﻿Unterrichtung des Parlamentes

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Redaktiottssdünss: 22- Juni 2011. KhOOUfcr


VS - NLÄ FÜÄ ÖEN DIENSTGEBRAUCH

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ist insgesamt erheblich', ln Nordafghanistan liegt »ie

mittel.

erheblich bis hoch, hoch,

erheblich bis hoch.

I3.0t.ll bis I9.0t.ll (24. KW) registrierte ISAF landesweit 742 (siehe Grafik* Es handehr sach um 499 Schusswechsel und


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

Gefechte, 145 Sprengstoffanschllge - darunter drei Sclbstr—* n dcn Provinzen Kapisa 1 , Paktia und Kabul - sowie 97 Vorfälle von (Mörser und Raketen) und einen sonstigen Vorfall.

16 Vorfälle ereigneten sich im RC North, sechs im RC Capital. 24 im RC West. 193 im RC South, 207 im RC Southwest und 296 im RC East.

Insgesamt sind bei den Vorfällen neun ISAF-Soldaten gefallen, weitere 125 ISAFSoldaten wurden verwundet.

Bislang war über Jahre ein steter Zuwachs an sichcrheitsrelevanten Zwischenfällen (SRZ) in Gesamtafghanistan zu beobachten. Ursachen dafür waren neben dem Truppenaufwuchs die erhöhte Operationstätigkeit von afghanischen Sicherheitskräften (Afghan National Security Forces / ANSF) und ISAF und die sich verbessernde Erfassung der Vorfälle. Daneben konnte eine örtliche Verschlechterung der Bedrohungslage in 2010 beobachtet werden. Diese ergab sich vor allem durch Aktivierung der bis dato nicht in Erscheinung getretenen militanten Potenziale.

1

Übersichtskarte der afghanischen Provinzen siehe Anlage 2


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Trott anhaltendem ISAF- uai ANSF-AaAwwche ia 2011 sowie abermals erhöhter OperalKwisttligkett im Vergleich zum Voijahreszcitraum hat sich der Zuwach* an SR/ von Januar bis Mai 2011 Är GesamUfghanislan erstmals abgeschwlcht Auch die voa de« regieraagvtemd liehen KrSften (Opposing Militant Forces OMI > *ic jede* Jahr aagektadigte „FrOhjahrsoffensive- und 4er Besinn der Hauptkampfsaison haben dmen Trend nicht verändert Tendenziell zeichnet sich derzeit eine Stagnation der SRZ, allerdings auf hohem Niveau, ab.

I ine Ähnliche Entwicklung ist im RC North zu beobachten. Nach teilweise de^Äehea ZawScheen ia den beiden Vorjahrea hat sich der Zuwachs signifikant abgeflecht. im Apnl dieses Jahres waren die SRZ-Zahkn sogar erstmals rückläufig.

Die Lagewahmehmung in Deutschland wird jedoch meist durch medienwirksame Aktiv itlten der OMF bestimmt. Diese reichen vom Ansprengen gepanzerter Fahrzeuge mit übergroßen Wirkladungcn (Baghlan-e Jadid, Provinz Baghlan. 02.06 II (siehe UdP 23/11J) über die Instrumentalisierung von MassenauflMufen gegen ISAM innchtungcn (Taloqan, Provinz Takhar. 18.05.11 [siehe UdP 20/11)) bis hin zu zielgerichteten Attentaten gegen hochrangige ANSF-Funktionstriger ( Taloqan, Provinz Takhar. 28.05.11 [siehe UdP 22/11]) und dem Bekenntnis zu bisher nicht nachweisbaren - Jnfiltrierungen“ der ANSF. Tatsächlich gab es von Anfang 2010 bis Ende Mai 2011 afghanistanweit von insgesamt über 40.000 SRZ lediglich 14 Angriffe, die von ANSF-Angehörigen gegen ISAF-Kräfte ausgeftihrt wurden; meist handelte es sich um Uniformmissbrauch. durch Streit oder inlerkullurclle Missverständnisse entstandene Spontanhandlungen oder labile

Einzeltiter. .

