörigen des deutschen Einsatzkontingentes übernommen (bisher: [KB-Impuls]). In allen vom Vertrag erfassten und vorgesehenen Einsatzliegenschaften und Feldlagern des [deutschen Einsetzkontingentes ISAF] ist Internet und Telefonie - sowohl über Festnetz als auch über GSM verfügbar. In den Internetcafes steht seit Anfang Juli auch Videotelefonie zur Verfügung.

Die [NATO Training Mission Afghanistan] ([NTM-A]) hat im Zeitraum 29.06.11 bis 03 07.11 die [Garrison Support Unit] ([GSU]) der [2. Brigade des 209. ANA-Korps (2./209)] validiert. Hierbei wurde erstmals eine Einheit der [ANA] bei einer Überprüfung ihrer Einsatzbefähigung mit der höchsten Stufe „Independent - eigenständig“ bewertet. Die [Stabs- und Versorgungskompanie] dieser [GSU] in [Kunduz] war von der [Bundeswehr] seit Januar im Rahmen des sogenannten Partnering ausgebildet worden.

Die [GSU 2./209] wird von einem deutschen Operational Mentor and Liaison Team (OMLT) der [Luftwaffe] betreut. Die GSU 2./209 entspricht einem Unterstützungsbataillon und ist der erste Verband ([Kandak]) der [ANA], der diese Stufe erreicht hat.

Am 05.07.11 kam es gegen 11:00 Uhr afghanischer Ortszeit in der Nähe des [Feldpostens (Observation Post / OP) North] zu einem Unfall zwischen einem afghanischen Motorradfahrer und einem Bundeswehrkraftfahrzeug. Der Motorradfahrer, der sich zunächst vom Unfallort entfernte, wurde bei dem Zusammenstoß leicht verletzt und in ein ziviles Krankenhaus gebracht. An


beiden Fahrzeugen entstand leichter Sachschaden. Die deutschen Kräfte setzten anschließend ihren Marsch fort.


'''(5) Polizeiaufbau'''

Bislang wurden im laufenden Jahr 59 Ausbildungsvorhanben abgeschlossen und 2.763 afghanische Ausbildungsteilnehmer von deutschen Polizisten und Feldjägern der Bundeswehr ausgebildet.
In 15 laufenden Ausbildungen werden derzeit 541 afghanische Polizisten durch deutsche und afghanische Trainer aus- und fortgebildet.


An der afghanischen Polizeiakademie (Afghan National Police Academy / ANPA) in Kabul werden zurzeit 65 afghanische Trainer im Rahmen des Mentoring durch zehn deutsche Mentoren betreut. Diese bilden 2.354 Ausbildungsteilnehmer aus.


Im Projekt "Diensthundeausbildung" befinden sich 15 afghanische Diensthundeführer im Mentoring durch drei deutsche Kollegen.


'''(6) Kurzfristige Unterstützungsleistungen ISAF'''

In der vergangenen Woche gab es zwei Unterstützungsflüge mit C-160 TRANSALL außerhalb der deutschen Verantwortungsbereiches. Die Anzahl der Unterstützungsflüge erhöht sich damit auf insgesamt 958.


Alle weiteren kurzfristigen Unterstützungsleitungen außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches sind der Anlage 1 aufgeführt.


'''d. Ziviler Wierderaufbau / Entwicklungszusammenarbeit'''

Ende Juni 2011 fand in Kunduz ein Strategietreffen mit allen afghanischen Sektorvorsitzenden und Vertretern der United Nations Assitance Mission in Afghanistan (UNAMA) des BMZ, des AA, der United States Agency for International Development (USAID) und dem dortigen Repräsentaten des US Außenministeriums statt. jeder Sektor bekam die Gelegenheit, den jeweiligen Bereich und die Arbeit vorzustellen. Hauptanliegen aller afghanischen Partner war


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stark unleserlich
(...) Zentrales Anliegen ist es, der afghanischen Provinzregierung (...)
(...) Finanzierung und Budgetierung zu ermöglichen und die dafür 
erforderlichen Projekte in Eigenverantwortung mit(?) technischer Unterstützung 
(...) Experten umzusetzen. Die (...) Überarbeitung des PDP(?) ist
(...) eine, wenn nicht die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit des
PDC(?) Das (...) stellt(?) hierzu zunächst einen RIDF-Experten im Wasser(...) zur
Verfügung der gemeinsam mit verantwortlichen afghanischen Kollegen die(?)
Umsetzung(?) swe Projekte im Wassersektor(?) übernehmen wird.

