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Bundesministerium der Verteidigung

Einsatzführungsstab

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Unterrichtung des Parlamentes

50/10

über die Auslandseinsätze der Bundeswehr

Redaktionsschluss: 15. Dezember 2010, 10:00 Uhr


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'''1. Afghanistan'''

'''a. Bedrohungslage'''

(Grafik)

Die Bedrohung in Afghanistan ist insgesamt erheblich (1). In Nordafghanistan liegt sie zurzeit je nach Provinz zwischen niedrig und erheblich.

In den übrigen Regionen stellt sie sich wie folgt dar:

Regional Command (RC) Capital: insgesamt mittel,

Hauptstadt Kabul: insgesamt mittel,

Regional Command West: insgesamt mittel,

Regional Command East: insgesamt erheblich bis hoch,

Regional Command South: insgesamt hoch,

Regional Command Southwest insgesamt erheblich bis hoch.

Im Zeitraum vom 06.12.10 bis 12.12.10 (49. KW) registrierte ISAF landesweit 521 Sicherheitsvorfälle (siehe Grafik). Es handelte sich um 360 Schusswechsel und


(1) Definitionen der Bedrohungsstufen siche Anlage 2


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Gefechte, 91 Sprengstoffanschläge - darunter vier Selbstmordattentate in den Provinzen Provinz Kunduz (2), Kandahar und Nangarhar - sowie 57 Vorfälle von indirektem
Beschuss (Mörser und Raketen) und 13 sonstige Vorfälle.

21 Vorfälle ereigneten sich im RC North, einer im RC Capital, 19 im RC West, 79 im RC South, 238 im RC Southwest und 163 im RC East.

Insgesamt sind bei den Vorfällen zwölf ISAF-Soldaten gefallen; weitere 68 ISAF-Soldaten wurden verwundet.

(Grafik)

Am frühen Morgen des 11.12.10 ereignete sich im Distrikt Chahar Darah der Provinz Kunduz ein fahrzeuggestützter Selbstmordanschlag (Vehicle Borne Improvised Explosive Device / VBIED). Der Attentäter fuhr mit einem gestohlenen Fahrzeug der Afghan National Police (ANP) auf der Verbindungsstraße (Line of Communications/ LOC) KAMINS an einen Kontrollpunkt. Dort zündete er einen Sprengsatz. In Folge der Explosion wurden sechs Soldaten der Afghan National Army (ANA) verwundet. Darüber hinaus wurden mehr als zehn Zivilpersonen verletzt.


(2) Übersichtskarte der afghanischen Provinzen siehe Anlage 2


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'''b. International Security Assistance Force (ISAF)'''

'''(1) Militärische Lage (Sicherheitsvorfälle außerhalb Regional Command North und Regional Command Capital)'''

Bei drei Vorfällen in der Provinz Helmand (IED-Anschläge am 06.12.10 im Distrikt Sangin und am 10.12.10 im Distrikt Musa Qal'ah sowie Beschuss einer Patrouille am 08.12.10 im Distrikt Nad Ali) sind insgesamt vier amerikanische Soldaten gefallen.

Am 08.12.10 ereignete sich im Distrikt Maiwand ein Selbstmordanschlag, bei dem zwei amerikanische Soldaten gefallen sind.

In der Provinz Kandahar im Distrikt Zharay kam es am 12.12.10 zu einem fahrzeuggestützten Selbstmordanschlag gegen Soldaten der ANA, die von amerikanischen Kräften begleitet wurden. Im Anschluss entwickelte sich ein Feuergefecht über mehrere Stunden. Luftnahunterstützung (Close Air Support / CAS) wurde eingesetzt. Bei dem Vorfall sind sechs amerikanische Soldaten gefallen; sechs weitere amerikanische und sieben afghanische Soldaten wurden verwundet. Darüber hinaus kam eine afghanische Zivilperson ums Leben.

'''(2) Regional Command (RC) Capital / Teile Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)'''

Keine berichtenswerten Ereignisse

'''(3) Regional Command (RC) North / Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)'''

Im Verantwortungsbereich des RC North wurden in allen Regionalen Wiederaufbauteams (Provincial Reconstruction Team / PRT) in der vergangenen Woche Routineoperationen durchgeführt. Die Operationen haben das gemeinsame Ziel, die Bewegungsfreiheit im Zuge der Hauptverbindungsstraßen im Einsatzraum aufrecht zu erhalten.