l:s ist erkennbar, dass die regierungsfeindlichen Kräfte einerseits weniger zu zusammenhängenden Operationen als noch vor einem Jahr in der Lage sind, andererseits mit erhöhtem Einsatz von behelfsmäßigen Sprengsätzen (Improvised Explosive Device IED) und spektakulären Einzelaktionen auf die ANSF- und ISAF-OperaUonsfilhning reagieren. Eine Einschränkung der Versorgung der OMF über deren Netzwerke, trotz landesweit vermehrter Auffindung von Waffen- und IED-Lagersüttteo. zeichnet sich derzeit aber weiterhin nicht ab. Die OMF bleiben grundsätzlich im gesamten Anschlagsspektrum handlungsfähig.


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*3-

Iwtmielieeel St a rtty AmMmm Fort« (ISAF)

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li» gibt keine wesentliche« Änderungen in der Operetionsftihmi'S des ISAI Cowmwd (UC) Der Schwerpunkt ftir COM ISAF bleibt und NOdweiten Afghanmant.

Süden

MlNlSrterbe Lag» (TH r t irl ilS nil i l i laBerkalb RC North und K(

t'N^I)

Kel tw*l Anschlägen mH behelfsmäßige® Sprengsätzen sind am 14 06.11 und

IS.06.11 In den Provinzen Farah (Distrikt Bala Boluk) und Kandahar (Distrikt l’*i\jwa I) rwei amerikanische Soldaten gefallen.

Am 16.06.11 sind In der Provinz Helmand bei einem IED-Anschlag im Distrikt Nahr-e Saraj ein amerikanischer und durch Beschuss im Distrikt Now Zad ein britischer Soldat gefallen.

In der Provinz Helmand sind am 18.06.11 ein georgischer Soldat (Beschuss im Di>trikt Musa Qal ah) und ein britischer Soldat (IED-Anschlag im Distrikt Nähr«* Sar^j) gefallen.

Am gleichen l ag (18.06.11) sind in den Provinzen Kandahar und Kapisa ein amerikanischer und ein französischer Soldat in Feuergefechten gefallen.

Am 19.06.11 ereignete sich im Distrikt Kajaki (Provinz Helmand) ein IEDAnschlag auf internationale Sicherhcitskräfte. In Folge der Explosion ist ein amerikanischer Soldat gefallen.

(3) RC Capital Z Teile Deutsches Elasatzkoatlageat (EinsKtgt)

Am 18.06.11 gegen 14:00 Uhr afghanischer Ortszeit wurden in Kabul bei einem Selbstmordanschlag auf ein Polizeihauptquartier und einem weiteren ScIbstmoixJanschlag auf eine Moschee insgesamt 14 Personen getötet und sechs weitere verletzt. Bei den Getöteten handelte es sich um ftinf Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte, ftinf Zivilpersonen und vier Angreifer. Die Selbstmordattentäter nutzten Uniformen der afghanischen Sicherhcitskräfte. um sich den Anschlagszielen ungehindert nähern zu können.


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Mark ui Kneip aeh Me Mel den COM KV North und Kummendeur des dcuiuhcn linsktgi ISAF vertrete« (liehe UdP 22/11), SeH dem 13.00,11 Ist der amcrikAniKhe ISrisAdeserterel Heen Mulhollend wieder im MnwiVlAnd und übernimmt vertrctungewelAe die hm*eillCOM KONwSJrtl^^


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ha AwkWuss liefi sich der Minister im Nach ging zu seinem Aaeriesbceacli hei der Lelt*mffe des Aefklinmgssystcm HERON im l ‘insau i in Me ui. h» Mmelpuekt standen wie immer die persönlichen Gespräche mit de» So H i rt —c » und Soldaten; m einer Ansprache informierte er zur Neaeenhdttung der Bundeswehr. '

Der Minister setzte seine» Besuch I» Kunduz fort- Wie bereits in Mazar-e Sharif

auch hier das persönliche Gesprtch mit den Soldatinnen und Soldaten

Am 19.06.11 gegen 09:35 Uhr afghanischer Ortszeit wurden deutsche Kräfte des R rgirm nl en Wiederau fbauieams (Provincial Reconstruction Team Z PRT) Kenduz auf dem Weg zu einem Treffen mk Vertretern der afghanischen Sicherhcitskräfte mit einem in einem Personenkraftwagen versteckten IED (Vehick Borne Improvised Explosive Device Z VB1ED) angegriffen. Dabei wurden zwei Allzwecktransportfahrzeuge DINGO sowie ein WOLF SSA beschädigt die jedoch später geborgen werden konnten.