Bildung ist eine wesentliche Voraussetzunng für die Entwicklung einer Gesellschaft. Diesem Grundsatz folgend ist Bildung ein Schwerpunktsektor der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in [Afghanistan]. Das [BMZ] finanziert mittels der beiden Durchführungsorgaisationen [KfW] und [GIZ] ein umfangreiches Grundbildungsprogramm für den [Norden] von [Afghanistan] (Basic Education Program for Afghanistan, BEPA). Die GIZ zeichnet im Rahmen des Programms für die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern verantwortlich, wobei der Schwerpunkt auf die Umsetzung eines modernen Curriculums gesetzt wird.
Die [KfW] ist innerhalb des Vorhabens für die Verbesserung der Lernumfeldes zuständig, vornehmlich durch Aus- und Neubau von Lehrerausbildungszentren. Im Rahmen dieses Auftrages konnten bereits in [Faizabad] und in [Kunduz] zwei neue Lehrerausbildungszentren einschließlich Wohnheimen fertig gestellt werden. In


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[Mazar-e Sharif] wurde im April 2010 ein weiteres Ausbildungszentrum für 1300 Lehr... übergeben.
Am 02.07.11 konnte ein weiterer Teil des umfangreichen Ausbildungszentrums fertig gestellt und übergeben werden. das zum Lehrerausbildungszentrum [Mazar-e Sharif]gehörende ... wurde im Rqahmen einer feierlichen Veranstaltung zur Nutzung übergeben. XYZ können jetzt bis zu 300 Studentinnen und Studenten ... [Mazar-e Sharif] an der Lehrerausbildung teilnehmen. Die Die Auszubildenden sparen sich so eine ...und zum Teil gefährliche Reise.
Das Wohnheim wurde den geopolitischen und klimatischen Bedingungen in [Afghanistan] angepasst und mit einem Arbeits- und Freizeitzentrum sowie einer großen Mansa ausgestattet.Besonderer Wert wurde auf die Errichtung eines Kindergartens gelegt durch die junge Mütter in die Lage verstzt werden, ein Studium aufzunehmen. Diese Maßnahme fand großen Anklang und mit der Übergabe des Wohnheimes waren schon 70 Anträge auf Kinderunterbringung eingegangen. Diese Entwicklung ist als besonders positiv anzusehen, da sie auf eine langsame Stärkung der rolle der Frauen in [Afghanistan] hinweist.
Im Auftrag des [BMZ] unterstützt das Programm zur nachhaltigen Wirtschaftentwicklung im [Norden] und in [Kabul]([NaWi Afghanistan]) die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des afghanischen Privatsektors und dieBeschäftigungsm öglichkeiten im ausgewählten Sektor. Das Programm arbeitet auf nationaler Ebene an den rechtlichen und regulativen Rahmenbedingungen und Förderinstrumenten für die Privatwirtschafts- und Außenwirtschaftsföderung. Auf regionaler Ebene wird dies ergänzt durch die Verbesserung der Privatsektorförderinstrumente sowie auf lokaler Ebene mit der Steigerung der lokalen Wertschöpfung und Beschäftigung in ausgewählten Sektoren.
Im rahmen dieses Ansatzes unterstützt das Vorhaben die Trockfrüchte-Vereinigung mit 25 Händlern in [Mazar-e Sharif], um ide Wertschöpfung für Kräuter und Gewürze in [Afghanistan] zu steigern. Dies geschieht durch Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung in der Veredelung. Im konkreten Fall wurde das Verfahren zur reinigung des Kreuzkümmels (Cumin) durch technische Hilfestellung verbessert. Dadurch verbesserte sich die Qualität des Kreuzkümmels soweit, dass dieser nun zu einem um 20% höheren Preis (240 Afghan....)


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gegenüber bisher 200 Afghani [rund 3,22 Euro]) vermarktet werden konnte. Der Kreuzkümmel wird zu 90% nach Indien exportiert. Bereits 20.000 kg sind während der noch andauernden Emteperiode zum höheren Preis nach Indien verkauft und dadurch Mehreinnahmen von 800.000 Afghani (rund 12.880 Euro) erzielt worden. Diese positive Erfahrung und dieses Verfahren werden nun auch auf weitere Provinzen im [Norden Afghanistans] ausgeweitet.

