﻿VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

Bundesmimsterium der Verteidigung

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Unterrichtung des Parlamentes

32/10

Ober die Auslandseinsfttze der Bundeswehr

Redaktionsschluss: II. August 2010, 10:00 Uhr


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Die Bedrohung in Afghanistan ist insgesamt erheblich 1 . In Nordafghanistan liegt sie zurzeit je nach Provinz zwischen niedrig und erheblich.

In den übrigen Regionen stellt sie sich wie folgt dar: Regional Command (RC) Capital: insgesamt mittel.

Hauptstadt Kabul:

Regional Command West: Regional Command East: Regional Command South: Regional Command South West insgesamt mittel, insgesamt mittel, insgesamt erheblich bis hoch, insgesamt hoch, insgesamt erheblich bis hoch.

Im Zeitraum vom 02.08.10 bis 08.08.10 (31. KW) registrierte ISAF landesweit 835 Sicherheitsvorfälle (siehe Grafik). Es handelte sich um 620 Schusswechsel und Gefechte, 125 SprengstofTanschläge - darunter drei Selbstmordattentate in den

1

Definitionen der Bedrohungsstufen siehe Anlage 2


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Provinzen Herat 1 , Kandahar und Oruzgan - sowie 75 Vorfälle von indirektem Beschuss (Mörser und Raketen) und 15 sonstige Vorfälle.

23 Vorfälle ereigneten sich im RC North, sechs im RC Capital, 15 im RC West, 182 im RC South, 407 im RC South West und 202 im RC East.

Insgesamt sind bei den Vorfällen acht ISAF-Soldaten gefallen; weitere 102 ISAFSoldaten wurden verwundet.

Sicherheitsvorfälle in den Regional Commands

(02 08 . 10 - 08 . 08 . 10 )

KW

20

552

21

586

22

582

23 i

694

24

750

25

621

26

837

27

767

2 $

780

28

623

30

902

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635

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Am 06.08.10 wurden im Distrikt Kuran Wa Munjan der Provinz Badakhshan zehn Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation „International Assistance Mission“ (IAM) tot aufgefunden. Bei den Toten handelt cs sich um eine Deutsche, eine Britin sowie eine Amerikanerin, filnf Amerikaner und zwei Afghanen. Nach Angaben der Polizei seien dic zehn Helfer am 05.08.10 erschossen worden. Zur Identifizierung wurden die Lcichen in das Krankenhaus der Afghan National Army (ANA) nach Kabul gebracht. Der Leichnam der deutschen Staatsbürgerin soll am 12.08.10 mit einem Airbus der Luftwaffe nach Deutschland zurückgeftihrt werden.

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Übersichtskarte der afghanischen Provinzen siehe Anlage 2


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!m Distrikt Guzara der Provinz Herat ereignete sich am 08.08.10 auf der Straße Flughafen Herat - Innenstadt ein Selbstmordattentat. Dabei kamen neben dem Attentäter sechs Angehörige der Afghan National Police (ANP) ums Leben; drei weitere Polizisten wurden verletzt.

b. International Security Asatstanee Force (ISAF)

Malaysia wird sich als 47. Staat an der International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan beteiligen. Das Kontingent wird aus 40 Personen (Sanitätskräfte) bestehen und in der Provinz Bamian (Regional Command East) das neuseeländische PRT verstärken.

(1) Operationen MOSTARAK und HAMKARI BARAYE KANDAHAR

Zur Operation MOSTARAK: Die letzte Wochenauswertung bestätigt eine Steigerung des Vertrauens der Bevölkerung in die Regierungsorgane und eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Region. Die Sicherheitslage ist nach wie vor angespannt. Die aktuelle Herausforderung liegt derzeit in der Bereitstellung von Wasser ftir die Landwirtschaft. Ohne ausreichende Wasserversorgung droht der Erfolg des Food Zone Program (verbilligtes Saatgut) auszubleiben.

