﻿VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH


Bundesministerium der Verteidigung

Einsatzführungsstab

Hausanschrift Stauffenbergstraße 18, 10785 Berlin

Postanschrift 11055 Berlin

Tel +49 (0)30-18-24-29600 / 29622

Fax +49 (0)30-18-24-28627


Unterrichtung des Parlamentes

08/10

über die Auslandseinsätze der Bundeswehr


Redaktionsschluss: 24. Februar 2010, 10:00 Uhr


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-2-

1. Afghanistan a. Politische Lage

Am 20.02.10 fand in der afghanischen Hauptstadt Kabul die Eröffnung der 5. Sitzungsperiode des afghanischen Parlamentes statt. Präsident Hamid Karzai hielt vor beiden Häusern des Parlamentes eine Regierungserklärung im Sinne der Ergebnisse der Londoner Afghanistan-Konferenz (28.01.10).

Die Bedrohung in Afghanistan ist insgesamt erheblich 1 , ln Nordafghanistan liegt sie zurzeit je nach Provinz zw ischen niedrig und erheblich.

In den übrigen Regionen stellt sic sich wie folgt dar:

Regional Command (RC) Capital: insgesamt mittel,

Hauptstadt Kabul: insgesamt mittel.

Regional Command West: insgesamt mittel.

Regional Command East: insgesamt erheblich bis hoch.

Regional Command South: insgesamt hoch.

1 Definitionen der Bedrohungsstufen siehe Anlage 2


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-3-

Im Zeitraum vom 15 02 10 bis 21.02 10 (7. KW) registrierte ISAF landesweit 299 Sicherheitsvorfllle (siehe Grafik). Es handelte sich um 220 Schusswechsel und Gefechte. 55 Sprengsloffanschllge sowie 23 Vorfälle von indirektem Beschuss (Mörser und Raketen) und einen sonstigen Vorfall.

Acht Vorfllle ereigneten «eh im RC North, einer im RC Capital, sieben im RC West. 226 im RC South und 57 im RC East

Insgesamt sind bei den Vorfällen 17 ISAF-Soldaten gefallen; weitere 68 ISAF Soldaten wurden verwundet

Am Nachmittag des 22.02.10 zündete ein Selbstmordattentäter in der Provinz Nangarhar im Distrikt Surkh Rod einen Sprengsatz. Dabei kamen neben dem Attentäter bis zu 15 Zivilpersonen ums Leben. Bis zu 20 weitere Zivilpersonen

wurden verletzt


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-4-

m

c. International Security Assistanee Force (ISAF)

(1) Operation MOSTARAK

Mit der Operation MOSTARAK (13.02.10 bis voraussichtlich 16.05.10) hat ISAF sein strategisches Vorhaben zur Rückgewinnung von 80 Schlüsselprovinzen für den afghanischen Staat begonnen. Die Operation MOSTARAK (Dari: „Zusammen“) soll als Vorbild für weitere Operationen dienen, die in den nächsten zwei Jahren durchgeführt werden. Sie wird mit Billigung des afghanischen Präsidenten unter der Führung der Afghan National Security Forces (ANSF) und mit Unterstützung von ISAF durchgeführt.

Durch Informationsoperationen wird die Führung der Operation durch die ANSF herausgestellt („Afghan Ownership“). Taliban, die bereit sind, den Kampf aufzugeben, sollen auf die Seite der Koalitionstruppen gezogen werden.

Die Operation MOSTARAK stellt eine neue Art der Operationsführung dar. Den Kampftruppen folgen Polizei, Justiz- und Verwaltungsbeamte. Vertreter von internationalen Hilfsorganisationen unmittelbar und es werden eine Vielzahl von lokalen Ältestenversammlungen („Shuras“) abgehalten, um die Bevölkerung vor Ort einzubinden.

Die Operation verläuft nach vorliegenden Informationen bisher planmäßig. Die wichtigsten Straßen und Schlüssel Infrastruktur werden kontrolliert Geschäfte und Märkte werden bereits wieder geöffnet Der Leiter der United Nations Assistanee Mission in Afghanistan (UNAMA). Kai Eide, hat die Vorbereitung der Operation mit Blick auf einen nachhaltigen Erfolg durch Einbindung ziviler Aufbaumaßnahmen durch afghanische Behörden als vorbildlich bezeichnet.

