Benutzer:Protter/LaVo
Rückblick
Über 1 Jahr liegt nun die Wahl meiner Person zum hessischen Gensek her. Seit über 1 Jahr habe ich die Möglichkeit, den Landesverband bei organisatorischen Themen maßgeblich zu beeinflussen. Ich habe Phasen gehabt, wo ich richtig fleißig war, die Mitgliederbetreuung mitgestaltet habe, wo ich Entscheidungen des Landesvorstands mitgetragen habe. Es gab natürlich auch Phasen, wo ich in ein Motivationsloch gefallen bin. Oft hat mir Robin Geddert als mein Amtsvorgänger, Berater und Beauftragter in der Mitgliederbetreuung den Arsch gerettet. Ich habe ihn angetrieben, er hat mich angetrieben. Dafür bin ich ihm zu großem Dank verpflichtet.
Im Feld der Mitgliederbetreuung haben wir die Schritte eingeleitet, um wieder Beitragsmahnungen und in Zukunft auch die Streichung von nichtzahlenden Mitgliedern veranlassen zu können. Wir haben die Mitgliederbetreuung in Richtung des Bundesverbands zentralisiert und sind auf dem Weg, zukünftig auch das zentrale Mahnverfahren des Bundesverbands in Hessen anzuwenden. Der Weg dorthin ist steinig und hat viele Tretminen, die uns als Landesverband immer wieder mal aufgehalten haben. Das Ziel ist zwar noch nicht erreicht, aber wir haben bereits mehr als die Hälfte des Wege geschafft. Mitgliederbetreuung ist jedoch nicht alles.
Während meiner Amtszeit haben wir einen neuen Datenschutzbeauftragten bestellt. Nach langer Suche, einen ehrenamtlichen DSB zu finden, blieb uns am Ende nix anderes übrig, einen hauptamtlichen DSB zu bestellen und zu bezahlen. Glücklicherweise ist Juergen Erkmann auch noch ein hessischer Pirat, der den Landesverband mit aufgebaut hat und mehrfach selbst im Landesvorstand mitverantwortet hat. Ich schätze seine stets sachliche, zielorientierte und geradlinige Art und arbeite einfach gern mit ihm zusammen. Die Konflikte zwischen Datenschutzbeauftragten, der IT und der inneren Verwaltung, von denen ich aus anderen Ebenen der Partei höre, sind für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Datenschutzgerechte Umsetzung von Verwaltungsaufgaben und IT-Betrieb sind nun einmal mit Aufwand verbunden. Ich erlebe das täglich in meinem Job. Das ist völlig normal.
In mein Aufgabenfeld fällt ebenso die Hessen-IT. Auch wenn ich selbst nicht aktiv an den Stellschrauben sitze, höre ich der Hessen-IT zu, unterstütze sie und gebe eine grobe Marschroute vor. Die eigentliche Arbeit machen die Beauftragten und von ihnen vor allem besonders Ralf Praschak. Das aktuelle Team der Hessen-IT existiert noch gar nicht so lange. Sie haben eine Infrastruktur übernommen, deren Aufbau stellenweise chaotisch wirkte. Die Dokumentation der IT-Systeme hatte großes Potential zur Verbesserung. Zusammen mit dem Datenschutzbeauftragten als antreibende Kraft, hat die Hessen-IT die Systeme aufgeräumt, abgeschaltet, aktualisiert und dokumentiert. Es wurden viele Schritte getan, damit der Datenschutzbeauftragte zufrieden sein kann. Auch wenn es wie immer Stimmen gibt, die ja alles besser gemacht hätten, hat die Hessen-IT großen Respekt und Dank verdient. Denn niemand darf vergessen: wir machen alles ehrenamtlich.