Vom 13.06.11 bis 22.06.11 war eine Gruppe afghanischer und pakistanischer Journalisten in Deutschland zu Gast. Im Fokus standen Redaktionsbesuche und Gespräche mit deutschen Journalisten, um Einblicke in die hiesigen Redaktionsabläufe sowie in deren Arbeitsrealitäten zu ermöglichen. Gastgeber waren unter anderem die Tageszeitung taz, das Medienprojekt MICT ([media in Cooperation and transition]) sowie die [Programmabteilung für Afghanistan der Deutschen Welle] (Radio). Ein Höhepunkt der achttägigen Reise war die Teilnahme an der Fachtagung Global Media Forum zum Thema „Menschenrechte in einer globalisierten Welt. Herausforderungen für die Medien“, zu dem die Deutsche Welle Medienschaffende aus aller Welt empfangen hatte. Auf dem umfangreichen Programm standen ferner Besuche des Deutschen Bundestags und des Schloss Sanssouci sowie auch Gespräche mit politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in Deutschland, darunter das Auswärtige Amt, des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze und die Heinrich-Böll-Stiftung.

Die Reise fand im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Medienprojektes der Mediothek Afghanistan e.V. statt, das sich dem grenzüberschreitenden Journalismus widmet. Ziel ist es, einen Dialog der Medienschaffendcn in Afghanistan und Pakistan zu etablieren sowie Vorurteile zu überwinden, den Fluss professioneller Informationen zu verbessern und somit Konflikte zu mindern. Die Reise sollte zudem dazu dienen, den Journalisten, die teilweise erstmals ihre Heimat verließen, das Geberland Deutschland sowie seinen Medienalltag und zivilgesellschaftlichen Initiativen kennen zu lernen. Die mitreisenden Journalisten arbeiten in Kabul, Khost, Jalalabad, Kunduz und im pakistanischen Peshawar.

Die Mediothek wurde 1993 in Deutschland von Exil-Afghanen und deutschen Afghanistanexperten gegründet. Heute betreibt sie fünf Gemeindezentren und fünf Medienhäuser in Afghanistan. Ihre Themen sind politische Bildung, Gemeindeentwicklung, die Erhaltung afghanischer Kunst und Kultur sowie vor allem


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die Förderung freier und fairer Medien. Unterstützt wird sie von einer Friedensfachkraft, die der Zivile Friedensdienst im Auftrag des [BMZ] entsandt hat.

e. Beteiligung der Bundeswehr an der United Natioal Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA)

Keine berichtenswerten Ereignisse

2. Usbekistan

Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

3. Kosovo

a. Politische Lage

Nach dem am 29.06.11 veröffentlichten ersten Ergebnissen des Zensus 2011 hat Kosovo 1,73 Millionen Einwohner. Dies sind rund 150.000 Einwohner mehr als bei dem letzten offiziellen Zensus 1981. In den serbisch-dominierten Gemeinden nördlich des Flusses Ibar konnte der Zensus bisher nicht durchgeführt werden, obwohl dic VN-Organisation UNOPS (United Nations Office for Project Services) mit der Durchführung beauftragt wurde. Daher sind der Einwohnerzahl geschätzt zwischen 50.000 und 60.000 Personen hinzuzufügen. In der Hauptstadt Pristina wurden knapp 200.000 Einwohner ermittelt, damit erheblich weniger als in vielen früheren Schatzungen angenommen (400.000 bis 500.000). Detaillierte und abschließende Ergebnisse sollen 2013 veröffentlicht werden.

Am 02.07.11 konnten in der fünften Verhandlungsrunde der Direktgespräche zwischen Serbien und Kosovo unter Vermittlung der EU in Brüssel erste konkrete Ergebnisse erreicht werden, die für die betroffene Bevölkerung spürbare Erleichterungen bringen werden.

In der Frage des Aufbaus eines Personenstandsregisters in [Kosovo] einigten sich beide Seiten darauf, dass in Zukunft die EU-Rechtsstaatsmission EULEX Kopien der betreffenden Seiten erstellt und zertifiziert. Ferner gab es eine Einigung im Bereich


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der Personenfreizügigkeit. Die beiden Seiten beschlossen unter anderem die gegenseitige Anerkennung von Personalausweisen bei der Ein- und Durchreise. Auch in der zentralen Frage der Ausgabe und Nutzung von Kfz-Kennzeichen wurde eine Lösung gefunden, die es in Zukunft den Bevölkerungen ermöglichen soll, frei und unbehindert in das jeweilige Nachbarland zu reisen.