An der Operation MOSTARAK sind über 10.000 Soldaten (rund 6.000 ISAFund 4.500 afghanische Soldaten) und bis zu 2.000 Polizisten beteiligt.

2 Übersichtskarte der afghanischen Provinzen siehe Anlage 2


VS . NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-5-

Bci Angriffen mit Handfeuerwaffen und IFD auf nationale und internationale Sicherheitskräftc in der Provinz Helmand sind in den Distrikten Nad Ali und Na^a Barak am 16.02.10 zwei amerikanische Soldaten gefallen.

Am 17.02.10 kam cs im Distrikt Nad Ali (Provinz Helmand) zu einem Feuergefecht zwischen Opposing Militant Forces (OMF) sowie Kräften der Afghan National Army (ANA), die von amerikanischen Soldaten begleitet wurden. Ein amerikanischer Soldat ist dabei gefallen.

Am 18.02 10 ereigneten sich in den Distrikten Nad Ali und Nahri Sarraj der Provinz Helmand mehrere Angriffe auf ISAF-Einheiten mit Handfeuerwaffen und IED. Bei den verschiedenen Zwischenfällen sind vier amerikanische und ein britischer Soldat gefallen, weitere zehn amerikanische und vier britische Soldaten wurden verwundet.

Im Distrikt Nad Ali der Provinz Helmand wurde eine von amerikanischen Kräften begleitete Patrouille der ANA am 19.02.10 mit Handfeuerwaffen beschossen. Bei dem Angriff ist ein amerikanischer Soldat gefallen.

Am 19.02.10 ist ein amerikanischer Soldat in der Provinz Nimntz im Distrikt Khash Rod gefallen, als OMF die Einheit mit Handfeuerwaffen beschossen.

Im Distrikt Chapa Dara der Provinz Konar griffen OMF eine ISAF-Patrouille am

20.02.10 mit Handfeuerwaffen und Panzerabwehrhandwaffen (Rocket Propelled Grenade / RPG) an. Dabei ist ein amerikanischer Soldat gefallen.

Am 20.02.10 ist bei einem IED-Anschlag in der Provinz Helmand im Distrikt Garmser ein amerikanischer Soldat gefallen.

Im Distrikt Nad Ali (Provinz Helmand) griffen OMF eine ISAF-Patrouille am

21.02.10 mit Handfeuerwaffen und Panzerabwehrhandwaffen (Rocket Propelled Grenade / RPG) an. Dabei ist ein amerikanischer Soldat gefallen.


F VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-6-

Am 21.02.10 wurden ISAF-Kräfte im Distrikt Zhclsy der Provinz Kandahar mit einem IED angegriffen. Dabei ist ein amerikanischer Soldat gefallen.

Bei einem IED-Anschlag am 21.02.10 im Distrikt Garmser (Provinz Helmand) gegen eine ISAF-Patrouille sind in Folge der Explosion zwei amerikanische Soldaten gefallen.

Am 21.02.10 wurden in der Provinz Oruzgan im RC South mehrere Fahrzeuge im Rahmen einer Luftnahunterstützung (Close Air Support / CAS) angegriffen. Nach derzeitigem Sachstand gingen die ISAF-Kräfte davon aus, dass es sich bei den Fahrzeuginsassen um Taliban handelte, die eine ISAF-Einheit angreifen wollten. Nach dem Angriff wurde im Zuge der Auswertung des Luftangriffs (Battle Damage Assessment / BDA) festgestellt, dass sich unter den Opfern auch Zivilpersonen befanden. Die genaue Anzahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Nach bisher vorliegenden Informationen liegt sie bei 15 Toten und 12 Verletzten. Die Verletzten wurden zur medizinischen Versorgung in nahe gelegene Sanitätseinrichtungen gebracht.

COM ISAF hat unverzüglich die Verantwortung ftir die zivilen Opfer übernommen. Eine gemeinsame internationale und afghanische Untersuchungskommission (Initial Action Team Z IAT) wurde inzwischen eingesetzt.

Im Distrikt Qalat der Provinz Zabol griffen OMF am 23.02.10 eine ruminische ISAF-Patrouille mit einem IED an. In Folge der Explosion wurden fünf rumänische ISAF-Soldaten verwundet, von denen einer später seinen schweren Verwundungen erlag 1 .