Zur Operation HAMKARI BARAYE KANDAHAR: Der Schwerpunkt der nächsten Wochen liegt auf zivilen Maßnahmen in der Bereitstellung von mehr Knergie und Wasser. Gleichzeitig soll durch verstärkte Präsenz der ANSF die Sicherheitslage verbessert werden.

(2) Militärische Lage (allgemein)

Am 03.08.10 griffen Opposing Militant Forces (OMF) im Distrikt Kahmard der

Provinz Bamian das Regionale Wiederaufbauteam (Provincial Reconstruction Team / PRT) Bamian an. Dabei ist ein neuseeländischer ISAF-Soldat gefallen.

In der Provinz Ghazni im Distrikt Gellan ereignete sich am 06.08.10 ein Anschlag mit einem behelfsmäßigen Sprengsatz (Improvised Explosive Device / IED) auf eine ISAF-Patrouille. ln Folge der Explosion ist ein polnischer Soldat

gefallen.


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Am 07.08.10 sind in der Provinz Helmand drei ISAF-Soldaten gefallen: Ein amerikanischer Soldat wurde getötet, als seine Patrouille im Distrikt Musa Qala von OMF beschossen wurde. Zwei dänische Soldaten kamen bei einem IEDAnschlag im Distrikt Nahri Sarraj ums Leben.

Im Distrikt Zhelay der Provinz Kandahar beschossen OMF am 07.08.10 internationale Sicherhcitskräfte. Dabei sind zwei amerikanische Soldaten gefallen. Bei einem IED-Anschlag auf eine ISAF-Patrouille im selben Distrikt am 08.08.10 ist ein weiterer amerikanischer Soldat gefallen.

(3) Regional Command (RC) Capital / Telle Deutsche« Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Keine berichtcnswerten Ereignisse

(4) Regional Command (RC) North / Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Am 05.08.10 griffen OMF eine von amerikanischen Soldaten begleitete Patrouille der ANP an. Bei dem Vorfall, der sich in der Provinz Kunduz im Distrikt Emam Saheb rund 60 Kilometer nördlich des PRT Kunduz ereignete, kamen sechs afghanische Polizisten ums Leben; ein amerikanischer Soldat wurde verwundet.

OMF griffen am 06.08.10 einen Zug der deutschen Schutzkompanie des PRT Kunduz mit einem IED, Handfeuerwaffen sowie Panzerabwehrhandwaffen (Rocket Propelled Grenade / RPG) an. Bei dem Vorfall, der sich rund acht Kilometer nordwestlich des PRT Kunduz auf der Verbindungsstraße (Line of Communications / LOC) KAMINS ereignete, gab es bei den eigenen Truppenteilen weder Personen- noch Sachschäden.

Am Vormittag des 06.08.10 wurden deutsche Kräfte des Ausbildungs- und Schutzbataillons und der Schutzkompanie des PRT Kunduz rund zwölf Kilometer westlich des PRT Kunduz mit Handfeuerwaffen angegriffen. Es gab auf deutscher Seite keine Verwundeten und keine Schäden.


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Amerikanische Kräfte wurden am frühen Morgen des 07.08.10 rund 76 Kilometer südwestlich des PRT Meymaneh mit Mörserfeuer und Panzerabwehrhandwaffen angegriffen. Dabei wurden drei amerikanische Soldaten lebensgefährlich und zwei weitere schwer verwundet. Die verwundeten Soldaten wurden zur weiteren medizinischen Versorgung in das PRT Meymaneh und in das Rettungszentrum der Forward Operating Base (FOB) Bala Morghab (rund 40 Kilometer westlich von Ghormach in der Provinz Badghis) gebracht.

Am Nachmittag des 07.08.10 wurde ein deutscher MEDEVAC-Hubschrauber vom Typ CH 53 während des Fluges von Meymaneh nach Mazar-e Sharif mit Handfeuerwaffen beschossen. Es gab keine Verwundeten und keine Schäden am Luftfahrzeug.