In einem anderen wichtigen Lebensbereich, der insbesondere die Zukunftsperspektiven junger Menschen berührt, konnte ein signifikanter Fortschritt erzielt werden. Die beiden Seiten einigten sich im Grundsatz auf die gegenseitige Anerkennung von Schul- und Hochschulabschlüssen.

Die Details der angestrebten Regelung, wonach ein internationales Gremium oder eine wissenschaftliche Einrichtung als Drittpartei die jeweilige Zertifizierung vornehmen soll, sollen erst noch vereinbart werden.

b. Bedrohungslage Republik Kosovo

Die Bedrohung ist zurzeit insgesamt als niedrig, für den Norden der Republik Kosovo als mittel eingestuft.

c. Beteiligungg der Bundeswehr an der Kosovo Force (KFOR)

(1) KFOR

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Keine berichtenswerten Ereignisse

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.


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b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Force (EUFOR)

(1) EUFOR und NATO HQ Sarajevo

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Die Bedrohung im Land ist zurzeit insgesamt als mittel in den Provinzen Orientale, Nord-Kivu und Süd-Kivu je nach Region als erheblich bis hoch eingestuft

b. Beteiligung der Bundeswehr an der [[EU Mission zur Sicherheitssektorreform[] (EUSEC)


Keine berichtenswerten Ereignisse

6. Sudan

a. Politiache Lage

Wenige Tage vor der geplanten Unabhängigkeitserklärung des Südsudan am 09.07.11 haben die Konfliktparteien in Addis Abeba eine Reihe von Vereinbarungen zur Lösung offener Fragen des „Comprehensive Peace Agreement“ (CPA) getroffen. Dabei einigte sich die sudanesische Regierung mit der Regierung des Südsudan unter anderem auf eine entmilitarisierte Zone entlang der Grenze. Zur Überwachung wird die Unterstützung der Afrikanischen Union (AU) und der VN erbeten.

Trotz einer Vereinbarung der sudanesischen Regierung mit dem Nordableger des [[Sudan People's Liberation Movement[] ([[SPLM[]) auf ein Rahmenabkommen zu inneren Fragen der beiden Grenzregionen Südkordofan und Blue Nile haben sich die Parteien im Rahmen der durch die AU vermittelten Gespräche in Addis Abeba noch nicht auf einen Waffenstillstand einigen können.


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b. Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land ist zuzeit als niedrig, im Darfur und im Süd Sudan als erheblich eingestuft.

c. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission im Sudan (UNMIN)

Keine berichtenswerten Ereignisse


d. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations / African Union Mission im Darfur (UNAMID)

In der Krisenregion Darfur ist ein äthiopischer Soldat der UN-Friedenstruppe UNAMID bei einem AngrifT auf ein UN-Fahrzeug ums Leben gekommen. Ein weiterer Soldat wurde dabei verletzt.

Deutsche Soldaten waren von diesem Vorfall nicht betroffen.

7. Uganda

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zurzeit als mittel eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU-geführten Ausbildungsmission für somalische Sicherheitskräfte in Uganda (European Union Training Mission (EUTM / SOMALIA)

Keine berichtenswerten Ereignisse

8. Horn von Afrika und angrenzende Seegebiete

a. Bedrohungslage

In Dschibuti ist die Bedrohung zurzeit als mittel, im Golf von Aden und den weiteren Seegebieten am Horn von Afrika als niedrig eingestuft.


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United Nations Interim Administration Mission in Koeovo (UNMIK) und Kerbtsetaatflchkcitsmiasioa der Europäischen Union im Koaovo: Enropean Union rnle of law mlaeton le Koaovo (EULEX KOSOVO)

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Kundu/: 1.122 Soldaten, hey/ahad 120 Soldaten, laloqan 4b Soldaten, Mazar-e Sharif: 3.133 Soldaten, Kabul: 305 Soldaten und Strategischer Lufttransportitütrpunkt / UZB: 107 Soldaten. ZuUtt/lkh befinde« ikh l deutscher Soldat bei UNAMA ln Afghanistan 55 Soldaten de* NA UM *A* Verbände* lind derzeit bei NATO» AWACS cm gesetzt Besonderheit: zzt. Kontingent Wechsel

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