| Die digitale Kultur folgt in seiner Architektur einem weit verbreitetem Schema: Eine möglichst einfach Benutzerschnittstelle wird mit einer beliebig komplexen Infrastruktur verbunden. Beispielsweise sind Handys die Benutzerschnittstellen zu einer Telekommunikationsinfrastruktur. Autos sind Benutzerschnittstellen zur Verkehrsinfrastruktur.
Der Vorteil von Infrastruktur-Architekturen besteht darin, dass sie für die Nutzer sehr niedrige Einstiegskosten verursachen bei einer gleichzeitig hohen Unabhängigkeit und Flexibilität. Die Skalenerträge, Synergieeffekte und die Skalierbarkeit solcher Systeme sind unübertroffen.
Facebook, Google oder Paypal implementieren beispielsweise solche Ideen, aber ohne die kulturellen Werte, die mit der digitalen Infrakultur verbunden sind. Darüber hinaus werden die riesigen Erträge aus den Skalenerträgen und Sysnergieeffekten, die von allen Teilnehmern ermöglicht und erwirtschaftet werden, von wenigen privatisiert. In der digitalen Infrakultur sollen diese Erträge an die Nutzer fliesen, dem Gemeinwohl dienen und könnten z.B. einen substanziellen Beitrag für ein BGE leisten.
Ohne die von den Nutzern eingegebenen Daten wären z.B. die Programme und Systeme von Facebook nutz- und wertlos. Und was den Teilnehmern als kostenloser Service und unschätzbarer Nutzen suggeriert wird, ist bei nüchterner Betrachtung eine permanente und kostenlose Pflege von Daten, die in erster Linie den privaten Verwertungsinteressen von Facebook dienen. Am Ende zahlt der Nutzer doppelt und dreifach über eine Dauerberieselung durch Werbung. Er bezahlt das Gesamtsystem und die riesigen Gewinne über die in den Produkten eingepreiste Werbung. Er bezahlt zusätzlich mit dem Verlust oder Teilverlust seiner individuellen Freiheit und Selbstbestimmung durch eine subtile Manipulation. Die vielen Likes und Dislikes kombiniert mit entsprechender Werbung wollen nicht informieren, sondern manipulieren.
Zusätzliche Informationen zu diesem Vorschlag findest du hier.
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