(5) Kurzfristige Unterstützungsleistungen ISAF

In der vergangenen Woche gab es einen Unterstützungsflug mit C-160 TRANSALL außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches. Die Anzahl der Unterstützungsflüge erhöht sich damit auf insgesamt 841.

Alle weiteren kurzfristigen Unterstützungsleistungen außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches sind in der Anlage 1 aufgeführt.

Ziviler Wiederaufbau / Entwicklungszusammenarbeit

Im Hinblick auf die am 18.09.10 anstehenden afghanischen Parlamentswahlen hat die deutsch-afghanische Nichtregierungsorganisation "Mediothek Afghanistan" seit Ende Juli 2010 Fortbildungskurse für afghanische Journalisten zum Thema WahIberichterstattung durchgeführt. Unterstützt wurde die Mediothek dabei vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED), der im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Afghanistan aktiv ist, sowie vom Auswärtigem Amt. Insgesamt wurden 30 afghanische Journalisten aus allen Teilen des Landes für eine professionelle, kritische und ausgewogene Wahlberichterstattung fortgebildet. Eingeladen waren Medienschaffende aus den Provinzen Paktia, Paktika, Khowst, Nangarhar, Kandahar, Helmand, Balkh, Kunduz, Samangan, Sar-e Pol und Jowzjan. Die Teilnehmer beschäftigten sich in Theorie und


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Praxis mit Aspekten guter Wahlberichterstattung, diskutierten die Herausforderungen

bei den anstehenden Wahlen (Sicherheit, Korruption, Wahlbetrug), analysierten

Beispiele guter und schlechter Wahlberichterstattung aus anderen Ländern und

entwickelten einen Zeit- sowie Themenplan ftir ihre eigene Berichterstattung bis zum Wahltag und darüber hinaus.

Die Mediothek wurde 1993 in Deutschland von Exil-Afghanen und deutschen Afghanistan-Experten gegründet. Heute betreibt sie fünf Gemeindezentren und fünf Medienhäuser in Afghanistan. Ihre Themen sind politische Bildung, Gemeindeentwicklung, die Erhaltung afghanischer Kunst und Kultur sowie die Förderung freier und fairer Medien.

Mit Mitteln des BMZ finanziert die KfW-Entwicklungsbank im Rahmen des Grundbildungsprogramms der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit (Basic Education Programme for Afghanistan / BEPA) den Bau von fünf Lehrerausund -fortbildungszentren (Teacher Training Colleges, TTC) in Nordafghanistan (siehe UdP 31/10). In Feyzabad, der Hauptstadt der Provinz Badakhshan, sind inzwischen alle Baumassnahmen am Lehrgebäude und dem diesem angegliederten Studentenwohnheim abgeschlossen. Das Lehrgebäude ist seit Oktober 2009 in Benutzung, das Wohnheim wird zurzeit abschließend möbliert, ein Wasserturm muss noch geliefert werden. In Taloqan, der Hauptstadt der Nachbarprovinz Takhar, wird derzeit ein Wohnheim mit Betonskelett und Anteilen in angepasster, technisch gehobener Lehmbauweise für 70 Studentinnen errichtet. Das Gebäude soll zu Beginn des neuen Studienjahres nach der Winterpause im April 2011 fertig gestellt sein. Das in Kunduz errichtete neue Lehrgebäude ist seit April 2010 in Benutzung, das Wohnheim ist im Bau fertig gestellt und wird zurzeit möbliert. Die für die Trinkwasserversorgung und Schmutzwasserentsorgung erforderliche Infrastruktur (Wasserturm. Kanalsystem) wird bis Ende August 2010 fertig gestellt sein, ebenso die Außenanlagen. Das Lehrgebäude des TTC in Mazar-e Sharif wurde bereits im April 2010 an den Partner übergeben. Das dazu gehörende Wohnheim ist noch im Bau. Mit dem Abschluss der Arbeiten kann im Spätherbst 2010 gerechnet werden. Eine dem TTC zugeordnete Referendariatsschule (Qalay Hajeri-Schule) ist im Bau und wird im September an die Bildungsverwaltung übergeben werden können. In der Provinz Sar-e Pol sind das Lehrgebäude und das Wohnheim des TTC weiter im Bau. Ein Abschluss der Arbeiten wird zum Ende der geplanten Projektlaufzeit (April