* Dieser Vorfall zählt nicht zu den in Abschnitt l.b genannten Sicherhcitsvorfällcn, da er außerhalb des dort

zugrunde liegenden Berichtszeitraumes liegt

1

Regional Command (RC) Capital / Teile Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Am 18.02.10 ereignete sich gegen 19:10 Uhr afghanischer Ortszeit rund 300 Meter vom Haupttor des Feldlagers Camp WAREHOUSE in Kabul entfernt, ein Verkehrsunfall, in den ein deutsches sowie ein afghanisches Zivilfahrzeug


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

•7-

venvickelt waren. Bei dem Unfall erlitt eine afghanische Zivilperson eine Kopfverletzung; deutsche Staatsbürger wurden nicht verletzt. Ein ISAFSanitätstrupp, der zum Unfallort befohlen wurde, führte die medizinische Erstversorgung durch und brachte die verletzte Zivilperson in die ISAFSanitätseinrichtung am Flughafen Kabul.

(4) Regional Command (RC) North / Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Am 17.02.10 wurden gegen 15:00 Uhr afghanischer Ortszeit rund 50 Kilometer nördlich des regionalen W iederaufbauteams (Provincial Reconstruction Team / PRT) Kunduz deutsche Soldaten der Aufklärungskompanie während einer Patrouille von rund 20 OMF mit Handwaffen beschossen. Die deutschen Kräfte erwiderten das Feuer. Es ist davon auszugehen, dass dabei mehrere Angreifer getötet wurden. Auf deutscher Seite wurde niemand verletzt. Ein Aufklärungsfahrzeug vom Typ FENNEK wurde leicht beschädigt.

Bei einem weiteren Vorfall am 17.02.10 gegen 15:15 Uhr afghanischer Ortszeit wurden deutsche Kräfte des PRT Kunduz, die zusammen mit einem belgischen Operational Mentor and Liaison Team (OMLT) Gesprächsaufklärung im Raum Isa Khel (rund fünf Kilometer westlich des PRT Kunduz) durchftlhrtcn, von OMF mit Handfeuerwaffen und RPG beschossen. Die deutschen und belgischen Soldaten erwiderten das Feuer. Drei deutsche Soldaten wurden dabei verwundet und zur weiteren medizinischen Behandlung in das Rettungszentrum des PRT Kunduz verlegt. Nach kurzer stationärer Behandlung wurden zwei der Verwundeten entlassen und verblieben im Einsatz.

Der dritte Soldat wurde mittlerweile ebenfalls aus der stationären Behandlung entlassen Eine möglicherweise noch erforderliche Repatriierung wird vom weiteren Verlauf der Genesung abhängig gemacht.

Amerikanische Kräfte haben am 18.02.10 im Rahmen einer Operation mit der Afghan National Police (ANP) eine gemeinsame Aufklärungspatrouille im Raum Emam Sahib (rund 50 Kilometer nördlich von Kunduz) durchgeftihrt.

Auf dem Weg zurück in das Polizeihauptquartier Emam Sahib wurden sie von rund 15 OMF mit Handwaffen und RPG angegriffen. Im Rahmen dieses


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

- 8 -

Feucrgefechts wurde Luftnahunterstützung angefordert und gegen 15:00 Uhr afghanischer Ortszeit eine Bombe abgeworfen.

Dabei wurden nach vorliegenden Informationen sechs afghanische Polizisten getötet und ein weiterer verletzt. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus von F-.mam Sahib gebracht, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

Der Kommandeur des ISAF Joint Command (COM IJC) setzte ein IAT nach Emam Sahib in Marsch, das den Zwischenfall in der Provinz Kunduz untersucht hat. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen nicht vor.

Am Abend des 18.02.10 wurde das Plateau Kunduz aus dem Raum Chahar Darreh mit einer Rakete beschossen. Diese detonierte in der Nähe des Flugplatzes, rund einen Kilometer außerhalb des PRT Kunduz. Es wurde niemand verletzt.

Am 23.02.10 wurden das Polizeihauptquartier (PHQ) Chahar Darreh gegen 16:45 Uhr afghanischer Ortszeit von OMF mit RPG beschossen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich deutsche Kräfte des PRT Kunduz im PHQ. Nach vorliegenden Informationen gab es bei den deutschen Kräften weder Personennoch Sachschäden.

Die deutschen Soldaten klärten eine unbekannte Anzahl OMF in Stellungen rund zwei Kilometer nordwestlich des PHQ auf. Luftnahunterstützung wurde angefordert und als Show of Force eingesetzt. Ein Zug der Infanteriekompanie des PRT Kunduz wurde zur Verstärkung in Marsch gesetzt.