Das norwegische Kontingent hat seine Kräfte derzeit im Raum Maimanah konzentriert, um die Operation OPEN ROAD durchzuführen.

Zu den Operationen DAARA-E WAADA im Distrikt Chahar Darah (Zweistromland) in der Provinz Kunduz sowie SCHER CHESAN in der


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Provinz Baghlan gibt es keine beachtenswerte Lageveränderung im Vergleich zur Vorwoche.

Die Counter-IED Operation TOWSE-A CHARB im Distrikt Chahar Darah wurde auch diese Woche erfolgreich fortgesetzt.

Auf Befehl des ISAF Joint Command (IJC) waren zwei amerikanische Pionierzüge (Route Clearance Packages / RCP) zur Verstärkung der im Zuge der Operation HAMKARI BARAYE KANDAHAR eingesetzten afghanischen und internationalen Sicherheitskrifte aus dem RC North verlegt worden. Diese zwei Züge wurden jetzt vorzeitig aus der Operation genommen und wieder in den Bereich des RC North zurück verlegt. Ursprünglich war deren Einsatz im RC South bis 15.01.11 geplant (siehe UdP 42/10).

Am 13.12.10 besuchte der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, zum siebten Mal das deutsche Einsatzkontingent ISAF. Er wurde auf dieser Reise durch seine Ehefrau sowie die Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer und David McAllister, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages Klaus-Peter Willsch und Philipp Mißfelder sowie Oberst Ulrich Kirsch (Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes) begleitet.

Im Rahmen dieses Besuchs übermittelten der Bundesminister und die mitreisenden Gäste herzliche Weihnachtsgrüße aus Deutschland und dankten allen Soldatinnen und Soldaten des Einsatzkontingentes ISAF für die im Jahr 2010 geleistete Arbeit.

'''(4) Polizeiaufbau'''

Bislang wurden im laufenden Jahr 75 Ausbildungsvorhaben abgeschlossen und 3.866 afghanische Ausbildungsteilnehmer von deutschen Polizisten und Feldjägern der Bundeswehr ausgebildet. In 25 laufenden Ausbildungen werden derzeit 1.744 afghanische Polizisten durch deutsche und afghanische Trainer aus- und fortgebildet.


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(5) Kurzfristige Unterstützungskistungen ISAF

der vergangenen Woche gab es keine Unterstützungsflüge mit C-160 TRANSALI. außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches. Die Anzahl der Unterstützungsfluge bleibt damit unverändert bei insgesamt 890.

Alle weiteren kurzfristigen Unterstützungsleistungen außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches sind in der Anlage 1 aufgeftihrt.

Ziviler Wiederaufbau / Entwlcklim £«ni««^ fm»narbfit

Anfang Dezember fand ein dreitägiges Fortbildungsseminar im afghanischen Bildungsministerium in Kabul zum Thema „Die Rolle des Curriculums bei der Förderung von Menschenrechten und Frieden in Afghanistan“ statt, das sich an 36 Autorinnen und Autoren afghanischer Schulbücher richtete. Das Seminar war das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), der „Afghanischen Unabhängigen Menschenrechtskommission“ (Afghanistan Independent Human Rights Commission / AIHRC) sowie der internationalen Nichtregierungsorganisation „Universale Friedensföderation“ (Universal Peace Federation).

Die Veranstaltung gab den Verfasserinnen und Verfassern der Schulbücher für die Klassen Eins bis Zwölf Einblicke in das Konzept und die Schutzmechanismen der Menschenrechte, einschließlich der Rechte und Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern. Ziel des Seminars war es, die Teilnehmenden zu motivieren, Lemstrategien zu entwickeln, die zu einem Bewusstscinswandel ftir die Stärkung der Menschenrechte in Afghanistan beitragen können. Außerdem wurde die Frage erörtert, wie die Autorinnen und Autoren dabei von der AIHRC unterstützt werden können. Außerdem beschäftigte man sich speziell mit den Problemen der Kinder in der afghanischen Gesellschaft und arbeitete entsprechende Lösungsansätze heraus. Diese Ansätze werden in einem Folgeseminar Anfang 2011 weiterverfolgt.