Der mit in der Kolonne befindliche Kommandeur des PRT Kunduz setzte den Marsch mit Teilen der Kolonne fort. Die anderen vom Anschlag betroffenen d eu tsc hen Kräfte sowie die V erstärkungskräfte verlegten zurück in das PRT

wo sich zwei deutsche Soldaten mit leichten Verwundungen im Feldlazarett meldeten.

Nicht bestätigten Informationen zufolge wurden bei diesem Anschlag zwei afghanische Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt. Eine Untersuchung dieses Anschlages wird gemeinsam mit afghanischen Sicherheitskräften

durchgeftihrt. |


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Rahmen des sogenannten JSAF Biometrie» PW so#« Krtfte der ISAF Verbesserung der Sicherheitslage im Einsatzgebiet zur Erhöhung des Schutzes der eigenen Soldaten Personengruppen neben anderen penonenbezogeaen Daten aneh Einzelmerkmale (in der Regel Fingerabdrücke, Gesichtsgcometne *d UMi) erheben. Die systematisierte Auswertung dieser Daten eröflhet verbcssene Möglichkeiten, Personen zu identifizieren

gegen Vertreter der internationalen Gemeinschaft und die Staatsgewalt nachweisen beziehungsweise im günstigsten Fall — rhiftca za

Datenerhebung sollen insbesondere jene Personen aktiven Beteiligung am militanten Widenttadl

hinaus soll die Datenerhebung bei den mit ISAF im Rahmea des P arttring kooperierenden afghanischen Sicherheitskräften sowie znat Zwecke der Zutrittskontrolle auch bei den in den Liegenschaften der ISAF Ortskräften erfolgen. Eine Erhebung biomctrischcr Staatsangehöriger ist nicht vorgesehen.

Unter Berücksichtigung der ISAF-gemeinsamen Zielsetzung stellen <6e USA den beteiligten ISAF-Partnem die zur Erfassung der tanmrtriirhni Merkmale erforderliche Geräteausstattung zur Verfügung. Die Auswertung und der Abgleich der erhobenen Daten sind Fähigkeiten der ISAF zunächst in nationalen amerikanischen vorgesehen.

Einer Teilnahme der Bundeswehr am ISAF Biometrics Plan stehen keine rechtlichen Bedenken entgegen. Das Bundesministerium der Verteidigung ISAF bereits im Jahr 2010 die Bereitschaft zur Beteiligung der Bundeswehr am ISAF Biometrics Plan zum Ausdruck gebracht. Es ist beabsichtigt, biometrische Daten durch das deutsche Einsatzkontingent zu erheben and sie ie die entsprechenden Datenbanken mit der Maßgabe einzubringen, dass Zweck der ISAF-MandatserfÜllung verwendet werden. Um dies za »frwtihrleisten. hat das BMVc mit dem amerikanischen Department of Defense


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ein« Vereinbarung (Memorandum of Uftder«»»ndiMg / Mol I) ebldWHnmt. m,t d der Umgang mit den von deutscher Belt* übermittelten Daien In den I A ■mcfiken lachen Datenbanken geregelt und die I Inhaltung der geltender, deutschen Rechtsvorschrinen gewährleistet werden Du* Department of Defrnae führt derzeit die Interne Schlussprüftmg dieser Vereinbarung durch. Vor diewm Hintergrund wurde dea LlnsatzfUhrungskommando der Bundeswehr «ngrwiesert# unverzüglich alle Maßnahmen ahzuee hl letten, die ftir eine Beteiligung des deutschen Einsatzkontingente* ISAF am ISAF Blometrlcs Plan erforderlich sind,

(5) Potbeieefbau

Bislang wurden Im laufenden Jahr 53 Ausblldungsvorhahen abgeschlossen und 2.583 afghanische Ausblldungstellnehmer von deutschen Polizisten und Feldjägern der Bundeswehr eusgeblldet. In zwfllf laufenden Ausbildungen werden derzeit 656 afghanische Polizisten durch deutsche und afghanische Trainer aus* und fortgebildet.