Eine andere Gruppe deutscher Soldaten des PRT Kunduz wurden am 23.02.10 gegen 18:00 Uhr afghanischer Ortszeit in der Nähe der Mischa-Meier-Brücke (rund sieben Kilometer südwestlich des PRT Kunduz) von einer unbekannten Anzahl OMF mit Handwaffen und RPG beschossen. Die Soldaten waren zur Unterstützung von afghanischen Sicherheitskräften, die sich bei der MischaMeier-Brücke im Feuerkampf mit OMF befanden, angefordert worden. Deutschen Soldaten kamen nicht zu Schaden.

Bereits Minuten später erfolgte der Einsatz von Luftnahunterstützung als Show of Force, da sich ein Luftfahrzeug wegen des Zwischenfalls in Chahar Darreh (siehe oben) unmittelbar vor Ort befand.


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-9-

(5) Kurzfristige Untersttitzungsleistungen ISAF

ln der vergangenen Woche gab es ftlnf Unterstützungsflüge mit C 160 TRANSALL außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches. Die Anzahl der Unterstützungsflüge erhöht sich damit auf insgesamt 786.

Alle weiteren kurzfristigen Unterstützungsleistungen außerhalb des deutschen Verantwortungsbereiches sind in der Anlage 1 aufgeftlhrt.

d. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Assistanee Mission in Afghanistan (UNAMA)

Der britische Stellvertreter des Kommandeurs ISAF, Generalleutnant Nick Parker, und Robert Watkins, Stellvertreter des UNAMA Missionsleiters, haben ihre in der Vorwoche begonnenen Gespräche bezüglich der Anpassung der Provincial Reconstruction Teams in dieser Woche fortgesetzt. Sie erzielten Übereinstimmung, dass der vielfach noch bestehende militärische PRT-Ansatz insgesamt zu überarbeiten sei - hin zu nachhaltigen Entwicklungs- und Aufbauprojekten unter Beteiligung afghanischer Behörden und ziviler internationaler Unterstützung.

Am 22.02.10 trafen sich UNAMA-Militärberater aus den verschiedenen Regionen und Provinzen mit Vertretern des ISAF Hauptquartiers, der NATO Training Mission AFGHANISTAN (NTM-A) und des afghanischen Verteidigungsministeriums zu einer Konferenz. Diese hatte das Ziel, die jeweiligen Pläne und Strategien für 2010 zu erörtern. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Usbekistan

Bedrohungslagc

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

Kosovo

a. Bedrohungslage in der Republik Kosovo

Die Bedrohung ist zurzeit insgesamt als niedrig, ftlr den Norden der Republik

Kosovo als mittel eingestuft.


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

- 10-

b. Beteiligung der Bundeswehr an der Kosovo Force (KFOR)

(1) KFOR

Am 17.02.10 hat der Nordatlantikrat die Übergabe der Verantwortung ftir die Sicherheit des Denkmals an die Schlacht auf dem Amselfeld (GazimestanDcnkmal / siehe UdP 06 10) von KFOR an die Sicherheitsbehörden des Kosovo im Rahmen des sogenannten „Unfixing“ gebilligt. Damit sollen nach und nach die KFOR-1 ruppen von den Sicherungsaufgaben ftir die insgesamt neun besonders zu schützenden Kulturgüter im Kosovo - nach jeweiliger Billigung durch den Nordatlantikrat entbunden werden. Diese Aufgabe wird Schritt ftir Schritt an die kosovarischen Behörden übergeben. Absicht des Kommandeurs KFOR, Generalleutnant Markus Bentler, ist es. die Übergabe des Amselfelddenkmals nach der bisherigen intensiven gemeinsamen Vorbereitung mit allen Beteiligten Mitte März 2010 umzusetzen.

Am 22.02.10 hat die Überprüfung der Battle Group-Struktur ftir die Multinationale Battle Group East (MNBG East) stattgefunden. Mit dieser letzten Überprüfung haben nunmehr alle MNBG ihre Einsatzfähigkeit in der neuen Einsatzstruktur unter Beweis gestellt.