Die AIHRC hat n»ch Artikel 58 der afghanischen Verfassung den Auftrag, die Beachtung und Einhaltung der Menschenrechte in Afghanistan zu fördern. Seit 2006 unterstützt der Zivile Friedensdienst, der in Afghanistan vom DED umgeseUt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung


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(BMZ) finanziert wird, die AIHRC mit zwei unmittelbar in die AIHRC integrierten Friedensfachkräften.

In der vergangenen Woche wurde in der nördlichen Provinzhauptstadt Kunduz im Rahmen des über die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des BMZ finanzierten Vorhabens „Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur im Norden Afghanistans - Phase I und II“ eine Moschee eingeweiht. Ziel des Programms ist die Verbesserung und Erweiterung ausgewählter Infrastrukturprojekte im Norden Afghanistans unter möglichst hoher Einbeziehung lokaler Arbeitskräfte.

Im Rahmen des in Kunduz auszuführenden Bauvorhabens „Neubau der Chahar Darreh Brücke“ zeigte sich im Planungsstadium, dass sich in der Linienführung der neuen Brücke eine Moschee befand. In enger Abstimmung mit den lokalen Behörden und religiösen Führern der betroffenen Gemeinde wurde daraufhin beschlossen, die alte Moschee zugunsten der Brücke abzureißen und durch einen Neubau an anderer Stelle zu ersetzen. Der Neubau der Moschee wurde ausschließlich mit lokalen Baufirmen und Arbeitskräften ausgeführt. Nach nur 10 Monaten Bauzeit konnte die neue Moschee im Rahmen einer feierlichen Zeremonie der Bevölkerung übergeben werden. Auch wenn der Moscheebau nicht originärer Teil des eigentlichen Infrastrukturvorhabens war, so sind Maßnahmen dieser Art im Kontext Afghanistans unerlässlich für die Akzeptanz und Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Flankierung der deutschen „Entwicklungsoffensive“ in Nordafghanistan.

'''d. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA)'''

Keine berichtenswerten Ereignisse

'''2. Usbekistan'''

'''Bedrohungslage'''

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.


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'''3. Kosovo'''

''a. Politische Lage''

Die ersten allgemeinen Parlamentswahlen in Kosovo nach der Unabhängigkeit am 12.12.10 verliefen ohne gravierende sicherheitsrelevante Zwischenfälle und weitgehend geordnet.

Die offizielle Wahlkommission (Central Elections Commission / CEC) veröffentlichte am Abend des 13.12.10 vorläufige Ergebnisse. Danach ging die Demokratische Partei des Kosovo (PDK) von Premierminister Hashim Thaci mit 33,5% als Sieger aus den Wahlen hervor, gefolgt vom früheren Koalitionspartner Demokratische Liga Kosovos (LDK) mit 23,6%, der neuen Wahlplattform Vetevendosje („Selbstbestimmung“ des ehemaligen Studentenführers Kurti) mit 12,2%, der Allianz für die Zukunft des Kosovo (AAK) von Ramush Haradinaj mit 10,8% und der Allianz neuer Kosovo (AKR) mit 7,1%.

Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 48%. Die Wahlbeteiligung in serbischen Enklaven südlich des Ibar lag zwischen 33% und sogar 50% (in Partesh). Im Norden war die Beteiligung - wie erwartet - gering. Von den Oppositionsparteien wurden die bekannt gewordenen Zahlen in Zweifel gezogen, Wahlanfechtungen sind zu erwarten.


''b. Bedrohungslage in der Republik Kosovo''

Die Bedrohung ist zurzeit insgesamt als niedrig, für den Norden der Republik Kosovo als mittel eingestuft.

''c. Beteiligung der Bundeswehr an der Kosovo Force (KFOR)''

'''(1) KFOR'''

Am 14.12.10 wurde mit dem Kloster in Gorioc das fünfte der insgesamt neun besonders zu schützenden serbischen Kirchen- und Kulturgüter in Kosovo in die Sicherheitsverantwortung der lokalen Behörden übergeben. Das Kloster liegt im Verantwortungsbereich der italienisch geführten Multinational Battle Group (MNBG) West und ist das letzte der vier serbisch-orthodoxen Klöster, für deren Übergabe bislang eine Billigung des Nordatlantikrats vorlag.


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Die Übergabe von zwei weiteren der vier verbleibenden besonders schützenswerten Kulturgüter ist durch COMKFOR beantragt; eine Entscheidung des Nordatlantikrates steht noch aus.