An der afghanischen Pollzelakademle (Afghan National Police Acsdemy / ANPA) ln Kabul werden zurzeit 63 afghanische Trainer im Rehmen des Mentoring durch zehn deutsche Mentoren betreut. Diese bilden 539 Ausbildungstellnehmer eus.

Im Projekt "Diensthundeausbildung" befinden sich 15 ifghenlsche Diensthundcfllhrer im Mentoring durch drei deutsche Kollegen.

(6) Kerzfrlatige Unteratfltsungaleletungen ISAF

ln der vergangenen Woche gab ei keine Unteretützungsfiügc mit C-160 TRANSALL außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiche*, Die Anzahl der Unterstützungsflüge bleibt demit unverändert bei Insgesamt 955.

Alle weiteren kurzfristigen Untentüt/ungsleistungen außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiche* lind in der Anlage I aufgclUhrt.


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'''c. Ziviler Wiederaufbau / Entwicklungszusammenarbeit'''

Am 19.06.11 und 20.06.11 hat der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, zum fünften Mal Afghanistan besucht. Der Besuch war Teil einer gemeinsamen Südasienreise mit EU Entwicklungskommissar Andris Piebalgs, die beide Amtsinhaber auch nach Pakistan und Bangladesh führte. Sowohl Niebel als auch Piebalgs betonten, dass die gemeinsame Reise Ausdruck der engen Abstimmung innerhalb der Europäischen Union insbesondere zu Afghanistan sei. Beide Politiker unterstrichen die Notwendigkeit, dass sich die internationale Gemeinschaft bei ihrer Unterstützung für zivilen Aufbau und Entwicklung in Afghanistan gut koordiniere und mit einer Stimme spräche, um effektive Hilfe zu leisten und wirkungsvolle, nachhaltige Reformanreize für die afghanischen Partner zu setzen.

ln Gesprächen mit Staatspräsident Hamid Karzai und Finanzminister Omar Zakhilwal machte Minister Niebel deutlich, dass die auf jährlich bis zu 430 Millionen Euro signifikant angehobene deutsche Unterstützung für den zivilen Wiederaufbau und die Entwicklung Afghanistans (bis zu 250 Millionen Euro aus dem Etat des BMZ, bis zu 180 Millionen Euro aus dem Etat des Auswärtigen Amtes) nicht bedingungslos zur Verfügung gestellt werde. Deutschland erwarte spürbare Verbesserungen bei guter Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung, Entwicklungsorientierung und beim Schutz der Menschenrechte, insbesondere für Frauen.

Unmittelbar vor Eintreffen von Minister Niebel in Afghanistan hat die afghanische Regierung mit der Entzollung und Zulassung von 28 sondergeschütztcn Fahrzeugen eine wesentliche Voraussetzung für die Freigabe der ersten Tranche (130 Millionen Euro, plus drei Millionen Euro Reprogrammierung) der Gesamtzusage 2011 erfüllt. Das BMZ hatte bei den Regierungsverhandlungen im Februar 2011 die jährliche Zusage an Afghanistan erstmals in zwei Tranchen aufgeteilt, um wirksame Anreize zur Umsetzung des afghanischen Reformprogramms zu setzen.

Im Gespräch mit Finanzminister Zakhilwal unterstrich Minister Niebel erneut, dass die Freigabe der zweiten Tranche (110 Millionen Euro) an erkennbare Fortschritte in zentralen Reformbereichen geknüpft ist. Dies war zwischen beiden Seiten bei den Regierungsverhandlungen Ende Februar des Jahres vereinbart worden.