(2) Multinational Battle Group (MNBG) South / Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Keine berichtenswerten Ereignisse

Bosnien und Herzc 20 win»

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung ist zurzeit als niedrig eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Force (EUFOR)

(I) EUFOR und NATO HQ Sarajevo

Im Rahmen des Rates für Außenbeziehungen haben die Außenminister der EU

am 25.01.10 beschlossen, die bisherige Operation EUFOR ALTHEA zeitnah um


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-11 -

einen Ausbildungs- und Beratungsanteil ftlr die Streitkräfte Bosniens und Herzegowinas zu ergänzen, (siche UdP 05/10).

Der stellvertretende NATO-Obcrbcfehlshaber Europa (Dcputy Supreme Allied C ommander Europe / DSACEUR) hat in seiner Kigenschaft als Operations C ommander den gültigen Operationsplan ALTHEA fortgcschrieben und um die zusätzlichen Aufgaben der Ausbildungsuntcrsttitzung sowie der Anleitung und Beratung des bosnisch-herzegow inischen Verteidigungsministeriums und der Streitkräfte ergänzt. Ziel dieser Aufgabenerweiterung ist die verstärkte Unterstützung der Fähigkeitsentwicklung der bosnisch-herzegow inischcn Streitkräfte in Anlehnung an internationale Standards.

Am 01.03.10 werden in einer Truppcnstellerkonferenz die erstmalige Befüllung der neuen Dienstposten des Ausbildungsanteils sowie die Kompensation möglicherweise entstehender personeller Lücken durch angekündigte Truppenabzüge (zum Beispiel Polen, Irland. Spanien) in der exekutiven Operation behandelt. Deutschland plant eine angemessene Beteiligung an dem Ausbildungs- und Beratungsanteil.

Die EU beabsichtigt, erstes Personal ftlr die neuen Aufgaben ab Mai 2010 nach Bosnien und Herzegowina zu entsenden und die Ausbildungsmaßnahmen ab Juni 2010 zu beginnen.

(2) Deutsches Einsatzkontingent (EinsKtgt)

Keine berichtenswerten Ereignisse

5.

Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land ist zurzeit insgesamt als Nord-Kivu und Süd-Kivu als erheblich eingestuft.

b. Beteiligung der Bundeswehr an der EU Mission zur Sicherheitssektorreform

(EUSEC)

Keine berichtenswerten Ereignisse


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-12-

§udan

e. Politische Lage

Die sudanesische Regierung hat sich mit der führenden Rebellenorganisation ,Justice and Equalit) Movement“ (JEM) im Darfur im Rahmen der sogenannten DohaI riedcnsgespräche auf eine Waffenruhe sowie auf die Fortführung der Gespräche geeinigt. Ein formelles Vertragswerk soll bereits in dieser Woche in Anwesenheit internationaler Vertreter unterzeichnet werden.

Als Zeichen des Entgegenkommens setzte Staatspräsident Ahmad al-Baschir am

20.02.10 die Todesurteile gegen mehr als einhundert JEM-Rebellen aus und kündigte die Freilassung von Gefangenen an. Im Gegenzug hatte die JEM zugesagt, auf jegliche militärische Aktion im Darfur zu verzichten.

b. Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land ist zurzeit als mittel, im Darfur und im Süd-Sudan als erheblich eingestuft.

c. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Mission in Sudan (UNMIS) Trotz der anhaltenden Trockenheit bleibt es in allen UNMIS-Sektoren derzeit ruhig. In den nächsten Wochen und Monaten bis zum Einsetzen der Regenzeit - vermutlich im Mai - ist damit zu rechnen, dass sich zwischen den Stämmen die Spannungen über den Zugang zu Wasser verschärfen könnten.

Die Vereinten Nationen, insbesondere das Weltemährungsprogramm. unternehmen erhebliche Anstrengungen, bereits jetzt in großem Umfang Versorgungsgüter in den Gebieten einzulagem. die in der Regenzeit nicht mehr zu erreichen sein werden.

d. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations / Afrkan Union Mission in

Darfur (UNAMID)

Keine berichtenswerten Ereignisse


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-13-

7. Horn von Afrika und angrenzende Seegebiete

a. Bedrohungslage

In Dschibuti und im Golf von Aden ist die Bedrohung zurzeit als niedrig eingestuft


b. Beteiligung der Bundeswehr an Operationen gegen den internationalen Terrorismus: Operation ENDURING FREEDOM (OEF)

Keine berichtenswerten Ereignisse


c. Beteiligung der Bundeswehr an der Operation der Europäischen Union zur Bekämpfung der Piraterie: Operation EU NAVFOR ATALANTA 