Für die bisher an die kosovarischen Behörden übergebenen schützenswerten Kulturgüter wird die Sicherheitsverantwortung bisher ohne Zwischenfälle durch die Kosovo-Polizei wahrgenommen.

'''(2) Multinational Battle Group (MNBG) South / Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)'''

Am 08.12.10 besuchte der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, das deutsche Einsatzkontingent KFOR im Feldlager Prizren. Nach einer Einweisung in die aktuelle Lage in Kosovo durch den COM MNBG South und Kontingentführer Deutsches Einsatzkontingent KFOR, Brigadegeneral Stephan Thomas, traf der Minister mit Soldatinnen und Soldaten des Kontingentes zusammen, um den Soldaten gegenüber den aktuellen Stand der Planungen zur Neuausrichtung der Bundeswehr zu erläutern und weihnachtliche Grüße aus Deutschland zu überbringen.


'''4. Bosnien und Herzegowina'''

''a. Bedrohungslage''

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft,

''b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Force (EUFOR)''

'''(1) EUFOR und NATO HQ Sarajevo'''

Keine berichtenswerten Ereignisse

'''(2) Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)'''

Keine berichtenswerten Ereignisse


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'''5. Demokratische Republik Kongo'''

''a. Bedrohungslage''

Die Bedrohung im Land ist zurzeit insgesamt als mittel, in den Provinzen Orientale, Nord-Kivu und Süd-Kivu je nach Region als erheblich bis hoch eingestuft.


''b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Mission zur Sicherheitssektorreform (EUSEC)''

Keine berichtenswerten Ereignisse


'''6. Sudan'''

''a. Politische Lage''

Die Wählerregistrierung für die Anfang Januar 2011 anstehenden Referenden wurde am 08.12.10 abgeschlossen. Es sollen sich insgesamt mehr als drei Millionen Wahlberechtigte registriert haben lassen, darunter auch 100.000 im Nordsudan sowie 50.000 im Ausland lebende Südsudanesen. Damit sind deutlich mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten registriert.

Aus technischer Sicht sind die Vorbereitungen so weit gediehen, dass die Abstimmungen termingerecht am 09.01.11 durchgeftihrt werden können.

''b. Bedrohungslage''

Die Bedrohung im Land ist zurzeit als mittel, im Darfur und im Süd-Sudan als erheblich eingestuft.


Am 06.12.10 führten die regulären sudanesischen Streitkräfte (Sudan Armed Forces / SAF) emeut eine Luftangriffsoperation gegen Rebellen in Grenznähe zum Südsudan durch. Im Unterschied zu den vorangegangenen Angriffen (siehe UdP 48/10) wurde diesmal ein Ziel auf zweifelsfrei südsudanesischem Boden angegriffen. Es soll Tote und Verletzte gegeben haben. Es gibt Hinweise, dass der Südsudan Rebellen der JEM auf südsudanesischem Gebiet unterstützt.


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c. Beteiligung der Bundeswenr an der United Nations Mission in Sudan (UNMIS)

Keine berichtenswerten Ereignisse


d. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations / African Union Mission in Darfur (UNAMID)

Keine berichtenswerten Ereignisse

7. Uganda

a. Politische Lage

Am 15.12.10 fand in Bihanga die feierliche Verabschiedung der ersten Gruppe der im Rahmen von EUTM ausgebildeten somalischen Soldaten statt. In jeweils zwei halbjährlichen Kursen werden dort seit April 2010 innerhalb von einem Jahr insgesamt bis zu 2.000 somalische Soldaten ausgebildet. Der Rücktransport dieser ersten Ausbildungsgruppe nach Somalia wird zwar erst Mitte Januar 2011 erfolgen, doch da der ugandische Staatspräsident Museveni an der Zeremonie teilnehmen wollte, erfolgte die Verabschiedung bereits am 15.12.10. Im Januar 2011 dürfte der Vorwahlkampf seinen Höhepunkt erreichen - am 18.02.10 finden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Uganda statt.

Die Ausbildung der somalischen Soldaten wird in Zusammenarbeit mit den Streitkräften Ugandas durchgeführt. Der deutsche Botschafter in Uganda war bei der Verabschiedung der somalischen Soldaten ebenso zugegen wie andere Botschafter der EU-Mitgliedsstaaten.

b. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zurzeit als mittel eingestuft.


