LiquidFeedback/Themendiskussion/918
Eine andere Sichtweise...
Die vorgeschlagene Initative unterscheidet sich vom aktuellen Modell, dass ein einheitlicher Standard vorgegeben wird, der bei Bedarf nach oben und unten angepasst wird.
Ein analoges Vorgehen ist aktuell das Mittel der Wahl, wenn beispielsweise innerorts einzelne Straßen explizit mit einem angehobenen Tempolimit von 60 oder 70 km/h belegt werden.
Die vorliegende Initiative legt vor allem für Autobahnen und einen Großen Teil der Bundestraßen ein oberes Tempomimit fest, ohne dass hierfür
- explizit eine Beschilderung notwendig wäre, und
- die Aufhebung von Tempolimits dazu führt, dass eine Geschwindigkeit von 380 km/h fahren darf
Statt dessen sollte diese Initative dazu führen, dass für Strecken, die explizit dafür ausgelegt sind, angehobene Tempolimits bereitgestellt werden können.
Verhältnismäßigkeiten
Zur Verminderung von Gefahren im Straßenverkehr wurden in den vergagenen Jahrzehten viele Maßnahmen eingeführt. Darunter auch immer weiter steigende, zum Teil schon drakonische Strafen, um das Überschreiten von Tempolimits oder das Unterschreiten von Mindestabständen zwischen Fahrzeugen zu unterbinden.
Dass diese Maßnahmen wichtig sind, steht außer Frage. Eine weitere Anhebung von Strafen kann auf einzelne gelebte Situationen im Straßenverkehr jedoch nur einen beschränkten Einfluß haben. Vielmehr scheint aktuell die Möglichkeit zu verlockend zu sein, dass ohne jegliche Geschwindigkeits-Beschränkungen 'verlorende' Zeiten wieder aufgeholt werden könnten.
Durch die Abmilderung dieses psychologischen Effekts zum einen (wg. der einzuführenden Tempolimits) und durch die Tatsache, dass ein Unterschreiten der geforderten Mindestabstände zwischen Fahrzeugen bei 120 km/h potentiell weniger verherende Folgen hat, als bei 160 km/h, soll diese Initiative helfen die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
Einsparungen im Straßenbau
Die vorschlagene Initiative könnte weitere Einsparungen im Straßenbau zu Folge haben, denn aktuell sind viele Autobahnen und gut ausgebaute Bundesstraßen/Landstraßen als Strecken realisiert worden, die zum Fahren mit hohen Geschwindigkeiten ausgelegt sind.
Auf Grund der steigenden Verkehrsdichte besteht heute kein nennenswerter Vorteil darin, abschnittsweise mit hohen Geschwindigkeiten zu fahren. Zeitunterschiede in den gefahren Strecken sind marginal. Die Gefahren durch hohe Geschwindigkeitsunterschiede sind jedoch durchaus real und wirken sich nicht nur im Einzelfall negativ aus (siehe hierzu die angesprochenen Statistiken zur Initiative).
Die in den kommenden Jahren anstehenden baulichen Maßnahmen zur Erhaltung von Brückenbauwerken und der bestehenden Straßen-Infrastruktur werden zudem enorm sein.
Eine den Gegebeheiten angepasste Vorgabe an Tempolimits kann somit den Druck auf öffentliche Kassen abzumildern helfen. Tempolimits sind folglich auch ein Baustein im Abbau von Schulden und für den Weg Aus der Euro-Kriese.
--Mario Scondo 09:50, 17. Okt. 2011 (CEST)
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Gegenrede
Ich dachte immer wir Piraten stehen für die persönliche Freiheit der Menschen und gegen willkürliche Maßnahmen die diese einschränken. Wir dürfen keine Rosinen picken und nur dort Freiheit fordern, erhalten und wieder herstellen wo wir bzw. der jeweilige Pirat die Freiheit versteht und nachvollziehen kann. "Die Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen". Mir zum Beispiel liegt sehr viel an der Freiheit auf der Autobahn 200km/h zu fahren. Wenn Andere das nicht verstehen OK, das ist aber kein Grund mir die Freiheit zu nehmen. Genauso werde ich darauf bedacht sein anderen ihre Freiheiten nicht zu nehmen, auch wenn ich sie nicht verstehe oder teile. Das ist das für das die Piraten stehen! Wir sind die Piraten. Wir sind nicht die Grünen (die Umweltbevormunder), die SPD (die Papa-Staat-Vertreter) oder die CDU (die Sicherheitsfanatiker). Wir stehen für Freiheit und das nicht nur im Internet!