In den vergangenen Wochen war die Piraterieaktivität jahreszeitlich bedingt (Monsunzeit) rückläufig.
Eine Entführung und zwei Freilassungen wurden gemeldet. Am 03.02.10 wurde das unter nordkoreanischer Flagge fahrende Küstenmotorschiff RIM eines libyschen Eigners im Golf von Aden entführt. Es war nicht bei der Koordinierungsstelle für den Schutz gegen Piraterie (Maritime Security Centre Horn of Africa / MSCHOA) angemeldet und fuhr außerhalb des empfohlenen internationalen Schiffskorridors (International Recognised Transit Corridor / IRTC).
Am 09.02.10 wurde der unter der Flagge Panamas fahrende Frachter AL KHALIQ nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Das Schiff war am 22.10.09 westlich der Seychellen gekapert worden. Ein vom Reeder gecharterter Schlepper versorgte die AL KHALIQ vor der somalischen Küste und begleitete sie in einen sicheren Hafen.
Am 11.02.10 haben die Piraten nach zehn Monaten auch den taiwanesischen Fischtrawler WIN FAR 161 freigelassen. Chinesische Kriegsschiffe nahmen das Schiff vor Haradere (Somalia) in Empfang, leisteten Unterstützung und eskortierten das Schiff sicher bis in den nächsten Hafen.

Insgesamt befinden sich gegenwärtig sieben Fahrzeuge mit 156 Besatzungsmitgliedem in Piratenhand.


VS - Nl'R FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-14-

Scit Beginn der Operation ATALANTA wurden insgesamt 61 Transporte des

Wchemihrungsprogrmmms - davon zwölf durch deutsche Einheiten - mit über

310.000 Tonnen Hilfsgtitem sicher geleitet.

a. Bcdrohungslage

Die Bedrohung ist zurzeit ab niedrig eingestuft

b. Beteiligung der Bundeswehr an Operationen gegen den internationalen Terrorismus: Operation ACTIVE ENDEAVOUR (OAE)

Derzeit keine deutsche Beteiligung

Libanon

a. Bedrohungslage

Die Bedrohung im Land und im Süden Libanons ist zurzeit als mittel, auf See in der Area of Maritime Operations (AMO) als niedrig eingestuft

b. Beteiligung der Bundeswehr an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL)

(1) UNIFIL

Keine berichtenswerten Ereignisse

(2) Maritime Task Force (MTF) UNIFIL Keine berichtenswerten Ereignisse


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-15-

Verdate Nationen (VN) / Europäische Union (EU)

l nited Nations Interim Admiubtratioa Mission in Koeovo (UNMIK) und Recbtsstaatlkhkcitsmission der Europäischen Union im Kosovo: European Union ruk of hw mission im Kosovo (EULEX KOSOVO) iBteraatioaale Polizeitruppe

Der zur Gewährleistung von innerer Sicherheit und Ordnung im Kosovo eingesetzten internationalen Polizeitruppe im Rahmen der UNMIK gehören sieben Polizisten an, darunter ein deutscher Polizeibeamter.

EULEX, deren Aufbau weiter voran schreitet, gel gegenwärtig 1.117 Polizisten an, davon 69 Deutsche.

11.kJ

mit Seefernaufklärern

ISAF

KFOR

EUFOR

UNIFIL

OAE

HoA*

UNAMID

Lufttransporte Anzahl Klüge

58

3

1

1

0

0

° 1

Anzahl f berwachungsflüge

0

0

0

0

0

0

0 1

* Hom von Afrika: OEF   ATALANTA


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-16-

EUFOR 1 UNMIS

KFOR

lFlLjATAL

(STRAT AIRMt DIA kC )

Offiziere

Unteroffiziere

Maaa»ehaftcg

Zivilbedienst.