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2011) erwartet. Der Bau einer zusätzlichen Referendariatsschule in Sar-e Pol wurde am 07.08.10 vom Bildungsministerium genehmigt und soll noch im laufenden Monat ausgeschrieben werden. Das BMZ hat seit 2002 bislang rund 70 Millionen Euro zur Stärkung des afghanischen Bildungssektors investiert.

Neben der Verbesserung der Infrastruktur trägt die deutsch-afghanische Entwicklungszusammenambeit auch zur Verbesserung der Lehre und Ausbildung an den TTC bei. So haben im Berichtszeitraum insgesamt 90 Lehrer allein in der Provinz Balkh an drei großen Fortbildungen teilgenommen, die eine verbesserte Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte zum Ziel hatten. BEPA-Experten aus Kabul haben Lehrkräfte des TTC in Mazar-e Sharif sowie deren Sub-TTC und Referendariatsschulen in kindgerechte Unterrichtsformen ftir die Fächer Mathematik, Physik und Chemie eingeftihrt. Sieben Tage lang standen Experimente im Vordergrund der halbtägigen Seminare. Mit der Übergabe von Zertifikaten durch den Direktor des staatlichen Bildungsdepartments von Balkh wurden dic Fortbildungen am 07.08.10 abgeschlossen.

Zwei vom Auswärtigen Amt finanzierte Schulen wurden in der Provinz Kunduz übergeben.

Obwohl sich die Zahl der Schüler auch mit Unterstützung durch deutsche Wiederaufbauhilfe auf sieben Millionen (darunter ein Drittel Mädchen) seit 2001 mehr als verfünffacht hat und über 30.000 Lehrer aus- und fortgebildet wurden, gibt es in Afghanistan immer noch zu wenig qualifizierte Lehrer und geeignete Schulgebäude. Komplementär zum Engagement des BMZ im Bildungssektor finanziert das Auswärtige Amt zahlreiche Schulprojekte im deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans und leistet damit einen Beitrag zur dringend benötigten Schulinfrastruktur in dem Land. Die von BMZ und Auswärtigem Amt finanzierten Projekte sind mit den lokalen Schulbehörden abgestimmt und ftigen sich in den National Education Strategie Plan (NESP) ein.

So wurde am 08.08.10 dic Aishe-e-Sediqa High School in Kunduz im Beisein des stellvertretenden Gouverneurs sowie vieler Ehrengäste feierlich übergeben. Diese Oberschule ist eine der größten in der Provinz Kunduz und wird von rund 4.300 Mädchen und im Grundbildungszweig (Klassen 1 bis 3) von 700 Jungen besucht.

Presse und lokales Fernsehen waren anwesend.


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Am 09.08.10 wurde das Lycöe Zukur im Distrikt Emam Sahcb in der Provinz Kunduz übergeben. In dem neuen Schulgebäude mit 20 Klassenräumen können ab dem neuen Schuljahr 3.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 12 den Unterricht besuchen. Zum Komplex gehören ebenfalls zwei Büroräume, eine Bücherei, Sanitäreinrichtungen sowie ein Tiefbrunnen und eine Umfassungsmauer. Die Gesamtförderung des Auswärtigen Amtes ftir beide Schulen betrug rund 900.000 Euro.

d. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Assbtance Mission in Afghanistan (UNAMA)