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Afghanistan-Reise besuchten Minister Niebel und Entwicklungskommissar Piebalgs eine Reihe von Entwicklungsvorhaben in Kabul


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und in N<ttU«ryh«Mi*i#m Auf dem Programm im Norden des Lende» »Und unici anderem die Neslehlliiung de» au* BMZ*Mltteln finanzierten I imsptmnwertu . m

Ma/ar-e Nhartf, welehe* Teil eine» Stromnetze» l*L Uber de» seit !•'<** A P nl 20<)W Strom von Usbekistan In die l.aetzentren de* Norden* und nach Kebul transportiert wird. Mit dem Umspannwerk haben sich euch die Rahmenbedingungen iUr die Privatwirtschaft ln Ma/ar-e Sharif. dem Wlrtaehaftszentrum Nordafghanistans,

deutlich verbessert.

Zusammen mH dem afghanischen Finanzminister Omar Zakhilwal *owie dem Generaldirektor der afghanischen Wasserbehörde hat Botschafter Rüdiger König am IH06.il die neu errichtete Zentrale des Kabuler Wa**crversorgcrs "Kabul Water Supply" (KWS) sowie der staatlichen Betreibergesellschaft "Afghanistan Urban Water Supply and Scwage Corporation" (AUWSSC) in Kabul eingeweiht. f)er Bau ist Teil des vom BMZ finanzierten Vorhabens "l-xtension of the Kabul Waler Supply System", welches langfristig den Zugang zu sauberem Trinkwa*»er ftir insgesamt 1,5 Millionen Menschen in Kabul verbessern soll. In der afghanischen Hauptstadt haben gegenwärtig nur 10% bis 15% der Bevölkerung Zugang zu f rinkwasser über die rund .38.000 Hausenschlüsse des Kabuler Wasserversorgers. Weitere 15% bis 20% der Menschen nutzen öffentliche Pumpen oder andere Netze, deren Wasserqualltät jedoch häufig ungenügend ist.

Insgesamt haben weniger als 15% der Bevölkerung Afghanistans Zugang zu einer gesundheitlich unbedenklichen Trinkwasserversorgung. Die Versorgung mit sauberem Trinkwaaser Ist daher eine Priorität der afghanischen Regierung und Schwerpunkt der afghanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland hat sich seit 2002 erfolgreich als führender Geber im Sektor "Städtische Wasserversorgung* etabliert mit Vorhaben in Kunduz, Herat, Faizabad. Balkh, Imam Sahib und Kabul. 2010 hat das BMZ den weiteren Ausbau der Wasserversorgung Insbesondere In den Schwerpunktprovinzen der deutschen f-ntwlcklungszuaammcnarbelt in Nordafghanistan zugesagt.

Der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes wurde im Auftrag des BMZ von der KfW Kntwlcklungsbank durchgeftihrt.


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d - Beteiliget der Bandeswehr aa der United Nation Asstataaee Miaaioa ia Afghanistan (UNAMA)
Keine berichtenswerten Ereignisse

2. Usbekistan
Bedrohungslage
Die Bedrohung ist derzeit als niedrig eingestuft.

3. Kosovo
a. Bedrohungslage der Republik Kosovo

Die Bedrohung ist zurzeit insgesamt als niedrig, für den Norden der Republik Kosovo als mittel eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der Kosovo Force (KFOR)
(1) KFOR

Am 18.06.11 wurde die Verantwortung ftir den letzten von drei Grenzabschnitten der gemeinsamen Grenze der Republik Kosovo mit Mazedonien von KFOR an die Grenzpolizei Kosovos übergeben. Damit überwachen die lokalen Grenzbehörden nunmehr vollständig die gemeinsame Grenze mit Albanien und Mazedonien.

Der verbleibende Grenzabschnitt zu Montenegro soll noch im September 2011 an die Grenzpolizei übergeben werden.

(2) Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Im Zuge der Einnahme des Einsatzprofils Deterrent Presence Stufe 2 hat das deutsche Einsatzkontingent nun die vorgesehene Personalstärke erreicht. Damit einher geht die Konzentration des Kontingentes auf die drei zunächst verbleibenden Stationierungsorte Pristina, Prizren und Novo Selo. Das Feldlager Toplicane (ehemaliger Stationierungsort der deutschen Hubschrauber) und Prizren Airfield (ehemalige logistische Basis des deutschen Kontingents) werden aufgegeben.