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'' c. Beteiligung der Bundeswehr an der EU-geführten Ausbildungsmission für somalische Sicherheitskräfte in Uganda (European Union Training Mission [EUTM] / SOMALIA) ''


Der Beginn des zweiten Ausbildungsdurchgangs, der bereits mehrfach verschoben

wurde (siehe UdP 44/10 und UdP 47/10), ist nun für den 24.01.11 angekündigt.

Deutschland wird dazu zeitgerecht am 06.01.11 drei Unteroffiziere als Ausbilder nach Entebbe verlegen.


''' 8. Horn von Afrika und angrenzende Seegebiete '''


'' a. Bedrohungslage ''


In Dschibuti ist die Bedrohung zurzeit als mittel, im Golf von Aden und den weiteren Seegebieten am Horn von Afrika als niedrig eingestuft.


'' b. Beteiligung der Bundeswehr an der Operation der Europäischen Union zur Bekämpfung der Piraterie: Operation EU NAVFOR ATALANTA ''


Die Fregatte HAMBURG war im Berichtszeitraum zum Schutz der Handelsschifffahrt am International Recommended Transit Corridor (IRTC) eingesetzt.

Am 14.12.10 hat die deutsche Fregatte im Golf von Aden am IRTC eine der Piraterie verdächtige Gruppe in einem offenen Fahrzeug gestoppt. Da kein Bezug zu einem konkreten Angriff nachweisbar war, mussten die mutmaßlichen Piraten mit ausreichend Kraftstoff und Wasser in Richtung somalischer Küste entlassen werden.

Am 14.12.10 hat dic Führung des EU-Verbandes in See vom französischen Rear Admiral Philippe Coindreau auf den spanischen Rear Admiral Juan Rodriguez Garat

gewechselt.

Der Verband besteht derzeit aus acht Schiffen mit zehn Bordhubschraubern aus Frankreich, Griechenland, Belgien, Italien, Spanien und Deutschland sowie vier Seefernaufklärern aus Frankreich, Luxemburg und Spanien.

Der Verband operiert weiterhin zur Erfüllung seiner Aufträge Schutz von Schiffen des Welternährungsprogramms und der Transporte zur Unterstützung von AMISOM, Schutz sonstiger Schifffahrt, Abschreckung und Bekämpfung der Piraterie zur


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Sicherstellung der ungehinderten freien Nutzung des Seeraumes und der Seeverbindungswege am Horn von Afrika sowie Weitergabe von Fischereidaten an somalische Behörden, sobald diese zu deren Verarbeitung in der Lage sind.

''' 9. Straße von Gibraltar / östliches Mittelmeer

''a. Bedrohungslage''
Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

''b. Beteiligung der Bundeswehr an Operationen gegen den internationalen Terrorismus: Operation ACTTVE ENDEAVOUR (OAE)''

Vom 13.12.10 bis 17.12.10 unterstützt ein Luftfahrzeug des NATO AWACS Verbandes - abgestützt auf Trapani (Italien) - mit deutscher Beteiligung die Seeraumüberwachung im Mittelmeer.

'''10. Libanon'''

''a. Bedrohungslage''

Die Bedrohung im Landesinneren und im Süden Libanons ist zurzeit als mittel, auf See in der Area of Maritime Operations (AMO) als niedrig eingestuft.

''b. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL)''

''(1) UNIFIL''

Keine berichtenswerten Ereignisse

''(2) Maritime Task Force (MTF) UNIFIL''

Der UNIFIL-Einsatzverband - bestehend aus zwei Fregatten, zwei Korvetten, drei Patrouillenbooten und einem Tender aus Bangladesch, Indonesien, Griechenland, der Türkei und Deutschland - operiert unter der Beteiligung des Tenders DONAU, des Schnellbootes S 80 HYÄNE und des Hohlstablenkbootes AUERBACH IN DER OBERPFALZ im Rahmen seiner beiden


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Auftragsschwerpunkte Seeraumüberwachung zur Verhinderung von Waffenschmuggel über die seewärtige Grenze des Libanon und Ausbildung der maritimen libanesischen Streitkräfte als Beitrag zu deren Fähigkeitsaufbau.

'''11. Internationale Organisationen / Aktivitäten'''

'''Vereinte Nationen (VN) / Europäische Union (EU)'''

'''United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK) und Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo: European Union rule of law mission in Kosovo (EULEX KOSOVO)'''


'''Internationale Polizeitruppe'''

Der zur Gewährleistung von innerer Sicherheit und Ordnung im Kosovo eingesetzten internationalen Polizeitruppe im Rahmen der UNMIK gehören acht Polizisten an, darunter ein deutscher Polizeibeamter.