UNAMA hat in einem am 10.08.10 veröffentlichen Bericht zum Schutz der Zivilbevölkerung in Afghanistan im ersten Halbjahr 2010 eine Zunahme von zivilen Opfern um 31% im Vergleich zum gleichen Voijahreszeitraum festgestellt. Bis Ende Juni wurden insgesamt 1.272 Zivilisten getötet und weitere 1.997 verletzt. Regierungskräfte und ISAF seien für 12% der Opfer verantwortlich, wobei hier jedoch ein Rückgang um 30% zu verzeichnen sei. Die auf Luftschläge zurückzuftihrende Opferanzahl sei sogar um 64% gesunken. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen ftir Afghanistan, Steffan de Mistura (Schweden), führt dies in erster Linie auf dic Strategieänderung von ISAF bei Luftschlägen zurück. Auch bei nächtlichen Kontrollen und Hausdurchsuchungen sei die Zahl der zivilen Opfer

rückläufig.

Mit 76% werden über Dreiviertel aller zivilen Opfer auf Gewalt durch regierungsfeindliche Kräfte, insbesondere die Taliban, zurückgeftihrt. Der Einsatz von technisch ausgereifteren und in der Wirkung größeren IED sowie von Selbstmordanschlägen sei signifikant gestiegen. Mordanschläge und öffentliche Erschießungen von Zivilisten, einschließlich von Kindern, haben sogar um 94 /o

zugenommen.

Insgesamt seien — so de Mistura — afghanische Kinder, bei denen dic Opfcrzahlcn sogar um 55% gestiegen sind, und Frauen die Hauptleidtragenden des Konfliktes.


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2. U»bckiatan Bedrohung* läge

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

3. Kosovo

a. Bedrohungslage in der Republik Koeovo

Die Bedrohung ist zurzeit insgesamt als niedrig, für den Norden der Republik Kosovo als mittel eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der Koeovo Force (KFOR)

(1) KFOR

Am 04.08.10 hat sich COM KFOR, Generalleutnant Markus Bentler, nach den beiden vorhergehenden Treffen in Neapel und Pristina zum dritten Mal mit dem serbischen Generalstabschef in Belgrad getroffen. Das Treffen war erneut von einer sehr angenehmen Atmosphäre gekennzeichnet. Der serbische Generalstabschef hob die gute Zusammenarbeit zwischen den serbischen Streitkräften und KFOR hervor. Darüber hinaus unterstrich er die für KFOR herausfordernde Aufgabe, insbesondere nach dem Gutachten des Internationalen Gerichtshof, die gebotene Neutralität in der Ausübung des Auftrages zu wahren. COM KFOR versicherte, dass KFOR sein Mandat weiterhin auf der Grundlage der VN-Sicherheitsratsresolution 1244 ausüben werde.

Weitere Themen des Gespräches waren die Situation in Mitrovica, der Prozess der Übergabe der Sicherheitsverantwortung für die besonders schutzbedürftigen Stätten im Kosovo von KFOR an die kosovarischen Sicherheitsbehörden (Unfixing), die Situation der Vertriebenen und die Bekanntgabe der Kommandoübergabe KFOR. Der serbische Generalstabschef begrüßte die Entscheidung, weiterhin mit einem deutschen COM KFOR Zusammenarbeiten

zu können.

Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zur Inthronisierung des Patriarchen Irinej der serbisch orthodoxen Kirche am 03.10.10 in Pec verlaufen planmäßig. KFOR hat hier die Führungsaufgabe zur Sicherstellung eines friedlichen Verlaufes übernommen In einem Koordinierungsgespräch mit der Kosovo


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6. Sudan

s. Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land ist zurzeit als mittel, im Darfur und im Süd-Sudan als erheblich eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission ln Sudan (UNMIS)

Keine berichtenswerten Ereignisse

c. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations / African Union Mission in Darfor (UNAMID)

Ein Streit Uber den Schutz von „Rädelsführern“ eines Aufstandes in einem Flüchtlingslager in Darfur sorgt für eine Zunahme der Spannungen zwischen UNAMID und der sudanesischen Regierung. Der Sudan droht mit weitergehenden Restriktionen sowohl ftir die Bewegungsfreiheit als auch die Ein- und Ausreise von UN AMID-Mitarbeitern. UNAMID verstärkte daraufhin seine Truppen zum Schutz des Flüchtlingslagers und verwehrt Regierungstruppen den Zugang zum Lager.