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Das Feldlager Toplicane ist in der vergangene Woche (13.06.11 - 19.06.11) vollständig geräumt worden und befindet sich nun in der Verantwortung der Einsatzverwaltung zur Übergabe an die verschiedenen Eigentümer. Das Feldlager Prizren Airfield soll im Herbst 2011 an die Eigentümer übergeben werden.

4. Bosnien und Herzegowina

a. Bedrohungslage
Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Force (EUFOR)

(1) EUFOR und NATO HQ Sarajevo

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Keine berichtenswerten Ereignisse

5. Demokratische Republik Kongo

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land ist zurzeit insgesamt als mittel, in den Provinzen Orientale, Nord-Kivu und Süd-Kivu je nach Region als erheblich bis hoch eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Mission zur Sicherheitssektorreform (EUSEC)

Keine berichtenswerten Ereignisse


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'''6. Sudan'''

Die Bedrohung im Land ist zurzeit als niedrig, im Darfur und im Süd-Sudan alt erheblich eingestuft.

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berichteten am 20.06.11 der Chef des African Union-Panels zum Sudan, Thabo Mbeki, sowie der VN-Sondergesandte und Leiter der VN-Friedensoperation UNMIS, Menkarios, über die Einigung auf "Temporary Arrangements" in Verwaltung»- und Sicherheitsfragen für Abyei bei den Gesprächen in Addis Abeba. Die Vereinbarung sieht den Abzug aller Truppen aus Abyei und eine "Interim Security Force for Abyei (ISFA)" vor, die aus einer äthiopischcn Brigade bestehen und als VN-Mission stationiert werden soll. Die Verwaltung von Abyei soll gemeinsam durch Vertreter von Nord- und Südsudan erfolgen. Nach Implementierung der nun vereinbarten Zwischenlösung soll an einer dauerhaften Regelung der Abyei-Frage gearbeitet werden.

Die Mitglieder des Sicherheitsrates begrüßten die Einigung von Addis Abeba.

'''b. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission in Sudan (UNMIS)'''

Derzeitige UNMIS-Planungen sehen die Auflösung der Sektoren nördlich der gemeinsamen Grenzlinie (Common Border Line / CBL) und die Verlegung des Personals aus dem Force Headquartcrs UNMIS (darunter sechs deutsche Soldaten) von Karthoum nach Juba im Juli 2011 vor.

'''c. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations / African Union Mission in Darfur (UNAMID)'''

Keine berichtenswerten Ereignisse


'''7. Uganda'''

'''a. Bedrohungslage'''

Die Bedrohung ist zurzeit als mittel eingestuft.


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b. Beteiligung der Bnndeewehr •• der Kl)-|«l*fcrtii

somalische Sicherhettahrifle ia Uganda (Kuropeen Um«W 1nM»WH MU«U<*

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Insgesamt beteiligen sich /ur/eit /wfllf europäisch« Nut** *#!•?•» an I IM M M »MAI IA Die aktuelle Personalstlrke betragt 109 SokUun Von iK n gif tktu*»liefl >• »<*!.«»• #« sind zwei im Missionshauptquartier in Kampala und neun in liilwnga »ing**«u/l

a. Bedrohungalage

In Dschibuti ist die Bedrohung /ur/eit all mittel, im (mit von Aden und den weit*»«#!

Seegebieten am Hom von Afrika als niedrig «ingntuft

b. Beteiligung der Bundeswehr nn der Operation der ruroplisebea tJalo» tut

Bekämpfe ng der Piraterie: Operation ATALANTA - Beitrag Im Mahnten der EU NAVFOR SOMALIA

Der A I Al.ANTA-Verband besteht aus sechs Schiffon au» Spanien, Hranktuith.