EULEX, deren Aufbau weiter voran schreitet, gehören - neben anderen Experten - gegenwärtig 1.149 Polizisten an, davon 77 Deutsche.


'''12. Lufttransporteinsätze und Überwachungsflüge mit Seefernaufklärern zur Unterstützung der Einsatzkontingente im Berichtszeitraum'''

{| class="wikitable"
|-
! !! ISAF !! KFOR !! EUFOR !! UNIFIL !! OAE !! ATALANTA
|-
| Lufttransporte Anzahl Flüge || 48 || 2 || 0 || 0 || 0 || 0
|-
| Anzahl Überwachungsflüge || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0
|}


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'''13. Stärke der deutschen Einsatzkontingentc'''

{| class="wikitable"
|-
! !! Ges. !! ISAF*!! KFOR!! EUFOR(5)!! UNMIS!! UNAMID!! OAE(6)!! UNIFIL!! ATAL.(7)
|-
| erstes BT-Mandat || - || 22.12.01 || 12.06.99 || 02.12.04 || 22.04.05 || 15.11.07 || 14.11.03 || 20.09.06 || 19.12.08
|-
| aktuelles BT-Mandat || - || 26.02.10 || 10.06.10 || 02.12.10 || 17.06.10 || 17.06.10 || 02.12.10 || 17.06.10 || 02.12.10
|-
| aktuelles Mandatsende || - || 28.02.11 || 11.06.11 (1) || 21.11.11 (2) || 15.08.11 || 15.08.11 || 31.12.11 || 30.06.11 || 18.12.11
|-
|style="border-bottom:medium solid"| aktuelle Mandatsobergrenze ||style="border-bottom:medium solid"| - ||style="border-bottom:medium solid"| 5.350 ||style="border-bottom:medium solid"| 2.500 ||style="border-bottom:medium solid"| 900 ||style="border-bottom:medium solid"| 75 ||style="border-bottom:medium solid"| 50 ||style="border-bottom:medium solid"| 700 ||style="border-bottom:medium solid"| 300 ||style="border-bottom:medium solid"| 1.400
|-
| höchste Mandatsobergrenze || - || 5.350<br/>(2010) || 8.500<br/>(1999) || 3.000<br/>(2004) || 75<br/>(2005) || 250<br/>(2007) || 3.100<br/>(2003) || 2.400<br/>(2006) || 1.400<br/>(2008)
|-
| bisherige maximale Stärke || 10.434<br/>(2002) || 5.012<br/>(2010) || 6.440<br/>(1999) || 1.139<br/>(2005) || 43<br/>(2008) || 8<br/>(2010) || 578<br/>(2010) || 1.231<br/>(2006) || 884<br/>(2009)
|-
| rowspan="2" style="border-bottom:medium solid"| im Inland bereitgehalten 
|colspan="9"| 41 für strategischen Verwundetentransport (STRATAIRMEDEVAC)
|-
|colspan="2" style="border-bottom:medium solid"| 
|colspan="7" style="border-bottom:medium solid"| bis zu 500(4)
|-
| Offiziere || 1.239 || 836 || 221 || 39 || 30 || 6 || 4 || 44 || 59
|-
| Unteroffiziere || 3.842 || 2.690 || 792 || 58 || 1 || 1 || 6 || 127 || 167
|-
| Mannschaften || 1.648 || 1.156 || 339 || 11 || 0 || 0 || 0 || 78 || 64
|-
|style="border-bottom:medium solid"| Zivilbedienst. ||style="border-bottom:medium solid"| 17 ||style="border-bottom:medium solid"| 7 ||style="border-bottom:medium solid"| 2 ||style="border-bottom:medium solid"| 5 ||style="border-bottom:medium solid"| 0 ||style="border-bottom:medium solid"| 0 ||style="border-bottom:medium solid"| 0 ||style="border-bottom:medium solid"| 1 ||style="border-bottom:medium solid"| 2
|-
|style="border-bottom:medium solid"| Gesamt** ||style="border-bottom:medium solid"| 6.746 ||style="border-bottom:medium solid"| 4.689 ||style="border-bottom:medium solid"| 1.354 ||style="border-bottom:medium solid"| 113 ||style="border-bottom:medium solid"| 31 ||style="border-bottom:medium solid"| 7 ||style="border-bottom:medium solid"| 10 ||style="border-bottom:medium solid"| 250 ||style="border-bottom:medium solid"| 292
|-
| Frauen || 319 || 178 || 112 || 8 || 0 || 0 || 0 || 11 || 10
|-
| Reservisten || 511 || 357 || 128 || 12 || 0 || 4 || 0 || 1 || 9
|-
| FWDL(3) || 275 || 119 || 105 || 1 || 0 || 0 || 0 || 28 || 22
|}