Die Folgen der Verletzungen des Statement of Mission Agreement (SOMA) zwischen der sudanesischen Regierung und UN AMID sind derzeit nicht abschätzbar.

7. Uganda

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zurzeit als mittel eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU-gefllhrten Ausbildungsmission fttr somalische Sicherheitskräfte in Uganda (European Union Training Mission

[EUTMJ / SOMALIA)

Keine berichtenswerten Ereignisse


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8. Horn von Afrika und angrenzende Sccgcbictc

a. Bedrohungslage

ln Dschibuti ist dic Bedrohung zurzeit als mittel, im Golf von Aden und den weiteren Seegebieten am Horn von Afrika als niedrig eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der Operation der Europäischen Union zur Bekämpfung der Piraterie: Operation EU NAVFOR ATALANTA

Am 05.08.10 empfing die deutsche Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN während einer Überwachungsoperationen im östlichen Golf von Aden im international empfohlenen Transitkorridor (IRTC) einen Notruf des unter der Flagge des Karibikstaates St. Vincent und die Grenadinen fahrenden Motorschiffs SYRIA STAR. Der bei der SYRIA STAR eingetrofifene Bordhubschrauber der SCHLESWIG-HOLSTEIN entdeckte vier bewaffnete Piraten an Bord des angegriffenen Handelsschiffes, welches Richtung somalische Nordküste fuhr. Ein Eingreifen durch die deutschen Soldaten war allerdings nicht mehr möglich.

Am Morgen des 07.08.10 empfing die SCHLESWIG-HOLSTEIN erneut einen Notruf des Motorschiffes SYRIA STAR. Das zwei Tage zuvor gekaperte Motorschiff war freigelasscn worden und in Richtung IRTC unterwegs. An Bord befanden sich nach Aussage des Kapitäns keine Piraten mehr, jedoch zwei verletzte Besatzungsmitglieder. Die Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN setzte kurz darauf ein Boardingteam, Sprachmittler und ein Ärzteteam an Bord der SYRIA STAR über. Die zwei verletzten Besatzungsangehörigen wurden durch das Ärzteteam behandelt und befinden sich außer Lebensgefahr.

Die Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN hat anschließend in Routineoperationen ihre Auftragsschwerpunkte - Abschreckung und Bekämpfung der vor der Küste Somalias operierenden Piraten - wieder aufgenommen.


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Betelligung der Bundeswehr an Operationen gegen den internationalen Terroriamna: Operation ACTIVE ENDEAVOUR (OAE)

Das seit dem 02.08.10 der Operation ACTIVE ENDEAVOUR unterstellte Unterseeboot U 31 wird noch bis voraussichtlich 14.08.10 zur Seeraumüberwachung im westlichen Mittelmeer eingesetzt.

10. Libangfi

Bedrohuagslage

Die Bedrohung im Landesinneren und im Süden Libanons ist zurzeit als mittel, auf See in der Area of Maritime Operations (AMO) als niedrig eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL)

(1) UNIFIL

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Maritime Task Force (MTF) UNIFIL

Der UNIFIL-Einsatzverband führt unter der Beteiligung der deutschen Einheiten MAIN, KULMBACH und AUERBACH in Routineoperationen seine beiden Auftragsschwerpunkte Seeraumüberwachung zur Verhinderung von WafTenschmuggel über die seewärtige Grenze des Libanon und Ausbildung der maritimen libanesischen Streitkräfte als Beitrag zu deren Fähigkeitsaufbau

durch.