I ortugal, Griechenland, Großbritannien und der deutschen I re gell# NlhDERSACHSEN mit Insgesamt sieben ßordhuhsihraubern /unM/llch verfhgl ATALANTA über je einen Seefemaufklirer aus Deutschland, Spanien und Frankreich sowie zwei Seefemaufklirer aus Luxemburg

Das am 08.04.11 entführte Handelsschiff SUSAN K (deutscher Heeder IMwgge Antigua und Barbuda, keine deutschen Besat/ungsmliglieder) wurde Im Anschluss an eine Löscgeldübcrgabe frcigclassen und befindet lieh in Dschibuti

Dic \ regatte NIEDERSACHSKN hat einen Schutzauftrag fllr ein durch die Afrlean Union Mission in Somalia (AMISOM) gechartertes Handelsschiff von Mogadischu (Somalia) nach Mombasa (Kenia) abgeschlossen.


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

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Dw Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

ACTIVE ENDEAVOUR (OAE) Beteiligung

Derzeit keine deutsche

10 .

Die Bedrohung im Landesinneren und im Süden Libanons ist zurzeit als mittel, auf See in der Area of Maritime Operations (AMO) als niedrig eingestuft.

b. Beteilige eg der Bundeswehr ea der Uatted Natioas Interim Force ie Lebeaoa (UNIFIL)

(1) UNIFIL

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Maritime Taak Force (MTF) UNIFIL

Vier Nationen beteiligen sich mit seegehenden Einheiten an der MTF UNIFIL. Sie besteht derzeit aus zwei Fregatten und Korvetten, vier Patrouillenbooten und

einem Tender.

Der Tender MOSEL sowie die Schnellboote SSO HYÄNE und S75 ZOBEL bilden den deutschen Beitrag.


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Deutschland zur Sicherstellung des Auftrages "Strategischer (STRATAIRMEDEVAC)" bereit gehaltenen 41 Soldaten sowie rinsatzgleichen Mission EUSEC RD CONGO (Stärke: 3) und den on EUTM SOMALIA (Stärke: 11) sind insgesamt 6.498 Soldaten

telbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.

Kunduz: 1.093 Soldaten, Feyzabad: 259 Soldaten, Taloqan: 44 Soldaten. Mazar-e Sharif: 3.049 Soldaten, Kabul: 302 Soldaten und Strategischer Lufttransportstützpunkt / UZB: 101 Soldaten. Zusätzlich befindet sich 1 deutscher Soldat bei UNAMA in Afghanistan. 49 Soldaten des NATO-E3A-Verbandes sind derzeit bei NATO-

AWACS eingesetzt.

** Im Rahmen der Kontingentwechsel kann es zu temporären Überschreitungen der jeweiligen Mandatsobergrenzen kommen.


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Der Bundesminister der Verteidigung hat den Einsal/ von deutschen Femmeldesoldaten dea Ist NATO Signal Baitalion, Weael und des DDO/DtA Ist NSB (ehemals Fcmmcldcbataillon 284), Wesel im Rahmen der NATO-Führungsunterstützung in Kandahar und Bagram sowie im Bereich der RC South und Southwest gebilligt.

Die Billigung gilt weiterhin im Rahmender vorgenannten Ühcrgren/e

von 25

SoldateiV-mnen bis zum Ablauf des aktuellen Bundeetags* mandau


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'''Anlage 2'''

'''Übersichtskarte der afghanischen Provinzen'''

(Grafik)

'''Definitionen der Bedrohungsstufen'''

Um national wie international mit gleichen Begriffe und Definitionenzu arbeiten, werden folgende
Einstufungen genutzt:

'''NIEDRIG''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und/oder die
Absicht, deutsche und/oder verbündete Streitkräfte 
anzugreifen. Obwohl die grundsätzliche Möglichkeit besteht, liegen keine weiteren Anzeichen
für bevorstehende Angriffe vor.

'''MITTEL''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht,
deutsche und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen.
Allgemeine, nicht spezifizierte Anzeichen deuten auf möglicherweise bevorstehende Angriffe
hin.

'''ERHEBLICH''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die
Absicht, deutsche und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Mit Angriffen wird in naher Zukunft gerechnet. Erkenntnisse zu konkreten Angriffszielen und -zeiträumen liegen nicht vor.

'''HOCH''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht,
deutsche oder verbündete Streitkräfte anzugreifen.
Angriffe gegen konkrete und spezifizierte Angriffsziele in definierten Angriffsräumen sind in
einem bestimmten Zeitraum zu erwarten.