6.721 4J35 1.504 11

1 1 ade „»tHerw12 Meeete" -Wfee riet der Frektiaaea n * Beatkt, wird dk Buod.irt*>tre»* dea Deetiehea fteadetla« rar \Meef —n M—ef nnl koe.titetn mit der VerUageraac drl FJaaatje» btfauee

Kede „»eilt rer 12 Moealt" - Die Beedearegiereac Utktrt dem Deetscbee Bundolag z«, »ich AbUef >•■ Jeweib

12 Meaetea dea Baadeilat trete! koaatitativ re btfawa, fall« dies der W eesth eleer Fraktioa tat

’ frei» iM«n «wiut W ehrdwesdeisleede * OKF-Batadlea ' iekL NATO HQ Serajeve * EU NA> FO* ATALANTA

Mit den in Deutschland zur Sicherstellung des Auftrages "Strategischer Verwundetentransport (STRATAIRMEDEVAC)" bereit gehaltenen 41 Soldaten sowie den Angehörigen der einsatzgleichen Mission EUSEC (Demokratische Republik Kongo; Stärke: 3) sind insgesamt 6.765 Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei

Auslandseinsätzen eingesetzt.

• davon PRT Kunduz: 832 Soldaten, PRT Feyzabad. 443 Soldaten. PAT Taloqan: 39 Soldaten. Mazar-e Sharif: 2.601 Soldaten (inkl. 196 Soldaten des RC North), Kabul: 310 Soldaten und Strategischer Lufttransportstützpunkt / UZB. 109 Soldaten. Zusätzlich befindet sich 1 deutscher Soldat bei UNAMA in Afghanistan.

M Im Rahmen der Kontingentwechsel kann es zu temporären Überschreitungen der jeweiligen Mandatsobergrenzen kommen.


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

-17-

v«n

Kcnmigie

Anzahl

Soldatinnen

/ Soldaten

Einsatz-

ort

Einsatzmeck

Einsatz-

beginn

Einsatz-

Ende

(geplant)

Bemerkungen

46

20

Kandahar/

Bagram

Der Bundesminister der Verteidigung hat den zeitlich befristeten Einsatz von 20 deutschen Femmekk•oldaten des 1* NATO Signal Battalion, Maastricht und des Femmeldebataillons 284. Wesel im Rahmen der NATO-Führungsunterstützung in Kandahar und Bagram genehmigt

11 11 09

Februar

2010

Derzeit findet die Übergabe vor Ort statt

06

28

Kandahar/

Bagram

Der Bundesminister der Verteidigung hat den zeitlich befristeten Einsatz von 15 deutschen Femme Idesoldaten des l u NATO Signal Battalion. Maastricht und des Femmeldebataillons 284. Wesel im Rahmen der NATO-Führungsunterstützung in Kandahar und Bagram genehmigt.

07.02 10

Mai 2010

Derzeit findet die Übernahme vor Ort statt

Anlagel


VS - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH

- 18 -

iSShenProvinzen

Übersichtskarte der a

1BAOAKHSHAN 2TAKHAR 3 KUNOUZ 4BALKH 5 JOWZJAN •FARYAB 7 BADGHIS • HERAT tFARAH

1COHOWR

11 SAM-E POL /<

12 SAMANQAM

13 BAGHLANZ

14 PANJSHIR

16 PARVAN 1SKAPISA

17 NURESTAN

18 LAGHMAN 1» KONAR

20 NANGARHAR

21 KHOWST

22 PAKTIA

23 LOWOAR

24 KABUL

25 BAMIAN 2* ORUZGAN

27 HELMAND

28 NIMRUZ

2» KANDAHAR 30ZABOL

31 GHAZNI

32 VARDAK

33 PAKTIKA

34 DAYKONDI

RC CAPITAL (Türkei)

RC WEST (lullen)

> 1 1

\ s

f 5 14 \

r 11 ( 1l >

3 / 1

13 vl

Um national wie international mit gleichen Begriffen und Definitionen zu arbeiten, werden nachfolgende Einstufungen genutzt:

NIEDRIG : Ein Staat, Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und/oder die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Obwohl die grundsätzliche Möglichkeit besteht, liegen keine konkreten Anzeichen für bevorstehende Angriffe vor.

MITTEL : Ein Staat Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Allgemeine, nicht spezifizierte Anzeichen deuten auf möglicherweise bevorstehende Angriffe hin. ERHEBLICH : Ein Staat. Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Mit Angriffen wird in naher Zukunft gerechnet. Erkenntnisse zu konkreten Angriffszielen und -Zeiträumen liegen nicht vor.

HOCH : Ein Staat. Organisation oder Gruppe verfügt über die Fähigkeit und die Absicht, deutsche Streitkräfte und/oder verbündete Streitkräfte anzugreifen. Angriffe gegen konkrete und spezifizierte Angriffsziele in definierten AngrifTsräumen sind in einem bestimmten Zeitraum zu erwarten.