Benutzer:Seymour/Schulpflicht vs Bildungspflicht

Schulpflicht oder Bildungspflicht?

Eine Gegenüberstellung der Argumente

Ich nehme hier nur Argumente auf, die mir gut begründbar und belegbar erscheinen und keinen randständigen Theorien weit jenseits des pädagogischen Mainstream entspringen.

Schulpflicht beibehalten

Schulpflicht durch Bildungspflicht ersetzen

  • Bei einer Bildungspflicht gibt es kein schlüssiges Konzept, wie jedes dann durch sein Umfeld benachteiligte Kind garantierten und unbehinderten Zugang zu Ansprechpartnern außerhalb der "Eltern-Bubble" hat. Schon bei Schulpflicht ist es für Kinder oft schwer, Kontakt "nach außen" aufzunehmen - mit Bildungspflicht wird es für viele unmöglich.
  • Bildungspflicht sichert den Eltern de facto die völlige Verfügungsgewalt über ihre Kinder. 100% Freiheit für die Eltern - 0% Selbstbestimmung der betroffenen Jugendlichen.
  • Hiervon wären gemäß UN-Konvention nicht nur Kinder betroffen, sondern auch Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.
  • Wir setzen uns für die Freiheit des Individuums ein. In einer neu definierten flexiblen öffentlichen Schulumgebung wäre dies eher umsetzbar als in einer von den Eltern und deren Peer-Group kontrollierten Informations- und Kulturbubble. (Es müssen auch nicht immer die üblichen Extrembeispiele genannt werden. Es genügt, dass das Kind sich anders entwickelt als von den Eltern vorgesehen.)
  • Um über den eigenen Bildungsweg entscheiden zu können, müssen Jugendliche die nötigen Informationen haben, wie sie auch elternunabhängig gefördert werden können. Dazu muss es aber möglich sein, die Jugendlichen überhaupt zu erreichen und die Informationen neutral/positiv besetzt weiterzugeben.
  • Jedes in sich geschlossene Bildungs- und Erziehungssystem ist anfällig für Missbrauch (Beispiel Odenwaldschule). Das Ziel muss im Interesse aller Beteiligten sein, Bildung und Erziehung öffentlicher, und damit auch vielfältiger zu machen - nicht privater.
  • Staatlich vorgegebene Curricula, Bildungs- und Erziehungsziele würden auch bei einer Bildungspflicht weiter gelten. Ihre Umsetzung müsste um so intensiver kontrolliert werden, je weniger öffentlich die Bildung abläuft, beispielsweise durch Hausbesuche und Kontrollen. Hier droht ein (weiteres) bürokratisches Monstrum zur Überwachung entwickelt zu werden. Das würde zudem Ressourcen binden, die dann nicht mehr für Bildungsinvestitionen verfügbar sind.
  • Die Schulpflicht wird oft mit dem Zwang zur Ganztagsbeschulung gleich gesetzt. Hier ließe sich jedoch mit einer Erleichterung alternativer Schulmodelle ansetzen, die nicht notwendigerweise eine tägliche oder ganztägige physische Anwesenheit der Schüler erfordern.
  • Grundrechtseinschränkung Freiheit der Person