(1) Ende „weiterer 12 Monate” - Wenn eine der Fraktionen es wünscht, wird die Bundesregierung den Deutschen Bundestag ''vor'' Ablauf ''weiterer 12 Monate'' erneut konstitutiv mit der Verlängerung des Einsatzes befassen.

(2) Ende „weiterer 12 Monate” - Die Bundesregierung sichert dem Deutschen Bundestag zu, ''nach'' Ablauf von jeweils 12 Monaten den Bundestag erneut konstitutiv zu befassen, falls dies der Wunsch einer Fraktion ist.

(3) freiwillig zusätzl. Wehrdienstleistende (4) ORF-Bataillon (5) inkl. NATO HQ Sarajevo (6) Operation ACTIVE ENDEAVOUR

(7) EU NAVFOR ATALANTA


Mit den in Deutschland zur Sicherstellung des Auftrages "Strategischer Verwundetentransport (STRATAIRMEDEVAC)" bereit gehaltenen 41 Soldaten sowie den Angehörigen der einsatzgleichen Mission EUSEC RD CONGO (Stärke: 3) und den Angehörigen der Mission EUTM SOMALIA (Stärke: 3) sind insgesamt '''6.793''' Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.

 * Kunduz: 1.126 Soldaten, Feyzabad: 258 Soldaten, Taloqan: 48 Soldaten, Mazar-e Sharif: 2.853 Soldaten, Kabul: 304 Soldaten und Strategischer Lufttransportstützpunkt / UZB: 99 Soldaten. Zusätzlich befindet sich 1 deutscher Soldat bei UNAMA in Afghanistan.

 ** Im Rahmen des Kontingentwechsel kann es zu temporären Überschreitungen der jeweiligen Mandatsobergrenzen kommen.


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'''Anlage 1'''
'''Kurzfristige Unterstützungsleistungen ISAF'''


{| class="wikitable"
|-
! UdP !! gebilligte Anzahl Soldatinnen / Soldaten !! Einsatzort !! Einsatzzweck !! Einsatzbeginn !! Einsatzende (geplant) !! Bemerkungen
|-
| 06 || 25 || Kandahar Bagram || Der Bundesminister der Verteidigung hat den Einsatz von deutschen Fernmeldesoldaten des 1st NATO Signal Battalion, Wesel und des DDO/DtA 1st NSB (ehemals Fernmeldebataillon 284). Wessel im Rahmen der NATO-Führungsunterstützung in Kandahar und Bagram gebilligt || 07.02.10 ||  || Die Billigung gilt weiterhin im Rahmen der vorgenannten Obergrenze von 25 Soldaten-innen bis zum Ablauf des Aktuellen Bundestagsmandats
|}


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'''Anlage 2'''

'''Übersichtskarte der afghanischen Provinzen'''

(Grafik)

'''Definitionen der Bedrohungsstufen'''

Um national wie international mit gleichen Begriffen und Definitionen zu arbeiten, werden nachfolgende Einstufungen genutzt:

'''NIEDRIG''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und/oder die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Obwohl die grundsätzliche Möglichkeit besteht, liegen keine konkreten Anzeichen für bevorstehende Angriffe vor.

'''MITTEL''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräftc anzugreifen. Allgemeine, nicht spezifizierte Anzeichen deuten auf möglicherweise bevorstehende Angriffe hin.

'''ERHEBLICH''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Mit Angriffen wird in naher Zukunft gerechnet. Erkenntnisse zu konkreten Angriffszielen und -zeiträumen liegen nicht vor.

'''Hoch''': Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Angriffe gegen konkrete und spezifizierte Angriffsziele in definierten Angriffsräumen sind in einem bestimmten Zeitraum zu erwarten.