(Quelle für verwendete Zahlen) Natürlich ist Freiheit niemals grenzenlos aber:
- Obwohl wir kein Autobahnlimit haben Sterben auf deutschen Autobahnen weniger Menschen als auf Landstraßen oder Innerorts (2010 430 Autobahn; 2207 Landstraße; 1011 Innerorts)
- Im Schnitt verunglücken je Jahr ca. 50 Menschen pro 1 Millionen Einwohner tödlich im Straßenverkehr. Das ist zwar für jeden Einzelfall bedauerlich, aber das Risiko ist verschwindend gering! Eine weitere Senkung rechtfertigt keine weiteren Eingriffe in die Freiheit der Menschen.
- In sehr vielen EU Ländern mit Limit sterben mehr Menschen im Straßenverkehr als in Deutschland. Zum Beispiel in Frankreich, Italien, Portugal, Österreich, Polen, ... (siehe Schaubild in Quelle)
Das heißt es gibt überhaupt keinen Anlass für freiheitsbeschränkende Maßnahmen, jedenfalls nicht für eine Partei die für Freiheit steht! Jede derartige Maßnahme wäre willkürlich und sicher nicht piratig.
--NotMyName 21:42, 19. Okt. 2011 (CEST)
Kommentar
Ich denke, hier liegt ein Missverständnis vor. Wie auch bei einer Reihe von Initiatoren, zu konkurrierenden Themen.
Der vorliegende Vorschlag schließt nicht aus, dass auf Autobahnen Geschwindigkeiten von 200 km/h gefahren werden. Allerdings sind Straßen im Allgemeinen für bestimmte Geschwindigkeiten ausgelegt. Die aktuelle Regelung wurde zu Zeiten festgelegt, wo Fahrzeuge nicht mit den heutigen Geschwindigkeiten gefahren wurden. Ebenfalls ist die Verkehrsdichte in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen.
Der vorliegende Vorschlag geht davon aus, das Strecken entsprechend ihrer baulichen Eigenschaften eingestuft werden. Wenn höhere Geschwindigkeiten möglich sind, kann dies explizit geschehen.
Vorschläge zum Thema der Förderung von Innovativen Konzepten zur Unfallvermeidung sind eine schlüssige Weiterführung des vorliegenden Vorschlags. Jedoch sind dies keine Alternativen, da zum einen die Entwicklung von marktreifen Konzepten durchaus mehrere Jahrzehnte andauern kann, und zum anderen können 'intelligente' elektronische Assistenten keine Geschwindigkeitsdifferenzen von 100-150 km/h kleinrechnen. Die physikalischen Grundlagen zu bewegten Massen setzen hierbei den Rahmen. Aus diesem Grund sollte über die gängige Regelung den gewandelten Gegebenheiten angepasst werden.
--Mario Scondo 13:00, 6. Nov. 2011 (CET)
Ich lese Deine Initiative deutlich anders. Du möchtest generell erst einmal die Tempolimits senken. Dazu sehe ich keinen Grund. Wenn es nach den Fahrzeugen und den Verbesserungen dort geht müsste man die Tempolimits eher anheben als senken. Wichtig ist aus meiner Sicht, die Menschen sollen selbständig und eigenverantwortlich handel und dies auch dürfen. Ich möchte keine Welt in der für ein bisschen mehr Sicherheit die Menschen gemaßregelt und gegängelt werden. Unnötig niedrige Tempolimits sind aber genau das: Bevormundung und Gängelung. Die Geschwindigkeitsdifferenz auf Landstraßen ist übrigens 200km/h (100km/h in entgegengesetzte Richtungen) und Innerorts ebenfalls 100km/h (2x50km/h). Das ist im Endeffekt also nicht weniger als auf Autobahnen, die übrigens die sicherste Straßenkategorie in Deutschland darstellen.
-- NotMyName 12:29, 15. Nov. 2011 (CET)