Natürlich ist in dieser Amtsperiode nicht alles Gold, was glänzt. Die hessische Kommunalwahl haben wir als Landesverband verkackt. Die Organisation im Vorfeld ist sicherlich nicht optimal gelaufen. Jedoch kann ich mich nicht um alles kümmern, denn auch ich war persönlich im Wahlkampf in meinem Kreisverband aktiv, habe im halben Landkreis Offenbach Plakate auf- und abgehängt und mich von "besorgten Bürgern" (O-Ton!) im Straßenwahlkampf beschimpfen lassen. Ich habe einfach nur das gemacht, was ich auch als Basispirat seit 2009 gemacht habe.
Ebenso ist auch das Thema Landesgeschäftsstelle ein Trauerspiel. Der Landesvorstand wurde von der hessischen Basis mehr oder weniger allein gelassen. Die Helfer, die nicht im Landesvorstand sind, kann ich an 1 Hand abzählen - bei einem Landesverband mit über 1000 Mitgliedern. Der Landesvorstand hat die alte Geschäftsstelle mehr oder weniger allein leer gezogen. Bei der Suche nach einer neuen Geschäftsstelle wurden wir allein gelassen. Die Basis hielt es nicht einmal für nötig, dem Landesvorstand Angebote zu übermitteln. Stattdessen halfen Freibeuter aus Kassel bei der Suche in und um Frankfurt. Hinzu kamen Vermieter, die uns als Partei hängen ließen. Die einen wollten keine Parteien im Haus haben, die anderen haben uns wochenlang mit Ausreden versorgt, um uns am Ende mitzuteilen, dass das kleine Büro vermietet wurde und wir ja noch das große, für uns zu teure Büro haben könnten. Ich persönlich bin ziemlich enttäuscht, was ich dieses Jahr beim Thema LGS erlebt habe.
Wie geht es weiter?
Seit Monaten bekomme ich verbale Nackenschläge, wenn ich Anmerkungen mache, dass ich keine Lust auf das eine weitere Amtszeit habe - aus reiner Faulheit. Das Stimmrecht im Vorstand, die Verantwortung, die Möglichkeit der Mitwirkung bei Vorstandsaufgaben reizen mich ingesamt überhaupt nicht. Es reizt mich aber ganz gewiss, wenn ich Aufgaben nicht zum Abschluss gebracht habe. Dazu zählt für mich die Landesgeschäftsstelle und das Ziel, nichtzahlende Mitglieder des LV Hessen zu streichen. Beides wird wohl nicht mehr in der laufenden Amtsperiode abzuschließen sein.
Ob ich tatsächlich noch einmal kandidiere, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.
Ein Mitglied meinte einmal, ich bräuchte einen starken Vorsitzenden neben mir im Vorstand. Ich denke, das trifft es ganz gut. Ich erwarte vom Vorsitzenden, dass er Initiativen ergreift und Versuche unternimmt, die Mitglieder zu Aktivitäten zu motivieren. Hierzu gehört auch die innerparteiliche und äußere Vernetzung des Vorsitzenden. Es ist für mich selbstverständlich, dass die Person an bundesweiten Parteiveranstaltungen teilnimmt. Ich möchte, dass er berichten kann, was im Bundesverband oder in manchen Landesverbänden gerade an politischer Arbeit geschieht und was wir für Hessen davon lernen und gewinnen können. Ich möchte nicht jedesmal über Sinn und Unsinn der Reise zu Parteiveranstaltungen diskutieren müssen. Ebenso erwarte ich, dass der Vorsitzende selbst an seine Aufgaben denkt. Es kann nicht die Aufgabe von Generalsekretär oder Schatzmeister sein, an Termine zu erinnern. Vom Vorsitzenden erwarte ich natürlich genauso, dass er eine funktionierende Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Hierzu gehört auch, dass er weiß, bei welcher Zeitung, bei welchem Redakteur er unsere Positionen und Aktionen anbringen kann, damit es in die Presse kommt. Sicherlich kann er dies nicht allein tun, aber er ist derjenige, der nötige Leute finden und motivieren muss.