Im Rahmen der Ausbildungsunterstützung ftir die libanesische Marine nahm dabei die Unterstützungscinheit MAIN zum wiederholten Mal an einer Übung der Küstenradarorganisation zur Erkennung von verdächtigen Kontakten teil.


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11, Internationale Organisationen / Aktivitäten Vereinte Nationen (VN) / Europäische Union (EU)

United Nation» Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK) und RechtsstaatUchkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo: European Union rule of law mission in Kosovo (EULEX KOSOVO)

Internationale Polizeitruppe

Der zur Gewährleistung von innerer Sicherheit und Ordnung im Kosovo eingesetzten internationalen Polizeitruppe im Rahmen der UNMIK gehören acht Polizisten an, darunter ein deutscher Polizeibeamter.

EULEX, deren Aufbau weiter voran schreitet, gehören - neben anderen Experten gegenwärtig 1.197 Polizisten an, davon 77 Deutsche.

12. Lufttransporteinsätze und Überwachungsflflge mit Seefernaufklärern zur UnterstQtzung der Einsatzkontingente im Berichtszeitraum

ISAF

KFOR

EUFOR

UNIFIL

OAE

ATALANTA

Lufttransporte Aazahl FlSge

49

2

0

2

0

0

Aazahl ÜberwschengsflSge

0

0

0

0

0

0


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- 17-

IdP

gebilligte

Aazahl

Soldatiaaea / Soldatea

Eiasatz-

•rt

Eiesataewack

Elaaate-

begiaa

EJasata»

Eadc

(fepUat)

Bemerkungen

06

28

Kandahar/

Bagram

Der Bundesminister der Verteidigung hat den Einsatz von deutschen Femmeldesoldaten des l* NATO Signal Battalion, Maastricht und des Femmeldebataillotis 284, Wesel im Rahmen der NATO-Führungsuntcrstötzung in Kandahar und Bagram gebilligt

07.02 10

Ende

September

2010

Die Billigung gikwcrtcrtun im Rahmender vorgenannten Obergrenze von 28

Sokfettv'-mncn bis zum Ablauf des aktuellen Bundeetagsmandats.

30

1

Bagram

Kabul

Mazar-e

Shanf

Camp

Bastion

Der Bundesminister der Verteidigung hat den zeitlich befristeten Einsatz eines deutschen Offiziers im Rahmen von Versorgungsflügen nach Bagram, Kabul* Mazar-e Shanf und Camp Bastion genehmigt. Der Transport flieger ist als Austauschpilot bei einer amerikanischen Einheit eingesetzt, dic vom 23.07.10 bis voraussichtlich 13.0810 Flüge m die o.g. Stikhe durch tohrt

23 07.10

1308.10


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Übersichtskarte der afghanischen Provinzen

1 BAOAKHSHAN 1 TAKHAR

3 KUNOUZ

4 BALKH

• JOWZJAN

• FARYAB 7 BAD OH*

I HERAT

• FARAH

10 OHOWR

11 SAR-EPOL

12 SAMANOAN

13 BAOHLAN

Verantwortungsbereich des deutschen Regional Command (RC) North mit Insgesamt 6 Provinclal Reconstruction Teame (PRT):

14 PANJSHIR 1« PARVAN II KAP ISA 17 NURESTAN 1« LAOHMAN II KON AR 20 NANOARHAR

1 schwediechce und

21 KHOWST

22 PAKT1A

23 LOWOAR

24 KABUL 21 BAMIAN 21 ORUZOAN 27 HELMAND 21 N WIR UZ

21 KANDAHAR

30 ZABOL

31 OHAZNI

32 VARDAK

33 PAKTKA

34 DAYKONDI

RC CAPITAL (Türkei)

RC WEST

V—30 Ca

\ 33 j

RC EAST

(Italien)

(USA)

RC SOUTH

(Gro