Von seinem Stellvertreter erwarte ich, dass er in der Lage ist, den Vorsitzenden zu ersetzen und zu unterstützen, aber auch den Landesverband von innen im Fokus hat. Dass Kreisverbände lieber unter sich bleiben statt sich zu vernetzen, muss der stellv. Vorsitzende angehen. Das klingt jetzt wenig, ist aber doch in der Summe recht viel.
Der politische Geschäftsführer ist für mich sowas wie ein Ersatz-Vorsitzender. Er muss innerparteilich im Bundesverband, aber auch nach außen gut vernetzt sein und stets wissen, was gerade an Aktionen und im Wahlkampf geplant ist, was bei der politischen Konkurrenz und bei Nichtregierungsorganisationen läuft. Auch er ist für die Öffentlichkeitsarbeit mitverantwortlich. Er muss aber auch dafür sorgen und motivieren, dass sich wieder Mitglieder finden, die politische Arbeit machen wollen. Die Arbeit in den Arbeitskreisen zur Erarbeitung von Programm und Aktionen ist essentiell für eine Partei. Eine Partei ist nicht nur ein Stützgerüst für ein paar Mandatsträger. Das findet aber in diesem Landesverband nicht mehr statt.
Der Schatzmeister ist für mich eine Person mit der undankbarsten Aufgabe. Es ist eine irre Menge an Arbeit und erfordert viel Fachwissen. Neben den klassischen Tätigkeiten wie dem wachenden Blick über Geldein- und Ausgänge, korrekten Budgetierungen, Abrechnungen usw. ist die Person vor allem mit Tätigkeiten für den Rechenschaftsbericht und Wirtschaftsprüfer belastet. Dazu gehört die Einforderung und Kontrolle der Rechenschaftsberichte der Untergliederungen, aber natürlich auch die fristgerechte Fertigstellung des eigenen Rechenschaftsberichts. Das ist sehr viel Schriftkram. Im Laufe des Kalenderjahres möchte dann auch der Wirtschaftsprüfer entsprechende Zuarbeit vom Schatzmeister. Diese Unmengen an Arbeit erfordern sehr viel Zeit und ist nach meinen Erfahrungen von 1 Person eigentlich kaum zu schaffen. Dies erfordert eine gute Gesundheit und Stressresistenz, aber auch einen Beisitzer, der unterstützt und aushilft. Ich kann im Vorstand niemanden gebrauchen, der das nicht leisten kann. Jeanette und Lothar haben hier große Fußstapfen gesetzt. Ich hoffe sehr, dass auf dem LPT wieder eine fähige Person kandidiert und gewählt wird.
Beisitzer brauchen wir auch. Sie sind insbesondere Springer für Sonderthemen und als Arbeitstiere mit Verantwortung gefragt. Dazu gehören Themen wie Wahlkampforganisation, aber auch Unterstützung der verwaltenden Vorstandsmitglieder, insbesondere des Schatzmeisters.
Grundsätzlich gilt für alle Bewerber für den neuen Vorstand, dass sie kommunikativ sind. Man muss Informationen nicht jedes Mal aus der Nase ziehen müssen und sie dürfen nicht plötzlich und unangekündigt wochenlang abtauchen. Die Handlungsfähigkeit des Vorstands ist wichtig. Ich erwarte von den Vorstandskollegen nach außen Loyalität während der Amtsperiode. Aussagen zu den Geschäftsbereichen anderer Vorstandsmitglieder sollten nicht öffentlich torpediert werden. Streits müssen intern ausgefochten werden können. Am Ende muss man sich aber wieder in die Augen blicken können und bis zum Ende der Amtszeit durchhalten. Ein funktionierendes und professionelles Arbeitsklima, Vertrauen und Respekt sind wichtig.
Das sind alles Kriterien, die für mich wichtig sind. Mitglieder, die Chaos hinterlassen, im LV polarisieren oder Untergebene und Kritiker anschreien, kann ich nicht gebrauchen. Solche hatten wir bereits in früheren Landesvorständen. Dann verzichte ich lieber auf eine erneute Kandidatur.